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Die Verdrängung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize

Erklärungsansätze und Befunde

Title: Die Verdrängung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize

Diploma Thesis , 2006 , 96 Pages , Grade: 1,30

Autor:in: Philipp Zippe (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Die traditionelle ökonomische Theorie geht davon aus, dass die Gewährung extrinsischer Anreize wie z.B. monetärer Entlohnungen, die Arbeitsmotivation und damit die Leistung von Mitarbeitern steigert.Das Menschenbild entspricht dem eines Homo oeconomicus, der jegliche Anstrengung vermeiden möchte und dessen Verhalten systematisch durch Anreize „bestimmt und voraussagbar ist.“ Auch bestehen Ansätze aus der Psychologie, welche diese Annahme stützen und postulieren, dass die Arbeitsmotivation durch äußere Anreize gestärkt wird. Diese Sichtweisen wurden jedoch Anfang der siebziger Jahre von Forschern der kognitiven Psychologie herausgefordert. Sie behaupteten, dass Tätigkeiten eine eigene, von den Anreizen unabhängige Motivation, eine so genannte intrinsische Motivation beinhalten, die durch extrinsische Anreize untergraben werden könnte. Während Ökonomen in den folgenden Jahren ihre Theorie vertieft haben und ihre Verhaltensannahmen im Wesentlichen unverändert ließen, entwickelten und bestätigten Soziologen und Psychologen Verhaltensmodelle, die auf wesentlich anderen Annahmen basieren. Wird das Verhalten durch Anreize von außen, z.B. durch Belohnungen oder Strafen veranlasst, liegt eine extrinsische Motivation vor. Dagegen ist ein Mensch intrinsisch motiviert, wenn er eine Tätigkeit ohne extrinsische Anreize ausführt, wenn ihm also die Tätigkeit per se Befriedigung verschafft. Vorreiter im Gebiet der Forschung über intrinsische Motivation war der amerikanische Psychologe DECHARMS (1968), dessen Gedanken DECI, der 1975 mit dem Buch „Intrinsic Motivation“ einen Grundstein für die Motivationsforschung der letzten Jahrzehnte gelegt hat, aufgegriffen und ergänzt hat. DECHARMS hat bereits in den späten 60er-Jahren die Additivität extrinsischer und intrinsischer Motivation angezweifelt und vor einer Verdrängung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize gewarnt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intrinsische Motivation

2.1 Motive und Anreize als Grundlage motivierten Verhaltens

2.2 Systematisierungsansätze intrinsischer Motivation

2.3 Inhaltstheorien der Motivation

2.4 Ein Modell motivierten Verhaltens nach Rosenstiel

3. Erklärungsansätze für den Verdrängungseffekt

3.1 Darstellung des Verdrängungseffekts

3.2 Erklärungsansätze aus der Psychologie

3.2.1 Theorie der kognitiven Bewertung

3.2.2 Überrechtfertigung und kognitive Dissonanz

3.2.3 Psychologische Verträge

3.3 Erklärungsansätze aus der Ökonomie

3.3.1 Präferenzbeeinflussung

3.3.2 Signalisierung der Attraktivität der Aufgabe

3.3.3 Signalisierung sozialer Normen und Reziprozität

3.4 Beurteilung

3.4.1 Vergleich der theoretischen Ansätze

3.4.2 Alternative Erklärungsansätze

4. Empirische Befunde und mögliche Einflussfaktoren

4.1 Befunde aus der Psychologie

4.1.1 Laborbefunde

4.1.2 Feldbefunde

4.1.3 Metaanalysen

4.2 Befunde aus der Ökonomie

4.2.1 Laborbefunde

4.2.2 Feldbefunde

4.3 Beurteilung

4.3.1 Resultate

4.3.2 Experimentaldesign

4.4 Mögliche Einflussfaktoren

4.4.1 Interpersoneller Kontext

4.4.2 Charakter des Empfängers

4.4.3 Art und Höhe des Anreizes

4.5 Bedingungen für den Verdrängungseffekt

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die theoretischen Hintergründe und empirischen Belege für den sogenannten Verdrängungseffekt (Crowding-out), bei dem extrinsische Anreize die intrinsische Motivation von Individuen untergraben. Das Ziel besteht darin, durch eine interdisziplinäre Analyse psychologischer und ökonomischer Ansätze die Bedingungen zu identifizieren, unter denen Belohnungen zu einem Motivationsverlust führen, anstatt die gewünschte Leistungssteigerung zu bewirken.

  • Grundlagen der Motivationspsychologie und Abgrenzung von Motiven und Anreizen.
  • Detaillierte Erläuterung psychologischer Erklärungsmodelle (z.B. Theorie der kognitiven Bewertung).
  • Analyse ökonomischer Ansätze zur Modellierung des Verdrängungseffekts.
  • Diskussion empirischer Befunde aus Labor- und Feldexperimenten sowie Metaanalysen.
  • Einflussfaktoren wie interpersoneller Kontext und Art der Anreize auf das Motivationsgefüge.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Theorie der kognitiven Bewertung

Nach DECIS Definition drückt sich intrinsische Motivation darin aus, dass sich ein Individuum beim Ausführen einer Tätigkeit als selbstbestimmend und kompetent wahrnimmt. Fühlt es sich nun in einer dieser Eigenschaften beeinträchtigt, wird davon ausgegangen, dass intrinsische Motivation verdrängt wird. Der erste Aspekt der Theorie der kognitiven Bewertung ist das Bedürfnis nach Autonomie, mit welchem die auf DECHARMS zurückgehende Theorie der Selbstverursachung zusammenhängt, da Menschen nicht nur selbstständig Entscheidungen treffen wollen, sondern ebenfalls ein Bedürfnis haben, sich für die Konsequenzen ihrer Handlungen verantwortlich zu sehen. Letztere Theorie besagt, dass Menschen intrinsisch motiviert sind, wenn sie sie sich als persönlichen Verursacher ihrer eigenen Handlungen sehen. Menschen haben eine primäre Motivation, ihre Umwelt effektiv zu beeinflussen und zu verändern und streben nach persönlicher Verursachung. Sehen sie sich nun selbst als Verursacher bzw. Urheber ihrer Handlungen, sind sie intrinsisch motiviert, liegt jedoch der Ursprung der Verursachung außerhalb ihrer eigenen Person, empfinden sie sich als extrinsisch motiviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Problemfeld dar, dass extrinsische Anreize entgegen der traditionellen ökonomischen Theorie die intrinsische Motivation untergraben können, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2. Intrinsische Motivation: Legt die theoretischen Grundlagen dar, indem es Motive und Anreize definiert sowie verschiedene Systematisierungs- und Inhaltstheorien der Motivation vorstellt.

3. Erklärungsansätze für den Verdrängungseffekt: Diskutiert umfassend die psychologischen und ökonomischen Theorien, die erklären, warum externe Eingriffe die intrinsische Motivation verdrängen können.

4. Empirische Befunde und mögliche Einflussfaktoren: Analysiert Labor- und Feldbefunde sowie Metaanalysen, um die Stärke und Determinanten des Verdrängungseffekts empirisch zu überprüfen.

5. Schlussbetrachtung: Fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die betriebswirtschaftliche Relevanz der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Verdrängungseffekt, intrinsische Motivation, extrinsische Anreize, Crowding-out, Theorie der kognitiven Bewertung, Selbstbestimmung, Leistungsanreize, Motivationspsychologie, ökonomische Theorie, psychologische Verträge, Reziprozität, empirische Forschung, Metaanalyse, Arbeitsmotivation, Anreizsysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen, dass finanzielle oder materielle Belohnungen, die eigentlich die Leistung steigern sollen, die bereits vorhandene Freude oder das Interesse an einer Aufgabe (intrinsische Motivation) reduzieren können.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Sie verknüpft Erkenntnisse der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaften, um den sogenannten Verdrängungseffekt zu beleuchten, wobei besonders Anreizmodelle und motivationale Bedürfnisse im Fokus stehen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Erklärungsansätze es für die Verdrängung intrinsischer Motivation gibt und welche Faktoren (wie z.B. die Art des Anreizes oder der Kontext) die Stärke dieses Effekts beeinflussen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die eine Vielzahl von psychologischen und ökonomischen Studien, Laborexperimenten, Feldbefunden und Metaanalysen auswertet und kritisch miteinander vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Erklärungsansätze (psychologisch und ökonomisch) sowie die empirische Analyse der Befunde und der Einflussfaktoren, unter denen der Effekt auftritt.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Verdrängungseffekt, intrinsische Motivation, Crowding-out, Anreizsysteme und Selbstbestimmung.

Warum spielt das Konzept der "psychologischen Verträge" in dieser Arbeit eine Rolle?

Das Konzept verdeutlicht, dass Arbeitsbeziehungen mehr als nur einen Tausch von Lohn gegen Leistung darstellen. Verletzungen impliziter Erwartungen durch Monitoring oder Kontrolle können das Vertrauensverhältnis nachhaltig stören und somit die Motivation verdrängen.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Sliwka (2003) von klassischen Modellen?

Sliwka integriert das Konzept sozialer Normen. Sein Modell zeigt, dass starke extrinsische Anreize das Signal senden können, dass ein Nichteinhalten von Vereinbarungen gesellschaftlich akzeptiert ist, was die intrinsische Motivation zur Einhaltung solcher Normen schwächt.

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Details

Title
Die Verdrängung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize
Subtitle
Erklärungsansätze und Befunde
College
RWTH Aachen University  (Unternehmenstheorie und Industrielles Controlling)
Grade
1,30
Author
Philipp Zippe (Author)
Publication Year
2006
Pages
96
Catalog Number
V59650
ISBN (eBook)
9783638535298
Language
German
Tags
Verdrängung Motivation Anreize- Erklärungsansätze Befunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Zippe (Author), 2006, Die Verdrängung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59650
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