Das Thema "Mobbing in Behörden" ist ein interessantes Thema, da der Begriff Mobbing einen großen Spielraum für die eigene Auslegung offen lässt. Da Mobbing in den täglichen Sprachgebrauch übergegangen ist, findet eine Verwendung häufiger statt, als es das Thema überhaupt definiert. So werden bereits Kleinigkeiten als Mobbing bezeichnet und eine Einordnung der Situation für wahre Mobbing-Opfer erschwert. Aufgrund dieser Überbenutzung des Wortes ist grundlegend erst einmal zu klären, was Mobbing überhaupt bedeutet und wie es entsteht.
Hierzu muss das Mobbing erst in verschiedene Arten definiert werden, welche sich im Laufe der Zeit und Weiterentwicklung der Technik auch immer weiter angepasst haben. Sobald es zu Mobbing kommt, wird ein Prozess in Gang gesetzt, welcher sich nur schwer stoppen lässt. Damit ein solcher Prozess abläuft, kommt es auch auf die Empfindung eines Einzelnen an, was man demnach als Mobbing betrachtet oder ab welchem Zeitpunkt man sich gemobbt fühlt. Im Rahmen der Hausarbeit wird der Bezug von Mobbing prioritär auf die deutschen Behörden gelegt, da Mobbing in Behörden bereits seit einigen Jahren ein Thema ist.
Mit der Einführung von Präventionsmaßnahmen wollte man das Thema und letztendlich die Mobbingfälle beseitigen. Daher soll nun aufgezeigt werden, ob Mobbing noch immer in Behörden vorkommt und wie die Mitarbeiter Informationen zu Präventionsmaßnahmen erhalten. Zu dem Hausarbeitsthema wurde eine Online-Umfrage durchgeführt, wo 94 Teilnehmer von Bundes- und Kommunalebene aus div. Behörden teilgenommen haben. Auf Landesebene gab es hier keine Rückmeldung, bzw. Teilnahme an der Umfrage.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Definition
3 Ursache und Entstehung
3.1 Verschiedene Mobbingarten
3.1.1 Bossing
3.1.2 Cyber-Mobbing
3.1.3 Soziales Mobbing
3.1.4 Verbales Mobbing
3.1.5 Straining – das neue Mobbing
3.2 Verlauf
3.2.1 Phase 1 – Konflikte
3.2.2 Phase 2 – Mobbing etabliert sich
3.2.3 Phase 3 – Destruktive Personalverwaltung
3.2.4 Phase 4 – Der Ausschluss
3.3 Mobbing in deutschen Behörden
3.3.1 Persönliche Empfindungen von Mobbing
3.3.2 Vorkommen von „Mobbing“ in deutschen Behörden
3.3.3 Mobbingklima in deutschen Behörden
3.3.4 Präventionsmaßnahmen gegen Mobbing
4 Schlusswort/Fazit
5 Literaturverzeichnis
6 Quellenverzeichnis
7 Anlagen
8 Anlage 1
9 Anlage 2
10 Anlage 3
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing im Kontext deutscher Behörden, um zu klären, inwieweit das Thema trotz bestehender Präventionsmaßnahmen weiterhin präsent ist. Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Einordnung und eine ergänzende Online-Umfrage unter Mitarbeitern von Bundes- und Kommunalbehörden aufzuzeigen, wie Mobbing wahrgenommen wird, welche Auswirkungen es hat und wie effektiv die vorhandene Informations- und Aufklärungsarbeit in den Dienststellen wahrgenommen wird.
- Definition und Entstehungsprozesse von Mobbing in Arbeitsumgebungen.
- Differenzierung verschiedener Mobbingarten (z.B. Bossing, Cyber-Mobbing, Straining).
- Analyse des typischen Verlaufs eines Mobbingprozesses in vier Phasen.
- Untersuchung des Mobbingklimas in deutschen Behörden mittels empirischer Daten.
- Bewertung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen in der öffentlichen Verwaltung.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Bossing
Bei Bossing handelt es sich um eine spezielle Form des Mobbings, welche ausschließlich zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter vorkommt. Die Mobbing-Handlungen des Vorgesetzten gegenüber dem Mitarbeiter sind dabei meist willkürlich und höchst verletzend. Das Mobbing-Opfer ist hier untergeordnet und hat nicht die gleiche Macht sich zu wehren. Man spricht auch von „downward bullying“, also der Schikane von oben nach unten. (vgl. Mai, 2018)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Relevanz von Mobbing in Behörden sowie das Ziel der durchgeführten Online-Umfrage.
2 Definition: Hier wird der Begriff Mobbing wissenschaftlich hergeleitet und anhand der Definition nach Heinz Leymann als negativer kommunikativer Prozess charakterisiert.
3 Ursache und Entstehung: Dieses Kapitel beleuchtet, wie aus alltäglichen Konflikten durch mangelnde Klärung Mobbing entstehen kann und wer besonders gefährdet ist.
3.1 Verschiedene Mobbingarten: Es werden unterschiedliche Formen des Mobbings, wie Bossing, Cyber-Mobbing und Straining, detailliert definiert und voneinander abgegrenzt.
3.2 Verlauf: Dieses Kapitel beschreibt den vierstufigen Prozess von der Konfliktsituation bis hin zum Ausschluss des Betroffenen aus dem Berufsleben.
3.3 Mobbing in deutschen Behörden: Hier erfolgt die Auswertung der Umfragedaten hinsichtlich der Wahrnehmung, Häufigkeit und des Klimas in deutschen Behörden sowie der Präventionsarbeit.
4 Schlusswort/Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Aufklärung, um Konflikte frühzeitig zu beseitigen und Mobbing langfristig zu verhindern.
5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.
6 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Online-Quellen und Hintergrundmeldungen.
7 Anlagen: Enthält ergänzende Dokumente, darunter die 45 Mobbinghandlungen und das vollständige Design der Online-Umfrage.
Schlüsselwörter
Mobbing, Behörden, Öffentlicher Dienst, Arbeitsklima, Konfliktmanagement, Bossing, Cyber-Mobbing, Straining, Prävention, Personalverwaltung, Psychoterror, Vier-Phasen-Modell, Arbeitsplatz, Mitarbeiterzufriedenheit, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Mobbing in deutschen Behörden und beleuchtet dessen Definition, Entstehung sowie das Vorkommen in der öffentlichen Verwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die wissenschaftliche Definition von Mobbing, die Phasen eines Mobbingprozesses, spezifische Mobbingarten sowie die Analyse des Mobbingklimas und vorhandener Präventionsmaßnahmen in Behörden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, ob Mobbing in deutschen Behörden noch immer ein aktuelles Problem darstellt und wie effektiv die Mitarbeiter über Präventionsmaßnahmen informiert sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse wurde eine Online-Umfrage unter 94 Teilnehmern aus verschiedenen Bundes- und Kommunalbehörden durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition und Ursachenanalyse, eine Beschreibung der Verlaufsphasen von Mobbing und eine empirische Auswertung der Umfrageergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Öffentlicher Dienst, Behörden, Prävention, Bossing, Cyber-Mobbing, Arbeitsklima und Konfliktmanagement.
Warum ist das Thema Mobbing gerade in Behörden besonders relevant?
In Behörden findet oft eher verstecktes Mobbing statt, da die Arbeit stark kognitiv geprägt ist und Rollenkonflikte sowie Hierarchien den Entstehungsprozess beeinflussen können.
Was genau bedeutet der Begriff „Straining“ in diesem Kontext?
Straining bezeichnet eine schwerwiegende psychische oder physische Belastung durch ein einmaliges Ereignis, das bisher in rechtlichen Mobbing-Definitionen häufig nicht ausreichend erfasst wurde.
Welche Erkenntnisse lieferte die Umfrage zu Präventionsmaßnahmen?
Die Umfrage ergab, dass Präventionsmaßnahmen in den untersuchten Behörden oft nur unzureichend bekannt oder als unbefriedigend wahrgenommen werden.
Wie unterscheidet sich „Bossing“ von anderen Mobbingformen?
Bossing beschreibt spezifisch die Schikane von oben nach unten, bei der ein Vorgesetzter seine Machtposition gegenüber einem untergeordneten Mitarbeiter willkürlich missbraucht.
- Arbeit zitieren
- Jens Spaniel (Autor:in), 2019, Mobbing in Behörden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/596261