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Oral History. Übertragung einer geschichtswissenschaftliche Methode in den Schulunterricht

Title: Oral History. Übertragung einer geschichtswissenschaftliche Methode in den Schulunterricht

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ramona Aulbach (Author)

Didactics - History
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Wörtlich übersetzt bedeutet Oral History „mündliche Geschichte“, was aber „[...] fälschlicherweise eine Abgrenzung zur schriftlichen Geschichte [impliziert].“Oral History ist eine andere Bezeichnung für die Befragung bzw. das Interview mit Zeitzeugen in der Geschichtswissenschaft. Hier werden mündliche Quellen in Zusammenarbeit von Interviewer und Zeitzeuge produziert, die zeitgeschichtliche Aspekte betreffen. Doch nicht nur die Geschichtswissenschaft bedient sich der noch relativ jungen Methode, immer stärker wird dieses Vorgehen auch im Geschichtsunterricht der Schulen eingesetzt. So soll Schülern Geschichte erfahrbar und greifbar gemacht werden. Hier schließt sich auch die Fragestellung an, die in dieser Ausarbeitung behandelt werden soll: Welche Vor- und Nachteile ergeben sich, wenn die geschichtswissenschaftliche Methode in den Geschichtsunterricht der Schulen übertragen wird? Zur Definition des Begriffs „Oral History“ findet man in der Literatur eine Fülle von Informationen. Dorothee Wierling definiert Oral History beispielsweise als „[...] Bezeichnung eines Quellentyps und einer Methode, bei denen Erinnerungsinterviews als historische Quellen produziert und ausgewertet werden.“. Viele weitere Autoren und Wissenschaftler befassen sich mit der zeitgeschichtlichen Forschungstechnik. In dieser Ausarbeitung beziehe ich mich auf die Beiträge im Handbuch Geschichtsdidaktik von Dorothee Wierling und in Geschichte Unterrichten von Michael Sauer. Weiterhin geben Gerhard Henke-Bockschatz und Horst W. Heitzer in ihren jeweiligen Ausarbeitungen einen Einblick in die Oral History Forschung und die Übertragung in den Geschichtsunterricht.
Im Folgenden werde ich über den Ursprung und die Geschichte der Oral History, ihren Stellenwert in der Geschichtswissenschaft und im Geschichtsunterricht zu den Vor- und Nachteilen der Oral History für Schüler und den Einsatz im Geschichtsunterricht gelangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist „Oral History“?

2. Geschichte und Ursprung der Oral History

3. Oral History in der Geschichtswissenschaft

4. Oral History im Geschichtsunterricht

4.1 Vorteile der Oral History für Schüler

4.2 Gefahren und Risiken der Oral History

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Integration der Methode Oral History in den Geschichtsunterricht der Schulen, um zu analysieren, welche Chancen und Risiken sich für Lernende bei der Arbeit mit Zeitzeugen ergeben. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie eine geschichtswissenschaftliche Methode für pädagogische Zwecke adaptiert werden kann und welche methodischen Kompetenzen dabei gefördert werden.

  • Grundlagen und Definition der Oral History
  • Historische Entwicklung der Zeitzeugenbefragung
  • Methodische Anwendung im schulischen Kontext
  • Didaktische Potenziale und Lernchancen für Schüler
  • Kritische Reflexion von Gefahren und Risiken
  • Anforderungen an die Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugenprojekten

Auszug aus dem Buch

4.2 Gefahren und Risiken der Oral History

Ein Risiko, dass jüngere Klassen sicher häufiger betrifft als ältere, ist die Annahme der Schüler, dass das, was der Zeitzeuge berichtet hat, die absolut wahre Darstellung der damaligen Zeit ist. Die Schüler müssen durch Zeitzeugeninterviews Schritt für Schritt lernen, sich von dieser Vorstellung zu lösen und die Zeitzeugenberichte kritisch zu hinterfragen. Das ist unbedingt notwendig, weil Berichte von Zeitzeugen über die Jahre hinweg von später gemachten Erfahrungen und gesellschaftlich akzeptierten Deutungen eingefärbt sein können. Die nachträgliche Rechtfertigung des Erlebten sowie eine Harmonisierung des Geschehenen sind sehr oft Faktoren, die einen Zeitzeugenbericht beeinflussen. Weitaus wichtiger für die kritische Behandlung eines Zeitzeugenberichtes ist die Tatsache, dass Menschen nach vielen Jahren einfach Dinge vergessen oder sogar verdrängen, die sie einmal erlebt haben. Diese Dinge müssen den Schülern vor einem Interview nahe gelegt werden, da vielen von ihnen einfach die Lebenserfahrung fehlt, mit solchen Prozessen umzugehen und angemessen darauf zu reagieren.

Wurde ein unpassender Zeitzeuge ausgewählt, können die Risiken, die damit verbunden sind auch anderer Art sein. Der Zeitzeuge könnte im schlimmsten Fall versuchen, seine subjektiven Interpretationen des damaligen Weltgeschehens an die Schüler weiterzugeben. Ebenso kann dies mit Vorurteilen passieren. Der Zeitzeuge könnte versuchen, vor Schülern oder sogar dem Geschichtslehrer eine eindrucksvolle Darbietung abzulegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist „Oral History“?: Einführung in den Begriff der „mündlichen Geschichte“ und Darlegung der Fragestellung zur Übertragbarkeit der Methode auf den Geschichtsunterricht.

2. Geschichte und Ursprung der Oral History: Überblick über die historische Entwicklung der Zeitzeugenbefragung von Herodot bis zur modernen Anwendung in Europa und Amerika.

3. Oral History in der Geschichtswissenschaft: Erläuterung der methodischen Standards und der wissenschaftlichen Einordnung von Zeitzeugeninterviews als Ersatz- oder Ergänzungsquellen.

4. Oral History im Geschichtsunterricht: Darstellung der praktischen Durchführung, von der Vorbereitung und Themenfindung bis zur Dokumentation und Auswertung im Unterricht.

4.1 Vorteile der Oral History für Schüler: Analyse der methodischen Lernchancen und der Motivation durch den Kontakt mit authentischer Geschichte.

4.2 Gefahren und Risiken der Oral History: Auseinandersetzung mit den Herausforderungen wie Subjektivität, Erinnerungslücken und der Gefahr der unkritischen Übernahme von Zeitzeugenaussagen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Methode unter Berücksichtigung des Potenzials für den handlungsorientierten Geschichtsunterricht.

Schlüsselwörter

Oral History, Zeitzeugen, Geschichtsdidaktik, Zeitzeugeninterview, Geschichte von unten, Forschungsmethode, historisches Lernen, Quellenarbeit, Subjektivität, Dokumentation, Geschichtsunterricht, Handlungsorientierung, Erinnerungskultur, Methodik, Zeitgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Methode der Oral History und deren Anwendung im Geschichtsunterricht, um Schülern einen direkten Zugang zu historischer Erfahrung zu ermöglichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen die Definition und Geschichte der Oral History, die wissenschaftliche Validität der Methode sowie die didaktische Vorbereitung und Durchführung im schulischen Kontext.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der Vor- und Nachteile sowie der daraus resultierenden Risiken bei der Übertragung der wissenschaftlichen Methode der Zeitzeugenbefragung auf den Geschichtsunterricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zur fachdidaktischen Debatte über die Zeitzeugenbefragung und deren Einbettung in den modernen Geschichtsunterricht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Oral History die praktischen Anforderungen an Schüler und Lehrer bei der Durchführung von Interviews sowie die Chancen für die Methodenkompetenz der Lernenden erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Oral History, Zeitzeugen, Geschichtsdidaktik, Authentizität, Quellenarbeit und kritische Reflexion.

Warum ist die Wahl eines geeigneten Zeitzeugen so wichtig?

Ein unpassender Zeitzeuge birgt das Risiko, dass dieser subjektive Vorurteile oder eine einseitige Darbietung verbreitet, anstatt den Schülern einen kritischen Zugang zur Geschichte zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Phase der Aufarbeitung im Unterricht?

Die Aufarbeitung ist essentiell, da hier erst die notwendige Distanz gewonnen wird, um die gehörten Berichte als subjektive Zeitzeugnisse und nicht als absolute historische Wahrheit einzuordnen.

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Details

Title
Oral History. Übertragung einer geschichtswissenschaftliche Methode in den Schulunterricht
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Geschichts- und Kulturwissenschaften)
Course
Proseminar Geschichtsdidaktik: Methodik des Geschichtsunterrichts
Grade
1
Author
Ramona Aulbach (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V59519
ISBN (eBook)
9783638534345
ISBN (Book)
9783656723240
Language
German
Tags
Oral History Proseminar Geschichtsdidaktik Methodik Geschichtsunterrichts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ramona Aulbach (Author), 2005, Oral History. Übertragung einer geschichtswissenschaftliche Methode in den Schulunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59519
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