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Ökonomisierung und Verlust der Freiheit. Gesellschaft und Freiheit in der philosophischen Theorie von Hannah Arendt

Title: Ökonomisierung und Verlust der Freiheit. Gesellschaft und Freiheit in der philosophischen Theorie von Hannah Arendt

Bachelor Thesis , 2019 , 39 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Weilmünster (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit setzt sich mit der Ökonomisierung und dem Verlust der Freiheit ausgehend von der philosophischen Theorie Hannah Arendts auseinander. Um der Frage nach der politischen Freiheit im ökonomischen System nachgehen zu können, wird zunächst auf verschiedene Aspekte der westlichen Gesellschaft eingegangen. Dazu betrachtet die Arbeit einleitend die Semantik des Begriffes ,Ökonomisierung‘ im historischen und zeitgenössischen Kontext.

Daran anknüpfend bezieht sie sich auf die moderne Gesellschaftssituation in Deutschland. Hierbei betrachtet sie den Konsum als demonstratives Symbol, wobei sie auf das Ansammeln von Besitz durch das Konsumieren nach der historischen Entstehungstheorie des Eigentums von John Locke eingeht und darauffolgend die heutige Gesellschaft anhand der Konsumsoziologie von Jean Baudrillard darlegt. Neben dieser Darlegung der Auswirkungen des kapitalistischen Wirtschaftssystems auf das Individuum in der Gesellschaft, geht der Text auf die wirtschaftlichen Einflüsse in der Politik anhand der Darlegung des Lobbyismus ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Gesellschaft

1.1.Ökonomisierung der Gesellschaft

1.2. Darstellung der Gesellschaftssituation

1.2.1. Demonstrativer Konsum

1.2.1.1. Theorie des Eigentums

1.2.2.2. Konsumsoziologie

1.2.2. Lobbyismus

2. Arendt

2.1. Gesellschaftskonzeption

2.1.2. Privater und öffentlicher Raum

2.1.1. Grundtätigkeiten und -bedingungen menschlichen Lebens

2.1.3. Konsumgesellschaft

2.2. Die Freiheit und das Politische

3. Der Freiheitsbegriff in der kapitalistischen Gesellschaft

3.1. Individuelle Freiheit in Politik und Wirtschaft

3.2. Freiheit und Kapitalismus

4. Freiheit und Politik in der Moderne

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern die zunehmende Ökonomisierung gesellschaftlicher und politischer Bereiche die politische Freiheit des Individuums gefährdet. Ausgehend von Hannah Arendts philosophischer Theorie analysiert die Arbeit das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen, dem demonstrativen Konsum und dem Verlust des öffentlichen Raumes als Ort freien politischen Handelns.

  • Analyse der Ökonomisierung als gesellschaftlicher Wandel und deren Auswirkungen auf die Politik.
  • Untersuchung der Konsumgesellschaft und ihrer Bedeutung für die menschliche Existenz nach Arendt.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Freiheitsbegriff in Bezug auf Kapitalismus und Eigentum.
  • Diskussion über den Einfluss von Lobbyismus auf demokratische Entscheidungsprozesse.
  • Perspektiven auf das digitale Zeitalter als potenziellen, aber problematischen öffentlichen Raum.

Auszug aus dem Buch

1.2.1. Demonstrativer Konsum

Im Ansammeln von Gütern ginge es um die Inszenierung der eigenen Person in der Öffentlichkeit, so Markwardt. In jener konsumorientierten Gesellschaft passe sich der Mensch in seinen Bedürfnissen dem kapitalistischen System an, um dem „fortschreitenden Wachstu[m] zu entsprechen“28. So unterwirft sich der Mensch dem Zwang des Immer-Mehr-Konsumieren-Müssens, denn „systemgerechtes Verhalten verlang[t] heute in erster Linie extensiven Konsum.“29 Die Philosophin Ulrika Kistner merkt dazu an, dass viele, die sich die Werte des Kapitalismus zu eigen gemacht hätten, in ihrem gesellschaftlichen Sein ihren Besitz öffentlich zur Schau stellten. Jene Menschen nützten ihre Freiheit, um unbegrenzt Besitz zu erwerben. Der Freiheitsbegriff ließe sich dabei nicht aus der Befreiung herleiten, sondern beziehe sich auf die Möglichkeit des freien Besitzerwerbes.30 Denn nicht der Verbrauch der bloßen Lebensnotwendigkeiten, sondern „[n]ur die Verschwendung bringt Prestige.“31 Es ginge den Menschen um Anerkennung und dafür reiche nicht der bloße Besitz von Reichtum aus, man müsse diesen in der Öffentlichkeit zur Schau stellen. Dies sei ein auf Narzissmus beruhendes Präsentieren-Wollen der eignen Wichtigkeit. Der Erwerb von Waren, die der bloßen Zurschaustellung und gesellschaftlichen Anerkennung dienen, wird von Kistner als demonstrativer Konsum bezeichnet.32

Der Frage nach der historischen Rechtfertigung und der Entstehung des Konzeptes der Ansammlung von Besitz in unbegrenztem Maße sowie der dazu in Verbindung stehenden Freiheit, werde ich im Folgenden anhand John Lockes Theorie des Eigentums nachgehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den Begriff der Ökonomisierung und Formulierung der Fragestellung zur Vereinbarkeit von politischer Freiheit und ökonomischem System.

1. Gesellschaft: Analyse der modernen Konsumgesellschaft, der Mechanismen des demonstrativen Konsums und des Einflusses von Lobbyismus auf die Politik.

2. Arendt: Detaillierte Darlegung der politischen Theorie Hannah Arendts, ihrer Unterscheidung von Grundtätigkeiten und der Gefahr der Entpolitisierung durch den Vorrang von Arbeit und Konsum.

3. Der Freiheitsbegriff in der kapitalistischen Gesellschaft: Untersuchung alternativer Freiheitskonzepte anhand von Axel Honneth und Milton Friedman im Kontext marktbasierter Systeme.

4. Freiheit und Politik in der Moderne: Synthese der vorangegangenen Theorien und kritische Schlussbetrachtung zur Realisierbarkeit politischer Freiheit unter Bedingungen der modernen Ökonomisierung.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Ökonomisierung, Freiheit, Politik, Konsumgesellschaft, Kapitalismus, Arbeit, Handeln, Öffentlichkeit, Eigentum, Lobbyismus, Privater Raum, Macht, Demokratie, Konformismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das kritische Spannungsverhältnis zwischen dem ökonomisierten Gesellschaftssystem der Moderne und der Möglichkeit politischer Freiheit nach dem Verständnis von Hannah Arendt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Konsumgesellschaft, der Rolle des Eigentums, dem Einfluss von Lobbyismus auf politische Prozesse sowie Arendts Differenzierung zwischen Arbeit, Herstellen und Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob politische Freiheit in einer Gesellschaft, die stark von ökonomischen Interessen und Konsumzwängen geprägt ist, überhaupt realisierbar bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische und gesellschaftstheoretische Analyse, die zentrale Begriffe mittels Literaturanalyse dekonstruiert und in einen zeitgenössischen Kontext setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der modernen Gesellschaft, eine philosophische Fundierung durch Arendts Theorie sowie eine Diskussion verschiedener Freiheitskonzeptionen im Kapitalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Ökonomisierung, Arendts Konzept der Freiheit, öffentlicher Raum, Arbeitsteilung und die Transformation des politischen Handelns in der Moderne geprägt.

Warum spielt John Lockes Eigentumstheorie eine Rolle für die moderne Konsumgesellschaft?

Lockes Naturrechtsökonomie liefert die theoretische Basis für die unbegrenzte Anhäufung von Besitz durch Arbeit, was die Grundlage für das heutige Verständnis von Eigentum und dessen schrankenlosen Erwerb bildet.

Inwiefern beeinflusst der Lobbyismus laut der Autorin das politische System?

Lobbyismus entzieht politische Entscheidungen der öffentlichen Debatte und verlagert sie in einen intransparenten „grauen Entscheidungsbereich“, in dem ökonomische Interessen über das Gemeinwohl gestellt werden.

Wie unterscheidet sich laut Hannah Arendt das Handeln vom Arbeiten?

Während Arbeit einen biologischen Notwendigkeitsprozess darstellt, ist Handeln als freies, politisches Wirken zwischen Menschen zu verstehen, das im öffentlichen Raum stattfindet und Kontingenz ermöglicht.

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Details

Title
Ökonomisierung und Verlust der Freiheit. Gesellschaft und Freiheit in der philosophischen Theorie von Hannah Arendt
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,0
Author
Katharina Weilmünster (Author)
Publication Year
2019
Pages
39
Catalog Number
V595169
ISBN (eBook)
9783346203199
ISBN (Book)
9783346203205
Language
German
Tags
Hannah Arendt Freiheit Ökonomisierung Axel Honneth Milton Friedman Jean Baudrillard Lobbyismus Politische Freiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Weilmünster (Author), 2019, Ökonomisierung und Verlust der Freiheit. Gesellschaft und Freiheit in der philosophischen Theorie von Hannah Arendt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595169
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