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Die aus der ödipalen Phase stammende Übertragung und Gegenübertragung als Grenze möglicher Erziehung

Title: Die aus der ödipalen Phase stammende Übertragung und Gegenübertragung als Grenze möglicher Erziehung

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 41 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Petra Zahner (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Könnte dieses Zitat uneingeschränkt Bejahung finden, wäre dies mit der Vorstellung verbunden, dass das künftige Leben eines Menschen im Augenblick seiner Zeugung bereits beschlossen sei und er marionettenähnlich und ohne die Macht seines eigenen Zutuns sein Leben wie sein ihm auferlegtes Schicksal verbringen müsste. Individualität und ebenso Erziehbarkeit wären unter dieser Prämisse völlig ausgeschlossen. Diese Determination ist relativ zu sehen.
Natürlich hat jeder Mensch gewisse Dispositionen, welche er in sein Leben mitbringt und seine Entwicklung folgt einem bestimmten inneren Plan, aber jeder Mensch hat auch etwas eigenes, etwas individuelles und jeder wird von dem sozialen Ort, seiner Zeit und konkreten Umständen und von seiner Art zu Erleben sowohl in positiver, als auch in negativer Weise geprägt.
Diese individuelle Schicht muss für die Erziehung die bedeutsame sein. „Die Beeinflussbarkeit auch in dieser Schicht ist begrenzt und variabel, aber sie ist doch in beträchtlichem Maße vorhanden.“ An der genetischen Disposition ist noch nichts zu rütteln. Ein Kind ist kein unbearbeiteter, beliebig formbarer Rohstoff. Auch der innere Entwicklungsplan, die psychische Entwicklung des Kindes, die Sigmund Freud bei seinen Behandlungen sowohl psychisch kranker Erwachsener als auch Kinder erstmals markiert hat, setzt pädagogischen Bemühungen Grenzen und kann andererseits nicht unabhängig von gesellschaftlichen Vorraussetzungen zu sehen sein. Genau mit diesem inneren Entwicklungsplan, oder wie Freud es nannte, der infantilen sexuellen Entwicklung wird sich diese Arbeit auseinandersetzen. Jedes Individuum muss in seiner Ontogenese spezifische psychosexuelle Krisen überwinden und bildet dabei bestimmte psychische Strukturen aus. Damit dies gelingt braucht es eine fördernde und haltende Umwelt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Strukturenbildung der kindlichen Psyche innerhalb infantiler sexueller Entwicklungsphasen

2.1. Die orale Phase

2.2. Die anale Phase

2.3. Die phallisch-ödipale Phase

2.4. Bildung psychischer Strukturen: Das Gewissen erwacht!

2.5. Das Phänomen der infantilen Amnesie

3. Das Phänomen der Übertragung und Gegenübertragung

3.1. Was ist Übertragung?

3.2. Übertragung im psychoanalytischen Setting

3.3. Bezug zu frühkindlichen Interaktionsformen

3.4. Gegenübertragung

4. Die Herrschaft des Ödipus! Exkurs an die Grenzen von Erziehbarkeit

4.1. Anspruch und Zielvorstellung psychoanalytischer Pädagogik

4.2. Übertragung und Gegenübertragung als Grenze pädagogischer Intervention und die Bedeutung der ödipalen Phase

4.3. Gibt es ein Entrinnen?

5. Fazit?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychodynamischen Grenzen erzieherischen Handelns, indem sie die kindliche ödipale Entwicklung mit den Mechanismen der Übertragung und Gegenübertragung in Beziehung setzt. Das zentrale Ziel ist es zu erörtern, inwiefern unbewusste psychische Strukturen und frühkindliche Konflikte die Möglichkeiten einer bewussten pädagogischen Einflussnahme begrenzen.

  • Strukturbildung der kindlichen Psyche und infantile Entwicklungsphasen
  • Psychodynamik der Übertragung und Gegenübertragung im analytischen Kontext
  • Bezug frühkindlicher Objektbeziehungen zu späteren Interaktionsmustern
  • Anspruch und Grenzen der psychoanalytischen Pädagogik
  • Bedeutung der ödipalen Konstellation für erzieherische Prozesse

Auszug aus dem Buch

3.1 Was ist Übertragung?

Das Phänomen der Übertragung wird sich als ein alltägliches herausstellen, welches einen in jeglicher Interaktion anteilig vorzufinden ist. Faktoren, die zur Übertragung führen sind universell und ubiquitär. Es sind spontane Gefühlsreaktionen wie Sympathie, Vertrauen oder Antipathie und Angst gegenüber unbekannten Objekten, welche alltägliche Übertragungsreaktionen belegen und durch äußere Attribute, wie Mimik, Gestik, Kleidung, Aussehen, Status etc. ausgelöst werden und einer unbewussten Interpretation und Bedeutungszuschreibung unterliegen. Das analytische setting wird sich als besonders geeignet herausstellen, um Übertragungsreaktionen zu fördern und zu stabilisieren.

Es kann vorkommen, dass ein Patient äußert, er habe noch immer nicht verstanden, was diese vielbesagte Übertragung sein soll. Andere hätten ihm zwar in den buntesten Farben geschildert, wie sie ihren Analytiker liebten und hassten, doch könne er jedenfalls nichts Derartiges verspüren.

Dies kann als Hinweis auf etwas angesehen werden, vom dem dieser Mensch nichts wissen will. Es ist Ausdruck einer Sorge, es könne ihm in Bezug auf seinen Analytiker etwas unterlaufen was ihm selbst nicht bewusst ist, oder einer Angst vor dem unkontrollierbaren analytischen Geschehen überhaupt.

Doch wie kann man diesen Vorgang der Übertragung enger ins Visier nehmen? Zunächst erscheint es wichtig, ihn gegenüber der Projektion abzugrenzen. Bei der Projektion fungiert der andere gleich einer Kinoleinwand. In den anderen werden bestimmte Eigenschaften (z.B. Hass, Neid oder Aggression) und Neigungen hineinprojiziert, welche das eigene Selbst bei sich nicht zu akzeptieren bereit ist. Nimmt man hingegen im Fall der Übertragung den Anderen ins Visier – auch wenn er, wie im psychoanalytischen Setting kaum zu sehen ist, dann hofft man im Anderen etwas zu finden beziehungsweise, ihn zu etwas zu bewegen, wie zum Beispiel zur Liebe. So wird die Frage nach der Übertragung zur Frage nach der eigenen Suche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Determination menschlichen Handelns durch den inneren Entwicklungsplan ein und umreißt die psychoanalytische Perspektive auf Erziehung.

2. Strukturenbildung der kindlichen Psyche innerhalb infantiler sexueller Entwicklungsphasen: Das Kapitel erläutert die psychosexuellen Entwicklungsphasen und deren Bedeutung für die Bildung des kindlichen Ichs und Gewissens.

3. Das Phänomen der Übertragung und Gegenübertragung: Hier werden die Mechanismen der Übertragung und Gegenübertragung als universelle Beziehungsmuster sowie deren spezifische Rolle im psychoanalytischen Setting definiert.

4. Die Herrschaft des Ödipus! Exkurs an die Grenzen von Erziehbarkeit: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen psychoanalytischen Grundlagen mit der pädagogischen Praxis und diskutiert die Grenzen der Erziehung aufgrund unbewusster Dynamiken.

5. Fazit?: Das Fazit fasst zusammen, dass die Grenze pädagogischen Handelns in den seelischen Gegebenheiten des Erziehers liegt, und plädiert für ein neues Verständnis von Erziehungsprozessen.

Schlüsselwörter

Ödipuskomplex, Übertragung, Gegenübertragung, Psychoanalytische Pädagogik, infantile sexuelle Entwicklung, Ich-Struktur, Unbewusstes, Verdrängung, Kastrationskomplex, Objektbeziehung, Erziehung, Kindheit, Triebstruktur, psychische Gesundheit, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie unbewusste psychische Mechanismen – insbesondere aus der ödipalen Phase – die Möglichkeiten und Grenzen erzieherischen Handelns beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychoanalytische Entwicklungstheorie, die Dynamik von Übertragung und Gegenübertragung sowie deren Auswirkungen auf den pädagogischen Dialog.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Erziehung keine grenzenlose Einflussnahme darstellt, sondern in der seelischen Konstitution des Erziehers und des Kindes auf natürliche, unbewusste Grenzen stößt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der psychoanalytischen Literatur, insbesondere den Schriften Sigmund Freuds und nachfolgender psychoanalytischer Pädagogen, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der psychischen Strukturbildung, die theoretische Herleitung von Übertragungsprozessen und die kritische Auseinandersetzung mit erzieherischen Grenzen in der Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ödipuskomplex, Übertragung, Psychoanalytische Pädagogik, Unbewusstes und Erziehungsgrenzen charakterisiert.

Welche Rolle spielt die ödipale Phase für die Erziehbarkeit?

Sie gilt als entscheidende Station der seelischen Entwicklung; ihre unbewusste Wiederholung im pädagogischen Setting setzt der bewussten Erziehung enge Grenzen.

Warum ist das Beispiel "Peter" für die Argumentation wichtig?

Anhand der Fallvignette von Peter wird illustriert, wie unbewusste Trennungserfahrungen und Übertragungsdynamiken eine pädagogische Intervention faktisch scheitern lassen können.

Wie definiert die Autorin die Rolle des Pädagogen?

Der Pädagoge sollte idealerweise über eine hohe Selbstreflexionsfähigkeit verfügen, um seine eigenen unbewussten Wünsche und Gegenübertragungen zu erkennen und das Kind nicht als Projektionsfläche für eigene Konflikte zu missbrauchen.

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Details

Title
Die aus der ödipalen Phase stammende Übertragung und Gegenübertragung als Grenze möglicher Erziehung
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Petra Zahner (Author)
Publication Year
2006
Pages
41
Catalog Number
V59771
ISBN (eBook)
9783638536172
ISBN (Book)
9783656815259
Language
German
Tags
Phase Gegenübertragung Grenze Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Zahner (Author), 2006, Die aus der ödipalen Phase stammende Übertragung und Gegenübertragung als Grenze möglicher Erziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59771
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