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Hilfsgeister des Schamanen

Titel: Hilfsgeister des Schamanen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Klaus Genschmar (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Schamanen – Eine Reise in die Welt der Geister“, so lautet die Überschrift eines kurzen Artikels, der unlängst in einem populärwissenschaftlichen Magazin veröffentlicht wurde.1 Eingebettet in das große Thema „Mythen und Rätsel der Urzeit – Saurier, Steinzeitjäger und Schamanen“ befasst sich der Autor darin mit dem Phänomen des Schamanismus in der Vergangenheit (Urgesellschaft) bzw. Gegenwart (Schamanismus in Nord- und Südamerika, Sibirien und Asien). Ungeachtet der Tatsache, dass sich der Autor mit seinem Artikel an ein Massenpublikum wendet, das sich im täglichen Leben wohl kaum mit Religionswissenschaft oder Anthropologie auseinandersetzt, so gelingt es ihm, dem Leser einen kurzen und interessanten Einblick in das Thema Schamanismus zu geben.
Auch ich gestehe, dass ich zu Beginn des Hauptseminars „Einführung in die ethnischen Religionen: Schamanismus“ über wenig Vorwissen zum Thema verfügte. Schamanen kannte ich allenfalls aus Fernsehdokumentationen von Klaus Bednarz auf seinen Reisen nach Sibirien oder aus alten Indianerfilmen. Schamanismus, das klingt für mich zuerst einmal sehr primitiv. Man denkt dabei an einfach lebende Urvölker, an seltsam anmutende Riten und an Aberglaube. Überraschenderweise musste ich aber feststellen, dass der traditionelle Schamanismus auch noch im 21. Jahrhundert lebendig ist, vielleicht nicht mehr so aktiv wie vor 100 Jahren, aber dennoch präsent, selbst in den Industriestaaten. So gibt es beispielsweise in modernen Staaten wie Südkorea oder Japan noch immer eine Vielzahl tätiger Schamanen, die u.a. die neu gekaufte Luxuskarosse des Firmenmanagers auf Sicherheit und Unfallfreiheit weihen (segnen). Und interessanterweise bietet gerade das Internet, bei Eingabe der Stichwörter „shamanism“ bzw. „Schamanismus“ in einschlägigen Suchmaschinen, eine Vielzahl an Treffern. Auffällig ist auch, dass der Schamanismus unter der modernen Bezeichnung „Neoschamanismus“ in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Im Zeitalter einer zunehmenden Säkularisierung wird dieser Begriff häufig im Zusammenhang von Esoterik, psychedelischen Reisen unter Drogeneinfluss und Kursen zur Naturheilkunde gebraucht.
Diese Hausarbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf einfache und anschauliche Weise, am Anfang kurz in das komplexe Thema „Schamanismus“ einzuführen. Hauptsächlich wird sich die Arbeit aber mit den Hilfsgeistern des Schamanen beschäftigen: Was sind das für Wesen?; Wie sieht ihre Welt aus?; Wie tritt der Schamane mit ihnen in Kontakt; usw.. In diesem Zusammenhang führt ein kurzer Exkurs in die Geisterwelt der nordamerikanischen Schoschonen. Zum Schluss möchte ich in einem kurzen Resümee meine Eindrücke bzw. neuen Erfahrungen zum Hauptthema „Schamanismus“ zusammenfassen.
1 BLUMENTHAL, P.J., Schamanen – Eine Reise in die Welt der Geister, in: P.M. History – Das große Magazin für Geschichte, Februar 2006, S. 60-66.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil: „Hilfsgeister des Schamanen“

1. Der Schamanismus

1.1 Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Schamanismus?

1.2 Was ist ein Schamane?

2. Der Schamane und seine Hilfsgeister

2.1 Was sind überhaupt Hilfsgeister?

2.2 Eigenschaften und Funktion der Hilfsgeister für den Schamanen

2.3 Die Hilfsgeister während der schamanischen Sitzung

3. Exkurs: Geistwesen bei den Indianerstämmen Nordamerikas

Schluss/Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des Schamanismus mit einem spezifischen Fokus auf die Rolle und Funktion von Hilfsgeistern. Dabei wird erforscht, welche Bedeutung diese Wesen für den Schamanen bei der Interaktion mit der jenseitigen Welt haben und wie die schamanische Praxis kulturell eingebettet ist.

  • Grundlagen des Schamanismus und Begriffsdefinitionen
  • Die Beziehung zwischen Schamane und Hilfsgeistern
  • Eigenschaften und Funktionen tiergestaltiger Hilfsgeister
  • Ablauf und Dynamik schamanischer Sitzungen (Sèancen)
  • Geistwesen in den Traditionen nordamerikanischer Indianerstämme

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Hilfsgeister während der schamanischen Sitzung

Ohne die Hilfsgeister ist keine schamanische Sitzung möglich. Der Höhepunkt, das eigentliche Ziel der Sèance (schamanische Sitzung), ist der Abflug, die Seelenreise des Schamanen ins Jenseits. Deutlich wird dies durch eine zunehmende Erregung des Schamanen, z.B. durch einen rascheren und härteren Trommelschlag oder einer übersteigerten, rasenden Bewegung. Zunehmend werden dann auch die Stimmen der Hilfsgeister hörbar, z.B. durch Brummen, Pfeifen, Kreischen oder Schreien seitens des Schamanen. Der Schamane begrüßt sie, befragt sie und berät sich schließlich mit ihnen.

Das Hauptcharakteristikum für das Eintreten in die jenseitige Geisterwelt ist die rituelle Ekstase, das Aussichherausgetretensein in einen rauschartigen Zustand. Dazu gibt es verschiedene, sich gegenseitig ergänzende und potenzierende Techniken, um diese veränderten Bewusstseinszustände herbeizuführen, z.B. psychologische Techniken (Anlegen der Schamanenkleidung, bestimmtes Ambiente usw.), soziale Techniken (Abgrenzung vom Alltagsbewusstsein seiner Zuschauer), physiologische Techniken (asketisches Fasten, Verwendung der Schamanentrommel usw.) bzw. pharmakologische Techniken (Einnahme von psychedelischen Drogen usw.).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor stellt das Thema Schamanismus vor, beschreibt seine persönliche Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Fachgebiet und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.

Hauptteil: „Hilfsgeister des Schamanen“: Dieses einleitende Kapitel des Hauptteils definiert den Schamanismus als ekstatische Methode und beschreibt das Berufsbild sowie die Rolle des Schamanen.

1. Der Schamanismus: Es wird die Definition von Schamanismus nach Mircea Eliade diskutiert und geklärt, welche Funktion ein Schamane in einer Gemeinschaft einnimmt.

2. Der Schamane und seine Hilfsgeister: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Welt der Geister, unterscheidet zwischen Schutz- und Hilfsgeistern und erläutert die Bedeutung tiergestaltiger Geister sowie den Ablauf einer schamanischen Sitzung.

3. Exkurs: Geistwesen bei den Indianerstämmen Nordamerikas: Ein vergleichender Blick auf die kulturellen Gemeinsamkeiten der schamanischen Traditionen, insbesondere am Beispiel der Schoschonen.

Schlüsselwörter

Schamanismus, Hilfsgeister, Schutzgeister, Jenseitsreise, Sèance, Ekstase, Trance, Seelenreise, Tiergeister, Schoschonen, Ritual, Schamane, Geistwesen, Mythologie, Initiation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Schamanismus und untersucht insbesondere die Rolle, Funktion und Art der Hilfsgeister, die den Schamanen in seiner Praxis unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Definition des Schamanen als "Meister der Ekstase", die Kommunikation mit jenseitigen Wesen, die Typologie von Geistern und die Durchführung ritueller Sitzungen.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, auf anschauliche Weise in das komplexe Feld der Hilfsgeister einzuführen und deren Bedeutung für die schamanische Arbeit sowie die Weltanschauung der Schamanen zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine religionswissenschaftliche Aufarbeitung, die auf einer Literaturanalyse bekannter Fachwissenschaftler wie Mircea Eliade und Klaus E. Müller basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Definition des Begriffs Schamanismus, der Differenzierung von Geistwesen und der praktischen Anwendung von Hilfsgeistern während der ekstatischen Trance.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schamanismus, Hilfsgeister, Seelenreise, Jenseits, Trance, Initiation und spirituelle Weltanschauung charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Hilfsgeistern und Schutzgeistern?

Hilfsgeister werden als kurzzeitige oder spezialisierte Helfer beschrieben, während der Schutzgeist ein enges, oft lebenslanges und intensiveres Bindungsverhältnis zum Schamanen darstellt.

Warum wird im Exkurs speziell auf die Schoschonen eingegangen?

Die Schoschonen dienen als Fallbeispiel, um die schamanischen Konzepte (wie Visionssuche und die Bedeutung der Natur) in einem spezifischen nordamerikanischen kulturellen Kontext zu veranschaulichen.

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Details

Titel
Hilfsgeister des Schamanen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Theologische Fakulät)
Veranstaltung
Einführung in die ethnischen Religionen: Schamanismus
Note
1,7
Autor
Klaus Genschmar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V59698
ISBN (eBook)
9783638535625
ISBN (Buch)
9783638770996
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hilfsgeister Schamanen Einführung Religionen Schamanismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Klaus Genschmar (Autor:in), 2006, Hilfsgeister des Schamanen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59698
Blick ins Buch
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