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Frau und Sucht

Titel: Frau und Sucht

Hausarbeit , 2006 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Kirsten Wallasch (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Gebrauch von Drogen gehört seit je her zur Kultur des Menschen. Schon unsere Vorfahren zur Zeit des Paläolithikums kannten die berauschenden Wirkungen diverser psychotroper Pflanzen und machten sie sich in ihren magischmedizinischen Ritualen zu nutze. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte und Jahrtausende erweiterte sich stets das Spektrum der Drogen, die konsumiert wurden, ebenso wie der Kreis der Menschen, die sie gebrauchten. War ihr Verzehr in alten Gesellschaften und Zivilisationen oft nur Priestern oder Heilern zu rituellen Zwecken vorenthalten, so wurde ihr Verbrauch, auch zum Genuss, in späteren Epochen selbst für niedere Schichten möglich. Manche Drogen „schafften“ es bis in die heutige Zeit sogar zum Alltagsgetränk, wie zum Beispiel Alkohol in Form von Bier und Wein, wie auch Tee, Kaffee und Kakao. Und wenn auch schon im ausgehenden Mittelalter besonders die Kirche vor „Völlerei und Trunksucht“ (und das wohl eher zum Erlangen des Seelenheils, als zum Erhalt der Gesundheit) warnte, so entstand das landläufige Bewusstsein für die Risiken übermäßigen oder unkontrollierten Konsumierens von Alkohol und anderen berauschenden Substanzen erst später. Denn erst im 16./17. Jahrhundert, während der ersten europäischen „Drogenkrise“, wurde der maßlose Gebrauch von Alkohol gesellschaftlich problematisiert und auch der Konsum der neu eingeführten Genussmittel wie Tabak, Kakao und Kaffee wurde erstmals gesetzlich zu regulieren versucht. Ein „Sucht- bzw. Krankheitskonzept“ (für Alkohol) wurde allerdings erst im 18./19.Jahhundert entwickelt. Seit dem beschäftigen sich immer mehr wissenschaftliche Disziplinen, wie die Medizin, die Psychologie, die Soziologie und nicht zuletzt die Sozialwissenschaften (SozialarbeiterInnnen und SozialpädagogInnen), mit der Problematik der Suchtentstehung, ihrer Prävention, der Behandlung bzw. Heilung und gesellschaftliche Integrierung von (ehemals) Süchtigen. Dabei wurde allerdings all zu lang der Fokus auf süchtige Männer gelegt. „Erst seit Beginn der achtziger Jahre [des 20. Jahrhunderts] hat das Thema „Frauen und Sucht“ zunehmend an Bedeutung gewonnen - insbesondere dadurch, dass sich weibliche Forscher und Praktiker diesem Thema zuwandten und die spezifischen Voraussetzungen der Suchtentstehung und -verläufe bei Frauen aufdeckten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Abhängigkeit

2.2 Sucht

3. Unterschiedliches Suchtverhalten bei Frau und Mann

4. Gesellschaftliche Ursachen für die Suchtentwicklung und Rolle der Frau aus sozialwissenschaftlicher Sicht

5. Gibt es Unterschiede in der Behandlung von Mann und Frau?

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Suchtentwicklung und im Suchtverhalten, um aufzuzeigen, inwiefern soziale Rollenbilder und soziologische Faktoren das Drogenkonsummuster von Frauen beeinflussen und warum daraus ein Bedarf für spezifische Behandlungsansätze resultiert.

  • Grundlegende Begriffsbestimmungen von Abhängigkeit und Sucht
  • Analyse des unterschiedlichen Suchtverhaltens bei Frauen und Männern
  • Sozialwissenschaftliche Betrachtung gesellschaftlicher Ursachen für Suchtentwicklung
  • Reflexion der Rolle der Frau und geschlechtsspezifischer Sozialisationsprozesse
  • Notwendigkeit geschlechtsspezifischer Therapie- und Behandlungsformen

Auszug aus dem Buch

Unterschiedliches Suchtverhalten bei Frau und Mann

Wie schon in der Einleitung erwähnt, werden Drogen seit Menschengedenken konsumiert. Allerdings galt ihr Konsum und auch ihr Missbrauch lange als Männerdomäne. Denn Jahrhunderte lang wurden Frauen mittels eines durch die weibliche Rolle auferlegten Zwang, sich in jeder Form starken Trinkens zu enthalten, einer Art „soziokulturellem Schutz“ gegen das Abgleiten in Suchtentwicklungen unterstellt. (vgl. Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren 1981, S.13) Einhergehend mit der Veränderung des Frauenbildes, vor allem im Zuge der Frauenbewegung in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, veränderte sich augenscheinlich auch der Drogenkonsum bei Frauen.

Bereits 1981 stellte die „Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren“ fest, dass die Zahl suchtkranker Frauen ständig weiter ansteigt. „Während noch vor zehn Jahren das Verhältnis suchtkranker Männer zu Frauen mit 7:1 angegeben werden konnte, scheint heute das Verhältnis zwischen suchtkranken Männern und Frauen bei 3:1 zu liegen, mit einer Tendenz zu 2:1 bzw. 1:1, insbesondere bei den jugendlichen Drogenabhängigen.“ (Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren 1981, S.9) Mit ihrer Vermutung, der Abstand zwischen den Geschlechtern hinsichtlich ihrer Disposition zur Sucht, könnte sich noch weiter verringern, lagen sie richtig.

Denn spätere Forschungen der „Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.“ bestätigten diesen Trend. In ihrem Bericht von 2003 (der sich mit den Zahlen, Daten und Fakten des Jahres 2001 befasste) stellten sie fest, dass Frauen mittlerweile rund ein Drittel der Alkohol- und Heroinabhängigen stellen sowie 15% der jährlichen Drogentoten. Erstaunlicher weise ist aber der Anteil der Mädchen bei den „Früheinsteigern“ im Konsum von Medikamenten und illegalen Drogen sogar höher als bei den Jungen, wobei diese wiederum einen größeren Anteil unter denjenigen stellen, die schon früh exzessiv Alkohol trinken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Drogenkonsums und arbeitet heraus, dass der wissenschaftliche Fokus auf Sucht lange Zeit primär auf Männern lag, bevor ab den 1980er Jahren das Thema "Frauen und Sucht" an Bedeutung gewann.

2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die Begriffe Abhängigkeit und Sucht voneinander abgegrenzt und definiert, um die theoretische Grundlage für die weiteren Ausführungen zu schaffen.

3. Unterschiedliches Suchtverhalten bei Frau und Mann: Das Kapitel analysiert empirische Daten zur Veränderung des Konsumverhaltens bei Frauen und belegt, dass Frauen zunehmend auch riskantere Konsummuster zeigen, wobei sie bei bestimmten Suchtarten (wie Medikamenten oder Essstörungen) stark überrepräsentiert sind.

4. Gesellschaftliche Ursachen für die Suchtentwicklung und Rolle der Frau aus sozialwissenschaftlicher Sicht: Hier wird dargelegt, wie geschlechtsspezifische Sozialisation, patriarchale Strukturen und widersprüchliche Rollenerwartungen an die Frau als Katalysatoren für die Suchtentstehung fungieren.

5. Gibt es Unterschiede in der Behandlung von Mann und Frau?: Das Kapitel begründet die Notwendigkeit geschlechtsspezifischer Therapieansätze, die über den körperlichen Entzug hinausgehen und die biografischen Hintergründe sowie die Lebensrealität von Frauen berücksichtigen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sucht bei Frauen oft eine Bewältigungsstrategie für gesellschaftlich bedingten Anpassungsdruck und Traumata ist, und fordert stärkende Behandlungsmodelle statt rein männlich orientierter Hilfeangebote.

Schlüsselwörter

Frauen und Sucht, Drogenkonsum, Suchtentwicklung, Abhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit, Sozialisation, Rollenbilder, geschlechtsspezifische Therapie, Suchtprävention, Sozialarbeit, geschlechtsspezifisches Suchtverhalten, Bewältigungsstrategien, Suchtberatung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Thematik der Suchtentwicklung und des Suchtverhaltens bei Frauen, unter besonderer Berücksichtigung sozialwissenschaftlicher und soziologischer Hintergründe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Begriffsbestimmung von Sucht, die Analyse der unterschiedlichen Konsummuster zwischen den Geschlechtern sowie die Bedeutung gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen für die Entwicklung einer Suchterkrankung bei Frauen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Ausarbeitung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Suchtproblematik von Frauen keine bloße Kopie männlicher Suchtmuster ist, sondern spezifische Ursachen hat, die eine grundlegende Anpassung der therapeutischen Angebote erforderlich machen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Berichte, Studien sowie sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und Konzepte zur Suchtarbeit mit Frauen zusammengeführt und kritisch reflektiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung, eine empirische Gegenüberstellung von Konsumdaten und eine tiefgreifende soziologische Analyse, wie gesellschaftliche Zwänge und traumatische Erfahrungen zur Sucht führen können.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "geschlechtsspezifische Suchtforschung", "soziale Rollenbilder", "Weibliche Identität" und "Suchtprävention in der Sozialarbeit" beschreiben.

Warum bevorzugen Frauen laut der Autorin häufig "stille" Suchtformen?

Die Autorin argumentiert, dass Frauen durch gesellschaftliche Rollenerwartungen dazu angehalten werden, sich anzupassen und "brav" zu sein; Medikamente ermöglichen es ihnen, trotz innerer Belastung weiterhin unauffällig in ihrem Alltag zu funktionieren.

Welche Bedeutung kommt der Verhaltenstherapie im Kontext dieser Arbeit zu?

Die Verhaltenstherapie wird als wesentlicher Baustein hervorgehoben, da sie durch Rollenspiele und gezieltes Training dazu beitragen kann, das Selbstwertgefühl zu steigern, Durchsetzungsfähigkeit zu fördern und neue, nicht-süchtige Bewältigungsstrategien zu erlernen.

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Details

Titel
Frau und Sucht
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Drogenkonsum im gesellschaftlichen Zusammenhang
Note
1,3
Autor
Kirsten Wallasch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V59797
ISBN (eBook)
9783638536356
ISBN (Buch)
9783656776949
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frau Sucht Drogenkonsum Zusammenhang
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kirsten Wallasch (Autor:in), 2006, Frau und Sucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59797
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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