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Suizidalität im Kulturvergleich

Title: Suizidalität im Kulturvergleich

Term Paper , 2013 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rico Krämer (Author)

Psychology - Social Psychology
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Wie hat sich der Blick der Gesellschaft auf die Selbsttötung im Laufe der Jahrhunderte verändert? Dieser Frage geht die vorliegende Hausarbeit nach.

Bereits in der Vor- und der Frühgeschichte der Menschheit wurde eine solche Tat von den meisten Kulturen mit Verachtung gestraft, die betroffenen Familien wurden häufig ausgegrenzt oder sogar Bußstrafen unterworfen. In der Antike galten Familien, in denen sich ein Mitglied das Leben genommen hatte, als von den Göttern verflucht und mussten oft ihren gesamten Güterbesitz an den Staat abgeben. In den monotheistischen Religionen, die sich seit der Antike und vor allem im Verlauf des Mittelalters in Europa und dem Orient ausbreiteten, setzte sich diese traditionell ablehnende Haltung gegenüber Selbsttötungen fort. Eine Person, die einen Suizid begangen hatte, erhielt kein offizielles Grab auf einem Friedhof, keine kirchliche Bestattungszeremonie und galt von diesem Moment an als in Ungnade gefallener Mensch, der nicht mit weiteren Würden bedacht werden durfte. Auf der anderen Seite kam es jedoch in diesen Zeiten immer wieder zu Verklärungen und Glorifizierungen sogenannter Märtyrersuizide von Personen, die ihr Leben für einen höheren Zweck oder als Ausdruck religiöser Hingabe geopfert hatten.

In der heutigen Zeit hat sich die radikale Ablehnung suizidalen Verhaltens in vielen Regionen der Welt ein wenig gemäßigt. Man versucht heute, die inneren Beweggründe der betroffenen Menschen zu verstehen, sich in ihre individuelle Lage zu versetzen und ihnen das Recht zur Beendigung ihres Lebens zu gestatten. Dennoch muss auch heute noch viel über dieses schwierige Thema geredet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Persönlicher Bezug zum Thema Suizid

3. Gründe für Suizid

4. Erscheinungsformen von Suizid

5. Die Suizidalität im Kulturvergleich

5.1 Suizid in Deutschland

5.2 Suizid im Judentum

5.3 Suizid im Christentum

5.4 Der Suizid im Islam

5.5 Suizid im Buddhismus

5.6 Suizid im Hinduismus

6. Suizid Sonderformen

6.1 Suizid bei unheilbar Kranken mit Schmerzen

6.2 Tibet und dortiger Feuersuizid

6.3 Feuersuizid. Warum Menschen sich selber anzünden?

7. Suizidprävention

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Suizidalität in verschiedenen kulturellen und religiösen Kontexten, analysiert die Ursachen sowie Erscheinungsformen und beleuchtet Ansätze zur professionellen Suizidprävention.

  • Kulturvergleichende Analyse der Einstellung zum Suizid (u.a. Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus).
  • Untersuchung von Sonderformen der Selbsttötung, wie dem Feuersuizid in Tibet.
  • Statistische Einordnung der Suizidraten in Deutschland und Europa.
  • Diskussion über ethische Aspekte und professionelle Suizidprävention.

Auszug aus dem Buch

6.2 Tibet und dortiger Feuersuizid

Der erste öffentliche Feuersuizid in Tibet geschah 2009 im südwestchinesischen Ort Sichuan. Ein Tibeter entzündete sich selbst aus Protest gegen die Unterdrückung seines Volkes. Damit löste er eine regelrechte Welle an den sogenannten „Feuersuiziden“ aus. Nach ihm nahmen sich bereits mehr als 100 Menschen durch das Feuer selbst ihr Leben. Die meisten von ihnen sind Mönche und Nonnen. Der Dalai Lama selbst spricht über große Verzweiflung, die Menschen zu dieser Tat dränge.

Viele sehen die Selbstverbrennungen als fanatisch an und wollen eine Art Terror dahinter erkennen. Doch für die Tibetaner ist dies nicht der Fall. Täglich werden sie mit Unterdrückung, Verhaftungen und Folter bestraft. Sie kämpfen praktisch jeden Tag für ihr Existenzrecht. Die große Verzweiflung hinter den Taten ist wohl durchwegs nachzuvollziehen. Der Suizid wird im Buddhismus zwar nicht bestraft doch auch nicht befürwortet. Er wird als „Weglaufen“ vor dem Leben und den dazugehörigen Lebensaufgaben dieser Inkarnation angesehen. Dennoch sind es vor allem Mönche, die sich zu diesem Schritt hinreißen lassen. Selbstverbrennungen können als höchste Form der Hingabe angesehen werden, und fast schon wie ein Märtyrertod für den „guten Zweck“ verstanden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Bietet einen statistischen Überblick über die globale Suizidalität und vergleicht verschiedene europäische Länder hinsichtlich ihrer Suizidraten.

2. Persönlicher Bezug zum Thema Suizid: Reflektiert über die Terminologie des Suizids und die historische Entwicklung der gesellschaftlichen Wahrnehmung gegenüber der Selbsttötung.

3. Gründe für Suizid: Analysiert die komplexen psychologischen, sozialen und biologischen Faktoren, die einen Menschen zum Entschluss der Selbsttötung führen können.

4. Erscheinungsformen von Suizid: Differenziert verschiedene Arten des Suizids, wie den Alterssuizid, Massensuizide oder Suizidbeihilfe.

5. Die Suizidalität im Kulturvergleich: Untersucht die unterschiedlichen religiösen und kulturellen Lehrmeinungen sowie Statistiken zum Suizid in verschiedenen Weltreligionen und Ländern.

6. Suizid Sonderformen: Beleuchtet spezifische Situationen, wie den Suizid bei unheilbar Kranken oder den politisch motivierten Feuersuizid in Tibet.

7. Suizidprävention: Erläutert notwendige Maßnahmen zur Suizidprävention und unterstreicht die Wichtigkeit der Enttabuisierung sowie der Gesprächsführung.

Schlüsselwörter

Suizid, Freitod, Kulturvergleich, Suizidprävention, Weltreligionen, Psychologie, Depression, Feuersuizid, Sterbehilfe, Lebensmüdigkeit, Ethik, Gesellschaft, Statistik, Krisenintervention, Tabuthema.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Suizidalität aus einer kulturvergleichenden Perspektive und analysiert, wie verschiedene Religionen und Gesellschaften mit diesem Phänomen umgehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Schwerpunkte sind die historischen Hintergründe, die religiösen Ansichten zum Suizid, verschiedene Suizidarten sowie präventive Ansätze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Beweggründe von Suiziden zu entwickeln und die kulturellen Unterschiede in der Bewertung des Lebensendes aufzuzeigen.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Auswertung statistischer Daten internationaler Organisationen wie der WHO.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Suizidarten, einen umfassenden Kultur- und Religionsvergleich sowie die Betrachtung von Sonderformen der Selbsttötung.

Was charakterisiert die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch ihren interdisziplinären Ansatz aus, der psychologische, soziologische und theologische Aspekte der Suizidalität miteinander verknüpft.

Wie unterscheidet sich die Sicht auf den Suizid im Judentum und im Christentum?

Beide monotheistischen Religionen lehnen den Suizid als Eingriff in Gottes Schöpfung grundsätzlich ab, wobei sich im modernen Christentum eine tolerantere Sichtweise als bei psychischen Erkrankungen etabliert hat.

Warum wird der Feuersuizid in Tibet als Sonderform eingestuft?

Der Feuersuizid dient in diesem Kontext nicht als individuelle Entscheidung aufgrund von Krankheit, sondern als politischer Protest gegen Unterdrückung.

Wie sollte man nach dem Autor in der Suizidprävention reagieren?

Der Autor betont, dass eine offene Kommunikation, aktives Zuhören und die Enttabuisierung des Themas die wichtigsten Grundpfeiler einer erfolgreichen Prävention sind.

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Details

Title
Suizidalität im Kulturvergleich
College
MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin
Grade
1,0
Author
Rico Krämer (Author)
Publication Year
2013
Pages
21
Catalog Number
V595414
ISBN (eBook)
9783346173935
ISBN (Book)
9783346173942
Language
German
Tags
kulturvergleich suizidalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rico Krämer (Author), 2013, Suizidalität im Kulturvergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595414
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