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Der Brexit aus der neorealistischen Perspektive. Eine analytische Betrachtung des Ausscheidens des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union

Titel: Der Brexit aus der neorealistischen Perspektive. Eine analytische Betrachtung des Ausscheidens des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union

Hausarbeit , 2020 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Patrick Krüger (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland hat die Europäische Union Anfang 2020 nach langen Verhandlungen verlassen. Die zukünftigen Beziehungen zueinander sind jedoch weiterhin ungeklärt und beschäftigen nach wie vor Politiker und Verwaltungen in London, Brüssel sowie den Hauptstädten der verbliebenen 27 EU-Mitgliedsstaaten. Wie aber lässt sich der Schritt Großbritanniens aus der europäischen Gemeinschaft erklären?

Der Neorealismus bietet militärische, sicherheitspolitische, hoheitliche sowie wirtschaftliche Ansatzpunkte als Begründung. Durch die herausgehobene militärische und sicher-heitspolitische Stellung Großbritanniens werden die weiteren Mitglieder der EU bevorteilt. Somit schafft sich das Vereinigte Königreich selbst die Konkurrenten um Macht und Sicherheit. Eine Mitgliedschaft ist dementsprechend zu beenden sobald die Kosten den Nutzen übersteigen. In Falle der EU zieht Großbritannien vor allem aus der anfänglichen alleinigen wirtschaftlichen Ausrichtung und der Machtbalance zwischen den europäischen Mächten einen Nutzen. Die aus dem gemeinsamen Markt entstehenden wirtschaftlichen Profite ermöglichen es weitere militärische Macht zu generieren und damit das Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. Der Souveränitätsverzicht und die Kooperationszwang stellen die britischen Kosten für diesen Nutzen dar.

Unbeachtet lässt der Neorealismus hierbei den Beitritt und die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU. Zudem existieren supranationale Institutionen wie die EU in einem anarchisch geordneten internationalen System nicht. Zweckrationale und nach Sicherheit strebende Staaten stellen die einzig relevanten Akteure dar. Der Souveränitätserhalt ist hierbei leitendes Ziel und schließt damit jegliche Form von Souveränitätsverlagerung vom Staat aus. Ebenso unberücksichtigt bleiben die innere Staatsverfasstheit, welche das Referendum und den Austritt auslöste und der durch die Globalisierung zunehmende Wirkungs- und Steuerungsverlust des Nationalstaates bei der effizienten Bearbeitung globaler Problemstellungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen des internationalen Systems

2.1 Der Neorealismus als theoretischer Ansatz

3 Der britische EU-Ausstieg aus neorealistischer Perspektive

3.1 Militärische, sicherheitspolitische und hoheitliche Aspekte

3.2 Wirtschaftliche Aspekte

3.3 Vernachlässigte Aspekte

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union unter Anwendung des Neorealismus als theoretischem Erklärungsmuster, um die Anwendbarkeit der Theorie auf diesen Prozess zu prüfen und deren Grenzen aufzuzeigen.

  • Grundlagen des internationalen Systems und neorealistische Theoriedefinition
  • Analyse militärischer und sicherheitspolitischer Machtfaktoren Großbritanniens
  • Untersuchung wirtschaftlicher Interessen und Kosten-Nutzen-Abwägungen
  • Kritische Betrachtung vernachlässigter Aspekte wie der inneren Staatsverfasstheit
  • Evaluation des Austritts als Beispiel für Desintegration und Souveränitätsrückgewinnung

Auszug aus dem Buch

3.1 Militärische, sicherheitspolitische und hoheitliche Aspekte

Der Brexit kann als klare Rückbesinnung auf Zweckrationalität, Souveränitätsrückgewinn und kalkulierten Machtzugewinn angesehen werden.

Nehmen wir zuerst die machthistorische Perspektive des Vereinigten Königreichs ein. Seefahrt und Warenhandel beherrscht Großbritannien über alle Zeiten und ist von herausgehobener Bedeutung. Mit einer geschickten Kombination dieser beiden Faktoren wuchs das Königreich zum weltumspannenden Imperium und Hegemon des 18. und 19. Jahrhunderts heran. Die erlangte britische Machtposition und Vormachtstellung wurde im 18. Jahrhundert von Frankreich und im 19. Jahrhundert von Deutschland herausgefordert (Schimmelfennig 2017: 84-86) und mündete im verheerenden Zweiten Weltkrieg. Der hohen Machtdiffusion des Krieges folgte die Großmachtrivalität zwischen den USA und der UdSSR, welche durch den Abschluss des Zerfalls der Sowjetunion am 1. Weihnachtsfeiertag 1991 endet. Seitdem befindet sich das Internationale System in bis dato in anhaltender, hegemonialer Stabilität durch die einzig verbliebene Supermacht USA.

Auch das Britische Empire zerfiel mit dem Niedergang des Kolonialismus und eine 1956 gescheiterte Militärintervention zum Schutz des Suez-Kanals verdeutlichte, „[…] dass der Weg zurück zu ehemaliger kolonialer Größe für das Vereinigte Königreich verloren war und es nun seine Rolle in der Weltpolitik und seine politischen Ziele neu definieren musste. Aus dieser Verunsicherung erwuchsen Unbehagen und Selbstzweifel“ (Sturm 2009). Möglicherweise schmerzt Großbritannien die neue Rolle, nur noch ein Staat von vielen zu sein - wenngleich ein bedeutender - und Kompromisse finden zu müssen. Die Mitgliedschaft in der EU könnte aus neorealistischer Sicht aber auch nur als zeitlich begrenzte Notwendigkeit, bedingt durch die Schwächung im Zweiten Weltkrieg, und eine vorübergehende Allianz als Gegenmachtbildung zu den Machtblöcken USA und der UdSSR im vorigen Jahrhundert bzw. zu den USA im 21. Jahrhundert angesehen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und definiert das Ziel, diesen Prozess mithilfe der neorealistischen Theorie zu analysieren.

2 Grundlagen des internationalen Systems: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe der Politik sowie die theoretischen Annahmen des Neorealismus, insbesondere das Menschenbild und das anarchische internationale System.

2.1 Der Neorealismus als theoretischer Ansatz: Hier werden die Grundpfeiler des Neorealismus dargelegt, wobei Staaten als zweckrationale Akteure im Streben nach Sicherheit und Macht im Vordergrund stehen.

3 Der britische EU-Ausstieg aus neorealistischer Perspektive: Das Kapitel wendet die neorealistische Theorie konkret auf den britischen EU-Austritt an und untersucht die dahinterstehenden machtpolitischen Überlegungen.

3.1 Militärische, sicherheitspolitische und hoheitliche Aspekte: Diese Analyse fokussiert auf die militärische Stärke Großbritanniens und das Ziel der Souveränitätsrückgewinnung sowie die Kontrolle über nationale Grenzen.

3.2 Wirtschaftliche Aspekte: Der Abschnitt betrachtet die Kosten-Nutzen-Rechnung des gemeinsamen Marktes und die Rolle der finanziellen Beiträge des Vereinigten Königreichs zur EU.

3.3 Vernachlässigte Aspekte: Hier wird diskutiert, welche internen Faktoren, wie etwa das Referendum und die Globalisierung, der neorealistische Ansatz bei der Erklärung des Brexit außer Acht lässt.

4 Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass der Brexit aus neorealistischer Sicht als Versuch der Renationalisierung und der Korrektur negativer Kosten-Nutzen-Verhältnisse zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Brexit, Neorealismus, Europäische Union, Vereinigtes Königreich, internationale Politik, Souveränität, Machtbalance, Sicherheitspolitik, wirtschaftliche Integration, Zweckrationalität, Referendum, Desintegration, Interdependenz, Außenpolitik, Nationalstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (Brexit) durch die Linse des Neorealismus und bewertet, inwieweit diese Theorie den Austrittsprozess erklären kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die militärische Stellung Großbritanniens, die sicherheitspolitischen Ambitionen, die wirtschaftliche Nutzenkalkulation gegenüber der EU-Integration sowie die Rolle der inneren staatlichen Verfasstheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Erklärungsgehalt der neorealistischen Theorie anhand des Brexit-Beispiels zu überprüfen und dabei sowohl die Stärken als auch die Grenzen des theoretischen Ansatzes aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Internationalen Beziehungen, wobei der Neorealismus als Erklärungsmuster auf ein empirisches Fallbeispiel (den Brexit) angewandt wird.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Neorealismus, die militärischen und wirtschaftlichen Motive für den Austritt sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Faktoren, die von der Theorie vernachlässigt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Brexit, Neorealismus, Souveränität, Machtbalance, zweckrationales Handeln sowie die sicherheitspolitische Ausrichtung des Nationalstaates.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Britenrabatts aus neorealistischer Sicht?

Der Autor betrachtet finanzielle Beiträge und den Britenrabatt als Bestandteil der Kosten-Nutzen-Abwägung eines Staates, der stets nach dem größtmöglichen Vorteil bei kleinstmöglichen Kosten strebt.

Warum sieht der Autor den Neorealismus in Bezug auf den Brexit als teilweise "blind" an?

Der Autor argumentiert, dass der Neorealismus die interne demokratische Willensbildung (das Referendum) und die supranationale Integrationslogik der EU nicht ausreichend in sein Weltbild integriert.

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Details

Titel
Der Brexit aus der neorealistischen Perspektive. Eine analytische Betrachtung des Ausscheidens des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union
Note
2,3
Autor
Patrick Krüger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V595443
ISBN (eBook)
9783346173737
ISBN (Buch)
9783346173744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brexit Neorealismus EU
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Krüger (Autor:in), 2020, Der Brexit aus der neorealistischen Perspektive. Eine analytische Betrachtung des Ausscheidens des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595443
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Leseprobe aus  19  Seiten
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