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Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit

Title: Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit

Term Paper , 1995 , 16 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Kolja Karl (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit

1)Bedeutung von Arbeit und psychische Gesundheit

Verstehen läßt sich die Wirkungsweise von Arbeitslosigkeit nur vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung von Arbeitstätigkeiten.
Marie Jahoda(1979,1982)hat, ausgehend von der Position, daß Arbeit die wichtigste Verknüpfung mit der Realität darstellt, versucht, die latenten Funktionen von Arbeit- abgesehen von der des Gelderwerbs- in fünf Kategorien darzustellen .

Danach beinhaltet Arbeitstätigkeit folgende Erfahrungsdimensionen:

-Sie stellt eine erzwungene Tätigkeit dar,
-welche soziale Kontakte außerhalb des engeren sozialen Netzes vermittelt,
-in der Verfolgung von gemeinsamen (Arbeits)zielen, welche über die
unmittelbaren individuellen Ziele hinausgehen,
-die innerhalb einer gesetzten Zeitstruktur abläuft
-und verknüpft ist mit einem sozialen Status, welcher Berufsprestige mit dem zentralen gesellschaftlichen Bewertungssysthem -nämlich Geld -verbindet.
Es ist denkbar das einige dieser Kriterien sich auch ohne Arbeit erfüllen könnten, jedoch unter gegenwärtigen, gesellschaftlichen Bedingungen ist eine vollständige Erfüllung der psychologischen Funktionen von Erwerbsarbeit allerdings nur in den seltensten Fällen vorstellbar. Es läßt sich keine Aktivität denken, welche die angeführten psychologischen Funktionen ähnlich wie Erwerbsarbeit
gebündelt ausfüllen könnten.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1)Bedeutung von Arbeit und psychische Gesundheit

2)Auswirkungen von Massenarbeitslosigkeit auf Beschäftigte

3)Soziales Umfeld

4)Selbstverschuldungsthese

5)Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit

a)Positive Folgen

b)Negative Folgen

6)Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus

7)Anpassung an die Langzeitsarbeitslosigkeit

a)Demoralisierung

8)Spezielle Faktoren im Bezug auf Arbeitslose in der Ex-DDR

9)Zur psychosozialen Belastungssituation von Arbeitslosen Frauen in den neuen Bundesländern

10)Gesundheitsriskantes Verhalten von arbeitslosen Jugendlichen

11)Armut und Arbeitslosigkeit

12)Kinder und der Faktor Arbeitslosigkeit

13)Lösungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der vielfältigen psychosozialen und gesundheitlichen Folgen, die mit Langzeitarbeitslosigkeit einhergehen. Dabei wird analysiert, wie sich der Verlust der Erwerbsarbeit auf das Individuum, das soziale Umfeld sowie auf vulnerable Gruppen wie Jugendliche und Kinder auswirkt.

  • Die Bedeutung von Erwerbsarbeit für die psychische Gesundheit und Identität.
  • Die psychologischen Belastungsfaktoren durch Arbeitsplatzunsicherheit und soziale Isolation.
  • Die Rolle der "Selbstverschuldungsthese" als Mechanismus der gesellschaftlichen Entlastung.
  • Spezifische psychosoziale Herausforderungen in den neuen Bundesländern.
  • Auswirkungen der elterlichen Arbeitslosigkeit auf die Entwicklung von Kindern.

Auszug aus dem Buch

1)Bedeutung von Arbeit und psychische Gesundheit

Verstehen läßt sich die Wirkungsweise von Arbeitslosigkeit nur vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung von Arbeitstätigkeiten.

Marie Jahoda(1979,1982)hat, ausgehend von der Position, daß Arbeit die wichtigste Verknüpfung mit der Realität darstellt, versucht, die latenten Funktionen von Arbeit abgesehen von der des Gelderwerbs- in fünf Kategorien darzustellen .

Danach beinhaltet Arbeitstätigkeit folgende Erfahrungsdimensionen:

-Sie stellt eine erzwungene Tätigkeit dar,

-welche soziale Kontakte außerhalb des engeren sozialen Netzes vermittelt,

-in der Verfolgung von gemeinsamen (Arbeits)zielen, welche über die unmittelbaren individuellen Ziele hinausgehen,

-die innerhalb einer gesetzten Zeitstruktur abläuft

-und verknüpft ist mit einem sozialen Status, welcher Berufsprestige mit dem zentralen gesellschaftlichen Bewertungssysthem -nämlich Geld -verbindet.

Es ist denkbar das einige dieser Kriterien sich auch ohne Arbeit erfüllen könnten, jedoch unter gegenwärtigen, gesellschaftlichen Bedingungen ist eine vollständige Erfüllung der psychologischen Funktionen von Erwerbsarbeit allerdings nur in den seltensten Fällen vorstellbar. Es läßt sich keine Aktivität denken, welche die angeführten psychologischen Funktionen ähnlich wie Erwerbsarbeit gebündelt ausfüllen könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1)Bedeutung von Arbeit und psychische Gesundheit: Dieses Kapitel erörtert die fundamentale Rolle von Erwerbsarbeit für die menschliche Psychologie anhand der Kategorien von Marie Jahoda.

2)Auswirkungen von Massenarbeitslosigkeit auf Beschäftigte: Hier wird dargelegt, wie die Angst vor Arbeitslosigkeit bereits Beschäftigte belastet und die allgemeine gesundheitliche Situation verschlechtert.

3)Soziales Umfeld: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss des sozialen Umfelds auf den Bewältigungsprozess von Arbeitslosen und die Gefahr der Stigmatisierung.

4)Selbstverschuldungsthese: Es wird untersucht, warum die These der Selbstverschuldung von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen genutzt wird, um politische Verantwortung zu entlasten.

5)Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit: Dieses Kapitel listet die psychischen und physischen Folgen auf, von Antizipationsangst bis hin zu somatischen Erkrankungen.

6)Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus: Hier wird der Zusammenhang zwischen der durch Arbeitslosigkeit ausgelösten Extremsituation und wachsender Fremdenfeindlichkeit diskutiert.

7)Anpassung an die Langzeitsarbeitslosigkeit: Unterscheidung zwischen resignativer Anpassung und konstruktiven Bewältigungsstrategien (proaktive Arbeitslose).

8)Spezielle Faktoren im Bezug auf Arbeitslose in der Ex-DDR: Analyse der spezifischen Problematik in Ostdeutschland durch den Wegfall der betrieblichen Sozialstrukturen.

9)Zur psychosozialen Belastungssituation von Arbeitslosen Frauen in den neuen Bundesländern: Betrachtung der Auswirkungen auf die weibliche Identität in einem Kontext, in dem Berufstätigkeit eine soziale Norm war.

10)Gesundheitsriskantes Verhalten von arbeitslosen Jugendlichen: Darstellung, wie Perspektivlosigkeit zu risikoreichen Lebensstilen bei jungen Menschen führt.

11)Armut und Arbeitslosigkeit: Kurze Analyse der ökonomischen Konsequenzen durch niedrige Sozialhilfesätze und Schwellenängste gegenüber Behörden.

12)Kinder und der Faktor Arbeitslosigkeit: Untersuchung der familiären Belastungseffekte und der Auswirkungen auf die Schulleistungen von Kindern.

13)Lösungen: Ein kurzes Plädoyer für die Bedeutung der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt als primäre Hilfsmaßnahme.

Schlüsselwörter

Langzeitarbeitslosigkeit, Psychosoziale Folgen, Marie Jahoda, Arbeitsplatzunsicherheit, Stigmatisierung, Selbstverschuldungsthese, Massenarbeitslosigkeit, Rechtsextremismus, Demoralisierung, Psychopathologie, Gesundheit, DDR, Armut, Soziale Isolation, Berufstätigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden psychosozialen und gesundheitlichen Auswirkungen, die durch die Erfahrung von Langzeitarbeitslosigkeit auf das Individuum und sein soziales Umfeld entstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung von Arbeit für die psychische Gesundheit, die gesellschaftliche Stigmatisierung von Arbeitslosen, die spezifische Situation in Ostdeutschland sowie die Auswirkungen auf Familien und Jugendliche.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die psychologischen Belastungsfaktoren zu identifizieren, die durch den Verlust der Erwerbsarbeit entstehen, und aufzuzeigen, wie sich diese auf die Lebensführung und Gesundheit auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung psychologischer Konzepte (z.B. nach Marie Jahoda) sowie der Auswertung empirischer Studien und soziologischer Beobachtungen zur Arbeitsmarktsituation.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte der Belastung, angefangen bei der Bedeutung der Arbeit, über die "Selbstverschuldungsthese", bis hin zu spezifischen Gruppenanalysen (Frauen, Jugendliche, Kinder).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zentrale Begriffe sind psychosoziale Folgen, Langzeitarbeitslosigkeit, Stigmatisierung, Identitätsverlust und Anpassungsstrategien.

Warum ist die "Selbstverschuldungsthese" ein wichtiges Thema?

Die These dient gesellschaftlich als Entlastungsmechanismus, um die politische Verantwortung für das gesamtwirtschaftliche Problem der Arbeitslosigkeit auf die Betroffenen selbst zu projizieren.

Wie beeinflusst die Geschichte der Ex-DDR die heutige Situation der Arbeitslosen dort?

Der Wegfall der gewohnten betrieblichen Sozialstrukturen und der plötzliche Übergang in ein marktwirtschaftliches System haben die psychosoziale Belastung für Betroffene in den neuen Bundesländern durch den Verlust eines zentralen Identitäts- und Lebensraums verschärft.

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Details

Title
Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit
College
University of Bremen  (Fachbereich 7 - Wirtschaftswissenschaften)
Grade
Sehr gut
Author
Kolja Karl (Author)
Publication Year
1995
Pages
16
Catalog Number
V5973
ISBN (eBook)
9783638136778
ISBN (Book)
9783640859979
Language
German
Tags
Psychosoziale Folgen Langzeitarbeitslosigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kolja Karl (Author), 1995, Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5973
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