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Frauenbild und Sexualästhetik in Günter Grass' "Die Blechtrommel" und Gabriel García Márquez' "Cien años de soledad"

Title: Frauenbild und Sexualästhetik in Günter Grass' "Die Blechtrommel" und Gabriel García Márquez' "Cien años de soledad"

Scientific Essay , 2006 , 16 Pages

Autor:in: Manfred Hagl (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Abstract





Thema: Frauenbild und Sexualästhetik in Günter Grass´ „Die
Blechtrommel“ und Gabriel García Márquez´ „Cién años de
soledad“.




Ausgehend von der feministischen Literaturwissenschaft wird untersucht, welche Frauenbilder und Weiblichkeitsentwürfe in den Werken „Cien años de soledad“ und „Die Blechtrommel“ erkennbar sind, und wie sich diese unter Einbeziehung des historisch soziokulturellen Hintergrundes in der ästhetischen Darstellung der sexuellen Beziehungen widerspiegeln.




Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Weiblichkeitsentwürfe

1. Archetypische Mutterrolle

2. „Mischformen“ der Mutterrolle

3. „Säkularisierte“ Mutterrolle

4. „Hurenhafte“ Mutterrollen

5. Mutter, Geliebte und „Hure“

III. Sexualästhetische Darstellung

1. Initiation

2. La mujer metáfora Latinoamericana

IV. Sexualideologie und Welthaltung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Weiblichkeitsentwürfe sowie die sexualästhetische Darstellung in den Romanen "Die Blechtrommel" von Günter Grass und "Cien años de soledad" von Gabriel García Márquez unter Berücksichtigung der jeweiligen historisch-soziokulturellen Hintergründe.

  • Analyse der Mutterrollen-Typologie in beiden Werken
  • Gegenüberstellung der Darstellung sexueller Initiation
  • Untersuchung des Einflusses von Machismus und patriarchalischen Strukturen
  • Vergleich der ästhetischen Mittel zur Beschreibung intimer Vorgänge
  • Evaluation der gesellschaftlichen Emanzipationsansätze der Frauenfiguren

Auszug aus dem Buch

1.Initiation und Koitusdarstellung

Nachdem die 17jährige Maria Truczinski von der Großmutter Anna Oskars Vater Matzerath, wahrscheinlich auch mit dem Hintergedanken als „Ersatz“ für die verstorbene Agnes ins Haus gebracht wurde, wird sie “Oskars erste Liebe“(S.342). Sie wächst in die Mutterrolle von Agnes hinein, übernimmt anfänglich ungezwungen die Überwachung der körperlichen Hygiene und abendlichen Waschungen. Dabei kommt es bei dem fast 16jährigen pubertierenden Oskar zur Entdeckung seiner Sexualität.

Maria wandelt sich für Oskar von der fürsorglichen „Mutter“ zum Objekt seiner Begierde. Diese Annäherung vollzieht sich behutsam über das Streicheln „mit weicher , verschlafener Bewegung über die kurzgeschnittenen Stoppelhaare“ (S.343), dem Wahrnehmen des „Vanillegeruch(s)“ von Maria, ihrer Nacktheit und ihrem Geschlecht: „Maria erschreckte Oskar mit ihrem behaarten Dreieck“(S.348), und es kommt zu dem instinktiven Cunnilingusversuch in der Badekabine, in der Oskar Maria als Frau entdeckt und seine erste mitgeteilte Erektion auftritt.

Als Oskar sich spontan in der Badekabine oral mit Marias Scham beschäftigt, weist sie ihn nicht zurück, „Sie ließ mich sogar bei ihrer Vanille“(S.349) , sondern scheint an der Initiation Oskars Spaß zu haben und tröstet ihn mütterlich: „Du bist mir so ain Schlingelchen! Jehst da ran und waißt nich, was is, und nachher weinste“(S.349).

Nach mehrwöchigem „Brausepulvervorspiel“ kommt es zum ersten und einzigen mitgeteilten Koitus.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung umreißt die feministische Fragestellung nach Weiblichkeitsentwürfen und sexueller Darstellung in den Werken von Grass und Márquez.

II. Weiblichkeitsentwürfe: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Frauentypen wie die archetypische Mutter, "Mischformen", säkularisierte Rollen sowie das Bild der "Hure" in beiden Romanen.

III. Sexualästhetische Darstellung: Es erfolgt ein Vergleich der literarischen Umsetzung sexueller Initiation und die Einordnung der Frau als Metapher innerhalb der lateinamerikanischen Literatur.

IV. Sexualideologie und Welthaltung: Das Kapitel schließt mit einer Analyse der weltanschaulichen Unterschiede bei der Darstellung des Intimen, von konkret-dinglicher Symbolik bis hin zu metaphysischer Entgrenzung.

Schlüsselwörter

Frauenbild, Sexualästhetik, Die Blechtrommel, Cien años de soledad, Weiblichkeitsentwürfe, Mutterrolle, Initiation, Machismus, Patriarchat, Literaturvergleich, Günter Grass, Gabriel García Márquez, Postkolonialismus, Sexualideologie, Emanzipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert und vergleicht das Frauenbild sowie die Darstellung von Sexualität und Liebesbeziehungen in den Romanen "Die Blechtrommel" und "Cien años de soledad".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Weiblichkeitsentwürfe (z.B. Mutterrolle), die literarische Gestaltung sexueller Initiationen und die Einbettung dieser Darstellungen in gesellschaftliche und kulturelle Kontexte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung fragt danach, welche Weiblichkeitsentwürfe in den Werken erkennbar sind und wie sich diese vor einem historisch-soziokulturellen Hintergrund in der ästhetischen Darstellung sexueller Beziehungen widerspiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die feministische Interpretationsansätze mit kulturhistorischen Aspekten verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Typisierung der Frauenrollen, eine Analyse der sexuellen Initiation und eine Gegenüberstellung der Sexualideologie und Weltsicht beider Autoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Frauenbild, Sexualästhetik, Weiblichkeitsentwürfe, Initiation, Machismus und Postkolonialismus.

Wie unterscheiden sich die Frauenbilder bei Grass und Márquez?

Während Grass eine facettenreichere, teils modernere Entwicklung der Frauenfiguren zeichnet, zeigt Márquez häufig noch postkoloniale Stereotypen, die jedoch Ansätze einer Befreiung und Selbstbestimmung in den späteren Generationen aufweisen.

Welche Rolle spielt die "Mutterrolle" in den untersuchten Werken?

Die Mutterrolle dient als zentraler Ankerpunkt für die Genealogie der Sippen, wobei sowohl positive, mythische Archetypen als auch durch gesellschaftliche Normen unterdrückte oder gebrochene Muttergestalten existieren.

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Details

Title
Frauenbild und Sexualästhetik in Günter Grass' "Die Blechtrommel" und Gabriel García Márquez' "Cien años de soledad"
Course
Lateinamerikanischer Germanistenkomgress Havanna 13.03.06 - 17.03.06
Author
Manfred Hagl (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V59540
ISBN (eBook)
9783638534512
ISBN (Book)
9783638925259
Language
German
Tags
Frauenbild Sexualästhetik Günter Grass Blechtrommel Gabriel García Márquez Cien Lateinamerikanischer Germanistenkomgress Havanna
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manfred Hagl (Author), 2006, Frauenbild und Sexualästhetik in Günter Grass' "Die Blechtrommel" und Gabriel García Márquez' "Cien años de soledad", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59540
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