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Ist die Familie heute noch die kleinste Einheit der Sozialstruktur?

Title: Ist die Familie heute noch die kleinste Einheit der Sozialstruktur?

Essay , 2016 , 6 Pages

Autor:in: Alicia Mathes (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Einige Sozialhistoriker ziehen dem Begriff der Familie den des ‘ganzen Hauses‘ vor, da historisch betrachtet in einer Familie vor Ende des 18. Jahrhunderts nicht nur Blutsverwandte und Gefühlsgemeinschaften zusammenlebten, sondern auch nicht-verwandte Menschen. So beispielsweise die Knechte und Mägde, die Gesellen und Lehrlinge und die Dienstboten und Dienstmädchen. Somit handelte es sich bei einer Familie um eine gemeinsam wirtschaftende Hausgemeinschaft. Aus der Struktur des ‘ganzen Hauses‘ entwickelte sich später die bürgerliche Familie. Sie dient fortan der funktionalen Differenzierung von Haushalt und Wirtschaft und hat eine Rolle als private Rückzugsmöglichkeit der Menschen. So war die Familie nicht mehr als Produktionsgemeinschaft anzusehen, sondern als „eine Gemeinschaft für Erziehung, Konsum, Freizeit und Entspannung“. Die Ungleichheit der Geschlechter wurde durch diese Veränderung verschärft, bis schließlich Mitte/Ende des 20. Jahrhunderts die durch Ulrich Beck definierte ‘Zweite Moderne‘ einsetzte. In dieser Zeit tritt die Individualisierung der Menschen in Kraft. Frauen können aus ihrer Rolle der Hausfrau in der ‘Innenwelt‘ der Familie austreten und selbstständig arbeiten gehen. Dieser komplexe Wandel wird in der vorliegenden Arbeit durch sämtliche Faktoren beschrieben und zu einem geeigneten Fazit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Familienbegriffs und der Familienstruktur

3. Demografischer Wandel: Geburtenraten und Heiratsverhalten

4. Individualisierung und die Moderne: Kinderlosigkeit und Scheidungsraten

5. Bildungsniveau und familiäre Erwerbsorientierung

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den soziologischen Wandel der Familienstruktur von der historisch geprägten Hausgemeinschaft bis zur modernen, individualisierten Lebensform und geht der Forschungsfrage nach, ob die Familie in der heutigen Gesellschaft noch als kleinste Einheit der Sozialstruktur betrachtet werden kann.

  • Historische Entwicklung des Familienbegriffs vom „ganzen Haus“ zur bürgerlichen Kleinfamilie.
  • Analyse demografischer Trends wie Geburtenrückgang und verändertes Heiratsverhalten.
  • Einfluss von Individualisierung, Bildungsschichten und ökonomischer Unabhängigkeit auf Stabilität und Form von Ehen.
  • Wandel in der Kinderbetreuung und familiären Rollenverteilung.
  • Transformation der Familie zu einer komplexen, heterogenen Institution.

Auszug aus dem Buch

Die Entwicklung der bürgerlichen Familie

Einige Sozialhistoriker ziehen dem Begriff der Familie den des ‘ganzen Hauses‘ vor, da historisch betrachtet in einer Familie vor Ende des 18. Jahrhunderts nicht nur Blutsverwandte und Gefühlsgemeinschaften zusammenlebten, sondern auch nicht-verwandte Menschen. So beispielsweise die Knechte und Mägde, die Gesellen und Lehrlinge und die Dienstboten und Dienstmädchen. Somit handelte es sich bei einer Familie um eine gemeinsam wirtschaftende Hausgemeinschaft. Diesen aufgezählten Personengruppen war das Heiraten untersagt, weshalb sie keine Berechtigung hatten eine eigene Familie zu gründen. Andere Menschen hatten weder die nötigen materiellen noch die finanziellen Mittel, eine eigene Familie zu gründen. Im Zuge der Industrialisierung wurde dieser Zustand aufgehoben und die Zahl der Familiengründungen stieg. Es wurde früher und häufiger geheiratet, sodass Heiraten sich zu einer Norm entwickelte.

Aus der Struktur des ‘ganzen Hauses‘ entwickelte sich die bürgerliche Familie. Sie dient fortan der funktionalen Differenzierung von Haushalt und Wirtschaft und hat eine Rolle als private Rückzugsmöglichkeit der Menschen. So war die Familie nicht mehr als Produktionsgemeinschaft anzusehen, sondern als „eine Gemeinschaft für Erziehung, Konsum, Freizeit und Entspannung“. Die Ungleichheit der Geschlechter wurde durch diese Veränderung verschärft. Der Mann bekam die Rolle der Repräsentation in der ‘Außenwelt‘ zugeschrieben, das heißt er verlässt den familiären Raum, um zu arbeiten und Geld zu verdienen, während die Frau die Zuständigkeit für die ‘Innenwelt‘ bekam. Kindererziehung, Haushalt und die liebevolle Umsorgung ihres Ehemannes wurden fortan zu ihren Aufgaben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema unter Berücksichtigung des historischen Kontextes und der Fragestellung.

2. Die Entwicklung des Familienbegriffs und der Familienstruktur: Darstellung des Übergangs von der wirtschaftlichen Hausgemeinschaft zur funktional differenzierten bürgerlichen Familie.

3. Demografischer Wandel: Geburtenraten und Heiratsverhalten: Analyse statistischer Trends hinsichtlich Geburtenzahlen, Heiratsalter und des Einflusses von Verhütungsmethoden.

4. Individualisierung und die Moderne: Kinderlosigkeit und Scheidungsraten: Untersuchung der Faktoren, die zu Kinderlosigkeit, späterer Elternschaft und abnehmender Ehestabilität führen.

5. Bildungsniveau und familiäre Erwerbsorientierung: Erörterung der Korrelation zwischen Bildungsstand, Erwerbstätigkeit und externer Kinderbetreuung.

6. Fazit: Synthese der Erkenntnisse mit der Schlussfolgerung, dass die Familie heute eine wesentlich komplexere und vielfältigere Institution darstellt.

Schlüsselwörter

Familie, Sozialstruktur, Industrialisierung, Individualisierung, Geburtenrate, Heiratsverhalten, Kinderlosigkeit, Scheidungsrate, Bildungsschichten, Erwerbsorientierung, Kinderbetreuung, Familienformen, Demografischer Wandel, Rollenmuster, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den soziologischen Wandel der Familienform und untersucht, inwiefern die traditionelle Familie noch als fundamentale Einheit der Sozialstruktur gelten kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die historische Wandlung vom „ganzen Haus“ zur Kleinfamilie, demografische Daten zu Geburten und Eheschließungen sowie der Einfluss von Individualisierung und Bildungsniveau.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der Familienstruktur nachzuvollziehen und zu hinterfragen, ob das klassische Familienmodell angesichts moderner, vielfältigerer Lebensformen noch seine ursprüngliche Rolle behält.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse soziologischer und demografischer Erkenntnisse sowie statistischer Daten, um den Wandel der Familie theoretisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung, dem demografischen Wandel, den Ursachen für steigende Scheidungsraten sowie den Auswirkungen von Bildung und beruflicher Orientierung auf die heutige Familienrealität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Individualisierung, demografischer Wandel, Familienformen, Rollenmuster und die Veränderung von Bildungs- und Erwerbsstrukturen.

Welche Rolle spielt die Bildung für das Heiratsverhalten?

Laut Arbeit neigen Menschen aus niedrigeren Bildungsschichten früher zum Heiraten, während ein höheres Bildungsniveau mit veränderten Chancen auf dem Heiratsmarkt und einer anderen Scheidungsdynamik korreliert.

Warum haben Kinder von Müttern mit hohem Bildungsniveau bessere Chancen auf Betreuungsplätze?

Die Arbeit führt aus, dass Eltern aus gehobenen Bildungsmilieus einen stärkeren Einsatz für den Schulerfolg zeigen und Mütter mit höherem Bildungsniveau den Rechtsanspruch auf Betreuung häufiger aktiv beanspruchen.

Wie definiert die Autorin den Wandel des Familienbegriffs?

Die Autorin beschreibt eine Verschiebung von einer starren, produktionsorientierten Hausgemeinschaft hin zu einer komplexen, individualisierten Institution, die heute eine Vielzahl von Lebensformen zulässt.

Ist die Familie heute noch die kleinste Einheit der Sozialstruktur?

Als Fazit stellt die Arbeit fest, dass die Familie zu einer wesentlich komplexeren Institution geworden ist und aufgrund der Vielfalt an neuen Lebensformen nicht mehr als die "kleinste Einheit" in der traditionellen Weise betrachtet werden kann.

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Details

Title
Ist die Familie heute noch die kleinste Einheit der Sozialstruktur?
College
University of Marburg  (Soziologie)
Course
Einführung in die Sozialstrukturanalyse
Author
Alicia Mathes (Author)
Publication Year
2016
Pages
6
Catalog Number
V595704
ISBN (eBook)
9783346176585
Language
German
Tags
einheit familie sozialstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alicia Mathes (Author), 2016, Ist die Familie heute noch die kleinste Einheit der Sozialstruktur?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595704
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