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Das politische Denken und Handeln der Unitarier in Argentinien

Title: Das politische Denken und Handeln der Unitarier in Argentinien

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 34 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Liza Torres (Author)

History - America
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Summary Excerpt Details

In der post-revolutionären Phase zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist der lateinamerikanische Kontinent von Wirren, Unruhen und gewaltsamen Ausschreitungen gekennzeichnet. Das Machtvakuum, welches zum einen die nun fehlenden Strukturen des Kolonialsystems, zum anderen die Kämpfe der Revolution hinterlassen, verursacht Orientierungslosigkeit und Unordnung. Es entwickeln sich mannigfaltige Vorstellungen und Konzepte, wie eine neue Ordnung aussehen und herbeigeführt werden könnte. In Argentinien erfolgt dies in einem besonders starken Antagonismus zweier Richtungen - dem Unitarismus und dem Föderalismus. Diese wirken nicht nur politisch, sondern schlagen sich in jedem Bereich des öffentlichen Lebens und auch in den Mentalitäten ihrer Anhänger nieder. Die Neuordnung des sozialen Gefüges und der Nationsbildungs-Prozess bedürfen sensibler Führung. Der heftige innere Konflikt zwischen Unitaristen und Föderalisten hemmt diese jedoch massiv und führt immer wieder zu Spannungen und Ausschreitungen, so dass eine stabile Konsolidierung bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts unmöglich ist. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Formierung Argentiniens in der Zeit der Unabhängigkeitsbewegung bis zur Diktatur Juan Manuel de Rosas und der Einflussnahme auf diese Phase durch den Unitarismus. So soll es nicht Schwerpunkt sein, die Entwicklung selbst in ihrer Breite historisch aufzuarbeiten; vielmehr zielen die Ausarbeitungen darauf ab, differenziert den Einfluss des Unitarismus in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens vor seinem politischen Hintergrund zu erörtern. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unitarismus – Ursprung und generelle Bedeutung

2.1. Die Ideen der Aufklärung

2.2. Allgemeine Begriffsbestimmung des Unitarismus

3. Die Situation des Argentinien nach der Unabhängigkeit

4. Der Unitarismus als politische Kraft am Rio de la Plata

4.1. Die politischenPrinzipien der unitarischen Staatsordnung

4.2. Die territoriale Aufteilung

4.3. Das unitarische Bild von Gesellschaft und Kultur

4.3.1. Die Kluft zwischen Städter und Provinzler

4.3.2. Das Immigrationsprojekt

4.4. Die Wirtschaftspolitik der Unitarier

5. Die unitarische Republik Argentinien

5.1. Die Reformen Rivadavias

5.2. Das Verfassungsmodell von 1826

5.3. Das unitarische Projekt der argentinischen Nation

6. Die Abgrenzung der unitarischen Ideologie zum Föderalismus

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Formierung Argentiniens während der Unabhängigkeitsbewegung bis zur Diktatur von Juan Manuel de Rosas mit einem speziellen Fokus auf den Einfluss des Unitarismus. Ziel ist es, die politische und gesellschaftliche Ausgestaltung durch unitarische Konzepte sowie deren Scheitern im Kontext der realen Gegebenheiten des Landes zu analysieren.

  • Grundlagen und Definition des Unitarismus und seiner aufklärerischen Wurzeln.
  • Analyse der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Prinzipien der unitarischen Staatsordnung.
  • Untersuchung der strukturellen Kluft zwischen der städtischen Elite in Buenos Aires und dem ländlichen Hinterland.
  • Bewertung der Reformbemühungen der unitarischen Regierung unter Bernardino Rivadavia.
  • Konfrontation der unitarischen Ideologie mit der föderalistischen Gegenbewegung.

Auszug aus dem Buch

4.3.1. Die Kluft zwischen Städtern und Provinzlern

Die Verteilung des Landes bestimmt das Fundament der Gesellschaftsordnung sowie Status und Hierarchie unter den Gesellschaftsmitgliedern. Die Großgrundbesitzer bilden die Oberschicht und kontrollieren weite Felder der Verwaltung, der lokalen Regierungskörper und der Miliz. Der Handel hat mittels seiner ökonomischen Bedeutung einen sozialen Ordnungscharakter. Doch sind die sozialen Schichten nicht klar definierbar und die Grenzen bleiben bisweilen diffus. Eine unabhängige Mittelschicht existiert nicht. Auch gibt es keine klare Unterscheidung zwischen Städter und Provinzler; Geld wird von Städtern in Ländereien investiert, und ohne die kommerzielle Verbindung zur Stadt zu verlieren, wandeln sie sich in Großgrundbesitzer (estancieros) und bezeichnen sich als neue Aristokratie. Besonders auf dem Land entsteht eine markante Kluft zwischen Gutsbesitzern und Feldarbeitern ohne Land.

Großgrundbesitzer ist urbaner Herkunft und verfügt, im Gegensatz zum ursprünglichen Landbewohner, über einen gewissen Bildungsstand.

Doch trotz des unterschiedlichen Hintergrunds bildet die Klasse der Gutsherren im ländlichen Gebiet eine Einheit, und es herrscht eine ausgeprägte Solidarität und Loyalität. Dieses starke ökonomische wie politische Netz und die gegenseitige Unterstützung unter einer Führerschaft, wie es später unter Rosas ihren Höhepunkt findet, verleiht dieser Gruppierung enorm viel Macht und Einfluss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die post-revolutionäre Phase Argentiniens und die Zielsetzung der Arbeit, den Einfluss des Unitarismus in verschiedenen Lebensbereichen zu erörtern.

2. Unitarismus – Ursprung und generelle Bedeutung: Erläutert die theoretischen Grundlagen des Unitarismus, basierend auf europäischen Ideen der Aufklärung und dem Streben nach zentralistischer Ordnung.

3. Die Situation des Argentinien nach der Unabhängigkeit: Skizziert das durch die Loslösung von Spanien entstandene Machtvakuum und die daraus resultierende soziale und politische Neuordnung.

4. Der Unitarismus als politische Kraft am Rio de la Plata: Analysiert den Unitarismus als politische Bewegung, seine Führungsrolle in Buenos Aires sowie die zugrunde liegenden Prinzipien der Staats- und Gesellschaftsform.

5. Die unitarische Republik Argentinien: Untersucht das Scheitern der unitarischen Verfassungsprojekte und die spezifischen Reformmaßnahmen unter Bernardino Rivadavia.

6. Die Abgrenzung der unitarischen Ideologie zum Föderalismus: Arbeitet die strukturellen Unterschiede und die wechselseitige Politisierung zwischen Unitarismus und Föderalismus heraus.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Unitarismus als Wegbereiter für institutionelle Prozesse, der jedoch an der mangelnden Anpassung an die ländlichen Realitäten scheiterte.

Schlüsselwörter

Unitarismus, Föderalismus, Argentinien, Staatsbildung, Buenos Aires, Aufklärung, Caudillismo, Reformpolitik, Rivadavia, Unabhängigkeitsbewegung, Liberale Ideologie, Gesellschaftsstruktur, Zentralismus, Politik, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Denken und Handeln der Unitarier in Argentinien in der frühen Phase nach der Unabhängigkeit vom spanischen Kolonialreich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Felder sind die Staatsform, das unitarische Gesellschafts- und Kulturverständnis, die Wirtschaftspolitik sowie die Auseinandersetzung zwischen Unitarismus und Föderalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine differenzierte Erörterung des Einflusses des Unitarismus auf die Formierung des argentinischen Staates bis hin zur Diktatur von Juan Manuel de Rosas.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die relevante Quellen und Sekundärliteratur zur politischen Geschichte Argentiniens im 19. Jahrhundert auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Ursprünge des Unitarismus, die spezifischen Reformen Rivadavias, die gescheiterten Verfassungsmodelle und die ökonomische sowie soziale Differenz zwischen Stadt und Hinterland.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Unitarismus, Zentralismus, Föderalismus, Caudillismo, Liberalismus und das Spannungsfeld zwischen „Zivilisation und Barbarie“.

Warum scheiterten die unitarischen Verfassungsentwürfe?

Die Entwürfe scheiterten primär an der Unanwendbarkeit auf die damaligen Gegebenheiten, dem Widerstand der Provinzen gegen den Dominanzanspruch von Buenos Aires und der mangelnden politischen Erfahrung der Bevölkerung.

Welche Rolle spielte Buenos Aires in dieser Zeit?

Buenos Aires fungierte als intellektuelles und wirtschaftliches Machtzentrum, das eine zentralistische Führung anstrebte, sich jedoch durch seine Monopolstellung zunehmend isolierte und die Opposition der Provinzen provozierte.

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Details

Title
Das politische Denken und Handeln der Unitarier in Argentinien
College
University of Cologne  (Iberische und Lateinamerikanische Abteilung des Historischen Seminars)
Course
Juan Manuel de Rosas und die Santa Federación
Grade
2,0
Author
Liza Torres (Author)
Publication Year
2006
Pages
34
Catalog Number
V59538
ISBN (eBook)
9783638534499
ISBN (Book)
9783656248408
Language
German
Tags
Denken Handeln Unitarier Argentinien Juan Manuel Rosas Santa Federación
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Liza Torres (Author), 2006, Das politische Denken und Handeln der Unitarier in Argentinien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59538
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