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Umgang mit psychischen Schulproblemen in der Grundschule

Title: Umgang mit psychischen Schulproblemen in der Grundschule

Examination Thesis , 2005 , 89 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Arzu Getboga (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Interesse und Ausgangssituation

Die Eltern und Lehrer erzählen immer wieder von Schülern, die Probleme in der Schule haben. Diesen Schülern fällt es schwer zu lernen. Oft liegen die Schwierigkeiten der Schüler in einem bestimmten Unterrichtfach. Es kann aber auch vorkommen, dass sich die Lernschwierigkeiten auf mehrere Unterrichtsfächer beziehen.
Die Eltern von Kindern mit Schulproblemen versuchen ihren Kindern zu helfen, indem sie zum Beispiel Nachhilfestunden für sie organisieren. Von Lehrern, Freunden und Bekannten bekommen sie Adressen von Nachhilfeinstitutionen, wie zum Beispiel die Schülerhilfe. Da einige Familien sich solche Institutionen nicht leisten können, wenden sie sich an ältere Schüler oder Studenten, aus dem Bekanntenkreis.
Da ich auf das Lehramt für die Primarstufe studiere, kamen Eltern auch auf mich zu und baten mich, ihren Kindern beim Lernen zu helfen.
Dadurch wurde ich intensiv mit Schulproblemen konfrontiert.
[…]
Durch diese Art der Erfahrungen, die ich bei Nachhilfestunden sammeln konnte, entwickelte sich bei mir ein intensives Interesse für Lernschwierigkeiten. Ich wollte nun wissen, woran es liegen könnte, dass die Schüler zu Hause gut lernen, das Erlernte aber in der Schule nicht anwenden können. Ich begann mich über Ursachenfelder für Schulprobleme zu informieren. Dabei stieß ich auf das psychische Ursachenfeld.
Dieser Bereich hat mich besonders interessiert. Denn ich, als werdende Lehrerin, habe mir vorgenommen, dass ich auf meine Schüler eingehen und ihnen helfen möchte. Natürlich weiß ich, dass es nicht immer einfach sein wird und, dass man auch als Lehrer einmal „versagen“ kann. Doch ich denke, man sollte trotzdem seine Ziele vor Augen halten und versuchen, sie so gut wie möglich zu erreichen.
Da in der heutigen Zeit, auf Grund der Arbeitslosigkeit und anderen sozialen Faktoren, wie die hohe Scheidungsrate, sich das Familienleben ändert, vermehren sich dadurch auch die Probleme der Kinder. Bei vielen Kindern können sich solche Probleme, die den Kindern oft auch seelischen Stress bereiten, als Lernschwierigkeiten in der Schule äußern.
Um als Lehrer auch für diese Fälle gewappnet zu sein, sollte man sich im Voraus schon damit beschäftigen.
Durch die Erfahrungen, die ich in den Nachhilfestunden sammeln konnte, hat sich also bei mir ein Interesse für den Umgang mit psychischen Schulproblemen entwickelt und somit auch das Thema dieser Examensarbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Interesse und Ausgangspunkt

1.2 Wege der Bearbeitung

1.3 Erklärung der gewählten Begriffe

2. Was sind psychische Schulprobleme?

Versuch einer Definition

3. Drei Beispiele für Schulprobleme mit psychischen Ursachen

3.1 Lernhemmungen

3.2 Schulunlust bzw. Schulangst

3.3 Verhaltensstörungen

4. Psychische Ursachen für Schulprobleme

4.1 Durch die Schule bzw. den Lehrer bedingte Lernstörungen

4.1.1 Der Lehrerwechsel

4.1.2 Beziehungen im Unterricht: Lehrer- Schüler Beziehung

4.2 Durch die Familiensituation und die außerschulische Erziehung bedingte Lernstörungen

4.2.1 Formen der Familiensituation: Zerrüttete, getrennte oder geschiedene Ehen

4.2.2 Die Geschwistersituation

4.2.2.1 Das Einzelkind

4.2.2.2 Kinder mit mehreren Geschwistern

4.2.2.3 Die Geschwisterreihe

4.3 Durch Entwicklungsstörungen und Verhaltensstörungen des Kindes bedingte Lernstörungen

4.3.1 Das liebesfrustrierte oder das gequälte Kind

4.3.2 Das Opfer einer vernachlässigenden und verwahrlosenden Erziehung

5. Wie diagnostiziert man schulische Lernschwierigkeiten?

5.1 Modelle der psychologisch- pädagogische Diagnostik

5.2 Das medizinische Diagnosemodell

5.3 Prozessdiagnostik

6. Was kann ein Lehrer selber tun, um die Ursache von Schulproblemen heraus zu finden?

6.1 Lerndiagnose

6.1.1 Zu 1.:Denkentwicklung

6.1.2 Zu 2.: Leistungsstand

6.1.3 Zu 3.: Lernmotivation

6.1.4 Zu 4.: Lernstrategien

6.1.5 Zu 5.: Lerntypen

6.1.6 Zu 6.:Lernbarrieren

7. Lernförderung/ pädagogische Maßnahmen

7.1 Das „richtige“ Lehrerverhalten

8. Der Beratungslehrer

8.1 Warum an Grundschulen Beratungslehrer gebraucht werden

9. Gesprächsführung

9.1 Kooperative Gesprächsführung

9.1.1 Verstehen

9.1.1.1 Aufmerksam Zuhören

9.1.1.2 Offene Fragen

9.1.1.3 Gedanken wiedergeben

9.1.1.4 Wiedergeben von Gefühlen

9.1.2 Leiten

9.1.2.1 Strukturieren

9.1.2.2 Lösungswege sammeln

9.1.2.3 Stellung nehmen

9.1.2.4 Beziehungen klären

9.2 Das Schüler –Lehrer Gespräch

9.3 Das Elterngespräch

9.4 Schulz von Thun: Die vier Seiten einer Botschaft

10. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Problemfeld psychisch bedingter Schulprobleme in der Grundschule und zeigt Wege für Lehrer auf, diese zu diagnostizieren und pädagogisch zu begleiten. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie Lehrkräfte durch Diagnostik, Gesprächsführung und ein förderliches Lehrerverhalten auf die verschiedenen Ursachenbereiche – von familiären Hintergründen bis hin zu schulischen Interaktionen – reagieren können.

  • Ursachenanalyse von Lernstörungen (Schule, Familie, Entwicklungspsychologie)
  • Diagnostische Modelle (medizinisch vs. prozessorientiert)
  • Methoden der schulinternen Lerndiagnose
  • Kommunikation und Gesprächsführung in der Schule
  • Pädagogische Maßnahmen und die Rolle des Beratungslehrers

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Der Lehrerwechsel

Gerade in der Grundschule ist es für Kinder wichtig eine gute Beziehung zum Lehrer zu haben. Grundschüler lernen aus einer „sekundären Motivation“ (Correll, 1976, S. 13) heraus. Ihr Ziel ist es dem Lehrer zu gefallen in dem sie ihm gehorchen und aufmerksam dem Unterricht folgen. Das sachliche Interesse am Unterricht wird meistens erst an weiterführenden Schulen entwickelt.

Noch besser lernt das Kind, wenn ihm sein Lehrer sympathisch ist und er das Gefühl hat auch von seinem Lehrer gemocht und akzeptiert zu werden. Im Umgekehrten Fall hat das Kind keine Motivation sich im Unterricht anzustrengen.

Wenn ein Schüler seine bisherige Sympathie für den Lehrer verliert oder er einen neuen Lehrer bekommt, mit dem das „Zusammenleben“ nicht ganz so einfach ist wie mit dem alten Lehrer, können beim Kind Lernstörungen auftreten (vgl. Correll, 1976).

Vor allem nach einem Lehrerwechsel steigt die Zahl der Schüler mit Lernstörungen an. Sie können dann behoben werden, wenn der Lehrer die Sympathie der Schüler gewinnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf das Interesse der Autorin an Schulproblemen und skizziert den Aufbau sowie die Begriffsdefinitionen der Arbeit.

2. Was sind psychische Schulprobleme?: Dieses Kapitel versucht eine Definition von Schulproblemen und unterscheidet zwischen Lernstörungen und Lernhemmungen aufgrund psychischer Ursachen.

3. Drei Beispiele für Schulprobleme mit psychischen Ursachen: Es werden Lernhemmungen, Schulunlust bzw. Schulangst und Verhaltensstörungen als zentrale Störungsbilder eingeführt.

4. Psychische Ursachen für Schulprobleme: Dieser Hauptteil analysiert detailliert schulische, familiäre und entwicklungsbedingte Ursachen für Lernschwierigkeiten.

5. Wie diagnostiziert man schulische Lernschwierigkeiten?: Hier werden Diagnosemodelle wie das medizinische Modell und die Prozessdiagnostik gegenübergestellt.

6. Was kann ein Lehrer selber tun, um die Ursache von Schulproblemen heraus zu finden?: Das Kapitel bietet konkrete Anleitungen zur Lerndiagnose in den Bereichen Denkentwicklung, Leistung, Motivation, Strategien, Lerntypen und Lernbarrieren.

7. Lernförderung/ pädagogische Maßnahmen: Es werden Möglichkeiten der pädagogischen Intervention sowie die Bedeutung des korrekten Lehrerverhaltens diskutiert.

8. Der Beratungslehrer: Dieses Kapitel erläutert die Funktion und Notwendigkeit von Beratungslehrern an Grundschulen.

9. Gesprächsführung: Eine Einführung in Techniken der kooperativen Gesprächsführung und das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun.

10. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Wichtigkeit frühzeitiger pädagogischer Intervention.

Schlüsselwörter

Schulprobleme, Lernstörungen, Lernhemmungen, Verhaltensstörungen, Grundschule, Lerndiagnose, Beratungslehrer, Gesprächsführung, Pädagogische Maßnahmen, Lehrerverhalten, Entwicklungspsychologie, Prozessdiagnostik, Lernmotivation, Kommunikationsmodell, Schulförderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychischen Ursachen von Lern- und Schulproblemen in der Grundschule und wie Lehrkräfte diese identifizieren und pädagogisch professionell begleiten können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Ursachenforschung (Schule/Familie), diagnostische Ansätze, Gesprächstechniken zur Beratung sowie Möglichkeiten der individuellen Lernförderung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Lehrkräften ein fundiertes Verständnis für die Hintergründe von Schulschwierigkeiten zu vermitteln und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Schulalltag aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse etablierter psychologischer und pädagogischer Diagnosemodelle sowie auf Fallbeispielen aus der Schulpraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Ursachenfelder (z.B. Lehrerwechsel, Familienstruktur), diagnostische Vorgehensweisen und praktische methodische Ansätze wie Lerntests und kooperative Gesprächsführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lerndiagnose, Lernstörungen, Beratungslehrer, Kommunikation und individuelle Lernförderung charakterisieren.

Warum ist der Lehrerwechsel ein zentrales Fallbeispiel?

Der Lehrerwechsel verdeutlicht, wie stark die emotionale Bindung zwischen Lehrkraft und Kind (sekundäre Motivation) die schulische Leistung beeinflussen kann.

Welche Bedeutung hat die Prozessdiagnostik?

Im Gegensatz zum starren medizinischen Modell ermöglicht die Prozessdiagnostik eine laufende Kontrolle und Anpassung des Lernprozesses an die individuellen Gegebenheiten des Kindes.

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Details

Title
Umgang mit psychischen Schulproblemen in der Grundschule
College
Bielefeld University
Grade
2,0
Author
Arzu Getboga (Author)
Publication Year
2005
Pages
89
Catalog Number
V59515
ISBN (eBook)
9783638534307
ISBN (Book)
9783640386345
Language
German
Tags
Umgang Schulproblemen Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arzu Getboga (Author), 2005, Umgang mit psychischen Schulproblemen in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59515
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