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Die Erziehung des Helden - Eine Gegenüberstellung von Lanzelet und Parzival

Title: Die Erziehung des Helden - Eine Gegenüberstellung von Lanzelet und Parzival

Term Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Germanist / -Journalist Martin Siegordner (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

In diesem soll die Erziehung der Helden der gleichnamigen Werke `Lanzelet´ von Ulrich von Zatzikhoven und `Parzival´ von Wolfram von Eschenbach in den Mittelpunkt gerückt werden. Beide Werke gehören der Gattung des Artusromans an und haben ihr Vorbild in den Artusromanen des Chrétien de Troyes. Im Zentrum dieser Romane steht stets König Artus mit seinem Hof und den Rittern der Tafelrunde. Die Ritter beziehungsweise Protagonisten müssen sich in einer Phantasiewelt bewähren, indem sie Abenteuer und Minneprüfungen bestehen. Der `Lanzelet´ erscheint dabei als neues Modell des Artusromans, das auf einer nicht erhaltenen Quelle beruht. Ulrich berichtet selbst, dass er einem welschen buoch gefolgt sei, dass er von einem gewissen Hugo von Morville, einer der vornehmen Geiseln für Richard Löwenherz, erhalten hatte. Dabei könnte es sich um einen der Noblen handeln, die 1170 bei Ermordung Thomas Beckets zugegen waren. Seine endgültige Identität bleibt aber ebenso wie die Quelle des welschen buoches unbestätigt. Das Werk ist wohl Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden und die Auftraggeber Ulrichs sind wahrscheinlich am Kaiserhof zu suchen. Dennoch erfährt man vom Autor selbst äußerst wenig über seine eigene Person und seine Gönner beziehungsweise Auftraggeber. ´Lanzelet´ ist ein Aventiurenroman mit einem krisenlosen Held, der kontinuierlich aufsteigt. Da es sich bei Wolfram von Eschenbach um den bedeutendsten Epiker des Mittelalters handelt und er in Selbstaussagen mehr über sich berichtet als Ulrich, sind sein Leben und seine Werke besser erforscht. Wolfram wurde um 1170 im fränkischen Ort Eschenbach (seit 1917 offiziell Wolframs-Eschenbach genannt) südöstlich von Ansbach geboren und entstammt vermutlich einem armen Ministerialengeschlecht. Der `Parzival´ umfasst 24810 Verse, entstand auf Grundlage des `Perceval´ Chrétien de Troyes und kann zwischen 1203 und 1210 datiert werden, da sich Wolfram auf kriegerische Handlungen der Jahre 1203/04 bezieht. Bemerkenswert ist, dass Wolfram selbst von fehlender persönlicher Bildung spricht, dies aber in Worten und Wendungen der lateinischen Bildungstradition tut. Bildung und Erziehung spielten demnach bereits im Mittelalter eine äußerst wichtige Rolle. Doch welch entscheidende Rolle die Erziehung von Lanzelet und Parzival für den weiteren Handlungsverlauf der Geschichten hat, soll hier dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Autoren und Herkunft der Romane

2. Die Erziehung Lanzelets

3. Die Erziehung Parzivals

4. Abschließender Vergleich zwischen Lanzelets und Parzivals Erziehung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht und vergleicht die Erziehungsprozesse der Protagonisten in den Artusromanen „Lanzelet“ von Ulrich von Zatzikhoven und „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die unterschiedlichen Erziehungswege und Ausgangssituationen die Entwicklung der Helden vom unerfahrenen Jüngling zum ritterlichen Ideal beeinflussen und welche Rolle dabei die soziale Herkunft sowie die vermittelten Lehren spielen.

  • Analyse der Erziehung von Lanzelet im Feenreich unter dem Einfluss von Courtoisie und körperlicher Ertüchtigung.
  • Untersuchung der isolierten Muttererziehung Parzivals und seiner späteren Unterweisung durch Gurnemanz.
  • Gegenüberstellung der ritterlichen Ausbildung und des Einflusses von Lehrmeistern auf die Heldenidentität.
  • Reflektion über den Stellenwert von höfischer Bildung versus religiöser Moral im Mittelalter.
  • Vergleich der späteren Entwicklung beider Helden hinsichtlich ihrer Zielerreichung und Schuldhaftigkeit.

Auszug aus dem Buch

4. Abschließender Vergleich zwischen Lanzelets und Parzivals Erziehung

Vergleicht man die Erziehung der Helden des Ulrich von Zatzikhoven und Wolfram von Eschenbach, so ergeben sich einige augenscheinliche Gemeinsamkeiten. Bereits die Ausgangssituation der Helden ist identisch: beide sind zu Beginn der Geschichte vater- und herkunftslos, wobei ihnen der Mangel an Wissen um ihre Herkunft stets als Antrieb dient. Lanzelet wächst zudem ohne seine Mutter im Feenreich auf. Parzival hat zwar seine Mutter an der Seite, doch auch er wächst in Soltane in weiblicher Umgebung an einem von der höfischen Welt isolierten Ort auf. Trotz dieser Abgegrenztheit verfolgen beide Helden ihrer art nach nur ein Ziel, nämlich Ritter zu werden, obwohl sie dazu keinen äußeren Anstoß erhalten. Beide entstammen nämlich einem Herrschergeschlecht und haben diese art von ihren Vorfahren geerbt, womit sie den angeborenen Stand des Ritters haben.

Wolfram und Ulrich folgen dabei ganz dem Motiv eines „Gregorius“, der zwar in einem Kloster aufwächst, aber dennoch zum perfekten Ritter wird. Sowohl Lanzelet als auch Parzival sind talentiert, mit schneller Auffassungsgabe und von ungewöhnlicher Schönheit, die zugleich als Zeichen ihrer Auser-wähltheit zu deuten ist. Zumindest bei Lanzelet führt diese Schönheit hat dazu, dass er ein wîpsaelic Held wird, der bei den Frauen in der Gunst steht. Er ist auch insgesamt ein Kind des Glückes, während Parzival eher unter seiner tumpheit zu leiden hat. Ein weiterer Unterschied ist, dass Lanzelets Erziehung nicht religiös orientiert ist, während Parzival durch seine Mutter hauptsächlich religiöse Maximen erlernt. Ein gemeinsamer Punkt ist dagegen die Art der Lehrmeister: Lanzelet erhält die erste Ausbildung durch die weiblichen Meerfeen und auch Parzival wird durch eine Frau, nämlich seine Mutter erzogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Autoren und Herkunft der Romane: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die literarische Einordnung der Werke und stellt die Autoren Ulrich von Zatzikhoven sowie Wolfram von Eschenbach samt ihrer historischen Kontexte vor.

2. Die Erziehung Lanzelets: Hier wird der detaillierte Werdegang Lanzelets im Feenreich beschrieben, wobei insbesondere die Aspekte der höfischen Ausbildung (Courtoisie) und die physische Ertüchtigung durch Meeresungeheuer hervorgehoben werden.

3. Die Erziehung Parzivals: Dieser Abschnitt widmet sich der durch Herzeloyde geprägten isolierten Kindheit und der anschließenden ritterlichen Unterweisung durch Gurnemanz, welche Parzival auf den Weg zur Ritterwerdung führt.

4. Abschließender Vergleich zwischen Lanzelets und Parzivals Erziehung: Die Arbeit schließt mit einer vergleichenden Analyse der beiden Erziehungsmodelle, wobei Gemeinsamkeiten und signifikante Unterschiede in der Heldenentwicklung herausgearbeitet werden.

Schlüsselwörter

Artusroman, Lanzelet, Parzival, höfische Erziehung, Courtoisie, Mittelalter, Rittertum, Herzeloyde, Gurnemanz, Heldenreise, Literaturwissenschaft, Identität, tumpheit, Minne, Literaturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Erziehung und Entwicklung der Protagonisten in den mittelalterlichen Versromanen Lanzelet und Parzival im Hinblick auf ihre Eignung zum Ritter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kindheit der Helden, die Rolle der Erzieher (wie Feen, Mütter oder Mentoren) und der Einfluss der höfischen Erziehung auf das spätere Handeln der Protagonisten.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Der Autor möchte durch eine Gegenüberstellung der beiden Helden aufzeigen, wie unterschiedliche erzieherische Einflüsse die Identitätsbildung und den Erfolg im ritterlichen Leben prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textvergleich, die Analyse von Primärquellen (Versromane) und die Einbeziehung relevanter mediävistischer Forschungsliteratur nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Erziehungsstationen von Lanzelet und Parzival, von ihrer Ausgangssituation bis zum Abschluss ihrer ritterlichen Ausbildung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem höfische Bildung, ritterliche Tugenden, die tumpheit (Torheit) des Helden, herkunftsloses Aufwachsen und die Gattung des Artusromans.

Warum wird Lanzelet als „krisenloser Held“ beschrieben?

Lanzelet vollzieht eine kontinuierliche, fast reibungslose Entwicklung im Feenreich und in der ritterlichen Welt, ohne die tiefen moralischen Krisen und Sündenwege, die Parzival durchlebt.

Welche Rolle spielt die „tumpheit“ bei Parzivals Erziehung?

Parzivals tumpheit resultiert aus der fehlenden höfischen Erziehung durch seine Mutter, was zu missverständlichen Handlungen und einer falschen Wertordnung führt, bevor er durch Gurnemanz belehrt wird.

Inwiefern unterscheiden sich die Lehrmeister in den beiden Werken?

Während Lanzelet von weiblichen Wesen (Meerfeen) erzogen wird, erlebt Parzival eine ambivalente Erziehung durch seine Mutter und später eine strukturierte ritterliche Unterweisung durch einen männlichen Mentor, Gurnemanz.

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Details

Title
Die Erziehung des Helden - Eine Gegenüberstellung von Lanzelet und Parzival
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Ältere deutsche Literaturwissenschaft)
Course
Ulrich von Zatzikhoven: Lancelet
Grade
1,0
Author
Diplom-Germanist / -Journalist Martin Siegordner (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V59517
ISBN (eBook)
9783638534321
ISBN (Book)
9783638884730
Language
German
Tags
Erziehung Helden Eine Gegenüberstellung Lanzelet Parzival Ulrich Zatzikhoven Lancelet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Germanist / -Journalist Martin Siegordner (Author), 2003, Die Erziehung des Helden - Eine Gegenüberstellung von Lanzelet und Parzival, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59517
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