Im DaF-Unterricht spielen verschiedene Fertigkeiten eine Rolle, wobei sich die meisten Lehrwerke auf die verbale Kommunikation stützen, so dass das Sprechen und Hörverstehen im Vordergrund stehen. Jedoch ist auch das Erlangen der Schreibfertigkeit sehr wichtig, da dabei verschiedene kognitive Prozesse stattfinden, wie z.B. das Nachdenken über den Inhalt oder das Achten auf die sprachliche Korrektheit des Geschriebenen.
Im folgenden werden verschiedene Übungsformen für das Schreiben im DaF-Unterricht vorgestellt. Diese orienterien sich an der Einteilung von Günter Storch, die er in dem Buch „Deutsch als Fremdsprache: eine Didaktik, theoretische Grundlagen und praktische Unterrichtsgestaltung“ vorstellt. Parallel dazu werden konkrete Übungen vorgestellt, die man in den Lehrbüchern für den DaF-Unterricht findet. Analysiert werden drei Anfängerwerke, "Stufen International 1", "Elemente 1 plus" sowie "Minna und Otto".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stufen International 1
2.1 Schreiben als Mittlertätigkeit
2.2 Schreiben als Zieltätigkeit
2.3 Komponentenübungen zur Vertextung
2.3.1 Analyseübungen
2.3.2 Syntheseübungen
2.4 Steuerung der Textproduktion
2.4.1 Steuerung durch Fragen
2.4.2 Steuerung durch einen Paralleltext
2.4.3 Steuerung durch inhaltliche Strukturierung
2.4.4 Steuerung durch Vorgabe textsortenspezifischer Redemittel
2.4.5 Weitere Steuerungsmöglichkeiten
2.5 Freies Schreiben
2.6 Zusammenfassung
3. Elemente 1 plus
3.1 Aufbau und Übungen
3.2 Zusammenfassung
4. Mina und Otto
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung und Förderung der Schreibfertigkeit in aktuellen DaF-Lehrwerken. Ziel ist es, anhand der didaktischen Einteilung von Günter Storch zu analysieren, wie Lehrwerke wie "Stufen International 1", "Elemente 1 plus" und "Mina und Otto" die Produktion von Texten durch verschiedene Übungsformen und Steuerungsmechanismen im Unterricht integrieren.
- Didaktik des Schreibens im DaF-Unterricht
- Unterscheidung zwischen Schreibanlässen (Mittlertätigkeit vs. Zieltätigkeit)
- Methoden der Steuerung von Textproduktion
- Analyse von Komponentenübungen zur Vertextung
- Vergleich von Übungstypen in ausgewählten Lehrwerken
Auszug aus dem Buch
2.2 Schreiben als Zieltätigkeit
Der Gegensatz des Schreibens als Mittlertätigkeit ist das Schreiben als Zieltätigkeit. Hierbei werden Texte in der geschriebenen Sprache produziert, unterschieden werden muss jedoch zwischen realen und realisierten Schreibanlässen.
Zu den realen Schreibanlässen gehören authentische Schreibaufgaben, d.h. der Lerner schreibt etwas Persönliches, zum Beispiel einen Brief oder eine Stellungnahme zu einem Thema. Solche Aufgaben gehören auch zu denen des freien Schreibens.
Daneben gibt es die simulierten Schreibanlässe, zu denen simulierte kommunikative Schreibaufgaben gehören. Diese Übungen haben eine bestimmte kommunikative Situierung, was bedeutet, dass sie sich an einen Adressaten richten, dass der erstellte Text sich einer bestimmten Textsorte zuordnen lässt und dass es einen bestimmten simulierten Schreibanlass gibt. Konkrete Übungsbeispiele hierzu sind ein klasseninterner Leserbrief, dessen Absicht eine Stellungsnahme ist, sowie ein Einkaufszettel für ein Rollenspiel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Relevanz der Schreibfertigkeit im DaF-Unterricht und stellt den theoretischen Bezugsrahmen von Günter Storch vor, der für die nachfolgende Lehrwerkanalyse genutzt wird.
2. Stufen International 1: Dieses Kapitel analysiert das Lehrwerk "Stufen International 1" im Hinblick auf diverse Schreibübungen, unterteilt in Mittler- und Zieltätigkeiten sowie verschiedene Techniken der gesteuerten Textproduktion.
3. Elemente 1 plus: Die Untersuchung des Lehrwerks "Elemente 1 plus" zeigt, dass der Fokus hier primär auf mündlicher Kommunikation liegt und das Schreiben eher eine untergeordnete Rolle einnimmt.
4. Mina und Otto: Dieses Kapitel betrachtet ein Lehrwerk für Kinder, in dem der Schwerpunkt auf der Alphabetisierung liegt und somit noch keine fortgeschrittenen Schreibfertigkeiten trainiert werden.
Schlüsselwörter
DaF-Unterricht, Lehrwerkanalyse, Schreibfertigkeit, Textproduktion, Vertextung, Mittlertätigkeit, Zieltätigkeit, Komponentenübungen, Analyseübungen, Syntheseübungen, Schreibsteuerung, Sprachdidaktik, DaF, Deutsch als Fremdsprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Schreibfertigkeit in verschiedenen Lehrwerken für Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die didaktische Kategorisierung von Schreibübungen sowie verschiedene Methoden zur Steuerung der Textproduktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Lehrwerke den Lernenden bei der Entwicklung ihrer Schreibfähigkeiten unterstützen oder fordern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Lehrwerkanalyse angewandt, die auf der didaktischen Systematik von Günter Storch basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Übungsformen in "Stufen International 1", "Elemente 1 plus" und "Mina und Otto".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schreibfertigkeit, Textproduktion, Komponentenübungen und Lehrwerkanalyse charakterisiert.
Warum spielt die Steuerung der Textproduktion eine wichtige Rolle?
Die Steuerung dient dazu, den Schreibprozess für Lernende zu erleichtern und ihr zielsprachliches Potenzial durch methodische Vorgaben zu aktivieren.
Wie unterscheidet sich "Stufen International 1" von den anderen analysierten Werken?
Im Vergleich bietet "Stufen International 1" eine deutlich größere Vielfalt an verschiedenen Übungstypen für die schriftliche Produktion.
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- Jana Groh (Author), 2003, Schreiben im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht: Lehrwerkanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59507