Baumwolle
1. DIE DEFINITION NACH DEM TEXTILKENNZEICHNUNGSGESETZ
Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz besteht Baumwolle ausschließlich aus Fasern aus dem Samen der Baumwollpflanze (Gossypium herbaceum).
2. ALLGEMEINES & ANBAULÄNDER
Baumwolle ist der bedeutendste Textilrohstoff der Welt. Er nimmt einen Anteil von 50-60% an der gesamten Textilproduktion ein. Die Baumwollpflanze wächst in den tropischen bis subtropischen Gebieten der Erde (Baumwollgürtel der Erde). Die Hauptanbauländer sind die USA, Indien, Ägypten, China, Rußland, Pakistan, Brasilien, Türkei, Ägypten, und Argentinien. Wilde Baumwolle kann man in Afrika, Asien,
Australien & Amerika finden. Die Kapselfrüchte der Pflanze platzen auf und es quellen weiße bis gelbliche Samenhaare der Baumwollfrucht heraus. Die Samenhaare werden später zu Baumwollgarn versponnen. Neben den verspinnbaren Samenhaaren (bis zu 5cm lang) gibt es außerdem noch wenige Millimeter lange Haare an den Samen, die sogenannten Linters. Diese sind nicht verspinnbar und werden für die Herstellung von Watte,
Zellstoff, Papier, o.ä. verarbeitet.
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Inhaltsverzeichnis
1. Die Definition nach dem Textilkennzeichnungsgesetz
2. Allgemeines & Anbauländer
3. Das internationale Baumwollzeichen & Kurzzeichen
4. Die Historie
5. Die innere Struktur der Baumwollfaser
5.1 Die inneren Schichten der Baumwolle
6. Verschiedene Querschnitte
6.1 Tote Baumwolle
6.2 Unreife Baumwolle
6.3 Reife Baumwolle
6.4 Merzerisierte Baumwolle
7. Die Baumwollpflanze
8. Eigenschaften
8.01 Feuchtigkeitsaufnahme
8.02 Farbe
8.03 Länge
8.04 Festigkeit
8.05 Elastizität
8.06 Dehnung
8.07 Feinheit
8.08 Wärmehaltung / Wärmeleitung
8.09 Reinheit
8.10 Glanz
8.11 Hitzebeständigkeit
8.12 Chemikalieneinwirkung
8.13 Elektrostatische Aufladung
8.14 Baumwolle in Zahlen
9. Verarbeitung von Baumwolle
10. Verwendung
11. Baumwollsorten
12. Baumwoll – Handelsarten
13. Die Spinnverfahren
13.1 Das Dreizylinderspinnverfahren
13.2 Das Rotorspinnverfahren
14. Die negativen Aspekte der Baumwolle
15. Beispiele für Baumwollstoffe
16. Ausrüstungsverfahren
16.1 Einlaufschutz (Krumpfarm-Ausrüstung)
16.2 Merzerisieren
16.3 Pflegeleicht-Ausrüstung
16.4 Rauen
17. Pflege von Baumwolle
17.1 Wäsche
17.2 Bügeln
17.3 Reinigung
17.4 Trocknen
18. Fasererkennung
18.1 Brennprobe
18.2 Reißprobe
18.3 Löslichkeitsprobe
19. Handelsplätze
20. Zusammenfassung
21. Lernzielkontrolle
21.1 Fragen
21.2 Antworten
22. Einordnung in die Gruppe der textilen Faserstoffe
23. Glossar
24. Adressen
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit dient der umfassenden stoffkundlichen Analyse der Naturfaser Baumwolle, von ihrer botanischen Herkunft und inneren Struktur bis hin zu den vielfältigen industriellen Verarbeitungsprozessen und Veredelungsmethoden. Sie erläutert die physikalischen und chemischen Eigenschaften, die den Einsatz in der Textilindustrie bestimmen, und adressiert zudem sozioökonomische Aspekte des Anbaus.
- Botanik und Aufbau der Baumwollfaser
- Physikalische und chemische Eigenschaften
- Verarbeitungs- und Spinnverfahren
- Ausrüstungs- und Veredelungstechniken
- Anbau, Ethik und globale Handelswege
Auszug aus dem Buch
5. DIE INNERE STRUKTUR DER BAUMWOLLFASER
Baumwolle besteht wie alle pflanzlichen Fasern aus Zellulose mit dem Grundstoff Kohlenstoff. Der Zellulose-Anteil beträgt etwa 80-90%.
Äußere Primärwand: Erfüllt eine Schutzfunktion & ist Wasser abweisend durch Wachs & Fett. Sie besteht zusätzlich aus Halbzellulose & Pektinen.
Innere Primärwand: Zusammengesetzt aus Zellulose mit niedrigem DP-Grad. Lockere Struktur - Hier wird Feuchtigkeit aufgenommen.
Innere & äußere Sekundärwand: Besteht aus fast reiner Zellulose mit hohem DP-Grad. Erfüllt die Stabilitätsfunktion.
Tertiärwand: Hier findet man wenig Zellulose und viel Verunreinigungen. Dient als "Filter" der Faser.
Lumen: Innerer Hohlraum der Faser, normalerweise mit Luft gefüllt. Bei einer Überschwemmung der inneren Primärwand kann auch im Lumen Wasser gespeichert werden. Während des Wachstums dient das Lumen als "Speiseröhre" der Faser. Auch verantwortlich für die Weichheit & Schmiegsamkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Definition nach dem Textilkennzeichnungsgesetz: Definiert Baumwolle als Faser, die ausschließlich aus den Samen der Baumwollpflanze gewonnen wird.
Allgemeines & Anbauländer: Beschreibt Baumwolle als eine der weltweit bedeutendsten Naturfasern und listet die wichtigsten Anbauregionen in tropischen und subtropischen Gebieten auf.
Das internationale Baumwollzeichen & Kurzzeichen: Erläutert das geschützte Qualitätssiegel für reine Baumwolle und das internationale Kürzel CO.
Die Historie: Gibt einen historischen Abriss über die weltweite Verbreitung der Baumwolle von der frühen indischen Kultur bis zur Einführung in Deutschland.
Die innere Struktur der Baumwollfaser: Detailliert die verschiedenen Schichten der Faser wie Primär-, Sekundär- und Tertiärwand sowie das Lumen.
Verschiedene Querschnitte: Unterscheidet zwischen toter, unreifer, reifer und merzerisierter Baumwolle basierend auf deren spezifischer Faserstruktur.
Die Baumwollpflanze: Behandelt den botanischen Aspekt, das Wachstum, die Kapselbildung und den Ernteprozess.
Eigenschaften: Analysiert physikalische Kennwerte wie Feuchtigkeitsaufnahme, Festigkeit, Elastizität, Glanz und Hitzebeständigkeit.
Verarbeitung von Baumwolle: Beschreibt den Prozess des Nachreifens, Trocknens und das notwendige Entkörnen der Samen.
Verwendung: Gibt einen Überblick über die Einsatzgebiete der Faser in der Bekleidungs- und Heimtextilindustrie.
Baumwollsorten: Klassifiziert die Baumwolle anhand ihrer geografischen Herkunft in USA-, Indische- und Ägyptische Baumwolle.
Baumwoll – Handelsarten: Differenziert nach Qualitätsstufen wie Sea Island, Mako und Upland.
Die Spinnverfahren: Stellt die technischen Methoden des Dreizylinder- und des Rotorspinnens gegenüber.
Die negativen Aspekte der Baumwolle: Beleuchtet kritisch Themen wie Kinderarbeit, Pestizideinsatz und ökologische Folgen wie die Austrocknung des Aralsees.
Beispiele für Baumwollstoffe: Nennt typische Webarten und Stoffbezeichnungen wie Denim, Popeline und Frottier.
Ausrüstungsverfahren: Erklärt veredelnde Verfahren wie Merzerisieren, Pflegeleicht-Ausrüstung und das Rauen von Oberflächen.
Pflege von Baumwolle: Gibt praktische Hinweise zu Waschtemperaturen, Bügeln und Trocknen.
Fasererkennung: Stellt Methoden zur Bestimmung von Baumwolle vor, darunter Brenn- und Reißproben.
Handelsplätze: Benennt die zentralen internationalen und nationalen Knotenpunkte für den Baumwollhandel.
Schlüsselwörter
Baumwolle, Naturfaser, Textilrohstoffe, Zellulose, Spinnverfahren, Ausrüstung, Merzerisieren, Faserstruktur, Landwirtschaft, Handelsarten, Pflegehinweise, Stapellänge, Textilkennzeichnung, Nachhaltigkeit, Baumwollkapsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen fundierten Überblick über Baumwolle als Textilfaser, wobei sowohl die biologische Herkunft und Struktur als auch die gesamte Wertschöpfungskette von der Ernte bis zum Endprodukt behandelt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die botanischen Grundlagen, die physikalisch-chemischen Fasereigenschaften, verschiedene Spinn- und Veredelungsprozesse sowie die ökonomischen und ethischen Rahmenbedingungen der globalen Produktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung eines umfassenden Fachwissens über Baumwolle, welches für die textile Ausbildung, Qualitätsbeurteilung und Warenkunde erforderlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und strukturierte Warenkunde-Analyse, die auf fachlicher Systematik, technologischen Beschreibungen und einer schrittweisen Darstellung der Faserverarbeitung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die botanische Definition, den anatomischen Aufbau der Faser, die physikalischen Kenngrößen, industrielle Verarbeitungs- und Veredelungsarten sowie eine kritische Betrachtung von Anbaumethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Faserstruktur, Baumwollanbau, Veredelungsprozesse wie Merzerisieren, physikalische Eigenschaften wie Stapellänge und Reißfestigkeit sowie Aspekte der textilen Warenkunde.
Was unterscheidet reife von toter Baumwolle in der Praxis?
Reife Baumwolle besitzt eine ausgebildete Sekundärwand und einen nierenförmigen Querschnitt, was zu einer hohen Verspinnbarkeit führt, während tote Baumwolle kaum Tertiärwand aufweist und aufgrund fehlender Farbstoffaufnahme technisch schwer verwertbar ist.
Warum ist die Handernte qualitativ hochwertiger als die Maschinenernte?
Bei der Handernte erfolgt eine selektive Auslese der reifen Kapseln, wodurch Verunreinigungen durch Pflanzenteile und das Risiko, unreife oder tote Fasern zu ernten, signifikant minimiert werden.
Welche Funktion hat das Lumen in der Baumwollfaser?
Das Lumen dient während des Wachstums als Nährstoffkanal und beeinflusst im fertigen Zustand durch seine Struktur maßgeblich die Weichheit, Schmiegsamkeit und die Feuchtigkeitsaufnahme der Faser.
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- Ole Möhlmann (Author), 2002, Baumwolle - Historie, Eigenschaften und Verarbeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5967