Motivation - ein Mythos?


Seminararbeit, 2005

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wirkzusammenhänge der Motivation
2.1 Das Zusammenspiel von Motiv und Anreiz
2.2 Der Unterschied zwischen Motivation und Motivierung

3 Motivationstheorien
3.1 Die Bedürfnishierarchie nach Abraham Maslow
3.1.1 Darstellung der Defizit-Motive
3.1.2 Darstellung der Wachstums-Motive
3.1.3 Anwendungsmöglichkeiten- und Grenzen der Bedürfnistheorie
3.2 Die Zweifaktorentheorie nach Frederick Herzberg

4 Der Wertewandel und sein Einfluss auf die Motivation

5 Anreizsysteme
5.1 Monetäre Anreizsysteme
5.2 Nicht-monetäre Anreizsysteme
5.2.1 Personalentwicklung und Arbeitsinhalt
5.2.2 Die Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsplatz
5.2.3 Gruppenmitgliedschaft und soziale Kommunikation
5.3 Effektivität von Anreizsystemen

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Bedürfnispyramide nach Maslow

Abbildung 2: Das Zweifaktorenmodell der Arbeitszufriedenheit nach Herzberg

Abbildung 3: Ansatzpunkte monetärer Anreizsysteme

Abbildung 4: Ansatzpunkte nicht-monetärer Anreizsysteme

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Motivation von Mitarbeitern ist ein Thema, dem insbesondere in der heutigen Zeit ein hoher Stellenwert beizumessen ist. Eine Vielzahl von Seminarangeboten und Fachliteratur bestätigt ihre ständige Aktualität. Trotzdem wird der Begriff Motivation insbesondere von Führungskräften allzu oft missverständlich aufgefasst bzw. verwendet oder gar mit Motivierung und Motiv gleichgestellt. Dadurch ergibt sich der Eindruck, es handele sich um einen bloßen Mythos. Zielsetzung dieser Seminararbeit ist es daher, den Mythos aufzudecken und einen umfassenden Überblick über die möglichen Instrumente und deren effektiven Einsatz zur Mitarbeitermotivation zu geben. Die Hinführung zu den Motivationsinstrumenten beginnt mit der Definition der Grundtermini und deren Wechselwirkungen. Darauf aufbauend werden zwei in der Fachliteratur weit verbreitete Theorien erläutert, verglichen und kritisch hinterfragt. Um die Wirksamkeit von Motivation und ihren Instrumenten beurteilen zu können, erfolgt anschließend eine Einbettung in das gesellschaftliche Umfeld, bei der die Entwicklung der Wertvorstellungen in Bezug auf die Arbeitsmoral sowie deren Folgen für die Motivationsinstrumente dargestellt werden. Auf dieser Grundlage werden die Motivationsinstrumente in Form von monetären und nicht-monetären Anreizsystemen vorgestellt und deren Effektivität kritisch beleuchtet. Das Ende der Ausarbeitung bildet das Fazit, in dem die einzelnen Abschnitte zusammengeführt und die Fragestellung im Hinblick auf das Thema dieser Seminararbeit abschließend geklärt werden.

2 Wirkzusammenhänge der Motivation

2.1 Das Zusammenspiel von Motiv und Anreiz

Ein Motiv ist der innere Antrieb eines Menschen, bestimmte Handlungen vollbringen oder bestimmte Zustände erreichen zu wollen. Daraus folgt, dass das Motiv das menschliche Verhalten beeinflusst und in die angestrebte Richtung lenkt. Dabei gibt es Motive, die bewusst oder unbewusst vorhanden sind sowie Motive, die der Mensch zu unterdrücken versucht, weil er sie für abnorm bzw. gesellschaftlich abgelehnt deklariert.[1] Ein Anreiz verstärkt die Motive und kann ein Motiv aus seinem latenten, inaktiven Zustand befreien[2]. Dies geschieht durch äußere Einflüsse: Der Geruch von Nahrungsmitteln kann beispielsweise das Hungergefühl[3] -ein zentrales menschliches Motiv- verstärken[4]. Daraus folgt, dass das Motiv dem Menschen bereits immanent ist, jedoch noch nicht in Handlung umgesetzt wird. Durch äußere Einwirkung des Anreizes kann das Motiv aktiviert und somit in Motivation umgewandelt werden[5]. Dabei ist zu beachten, dass nur diejenigen Anreize eine Aktivierung hervorrufen, die kongruent[6] zu den jeweiligen Motiven sind[7].

2.2 Der Unterschied zwischen Motivation und Motivierung

Motivation entsteht unter anderem aus der Aktivierung von Motiven durch Anreize. Sie beginnt mit der Aktivierung des Motivs und löst sodann eine Handlung (-skette) aus.[8] Dies ist allerdings nur eine allgemeine Definition, denn in der einschlägigen Literatur wird der Begriff der Motivation auf unterschiedliche Weise dargelegt. Dabei kommt es nicht selten zu kritischen Sichtweisen.

Dabei ist zu unterscheiden zwischen Motivation und Manipulation. Letztere fußt auf der Zielsetzung eines Dritten, des Manipulierenden. Er bewegt den zu Manipulierenden in eine Richtung, die dieser von sich aus so nicht eingeschlagen hätte. Dabei ist die Manipulation diesem nicht bewusst. Sprenger trennt in diesem Zusammenhang begrifflich strikt Motivation von Motivierung. Während erstere dem Menschen selbst dienlich sei und auf dessen eigener Zielsetzung basiere, sieht Sprenger in letzterer die Beeinflussung des Individuums durch einen Dritten. Sprenger sieht den Begriff Motivierung also sogar synonym mit dem Begriff der Manipulation[9]. Wenngleich Wiendieck diesen Zusammenhang nicht direkt benennt, so schlägt seine Definition der Motivierung ebenfalls den Weg der zielgerichteten, von außen bewusst vorgenommenen Beeinflussung der Motivation eines Dritten ein[10]. Sowohl Wiendieck als auch Wiswede[11] teilen Motivation in die zwei Bestandteile Aktivationskomponente und richtunggebende Tendenz ein. Der erste Bestandteil umfasst dabei den energetischen Aspekt[12], der zweite den kognitiven Aspekt[13]. Das bedeutet, dass zunächst eine Aktivierung der Motive erfolgt, deren Befriedigung angestrebt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, wird sodann zielgerichtet geplant und umgesetzt. Die meisten Motivationstheorien lassen sich nach diesen beiden Komponenten kategorisieren, je nachdem, ob sie den Schwerpunkt auf den energetischen oder auf den kognitiven Aspekt setzen[14].

Den unterschiedlichen Sichtweisen liegt eine gemeinsame semantische Unterteilung des Begriffs Motivation zu Grunde: In der Motivationspsychologie wird unterschieden zwischen intrinsischer Motivation und extrinsischer Motivation[15]. Unter dem Begriff der intrinsischen Motivation wird diejenige Motivation verstanden, die aus innere Überzeugung des eigenen Wollen und Können resultiert. Folglich steht die Handlung – zum Beispiel die Arbeit – im Vordergrund. Sie bereitet dem intrinsisch Motivierten von sich aus Freude - ohne, dass ihm eine besondere Belohnung (z.B. eine Gehaltsprämie) hierfür in Aussicht gestellt wird[16]. Intrinsische Motivation wird demnach als die Quelle der Selbstmotivation definiert[17]. Daraus folgt, dass hiermit die Interessen, Sehnsüchte sowie deren Verwirklichungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz im Vordergrund stehen[18]. Extrinsische Motivation wird durch äußere Anreize bzw. Einflüsse wie beispielsweise finanzielle Belohnung, lobende Worte und Machtzuweisung ausgelöst[19]. Die Handlung selber tritt hier in den Hintergrund; entscheidend ist zumeist lediglich die Erreichung dieser Anreize bzw. Einflüsse[20]. Dabei wird in Frage gestellt, ob es sich hierbei überhaupt um Motivation im eigentlichen Sinne handelt bzw. ob Motivation durch diese äußeren Faktoren zu erreichen ist[21]. Bruce/Pepitone ordnen infolgedessen extrinsische Motivation der intrinsischen unter. Das bedeutet, dass situative äußere Umstände zwar die intrinsische Motivation beeinflussen, aber nicht verändern bzw. von Grund auf umkehren können. Extrinsische Motivation kann erst wirksam werden, wenn intrinsische vorhanden ist[22]. Diesen Ansatz vertritt auch Sprenger, wenn doch in radikalerer Form: für ihn ist der Versuch, von „außen“ zu motivieren[23] mit Demotivation gleichzusetzen[24]. Sprenger geht in seinen Ausführungen weiter und konstatiert intrinsische Motivation als einzig richtige Motivation. Extrinsische Motivation bewirkt für ihn - wie bereits erwähnt - das Gegenteilige des angestrebten[25].

[...]


[1] Vgl. Felser (2002), S. 13.

[2] Vgl. Comelli/ Rosenstiel (2003), S. 9-11.

[3] Motive sind eng verknüpft mit Emotionen. Hieraus folgt, dass der Mensch zu irrationalem Verhalten verleitet werden kann, wenn diese Motive (beispielsweise Neid und Eifersucht) mit Anreizen aktiviert werden. Vgl. Felser (2002), S. 13 f; Becker/Hugo-Becker (1997), S.3 f.

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. Comelli/ Rosenstiel (2003), S. 6, S. 9-11; Wiendieck (1994), S. 114.

[6] Ein Anreiz, der zu einem Motiv passt, wird als kongruent bezeichnet. Wenn beispielsweise einer Person X, die generell keinen Kaffee mag, ein Glas Tee angeboten wird (=Anreiz), mag das ihren bisher nicht bewussten Durst (=Motiv) aktivieren. Beim Angebot von Kaffe wäre die Kongruenz nicht mehr vorhanden und die Aktivierung des Motivs „Durst“ würde ausbleiben.

[7] Vgl. Comelli/ Rosenstiel (2003), S. 11.

[8] Vgl. ebd., S. 9-12.

[9] Vgl. Sprenger (2002), S. 24-25; Stemmann/Wenzel parodieren diesen Sachverhalt, in dem sie ihm den Namen „Motipulation“ geben. Vgl. Stemmann/Wenzel (1992), S. 79 – 78.

[10] Vgl. Wiendieck (1994), S. 114.

[11] Anm. d. Verf.: Da Wiendieck sich an anderen Stellen an Wiswede orientiert, ist anzunehmen, dass auch dieser Aspekt durch Wiendieck von Wiswede aufgegriffen wurde.

[12] Der energetische Aspekt ist geprägt durch die Schlagworte „Aktivation, Erregung, Spannung, Bedürfnisstärke usw.“ – Vgl. Wiswede (1991), S. 62.

[13] Den kognitiven Aspekt prägen die Begriffe „Denken, Wahrnehmen, Lernen, Planen, Informationsverarbeitung usw.“ – Vgl. ebd.

[14] Vgl. Wiendieck (1994), S. 114; Wiswede (1991), S. 62.

[15] Vgl. Wiswede (1991), S. 216 – 218.

[16] Vgl. Bruce/Pepitone (2001), S. 15; Comelli/Rosenstiel (2003), S. 12-13; Felser (2002), S. 14; Staehle (1999), S. 165 – 166.

[17] An dieser Stelle lässt sich ein Widerspruch erkennen: Während Becker/Hugo-Becker (1997) auf S. 5 intrinsische Motivation als Ursprung der Selbstmotivation erklären, nennen sie auf S. 6 als Voraussetzung für intrinsische Motivation die Motivationsbereitschaft in Form der Selbstmotivation. Daraus kann lediglich eine wechselseitige Abhängigkeit beider Begriffe abgeleitet werden.

[18] Vgl. Becker/Hugo-Becker (1997), S. 5-6; Bruce/Pepitone (2001), S. 15.

[19] Vgl. Becker/Hugo-Becker (1997), S. 6; Bruce/Pepitone (2001), S. 15.

[20] Vgl. Commelli/Rosnestiel (2003), S. 12.

[21] Vgl. ebd.

[22] Vgl. Bruce/Pepitone (2001), S. 15; Comelli/Rosenstiel (2003), S. 12.

[23] Von außen bedeutet zum Beispiel der Versuch der Motivation eines Mitarbeiters durch den Vorgesetzten.

[24] Vgl. Sprenger (2002), S.11-12.

[25] Vgl. ebd., S.12, S.22 und S.24.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Motivation - ein Mythos?
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Unternehmensführung im Mittelstand
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
28
Katalognummer
V59542
ISBN (eBook)
9783638534536
ISBN (Buch)
9783656222446
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivation, Mythos, Unternehmensführung, Mittelstand
Arbeit zitieren
Sabine Bielka (Autor:in), 2005, Motivation - ein Mythos?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59542

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