Günter Grass - Welch ein Wirbel um ein Buch! Eine Untersuchung zur deutschen Literaturkritik aufgezeigt an Günter Grass´ "Unkenrufe"


Magisterarbeit, 2002
109 Seiten, Note: 2,00

Leseprobe

1. Einleitung

Autor und Kritiker - das Verhältnis dieser beiden konträren, aber untrennbar aneinander geketteten Figuren der kulturellen Szene gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Kein Wunder, denn es ist ein unproportionales und einseitiges Verhältnis, das gewaltigen Konfliktstoff in sich birgt. Der Autor schreibt ein Buch von, sagen wir, 300 Seiten, der Kritiker befindet in bestenfalls drei Zeitungsspalten darüber und hat dabei die komfortable Position das letzte Wort zu haben, dem der Autor, nach den ungeschriebenen Regeln der Branche, nicht öffentlich widersprechen darf.[1]

Doch warum entzündet sich dieser scheinbar unlösbare Streit immer wieder aufs Neue, zieht sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung neuer Werke hin und überschattet nicht selten genug das Primärereignis, das Erscheinen eines neuen literarischen Werkes? Ist es die moderne Literatur, die den Anlass zur Aufregung gibt oder ist es die dominante Stellung der Literaturkritik, welche die Literatur unter sich zu ersticken beabsichtigt? Handelt es sich bei Literaturkritik nur noch um Provokation zum Neuerschienenen, wodurch die eigentlichen Aufgaben ins Abseits geraten, oder sind die modernen Autoren zu empfindlich für die Literaturkritik, die doch seit jeher Begleiter der Literatur gewesen ist?

Auf all diese Fragen stieß ich bei meiner Auseinandersetzung mit den Rezensionen zu Günter Grass’ Unkenrufen und habe daher beschlossen den Sachverhalt von Literatur und ihrer Kritik genauer zu untersuchen um ihn danach an den Unkenrufen aufzeigen zu können. Da Grass einer der deutschsprachigen Autoren ist, bei dem sich die Kritik immer wieder heftig entzündet, eignet er sich besonders gut zu einer derartigen Analyse.

Beginnen möchte ich diese mit einem ersten Teil zur Literaturkritik allein, ihren Aufgaben, Zielen und deren konkreter Verwirklichung um die Ergebnisse dann in den folgenden Teilen an den Unkenrufen aufzeigen zu können. Mein erstes Ziel ist es also, einen Einblick in die Materie der modernen Literaturkritik zu geben.

2. Allgemeines zum Thema Literaturkritik

2.1 Literaturkritik, was ist das?

Die literarische Kritik kann auf eine lange Tradition zurückblicken, sie ist fester Bestandteil des klassischen Feuilletons. Trotzdem ist die Debatte um Funktion, Nutzen und Verzichtbarkeit der Buchkritik ihre notorische Begleiterscheinung. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff „Literaturkritik“ überhaupt genau?

Nach dem Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte entspricht literarische Kritik

einem unmittelbaren Reagieren auf literarische Reize. Mit der besonderen Empfindlichkeit des Kritikers gegenüber dem Literaturwerk verbindet sich die Tendenz zu Urteil und Wertung und damit auch zur Einflußnahme auf das Publikum. Literaturkritik grenzt somit ohne scharfe Übergänge an Literaturästhetik, Poetik und Literaturgeschichte. Sie unterscheidet sich von diesen Disziplinen darin, daß sie ihren Gegenstand nicht so sehr mit der wissenschaftlichen Distanz des Systematikers [...] betrachtet, sondern sich seiner Wirkung unmittelbar hingibt.[2]

Norbert Mecklenburg weist zusätzlich auf die Methode der Literaturkritik hin, die wissenschaftliche Interpretation, und erwähnt, dass die Literaturkritik sich in einer konkreten historischen Situation stehend [3] begreift.

Doch die Frage was Literaturkritik genau ist, lässt sich nicht dermaßen knapp durch Definitionen beantworten. Sie verlangt eine Vielzahl von Umschreibungen und eben, dass sie so vieles sein kann, trägt zur Unsicherheit ihrer Geltung bei. Eine Sache, von der sich jeder etwas anderes erwartet, droht sich in der Fülle ihrer Bestimmungen aufzulösen.

Zunächst beinhaltet Literaturkritik eine direkte Reaktion auf ein Werk, welche sie durch Argumente zu belegen hat. Diese Reaktion entspricht aber nicht hochgradig wissenschaftlichen Erkenntnissen, wofür die Zeit des Handelns auch zu knapp wäre, sondern stützt sich auf das unmittelbare eigene Empfinden, das die Lektüre ausgelöst hat. Dieses soll dem Publikum vermittelt werden um ihm einen Einblick in das neue Buch zu ermöglichen.

Literaturkritik stellt somit also die Öffentlichkeit des Kunstwerks her, erlöst es, so Rilke, aus seiner Einsamkeit, übt eine gesellschaftliche Funktion der Vermittlung aus und bietet dem Leser eine Ordnung schaffende Selektionsinstitution an, die ihn entscheiden lässt, ob ein Buch für ihn geeignet ist oder nicht.[4]

2.2 Wer schreibt Literaturkritik?

Diese Fragestellung enthält verschiedene Aspekte, zum einen der Legitimation, zum anderen der tatsächlichen Ausführung, eine Unstimmigkeit, auf die ich später noch eingehen werde. Diese Aufteilung ist notwendig, da die beiden so differenzierten Personenkreise in der Praxis nicht immer kongruent sind. Vorerst möchte ich mich aber auf den Sollzustand beziehen:

Eine Lizenz oder ein Diplom für Literaturkritiker gibt es nicht und kann es natürlich auch nicht geben. Müsste man jedoch eine Vollmacht vorweisen, wer wäre dann zum Schreiben von Literaturkritik befugt?

Tatsächlich wurde schon von zänkischen Literaturwissenschaftlern gefordert, nur diejenigen dürften literaturkritisch tätig sein, die sich entweder als Philologen, Philosophen oder Dichter ausgewiesen haben. Doch ist es weitaus wichtiger, dass der Kritiker sich durch kritisches Talent darbieten kann. Woher er kommt, von der Philologie, der Philosophie, der Belletristik oder vom Journalismus ist völlig gleichgültig, denn Kenntnisse lassen sich erwerben, literarischer Sinn nicht. Diesen kann man kräftigen, verfeinern, differenzieren, aber lehr- und lernbar ist er so wenig wie kritische Persönlichkeit, Charakter und Moral, Eigenschaften, die in die Literaturkritik mit einfließen. Es ist absurd anzunehmen, dass allein Kenntnisse, Wissen und Bildung einen Kritiker ausmachen. Eine Überschätzung des Wissens ist für Literaturkritik in manchen Fällen sogar eher störend als fördernd, denn Bildung versagt vor dem radikal Neuen ebenso wie Unbildung. Flucht ins Vertraute, Urteilen nach ästhetischen Präzedenzfällen und Anlegen zeitferner Maßstäbe scheinen zu den Folgen einer einseitig orientierten und einseitig verfahrenden Bildungskritik zu gehören.[5]

Genauso wenig wie Vorbildung ist dichterische Produktivität als Befähigungsnachweis für Literaturkritiker anzusehen. So bewundernswert die Fälle bleiben, in denen Dichter so gut urteilen wie schreiben - gedacht sei an Diderot und Lessing, Goethe und Schiller, Puschkin und Balzac, Hofmannsthal und Thomas Mann, aber auch an Martin Walser - sie als Regelfall annehmen zu wollen wäre doch anmaßend. Ein guter Autor muss noch lange kein guter Kritiker sein, ein schlechter Autor natürlich noch viel weniger.

Dennoch häufen sich die Fälle, in denen Autoren auf einen Nebenverdienst als Kritiker angewiesen sind. Dass dies nicht gerade nützlich für die Literaturkritik ist, muss nicht ausdrücklich gesagt werden, denn Autoren vertreten natürlich, wenn auch nur unbewusst, ihre eigenen Ideen und halten ihre eigenen Ansätze und Entwicklungen für die richtigen. Können sie also anderen Werken überhaupt neutral entgegentreten? - Wohl nicht immer. Vor allem wenn sie finanziell auf das Schreiben von Rezensionen angewiesen sind, sich also nicht deswegen äußern, weil sie sich durch ein neues Werk angeregt fühlen, sondern weil sie urteilen müssen, kommt es zu Schwierigkeiten.

Der dritte denkbare Weg zum Literaturkritiker wäre der einer rein professionellen Kritik mit geschulter Analyse, doch diese „Verwissenschaftlichung“ kann dem persönlichen Literaturerlebnis im Wege stehen. Der Kritiker dieser Art kann keine unmittelbare Leseerfahrung mehr schildern, wie sie der Adressat erwartet.

Es scheint also keine ideale Legitimation für Literaturkritiker zu geben und so kann ich nur auf Waltraud Anna Mitgutschs Feststellung verweisen, man müsse von Natur aus Kritiker sein, auf Grund seiner Lebenseinstellung, diese präge den Kritikertypus.[6]

Auch Walter Jens sieht die Gesamtperson als ausschlaggebend für die Befähigung an und nennt in diesem Zusammenhang humorvoll den Juristen als idealen Kritikertypus: Der ideale Kritiker ist ein Jurist: Staatsanwalt, Verteidiger und Richter in einer Person, Ankläger und Sachverständiger, Entlastungs- und Belastungszeuge zugleich.[7] Auch schuldig machen dürfe sich dieser, denn so Jens:

Der wahre Kritiker, das ist kein frommer Katholik. Im Gegenteil! Der ideale Rezensent: Das ist Mephisto im Gemerk. Der Witzbold als Meistersänger. Eine Kreuzung aus Heine und Lessing. Sarkasmus gepaart mit Moralität, Esprit und demokratischer Rede, Ironie die verstanden sein will, und zwar auf der Straße.[8]

2.3 Für wen ist Literaturkritik?

Zuerst einmal dient die Literaturkritik natürlich dem interessierten Leser, er soll Nutzen aus ihr ziehen. Doch was genau erwartet der Leser von der Literaturkritik? Martin Mayer hat nach einer Antwort auf diese Frage gesucht und schreibt: [Der Leser] sucht seit den Tagen Alfred Kerrs die Unterhaltung, das Bonmot, den Witz, den Seitenhieb. [9] Dass dies aber nicht alles sein darf, wird später deutlich werden.

Neben dem Leser, so meint man, richtet sich die Kritik auch an den Produzenten des Werkes, den Autor also. Dieser ist aber, so Marcel Reich-Ranicki, nicht das Ziel von Literaturkritik: Möglicherweise, kann auch er von der Kritik seines Werkes profitieren [aber] nicht dies ist Zweck und Ziel der Literaturkritik, wie ich sie auffasse, nicht darauf kommt es an.[10]

Man fragt sich dann nur, warum Autoren in Rezensionen immer wieder direkt angesprochen werden.

Außer an Leser und Autor ist Kritik an eine dritte Person gerichtet, an die man zunächst nicht unbedingt denkt, an den marktorientierten Verleger nämlich. Die Verlagswerbung kann auf die Literaturkritik nicht mehr verzichten, womit ich jedoch bei einer Problematik bin, auf die ich erst später eingehen werde. Die Erwähnung soll hier nur der Vollständigkeit dienen.

2.4 Was beinhaltet Literaturkritik?

In der Literatur werden die Begriffe „Buchkritik“ und „Literaturkritik“ oft analog gebraucht, ohne zu unterscheiden was sich nun worauf bezieht. Der Unterschied soll jedoch kurz aufgezeigt werden, denn Buchkritik fällt nicht zusammen mit Literaturkritik.

Letzteres beschäftigt sich sowohl mit der Beurteilung und Besprechung von Büchern als auch mit der Tradition und mit der Bestimmung dessen, was ein Klassiker ist. Sie betrachtet jedes Werk grundsätzlich als ein Stück literarische Substanz, das sie auf seine Zugehörigkeit zur Gattung hin prüft.

Der Buchkritiker hingegen dient der Vermittlung zwischen Buch und Leser. Es handelt sich also um verschiedene Aufgabenbereiche.

Meine Untersuchung von Rezensionen beschäftigt sich daher eigentlich mit der Arbeit des Buchkritikers, obwohl ich die Begriffe „Literaturkritik“ und „Literaturkritiker“ benutze, da die Bezeichnungen „Buchkritik“ und „Buchkritiker“ nicht so geläufig sind.

2.5 Die Geschichte der Literaturkritik

Zur Einführung in das Thema Literaturkritik ist es, wie schon eingangs durch Mecklenburgs Definition deutlich wurde, unerlässlich eine historische Einbettung vorzunehmen. Dabei soll aber nicht bis zu den Ursprüngen deutscher Literaturkritik unter Gottsched und Lessing zurückgegriffen werden, da diese Form der Kritik sich zu sehr von der heutigen und vor allem vom Bereich der Buchkritik unterscheidet, sondern vielmehr die deutsche Nachkriegszeit betrachtet werden, die einen Wandel der Literaturkritik herbeigeführt hat und bis heute hinterlässt.

Die Kritiker, die während der Hitler-Herrschaft überhaupt noch publizieren durften, förderten eine völkisch-nationale Literatur und waren politisch dem Nationalsozialismus verpflichtet. Das kritische Geschäft gestaltete sich auch für angepasste Kritiker schwierig. 1936 verbot Goebbels die Kritik ganz und setzte an ihre Stelle die wirkungslose Kunstbetrachtung. Dies war die Todesstunde der deutschen Literaturkritik.

Im Exil hatte die Kritik zwar eine wichtige Funktion als Forum interner Diskussion und wirkte konsolidierend auf die Gruppenidentität, doch da von einem Buchmarkt im Exil nicht die Rede sein konnte, blieb die Kritik unbedeutend und rein thematisch gebunden. Nach dieser Grablegung der Literaturkritik im Nationalsozialismus musste sich diese in der Nachkriegszeit also erst wieder neu formieren. Diese Neuentwicklung brachte eine veränderte Situation für die Literaturkritiker und ein anderes Gerüst für die Kritik.

In der Adenauer-Ära dominierten neokonservative Kritiker das Feuilleton. Die aufsteigenden Kritiker waren finanziell gut gestellt und genossen gesellschaftliches Ansehen. Die Kritik hatte eine stabilisierende Bedeutung. Sie stützte sich vorwiegend auf Klassiker, weshalb der Buchmarkt noch immer nicht als Spiegel der Kritik gesehen werden konnte. Kritik diente zunächst der Rückbesinnung auf eine bessere Zeit deutscher Kulturtradition.

Den Widerpart dieser Zeit bildeten die Autoren und Kritiker um die „Gruppe 47“, deren kritische Maßstäbe vorwiegend subjektiv, aber offen für alle Versuche einer literarischen Vergangenheitsbewältigung waren. Die Produktionsbedingungen der Kritik verbesserten sich. Mit zunehmender Bedeutung wurde Literaturkritik als wichtigstes Instrument im öffentlichen Diskurs anerkannt.

Auf Grund der enorm ansteigenden Buchproduktion in den sechziger Jahren nahm die Literaturkritik eine Funktion der Orientierungshilfe ein. Wichtige Zeitungen oder Zeitschriften richteten feste Kolumnen ein oder bauten vorhandene Rubriken weiter aus. Einzelne Kritiker stiegen zu Starrezensenten auf. Von nun an war der Einfluss auf den Buchmarkt enorm.

In der politischen Aufbruchstimmung von 1968 wurde die Kritik von der „Neuen Linken“ heftig attackiert, vom Tod der Kritik war die Rede. Ästhetische Maßstäbe wurden der gesellschaftlichen Relevanz untergeordnet.

Die Kritiker der Neuen Linken konnten sich in den großen Feuilletonblättern aber nicht durchsetzen. Der Wind, der die Diskussion nach 1968 belebt hatte, flaute schon 1973/1974 wieder ab. Die radikalen politischen Positionen waren unterdrückt worden oder von selbst verflacht. Der Trend wandte sich wieder konservativen Positionen zu.

Nun bediente die Kritik hauptsächlich eine sozial begrenzte Gruppe von Leserinnen und Lesern sowie jene, die selbst finanziell am Buchgeschäft beteiligt waren. Einfluss übten die Kritiker nun in erster Linie durch Selektion aus. Die Diskussion um Werte und Maßstäbe der Literaturkritik wurde kaum noch wahrgenommen. Einzelne Großkritiker, wie Marcel Reich-Ranicki oder später auch Hellmut Karasek, übernahmen Schlüsselfunktionen. Es ging allerdings kaum um innovative Ansätze moderner Literatur, sondern um Lesbarkeit, Zeitgenossenschaft und Überprüfbarkeit von Erfahrungen.

Die stetig steigende Anzahl der Neuerscheinungen verlangt heute von der Kritik ein immer höheres Reaktionstempo. Allein durch die Vorentscheidung der Kritiker, welche Werke sie überhaupt rezensieren, werden Kaufentscheidungen beeinflusst. In dieser Hinsicht und auf Grund der Unübersichtlichkeit des literarischen Marktes ist die Macht des Feuilletons erheblich gewachsen.[11]

2.6 Wozu dient Literaturkritik?

Kein geringerer als T. Eliot hat den theoretischen Wust, der das Problem der literarischen Kritik zu überwuchern droht, lächelnd beiseite geschoben, als er in einem Vortrag mit souveräner Einfachheit erklärte, dass der wesentliche Zweck der literarischen Kritik darin bestehe, das Verständnis der Literatur und die Freude an ihr zu fördern. Hierin sei auch die negative Aufgabe mit eingeschlossen, zu zeigen, woran man sich nicht freuen soll. Doch diese Pflicht stehe weit zurück hinter der, alles zu loben, was des Lobes würdig sei.[12]

Literaturkritik dient also der Förderung und Beurteilung von Literatur im Sinne der Ermöglichung guter und der Verhinderung schlechter Werke. Gute Bücher sollen verteidigt, schlechte vermieden werden.

Außerdem soll sie dem Buch das verstehende Publikum vermitteln. Der Kritiker hat die Aufgabe das Werk dem Leser verständlich zu machen, es in seinen Darstellungen zu vereinfachen und dem Leser eine Reflexionsebene zu ermöglichen, die ihm ohne diese Hilfe nicht gegeben wäre.

Des Weiteren soll Literaturkritik das literarische Gespräch über Literatur und Bücher am Leben halten, Diskussionen anregen und Meinungen beeinflussen.[13]

Sie trägt somit zur literarischen Unterhaltung bei und hilft einerseits dem interessierten Leser einen besseren Einblick zu bekommen, andererseits dem Buch, allgemeiner gesagt der Literatur.

Da Dichtung nicht erklärbar, sondern nur erfahrbar ist, kann aber kein Interpret dem Leser die Erfahrung abnehmen. Er muss sie ihm aber erleichtern, indem er seine eigenen Erfahrungen mitteilt und Wege weist. Das Ziel des Kritikers ist es also, Verstehen zu schaffen. Dieses erreicht er aber nicht durch Erklärung, sondern durch Erlebnismitteilung, was Jean Paul als „vermittelnde Kritik“ bezeichnet.

Gerade heute, wo so viele Dunkelheiten und Missverständnisse sich auftürmen, gelte es dieses Ziel zu höchster Wirksamkeit zu entfalten,[14] so Blöcker.

Literaturkritik im Dienste der Literatur sei aber auch Impulsgeber des literarischen Lebens, sie wolle anregen, herausfordern und vorwärtstreiben, Brücken vom Überkommenen zum Neuen schlagen, von der Vergangenheit zur Gegenwart, archäologisch gestimmt am Alten, Bekannten neue Schichten freilegen. Sie sei aber auch pionierhaft gestimmt, das Publikum von morgen, sie stürze die falschen Götter und sei ständig auf der Suche nach den wahren, sie verhalte sich kritisch und zweiflerisch.[15]

Die Frage ist nun, auf welcher Ebene Buchkritik dies tut, durch Entdeckung und Klärung oder durch Prägung. Ist Kritik immer nur Reaktion auf sekundärer Ebene, die sich nur an die primäre Ebene der Literaturproduktion anschließt oder wirkt sie sich auch primär auf diese aus?

Heinrich Vormweg liefert eine Antwort. Für ihn liegt die Zukunft in der experimentellen Literatur, in der systematischen Dekonstruktion sprachlicher Formen, im Interesse unverstellter Realitätserkundung. Woraufhin die Aufgabe der Kritik es sei, durch erkundendes fragendes Schreiben innovative Literatur zu vermitteln. Werturteile spielten dabei nur eine untergeordnete Rolle.[16]

Damit wäre Kritik also als Vorpreschen für neue Formen bestimmt und sähe sich zu einer lenkenden Funktion der Literatur berechtigt, indem sie sich gewissen Autoren zuwendet, andere ignoriert.

Diese dargestellte Vielfalt der Zweckbestimmung ist das Glück der Literaturkritik, aber auch ihr Verhängnis. Denn je reiner und zweckfreier eine Kritik ist, desto leichter gerät sie in Gefahr für zwecklos gehalten zu werden. Günter Blöcker befürchtet:

In einer ganz auf Nützlichkeit ausgelegten Gesellschaft hat die nur der Sache und sich selbst verpflichtete Kritik einen schweren Stand. Sie muß ihre Freiheit, das Absolute ihrer Existenz, notwendigerweise mit einer Einbuße an Popularität und Breitenwirkung bezahlen. [17]

Das Hauptziel der Buchkritik ist es aber Literatur in einer klaren, verständlichen Sprache so zu vermitteln, dass der Leser den Standort des Rezensenten erkennt und dass er beurteilen kann, ob das besprochene Buch geeignet für ihn ist oder nicht. Alle anderen Ziele stehen hinter diesem zurück.

Man erwartet von einem Kritiker dabei kein literarisch-ästhetisches Fachgespräch, sondern eine sachliche Information für ein fachlich nicht kundiges Publikum. Der Autor kann dabei durch zwei verschiedene extreme Selektionsmechanismen betroffen werden: Durch Nichtbeachtung oder durch Verriss.

Peter Glotz hat das Ziel der Vermittlung noch intensiviert, indem er für eine nachvollziehbare Vermittlung für alle, im Sinne einer „kulturellen Demokratisierung“ plädiert.[18] Seine Untersuchungsergebnisse zeigen deutlich, dass gerade von den Kommunikationsmitteln, die den Kontakt zwischen den Eliten und den Massen herstellen sollten, die Vermittlungsaufgabe des kulturellen Journalismus nicht gesehen oder nicht akzeptiert wird, beziehungsweise aus ökonomischen Gründen nicht oder nur sehr unvollkommen wahrgenommen wird.

Dies weist auf ein Kommunikationsdefizit hin, denn in einer freiheitlich verfaßten Gesellschaft sollte es sehr wohl möglich sein, die Repräsentativkultur von einem ängstlich gehüteten Privileg zu einer Sache für viele zu machen.[19]

Auf Demokratisierung abzielende Literaturkritik sollte also versuchen die tradierte Einschränkung von Literatur als Privileg einer bestimmten Gruppe zu verändern und das „Kunstghetto“, wie Elisabeth Welzig es nennt, aufzubrechen. Doch dieses Ziel der Literaturkritik wird im Allgemeinen kaum, wenn nicht sogar überhaupt nicht, angestrebt.

Ein letztes Ziel der Literaturkritik, das ich nicht unerwähnt lassen möchte, bezieht sich auf die fremdsprachige Literatur, die nur durch eine Vorauswahl, getroffen von Literaturkritikern, importiert werden kann. Hier sind die Leser noch abhängiger von der Vorentscheidung der Kritiker.

Zusammenfassend

3. Die Betrachtung der Problematik um die Literaturkritik

3.1 Empfinden oder Bewerten? – Die Trennung in Literaturkritik und Literaturwissenschaft

Zusammengefasst ist Literaturkritik ganz einfach die Fertigkeit, Werke der schönen Kunst zu beurteilen und zu vermitteln. Der Begriff „schöne Kunst“ impliziert aber gleichzeitig, dass sie für den unmittelbaren Eindruck geschaffen ist, dass sie durch das Gefühl empfunden und aufgenommen wird. Ist dies nicht gerade das Gegenteil von Beurteilen? Sie impliziert ein passives, subjektives, Literaturkritik hingegen ein aktives, objektives Vorgehen. Es stellt sich also die Frage, ob es Kritik überhaupt gelingen kann ein anderes als ein subjektives Verhältnis zu ihrem Gegenstand zu erreichen. Auch hierauf werde ich aber im Laufe dieser Arbeit noch eingehen.

Hier der Leser, der Interpret – dort das Werk, der Text, so ist der Ausgangspunkt, der Literaturkritik und Literaturwissenschaft verbindet. Die Unterschiede fangen erst an, wenn man ihre jeweiligen Aufgaben und Untersuchungsrichtungen zu bestimmen versucht.

Bei der Abgrenzung von Literaturwissenschaft und Literaturkritik handelt es sich um ein deutsches Sonderphänomen. In den meisten anderen Ländern wird diese Trennung nicht vorgenommen, sondern beide Bereiche werden als Form von Literaturwissenschaft angesehen. Diese bei uns übliche Trennung wurde oft beklagt, da sie der Erforschung von Literaturkritik, ihrer geschichtlichen Erscheinung und ihrer theoretischen Grundlagen nicht günstig gewesen ist. Wie kam es bei uns überhaupt zu diesem, scheinbar unüberwindbaren Bruch?

Historisch gesehen umfasst Literaturkritik Literaturwissenschaft. Die gesamte Funktion der Kritik hat sich aber gewandelt und musste dabei den Anspruch aufgeben Teil der philosophischen, ästhetischen und historischen Debatte zu sein. Das Zusammenwirken von Gelehrsamkeit, kritischem Interesse und literarischer Produktivität endete. Daher hat auch das Verständnis der Kritik des 18. Jahrhunderts mit dem heutigen Verständnis nichts mehr gemeinsam. Ursachen dafür waren beispielsweise die gravierenden politischen Veränderungen, die auf einmal neue Anforderungen an die Literaturwissenschaft stellten und eine nationale Aufarbeitung und Darstellung der Literatur forderten. Durch neue Ansprüche dieser Art und die damit einhergehende Kommerzialisierung der Presse blieb für die journalistische Kritik vordergründig nur die Bearbeitung der Neuerscheinungen und deren Vermittlung an die Leser übrig. Nun konstatierte sie sich darauf, regulativ in den literarischen Markt einzugreifen, zum einen durch die Auswahl der Rezensionsobjekte, zum andern durch die Beurteilung dieser.

Die Folgen der Trennung der Disziplinen waren immer deutlicher zu erkennen, einmal an der Wandlung des Kritikertypus, aber auch an einem neuen Rezensionsstil, der feuilletonistischen Schreibweise.[20] Während damit die Gefahr von relativ zufälligen Urteilen wuchs, weitete sich die Machtstellung der Kritik in der Öffentlichkeit aus.

Das Verhältnis der beiden Disziplinen zueinander ist nicht unkompliziert. Rechtfertigungen und Abgrenzungen, Uneinsichtigkeiten und fehlendes Einfühlungsvermögen bestimmen den Umgang miteinander oft stärker als das eigentliche gemeinsame Interesse.

Die Kritiker werfen der Wissenschaft Realitätsferne vor. Sie erziele keine für das Tagesgeschäft gewinnbringende Ergebnisse und Einsichten. Umgekehrt macht die Wissenschaft der Kritik zum Vorwurf, sie urteile vorschnell, subjektiv und emotional, ohne den Blick auf das Ganze zu richten. Außerdem befasse sie sich zu wenig mit den Voraussetzungen ihrer Tätigkeit.

Kritik werde austauschbar und gesichtslos, wenn es ihr weder gelänge eigene Entwürfe in die Kulturdebatte einzubringen, noch einen möglichst direkten Kontakt zu den aktuellen Fragen und Themen der Zeit zu halten. Dieses hatte Literaturkritik also von nun an zu versuchen, Literaturwissenschaft hingegen wurde zunehmend eine Sache für Eingeweihte, so die angenommene Trennung der beiden Disziplinen.

Jede hat der anderen gegenüber in weiten Teilen Recht mit ihren Vorwürfen, sie könnten also gut aneinander vorbei existieren. Die Frage ist aber, ob ein Weg der Zusammenarbeit der Literatur nicht dienlicher wäre als dieses Beharren auf dem eigenen Standpunkt. Auch hier sei noch einmal erwähnt, dass dies in anderen Ländern der ganz normale Weg ist.

Tatsächlich hat Werner Irro nachgewiesen, dass diese Spaltung auch bei uns gar nicht so tief ist, wie es der Eindruck vermittelt. In Bezug auf ihr Vorgehen bei der Wertungsdiskussion oder der Rezeptionsästhetik könne man eine wesentlich homogene Arbeitsweise der beiden Fachgebiete erkennen und wirklich zeichne sich eine Zusammenarbeit ab: Die Zeitungskritik sei es, die das erste Wort spreche, die das breite Publikum erreiche, an ihr vor allem liege es, wie rasch, wie wirkungsvoll, wie angemessen und zutreffend ein Buch an die Öffentlichkeit herangetragen werde.[21]

Es kommt vor, dass sie dabei Fehler macht, die dann später erst von der Literaturwissenschaft entdeckt werden, die das Werk in einen weiteren zeitlich-literarischen Rahmen setzt, als dies der Literaturkritik möglich ist. Diese Fehler sind aber kaum vermeidbar, denn Literaturkritik wartet nicht bis sie fertige Epochen, abgeschlossene Zeiträume und überschaubare Systeme zur Verfügung hat, sondern stellt sich dem Unfertigen und Unabgeschlossenen, sucht den Bezug zur lebendigen Gegenwart, empfindet sich als Vermittler des Lebendigen und tritt dem literarischen Phänomen aus diesem Bewusstsein urteilend und darstellend gegenüber.[22]

Die Erstauswahl der Motive trifft also die Literaturkritik und zwar primär über das Empfinden, das dann erst später von der Literaturwissenschaft untersucht werden kann.

Die qualitative Unterscheidung der beiden Institutionen der Literaturbeurteilung ist somit automatisch vorgegeben und natürlich auch den Autoren bewusst, wenn beispielsweise Mitgutsch meint, dass es bereits zu den höheren Weihen gehöre von Germanisten besprochen zu werden.[23]

Die dargestellte Arbeitsteilung, die bislang als positive und notwendige Entwicklung dargestellt wurde, die der Literatur dienlich ist, hat aber auch ihre Tücken und es gibt viele Stimmen, die eben darin eine Gefahr für die Literatur sehen. Hermann Kinder hat sich diesbezüglich sehr enttäuscht über das Ergebnis der Verknüpfung der beiden Instanzen geäußert: Trotz wichtiger Ausnahmen korrigiere die Literaturwissenschaft und Literaturgeschichte in aller Regel den je aktuellen, durch die Literaturkritik geprägten, Literaturbetrieb nicht, sondern sie verfestige nur dessen Wertungen und somit das Rauschen in den Feuilletons, das häufig vom Eigenwind hervorgerufen werde. Die Literaturgeschichte beschränke sich auf das Ausfällen von Namen und auf das Zementieren von Epoche-Etiketten. So sei der ignorante Regel-Germanist dem sozialdarwinistisch laufenden Literaturbetrieb gnadenlos ausgeliefert. Er sammle, was der Schlachthof ihm als Überlebendes biete, und gebe es als Geschichte der Literatur weiter an die von ihm auszubildenden Lehrer, Redakteure, Lektoren, Kulturleiter und Assistenten für neuere Literatur.[24]

Doch scheint auch Kinder diesen Vorwurf an die Literaturwissenschaft etwas zu relativieren, da das Angebot einfach nicht zu bewältigen sei und die Institutionen daher froh über die für sie getroffene Vorauswahl seien. Das Problem sei dabei nur, dass die vom Feuilleton als Hauptwerke des Jahrhunderts deklarierten Werke, dann auch wirklich die Jahrhundert-Hauptwerke der Literaturgeschichte würden. Wenn nun also das Feuilleton die Literaturwissenschaft präge, so prägten die führenden Literaturkritiker die Literatur und genau das sei das Hauptproblem. So sei keine um Objektivität bemühte Literaturgeschichte möglich, sondern nur das Bild, das sich die Starken im Literaturbetrieb nach ihrem Ebenbilde geformt hätten.[25]

Neben den Problemen dieser teils konkurrierenden, teils zusammenarbeitenden Disziplinen habe ich mit diesem Abriss schon einige Probleme der aktuellen Literaturkritik angesprochen, die ich im Folgenden nun einzeln aufgreifen und in ihren Zusammenhängen beschreiben möchte.

3.2 Wie sieht sie aus, die aktuelle Literaturkritik? Welche Probleme treten auf?

Mehr denn je hat es die literarische Kritik in unserer Zeit mit dem einzelnen Dichtwerk zu tun und nicht mit Richtungen, die es durchzupauken oder zu bekämpfen gilt. Schulen und Programme wie zur Zeit des Naturalismus und des Expressionismus existieren nicht mehr. Das mag als Glück oder als Mangel angesehen werden, Tatsache ist, dass der Kritiker von heute keine Tabulatur zur Hand hat. Er muss das Gesetz in jedem Fall neu entdecken und neu formulieren, wenn er nicht bei der bloßen impressionistischen Kritik stehen bleiben und schließlich in der Meinungshierarchie untergehen will. Erst aus dem Ensemble der Phänomene darf er hoffen allmählich Umrisse einer zeitgenössischen Ästhetik ablesen zu können.

Wir haben also Kritiker, aber wir haben keine Kritik als Institution und somit eine Methodenvielfalt der Literaturkritik. Diese Situation muss nicht unbedingt ein Unglück sein, aber sie vergrößert die Verantwortung des Kritikers und die Schwierigkeiten seines Metiers, bewahrt ihn auf der anderen Seite aber vor den Versuchungen einer Ästhetik von oben. Das heißt: wir haben Kritiker, aber sie bleiben einzelne, von denen jeder das Risiko der kritischen Existenz für sich alleine tragen muss.[26]

Immer wieder wird das Fehlen von Maßstäben beklagt, doch Samuel Moser zeigt die Unmöglichkeit solcher Richtlinien, indem er betont, dass die Maßstäbe von den Büchern gesetzt werden und nicht von den Kritikern. Kritiker-Sein bedeute das Aufgeben von Maßstäben zu lernen. Müßte er sonst noch lesen, wenn er wüßte, wie das zu sein hat, was er gerne läse? [27] – Nein.

Diese Pluralität der Methoden und Maßstäbe macht es aber schwierig über eine bestimmte Art der Kritik zu schreiben und diese zu beurteilen. Es finden sich allerdings allgemeine Tendenzen, die immer wieder ins Auge stechen, den aktuellen Zustand der Literaturkritik in den Tages- und Wochenzeitungen prägen und Probleme aufwerfen.

3.2.1 Die Reduzierung auf den Unterhaltungswert und die reine Konzentration auf den Inhalt

Ein sehr stark vertretenes Phänomen ist die bereits erwähnte Konzentration auf den Unterhaltungsaspekt, den die Kritiken zu erfüllen haben. Dieser führt dazu, dass es sich bei mancher Rezension nur noch um eine Trendsuche handelt. Ein Werk, wie zum Beispiel die Unkenrufe, wird unzählige Male rezensiert, jede Zeitung muss etwas schreiben und bei all dem geht es eigentlich gar nicht mehr um das Werk selbst, sondern um den Trend, den man mitgehen muss.

Wichtiger als das Buch ist dabei der Autor, der einen weitaus höheren Unterhaltungswert zu haben scheint. Hanno Hebling äußerte sich in seinem Aufsatz Literaturkritik in deutschen Tageszeitungen explizit zu diesem Problem, weist die Verantwortung zunächst aber dem lesenden Publikum zu,

einem Publikum, das von der Literaturszene nicht so sehr Information wie Unterhaltung erwartet. Das auf Textanalysen verzichten kann und ein Urteil auch dann akzeptiert, wenn ihm keine sehr gründliche Deutung des Werkes vorangeht. Das jedoch dankbar ist, wenn dieses Urteil eindeutig günstig oder ungünstig ausfällt. Das sich namentlich über die scharfe Ablehnung eines Buches freut und den Rezensenten bewundert, der einen „Verriß“ geschrieben, der es dem Autor gegeben hat. [...]

Dieses Publikum will mehr über Autoren als über deren Werke lesen. Sie kann man vorführen, ihre Portraits und die Aufnahmen, die sie am Küchentisch und beim Angeln zeigen, kann man mit zielvoll charakterisierenden oder auch insinuierenden Legenden versehen, die der Blätternde wahrnimmt, bevor er - vielleicht - den Bericht liest, der „anläßlich“ einer summarisch beurteilten Neuerscheinung veröffentlicht wird. [28]

Das sei gewiss Magazinstil, aber die Personalisierung von Themen mache auch vor Tageszeitungen und Wochenblättern nicht Halt und eine Literaturkritik, die zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem Verfasser anlässlich seines Buches werde, komme nicht nur in illustrierten Heften vor. Wer sich an solche Leserschaft wende, müsse oder dürfe mit einer latenten Geistesfeindlichkeit rechnen, oder mit dem Bedürfnis, sich für zu hohe literarische Ansprüche gerächt zu sehen, durch einen Kritiker, der schwerverständliche Texte an dem untrüglichen Richtmaß der Trivialität zuschanden werden lasse, macht Hebling aber auch den Kritikern zum Vorwurf.

Doch nicht nur das Publikum und die Kritiker, sondern auch die Schriftsteller selbst steuerten zu dieser Erscheinung ja ihre personenbezogene Informationen bei.

Wie Hebling beklagt sich auch Sibylle Cramer über den Unterhaltungsaspekt der Literaturkritik, wenn sie schreibt:

Alles rings um die Literaturkritik muß in einen Rahmen der Unterhaltungstauglichkeit eingebettet werden, was man ja jahrelang am „Literarischen Quartett“ beobachten konnte. Literatur hat am Fernsehen aber keine Erscheinungsmöglichkeit und der überhitzte Jargon, den man für unterhaltend hält, wirkt störend. [29]

Dieser überhitzte Jargon ist aber nicht nur im Fernsehen, sondern auch in anderen Medien wie Tages- oder Wochenzeitungen, aber auch in Internet und Radio zu finden.

Das Buch realisiert sich aber nicht im gestiegenen Verkauf und nicht im Gespräch mit Schriftstellern, nicht in der Diskussion über Literatur, nicht in Events aller Art und nicht im Betrieb der Buchmessen. Es realisiert sich einzig und allein indem es gelesen wird. Das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein, denn das Lesen des Textes ist nicht mehr unbedingt das Primäre. Hören und Sehen bereiten auf das Lesen vor, genügen sich im schlimmsten Fall aber auch schon selbst.[30] So bekommt die Literaturvermittlung immer mehr „Eventcharakter“.

Dazu gehören auch die Buchmessen und Verleihungen von Literaturpreisen. Natürlich sind und waren diese immer wichtig, aber heute geht es oft nur noch um die Show, die auf Kosten der Literatur ausgetragen wird. Es geht nicht mehr um Schriftsteller, sondern um Stifter und vor allem geht es immer wieder um Juroren.

Hält man sich vor Augen, dass jene Jurys nicht selten von Vertretern der großen Zeitungen besetzt werden, denkt man sich noch das Fernsehen hinzu und stellt man dieser gebündelten Medienmacht den jungen Schriftsteller gegenüber, dann lautet die fatale Prognose, dass der Schriftsteller sich nur dann durchsetzen kann, wenn er sich im Fernsehen und in der Kommunikationsform des Smalltalk durchgesetzt hat. Denn alle diese Wettbewerbe sind den Forderungen des Fernsehens unterworfen.[31] Wolfgang Schütte stellt den Zustand noch überspitzter dar, wenn er schreibt:

Eine Rezensionswirtschaft, welche die Gewaltenteilung von Autor, Lektor, Verlag und Kritik kassiert hat und fördert, daß sich die Rezensenten zu Kassenwarten für das Subventionskarussell anstellen lassen, nimmt die Literatur nur noch zum Anlaß und den Autor zur Geisel, um sich ausschließlich mit sich selbst zu beschäftigen. [32]

Ein abschreckendes Beispiel aus den USA erwähnt Ulrich Greiner:

Neulich machte eine Agentur Werbung für einen neuen amerikanischen Autor, mit dem Hinweis, der Mann sei 36 Jahre alt, sehe sehr gut aus und sei auf dem Weg zum „literarischen Sexsymbol“.[33]

Mit Literatur hat das wenig zu tun, noch weniger mit Literaturkritik.

Die Lust an der Kunst läuft nur noch auf Sinnesreiz hinaus – das ist das Problem, wenn die Kunst zum Konsum wird. Nicht der literarische Text, nicht das Räsonement über Literatur, nicht Verstehensprozesse steuern Tempo, Zeitrahmen und Reglement des Spiels, sondern die möglichst pointensichere Meinung des Kritikers.[34] So verkommt die Kritik zum Zeitvertreib.

Durch diese Priorität des Unterhaltungswertes kann das Buch auch dann, oder gerade dann, zum Ereignis werden, wenn vernichtende Urteile folgen. Diverse Titelbilder von Zeitschriften zeigen diesen Trend deutlich. Der Kritiker als Unterhaltungskünstler steht dabei oft ranghöher als der eigentliche Künstler.[35]

Es ist inzwischen eine gängige Praxis, Verrisse bewusst einzusetzen um das Leseinteresse zu erhöhen. Diese Üblichkeit wird einerseits von den Instanzen der Nachrichtenmedien gebraucht, wo es Redakteure gibt, die bei ihren schreibenden Mitarbeitern von vorneherein „Verrisse“ oder „Elogen“ bestellen, was nicht schwer ist, wenn man die Meinung der Mitarbeiter zu einem Dichter kennt. Andererseits wird dies von Verlagen als kurioser Verkaufstrick genutzt, die Verrisse sogar auf die Einbände neuer Bücher drucken, um höhere Verkaufszahlen einzubringen.

Eng verbunden mit diesen Verrissen und den dahinterstehenden Strategien ist meist eine Neigung zum Extremen und Charakterlosen. Diese Fähigkeit zu Angriffen, Attacken, Täuschungsmanövern, Hinterhalten und Rückzugsvormärschen sei ein besonderes Kennzeichen der deutschen Literaturkritik,[36] so Dieter Bachmann.

Die wirklichen Aufgaben, die an die Kritik gestellt werden, gehen hingegen verloren. Nicht einmal mehr eine vage Einordnung des Werkes in die Literatur wird damit geliefert und der allgemeine gesellschaftliche Kontext wird in der Regel kaum berücksichtigt. Zumindest wird er da ausgeblendet, wo es nicht mehr um Einschaltquoten oder Auflagen geht. Ein internationaler Vergleich kommt selten zu Stande.

Die derzeitige Praxis der Kritik erfülle die Anforderungen nicht und trage bei, zur zunehmenden Entliterarisierung, so Heinrich Vormweg.[37] Deswegen macht Hans Jürgen Heise dem Kritiker dieser Art seine Legitimation streitig, indem er sagt: Der Kritiker wird seiner Mittler-Funktion nicht mehr gerecht, sondern wird automatisch zum Vergröberer und Verfälscher.[38]

Im Zusammenhang der heute nicht mehr erfüllten Anforderungen sei auch erwähnt, dass sich die Kritik, wenn überhaupt, nur noch auf den Inhalt des Werkes konzentriert und die Form des Behandelten mehr und mehr außer Acht lässt.

Doch nach Moritz Heimann sollte der Kritiker eigentlich gerade bei der Form beginnen und dann seine Wege in alle Richtungen der Himmelsrose nehmen.[39]

Das Einzige was dem Buch hingegen bleibt, ist oft eine bloße Inhaltsangabe. Selbst damit aber, von einem Buch eine anständige Inhaltsangabe zu liefern, tue sich die Kritik manchmal schwer,[40] stellt Bachmann fest. Zitate beispielsweise werden nicht einfach nur eingespart, was den Einblick in das Werk schon deutlich reduziert, sondern sie werden oft genug auch noch gröblich verfälscht, so dass am Ende Dinge in der Rezension zitiert werden, die so nicht im Buch stehen. Hierfür werden später noch Beispiele angeführt werden.

Dass die Kritik somit zur Wirkungslosigkeit verkommt, muss nicht im Speziellen erwähnt werden.

Doch nach Blöcker seien Literaturkritiker ohnehin nur noch an Weihnachten gefragt und sonst allenfalls geduldete Figuren, die einmal in der Woche die Sonntagsausgabe mit ein paar Bildungsschnörkeln verzieren dürften. Nicht das Bedürfnis nach Klärung und geistiger Erhellung sei es, das nach ihnen verlange, sondern der Wunsch nach Geschenk- und Einkaufsberatung.

Doch nicht einmal diese scheint zu funktionieren, denn Leser und Käufer geben nur selten an, von Besprechungen in Zeitungen zum Buchkauf animiert worden zu sein.[41] Das Kaufverhalten der Leser bleibt also nahezu unbeeinflusst von der Literaturkritik und die Rezensionen, von spektakulären Verrissen abgesehen, ungelesen und somit wirkungslos. Lediglich die Gruppe beruflich mit Literatur beschäftigter Leser zeigt noch Interesse an ihnen.

3.2.2 Das Problem der Taggebundenheit und der Erscheinungsfristen für Rezensionen

Eng verbunden mit dieser Wirkungslosigkeit ist auch das Problem der „Taggebundenheit“. In den meisten Fällen handelt es sich nämlich gar nicht mehr um Literaturkritik, beziehungsweise Buchkritik, sondern um ersatzweise veröffentlichte schnelle Buchtipps, durch die „literarische Verbraucherberatung“. Dabei heißt es nur noch Daumen rauf oder runter. Es bleibt auch keine Zeit für ein wirkliches Urteil, denn dafür interessiert sich spätestens dann niemand mehr, wenn das betreffende Buch nicht mehr auf den Ausstellungstischen der Buchhandlungen liegt. Bücher, die sich nicht innerhalb von vier Wochen behauptet haben, verschwinden ins Regal und werden remittiert. Aus diesem Grund dürfen Buchtipp und Auslieferungstermin nicht zu weit auseinander liegen, wovon die Literaturkritik der Feuilletons gleich doppelt betroffen ist. Einerseits, weil der Umfang der Literaturseiten und Literaturbeilagen unmittelbar von der Werbestrategie der Verlage abhängt, so dass die Menge der Verlagsanzeigen für neu erscheinende Bücher den Platz für die zugehörigen Rezensionen bestimmt, andererseits, weil die Anzeigen fast nur noch parallel zum Auslieferungstermin geschalten werden und das Motto herrscht „Was heute nicht geht, das geht nimmermehr.“

Was in den Frühjahrs- beziehungsweise Herbstbeilagen der Literatur und Feuilleton-Redaktionen keinen Platz findet, ist somit verloren.

Ein Pressechef eines Verlages erklärt zum Beispiel, dass es zwar schön sei, wenn Anfang des Jahres 1998 noch ein Buch aus dem Jahre 1997 besprochen würde, weil Autor und Verlag sähen, dass ihre Arbeit gewürdigt würde, für den Verkauf des Buches habe es allerdings fast keine Bedeutung mehr. Der interessierte Leser würde es in kaum einer Buchhandlung mehr finden. Ebenfalls sinnlos wäre es, Monate später einen Verriss zu drucken, so Greiner, der dennoch von Fall zu Fall gegen diese Regel verstößt. Er tröste sich dann mit dem Gedanken, dass das imaginäre Gespräch über Literatur nicht abreißen dürfe.

Einer Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse zufolge haben Bücher, die sich nicht am ersten Tag ihres Verkaufs in den Medien durchsetzen, ohnehin keine Chance mehr.[42]

Es kommt heute also nicht allein darauf an, die richtigen Bücher gelesen zu haben, sondern diese rechtzeitig gelesen zu haben. Denn durch die stetig steigende Titelproduktion entsteht ein Verdrängungswettbewerb, der die Verlage dazu zwingt, das neue Programm mit aller Macht und allen Tricks in die Buchhandlungen zu pressen.[43]

Fast 83.000 Neuerscheinungen kamen im Jahr 2000 auf den Markt.[44] Um ein Bild der Literatur geben zu können, müsste ein großer Teil von diesen besprochen werden. Hierzu bleiben den Zeitungen nun etwa 50 Wochen und ein Raum, der etwa zehn Besprechungen pro Woche aufnehmen kann, im Jahr also höchstenfalls 500. Wenn man nun bedenkt, dass über die Hälfte dieser Neuerscheinungen allein im Herbst zur Frankfurter Messe erscheint, wird die Absurdität des Rechenexempels noch verstärkt. Selbst wenn man nur die, in dieser Darstellung interessierenden, belletristischen Werke betrachtet, steht man immer noch einer trotz Sonderbeilagen nicht zu bewältigenden Fülle von 7500 Werken gegenüber.

Über 40000 Titel müssten, nach den Wünschen der Buchverleger, allein in der Zeit von Oktober[45] bis zum 24. Dezember rezensiert werden, in dem Vierteljahr zwischen Auslieferung der ersten Herbsterscheinungen und dem Höhepunkt des Buchgeschäfts um Weihnachten also.

Selbst bei strengster Auswahl und allem guten Willen ist ein Kritiker heute also nicht mehr in der Lage auch nur einen repräsentativen Bruchteil der Jahresproduktion zu lesen, schon gar nicht, wenn die Literatur des Auslands mit einbezogen werden sollte. Ein repräsentatives Bild der Literatur kann also gar nicht mehr vermittelt werden.

So wird die Kritik immer zufälliger und beliebiger. Das Gespräch droht dabei zu versiegen, weil die Voraussetzung gemeinsamer Kenntnis immer weiter schwindet.

Die Tugenden der Zeitungskritik, wie schnelles Reaktionsvermögen, Mut zum selbstständigen Urteil und das Talent zur griffigen Formulierung, drohen sich in ihr Gegenteil zu verkehren, in Flüchtigkeit, vorschnelles Urteilen und die Flucht ins Schlagwort.[46]

Es gehört schon einige moralische Standfestigkeit dazu, solchen Versuchungen nicht zu erliegen, denn der Kritiker wird Opfer eines Stoßgeschäfts. Gelingt es ihm ein Werk in die flaue Zeit hinüberzuretten, um es mit Ruhe und Ausführlichkeit zu behandeln, muss er befürchten kein hinlängliches Interesse mehr zu finden. In der verkaufsschwachen Zeit sinken die Literaturbeilagen ohnehin in ihren Dornröschenschlaf zurück. Sie werden nur noch wenig beachtet, denn es fehlt ihr Marktecho.[47]

Diese unumgängliche schnelle Lesart befördere nur noch die Wahrnehmung ganz bestimmter Werke. Bücher, die Vertiefung voraussetzten, entfielen zwangsläufig,[48] so Weber.

Mit dieser Fülle neuer Bücher und der mangelnden Bearbeitungs- und Besprechungszeit ist aber noch ein weiteres Problem verbunden, nämlich die einhergehende Begrenztheit des Veröffentlichungsplatzes. Diese zwingt die Kritiker dazu, auf engem Raum und unter Vorgabe einer bestimmten meist knapp bemessenen Zeilenzahl einem Buch gerecht zu werden, was natürlich enorm schwierig ist.[49]

Hinzu kommt ein weiteres Problem, das ebenfalls mit der mangelnden Zeit in Zusammenhang steht, die den Literaturkritikern zur Beschäftigung mit den gewählten Werken bleibt und auf das ich im nächsten Punkt eingehen möchte.

[...]


[1] Wellershoff: Wir brauchen eine Kritik der Kritik.

[2] Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte (1959), S. 63-79.

[3] Mecklenburg (1972), S. 15.

[4] Vgl. Blöcker (1962), S. 11.

[5] Vgl. Blöcker (1962), S. 19.

[6] Mitgutsch (1990), S. 230f.

[7] Walter Jens (1985), S. 213.

[8] Ebd.

[9] Martin Meyer: Zwei Kontinente und der reisende Leser.

[10] Reich-Ranicki (1984), S. 100.

[11] Vgl. Boßmann (1997), S. 36-41.

[12] Eliot; zit. n.: Blöcker (1962), S. 15.

[13] Vgl. Hartung (1964), S. 815.

[14] Blöcker (1962), S. 14-17.

[15] Blöcker (1962), S. 14-17.

[16] Vormweg; zit. n.: Irro (1988), S. 98.

[17] Blöcker (1962), S. 11.

[18] Vgl. Glotz (1968), S. 224 - 226.

[19] Glotz (1968), S. 224 - 226.

[20] Vgl. Irro (1988), S. 92.

[21] Irro (1988), S. 95f.

[22] Vgl. Blöcker (1962), S. 6.

[23] Mitgutsch (1990), S. 231.

[24] Kinder (1988), S. 30-36.

[25] Kinder (1988), S. 30-36.

[26] Vgl. Blöcker (1962), S. 13.

[27] Moser (1984), S. 84.

[28] Hebling (1988), S. 31.

[29] Cramer (1996), S. 93-99.

[30] Vgl. Böttiger (1999), S. 169.

[31] Schirrmacher (1991), S. 76.

[32] Wolfgang Schütte; zit. n.: Schirrmacher (1991), S. 76.

[33] Greiner (2000), S. 234f.

[34] Vgl. Cramer (1996), S. 93-99.

[35] Zu denken sei beispielsweise an das Spiegel-Titelblatt zur Neuerescheinung der Rättin, wo Reich-Ranicki, das Buch zerreißend, abgedruckt war.

[36] Bachmann (1984), S. 12.

[37] Vormweg (1981), S. 373.

[38] Heise (1981), S. 286.

[39] Heimann (1966), S. 120.

[40] Bachmann (1984), S. 12.

[41] Vgl. Blöcker (1962), S. 5.

[42] So das Resümee der Podiumsdiskussion Wer bestimmt, was wir lesen? Wie der Buchmarkt gesteuert wird, die im Rahmen der Leipziger Buchmesse am Freitag , den 22. März 2002 um 17.00 Uhr stattfand. Eingeladen waren Sigrid Löffler, Dieter Schormann, Thomas Tebbe und Ursula Nusser.

[43] Greiner (2000), S. 236.

[44] Nach Angabe des deutschen Buchhandels (www.buchhandel.de/marceting/inländische-titelproduktion) waren es 82.936 Neuerscheinungen in Deutschland.

[45] Beginn der Frankfurter Buchmesse ist diesmal der 9.Oktober.

[46] Blöcker (1962), S. 8.

[47] Blöcker (1962), S. 8.

[48] Weber: Fußnoten zum Diskurs über den Literaturbetrieb.

[49] Selbst Redakteure kleiner Lokalzeitungen, wie beispielsweise der Schwäbischen Zeitung, haben mit diesem Problem zu kämpfen, was ich selbst in meinem Praktikum erfahren konnte.

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten

Details

Titel
Günter Grass - Welch ein Wirbel um ein Buch! Eine Untersuchung zur deutschen Literaturkritik aufgezeigt an Günter Grass´ "Unkenrufe"
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Neuere Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Staatsexamen
Note
2,00
Autor
Jahr
2002
Seiten
109
Katalognummer
V59699
ISBN (eBook)
9783638535632
ISBN (Buch)
9783638781343
Dateigröße
915 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Günter Grass, ein Moralist unter Beschuss: Diese Arbeit beschäftigt sich ausgehend von einem bestimmten Werk Günter Grass´ mit typischen Umgangsformen zwischen Neuerscheinungen, beziehungsweise ihrer Autoren, und den sie bewertenden Literaturkritikern. Um typische Verhaltensweisen zu filtern wurden in dieser Arbeit konsequent alle über zehn Jahre hin erschienenen Rezensionen zum Werk 'Unkenrufe' ausgewertet.
Schlagworte
Günter, Grass, Welch, Wirbel, Buch, Eine, Untersuchung, Literaturkritik, Grass´, Unkenrufe, Staatsexamen
Arbeit zitieren
Nadine Bürglen (Autor), 2002, Günter Grass - Welch ein Wirbel um ein Buch! Eine Untersuchung zur deutschen Literaturkritik aufgezeigt an Günter Grass´ "Unkenrufe", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59699

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