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Effizienz und Regulierung bei natürlichen Monopolen - Eine institutionenökonomische Betrachtung am Beispiel des Strommarkts

Titre: Effizienz und Regulierung bei natürlichen Monopolen - Eine institutionenökonomische Betrachtung am Beispiel des Strommarkts

Dossier / Travail de Séminaire , 2002 , 14 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christofer Burger (Auteur)

Economie politique - Etudes de cas
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Résumé Extrait Résumé des informations

Einer der wichtigsten Beiträge der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere der Transaktionskostenökonomik in der Tradition von Oliver Williamson, besteht in ihrer Neubewertung der Rolle von nichtmarktlichen Koordinierungsstrukturen, die von der neoklassischen Industrieökonomik nur durch das Streben nach oder die Ausnutzung von Marktmacht erklärt werden konnten. Es ist daher naheliegend, diesen Analyserahmen auf einen Phänomen anzuwenden, das als Musterbeispiel für Marktversagen gilt, das der natürlichen Monopole. Dies geschieht vor dem Hintergrund, daß weltweit eine liberalisierende Wirtschaftspolitik Sektoren, die mit der Begründung des Marktversagens bislang als Domäne staatlicher Bewirtschaftung oder Regulierung galten, privatisiert, und dies mit unterschiedlichen Ergebnissen. Als prominentestes Beispiel eines gescheiterten Liberalisierungsmodells gilt der kalifornische Strommarkt, der im Januar 2001 nach dem Konkurs der größten Versorgungsunternehmen und großflächigen Stromabschaltungen wieder unter direkte staatliche Kontrolle gestellt wurde. Eine transaktionskostenanalytische Betrachtung der Marktstrukturen im Stromsektor verspricht Aufschluß darüber zu geben, welche Besonderheiten bei der institutionellen Ausgestaltung eines Reformprogramms zu beachten sind.
Im Vordergrund dieser Arbeit steht nicht eine institutionenökonomische Kritik des neoklassischen Begriffs des natürlichen Monopols; vielmehr wird dieser Begriff zur Grundlage genommen, um die Relevanz der Effizienzbewertungen und Politikempfehlungen der neoklassischen Ökonomik zu natürlichen Monopolen zu evaluieren und das Augenmerk auf institutionelle Probleme auf Strommärkten zu lenken, die von der neoklassischen Analyse nicht erfaßt werden können. Dazu wird zunächst unter neoklassischen Annahmen das Problem das natürlichen Monopols vorgestellt, seine Wohlfahrtseigenschaften vorgestellt und verschiedene Ansätze zur Erklärung und Bewertung vertikaler Integration bei vorhandener horizontaler Marktmacht vorgestellt. Anschließend wird unter expliziter Berücksichtigung von Transaktionskosten untersucht, inwieweit die neoklassischen Ansätze relevant sind, und welche abweichenden Schlüsse sich gegebenfalls für die Bewertung möglicher horizontaler und vertikaler Strukturen auf Strommärkten ergeben.
[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Natürliche Monopole in einer Welt ohne Transaktionskosten

2.1. Definition: Subadditivität und Kostencharakteristiken

2.2. Bestreitbarkeit, Preisdiskriminierung und Wohlfahrtseigenschaften natürlicher Monopole

2.3. Der Strommarkt- ein natürliches Monopol ?

2.4. Vertikale Koordinierung zwischen Marktmächtigen Unternehmen

3. Transaktionkostenökonomische Kritik

3.1. Monopoleffizienz bei positiven Transaktionskosten

3.2. Regulierungsregimes und Opportunismus

3.3. Effizienz vertikaler Marktstrukturen und technologische Besonderheiten des Strommarkts

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Relevanz der neoklassischen Effizienzbewertungen für natürliche Monopole zu evaluieren, indem sie den Strommarkt durch die Linse der Neuen Institutionenökonomik betrachtet und die institutionellen Probleme aufzeigt, die über die neoklassische Analyse hinausgehen.

  • Analyse des natürlichen Monopols unter Berücksichtigung von Transaktionskosten.
  • Evaluation von Regulierungsregimes und alternativen institutionellen Strukturen.
  • Untersuchung vertikaler Marktstrukturen im Stromsektor.
  • Abwägung von Effizienzanreizen versus Absicherung spezifischer Investitionen.
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit neoklassischer "first-best"-Lösungen.

Auszug aus dem Buch

3.1. MONOPLEFFIZIENZ BEI POSITIVEN TRANSAKTIONSKOSTEN

Durch die explizite Berücksichtigung positiver Transaktionskosten, beschränkter Rationalität und opportunistischen Verhaltens wird zunächst die Unmöglichkeit der „first-best“-Lösungen des Monopolproblems deutlich. Bereits die Erwähnung der Informationsprobleme des diskriminierenden Monopolisten und der Regulierungsbehörde beinhaltete ein implizites Zugeständnis positiver Meßkosten. Wird zusätzlich die Unmöglichkeit vollständiger Verträge, die positive Transaktionskosten implizieren, die Unsicherheit über zukünftige Umweltzustände sowie die Möglichkeit, daß ein Produzent seine eigenen Kosten falsch einschätzt, berücksichtigt, so ist auch das elegante Franchisewettbewerbsverfahren mit ernsten Problemen behaftet.

Einerseits ist hier die als „Fluch des Gewinners“ bekannte Problematik zu nennen, daß unter mehreren Anbietern mit identischen Kosten und normalverteilten Erwartungen über Kosten und Ertrag immer derjenige Anbieter, der seine eigenen Kosten am meisten unterschätzt (bzw. den Ertrag der Konzession überschätzt), die Auktion gewinnen wird und die Leistung hinterher nicht nachhaltig zum vereinbarten Preis bereitstellen kann. Darüber hinaus bleiben alle möglichen Ausgestaltungen des zu versteigernden Vertrags effizienzmäßig hinter dem theoretischen first-best-Fall des vollkommenen Vertrages, der für alle möglichen relevanten Umweltzustände verbindliche Regelungen enthält, zurück: Schließt die Behörde ex ante glaubwürdig alle Nachverhandlungen zur Anpassung an unvorhergesehene Umweltentwicklungen aus (dies entspricht einem vollständigen Vertrag: Für jeden vorhersehbaren Umweltzustand werden ex ante verbindliche Regelungen getroffen), so wird der Produzent unter Unsicherheit über unvorhersehbare Umweltzustände nur in suboptimalem Umfang spezifische Investitionen tätigen. Ist hingegen die Möglichkeit von Nachverhandlungen gegeben, so bestehen für das Unternehmen Anreize zu opportunistischem Verhalten, da eine Neuausschreibung der Konzession für die Behörde mit erheblichen Kosten verbunden wäre; das Unternehmen kann seinen Informationsvorteil ausnutzen, um sich die hieraus entstehende Quasirente der Behörde anzueignen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Analyse des Strommarktes durch die Institutionenökonomik und stellt das Scheitern neoklassischer Liberalisierungsansätze als Problemstellung heraus.

2. Natürliche Monopole in einer Welt ohne Transaktionskosten: Dieses Kapitel definiert das natürliche Monopol und erläutert unter der Abstraktion von Transaktionskosten dessen Eigenschaften sowie Ansätze zu deren Regulierung.

2.1. Definition: Subadditivität und Kostencharakteristiken: Hier werden die technischen Grundlagen wie Subadditivität und Skalenerträge als Bedingung für natürliche Monopole dargelegt.

2.2. Bestreitbarkeit, Preisdiskriminierung und Wohlfahrtseigenschaften natürlicher Monopole: Das Kapitel diskutiert effizienzsteigernde Mechanismen wie Preisdiskriminierung und den Franchisewettbewerb im neoklassischen Kontext.

2.3. Der Strommarkt- ein natürliches Monopol ?: Es erfolgt eine technische Analyse der Stromerzeugung und des Stromtransports, wobei Letztere als Bereich identifiziert wird, der ein natürliches Monopol nahelegt.

2.4. Vertikale Koordinierung zwischen Marktmächtigen Unternehmen: Dieses Kapitel prüft theoretische Argumente wie Kostenkomplementaritäten und vertikalen Ausschluss zur Bewertung der vertikalen Integration.

3. Transaktionkostenökonomische Kritik: Dieser Abschnitt führt Transaktionskosten, begrenzte Rationalität und opportunistisches Verhalten als zentrale Elemente für eine realistischere Analyse ein.

3.1. Monopoleffizienz bei positiven Transaktionskosten: Die Grenzen theoretischer Optimalmodelle unter realen Bedingungen wie Unsicherheit und unvollständigen Verträgen werden kritisch beleuchtet.

3.2. Regulierungsregimes und Opportunismus: Hier werden verschiedene institutionelle Alternativen wie Konzessionen, direkte Regulierung und Staatsbetriebe hinsichtlich ihrer Anreize und Risiken abgewogen.

3.3. Effizienz vertikaler Marktstrukturen und technologische Besonderheiten des Strommarkts: Die spezifischen Probleme der Netzregulierung und der vertikalen Integration im Stromsektor werden vor dem Hintergrund opportunistischen Verhaltens diskutiert.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass neoklassische Modelle oft irrelevant sind und eine fallweise institutionelle Abwägung bei Liberalisierungen erforderlich ist.

Schlüsselwörter

Neue Institutionenökonomik, Transaktionskostenökonomik, natürliches Monopol, Strommarkt, Regulierung, vertikale Integration, Franchisewettbewerb, Preisgrenzenregulierung, Renditeregulierung, Marktmacht, opportunistisches Verhalten, Spezifische Investitionen, Netzregulierung, Wohlfahrtseffizienz, Liberalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Effizienz von Marktstrukturen und Regulierungsansätzen am Strommarkt unter Anwendung der Neuen Institutionenökonomik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das natürliche Monopol, die Auswirkungen von Transaktionskosten auf Vertragstheorie, vertikale Integration in Netzindustrien sowie die Effizienz verschiedener Regulierungsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Grenzen neoklassischer Analysen bei der Liberalisierung des Strommarktes aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer institutionenökonomischen Betrachtung zur Gestaltung effizienter Reformen zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine transaktionskostenanalytische Untersuchung durchgeführt, die theoretische ökonomische Modelle mit den institutionellen Besonderheiten der Stromwirtschaft vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse neoklassischer Modelle des natürlichen Monopols und eine anschließende kritische Überprüfung dieser Modelle unter Einbeziehung positiver Transaktionskosten und opportunistischen Verhaltens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere Institutionenökonomik, Transaktionskosten, natürliches Monopol, Strommarkt, Regulierung und vertikale Integration.

Warum wird der "Franchisewettbewerb" als problematisch angesehen?

Der Autor argumentiert, dass Probleme wie der "Fluch des Gewinners" sowie die Unmöglichkeit vollständiger Verträge unter Unsicherheit dazu führen, dass Franchisewettbewerb in der Realität oft hinter dem theoretischen Optimum zurückbleibt.

Welche Rolle spielt die "vertikale Integration" im Strommarkt?

Sie wird als ein Mittel diskutiert, um spezifische Investitionen in einem Umfeld mit Unsicherheit abzusichern, bringt jedoch Risiken durch Marktmacht und Anreizverzerrungen mit sich.

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Résumé des informations

Titre
Effizienz und Regulierung bei natürlichen Monopolen - Eine institutionenökonomische Betrachtung am Beispiel des Strommarkts
Université
Free University of Berlin  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaft)
Cours
Seminar: Die Neue Institutionenökonomik
Note
1,0
Auteur
Christofer Burger (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
14
N° de catalogue
V5954
ISBN (ebook)
9783638136594
Langue
allemand
mots-clé
Strommarkt Oliver Williamson Transaktionskosten natürliches Monopol Regulierungsökonomik vertikale Integration vertikale Trennung E.ON Ruhrgas
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christofer Burger (Auteur), 2002, Effizienz und Regulierung bei natürlichen Monopolen - Eine institutionenökonomische Betrachtung am Beispiel des Strommarkts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5954
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Extrait de  14  pages
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