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Norbert Elias' Zivilisationstheorie: Die Prozeß- und Figurationsthese

Title: Norbert Elias' Zivilisationstheorie: Die Prozeß- und Figurationsthese

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Adrian Arnold (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Ein Gedicht, von Norbert Elias selbst verfaßt, stellt auf poetische Weise dessen besondere Sichtweise von Gesellschaftsentwicklung als dynamischer, reziproker Zivilisierungs- (Psyche/Individuum) und Zivilisationsprozeß (Gesellschaft/ Figurationen) dar:

„Und Zufall wächst/ im Wandel der Geschichte
dem Wesen ein/ wird mein/ und wird Geschichte
Und Strom wird Welle/ Welle stromdurchtränkt
Bin ich in dich/ seid ihr in sie versenkt
Verschlungen Dasein/ Mensch und Stern und Tier
Wächst eins im anderen/ Du und Ich sind Wir“

Er beschreibt die unauflösbare Verflechtung von Geschichte, Menschen und ihrer Entwicklung, die sich in ihnen selbst wiederfindet. Daß Menschen und Natur in ständiger Wechselwirkung stehen, daß Geschichte in ihnen entsteht und doch in eigenständigen, unbeeinflußbaren Bahnen läuft - eben wie ein Fluß, der letztlich doch sein eigenes Ziel ins Meer sucht – dies ist Inhalt dieser Arbeit. Man kann Elias’ Werke in drei Teile gliedern. Die Zivilisationstheorie, die sich auf die Wechselwirkung von Soziogenese und Psychogenese konzentriert, zweitens die Prozeß- und Figurationstheorie, welche Bestandteil meiner Arbeit ist. Letztens ist dann noch die Wissens- und Wissenschaftstheorie zu nennen.

Zuerst müssen einige anthropologischen Grundannahmen dargelegt werden. Sie sind insofern wichtig, als sie das grundlegende Menschenbild des Autors erklären, auf dem Theorien der Sozialwissenschaft aufbauen. Daran anschließen muß die Forschungsmethodik und die erkenntnistheoretischen Paradigmen, um darzulegen, von wo Elias in seiner Denkweise beginnt, wie er Gesellschaft sieht und mit welchen Werkzeugen er forscht. So kann der Hauptteil die Ergebnisse seiner so strukturierten Arbeit in Bezug auf „Figurationen“ als Prozesse darlegen. Dabei gehe ich auf Machtdifferenzen von Figurationen und auf historische Mechanismen der Staatsbildung näher ein.
Als Abschluß dieser Arbeit füge ich zum einen meine persönlichen Ergänzungen hinzu, die sich durch die Arbeit mit seinen Schriften ergaben. Darin beschreibe ich Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Elias’ Theorien sowie Anknüpfungspunkte und Erklärungen gegenwärtiger Phänomene.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Theoriemethodischer Hintergrund

1. Anthropologische Grundannahmen

2. Methodik

II. Die Prozeß- und Figurationstheorie

1. „Figurationen“ im Wandel

Definition

Labile Machtbalancen

Sozialer Wandel: developmentalism

2. Staatsbildungsprozesse

Historische Mechanismen

III. Resumee

1. Persönliche Ergänzungen

Eine friedlicher Weltstaat?

2. Persönliche Kritiken

a) Erkenntnistheoretische Einwände

b) Inhaltliches

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht Norbert Elias’ Prozeß- und Figurationstheorie, um deren Anwendung auf die Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen, Machtbalancen und Staatsbildungsprozesse zu verdeutlichen. Im Fokus steht dabei die dynamische Verflechtung menschlicher Interdependenzen und deren Auswirkungen auf die Makroentwicklung von Gesellschaften.

  • Anthropologische Grundannahmen bei Norbert Elias
  • Prozessualer Charakter von Figurationen und sozialem Wandel
  • Machtbalancen als strukturelle Gegebenheiten in sozialen Geflechten
  • Historische Mechanismen der Staatsbildung und Gewaltmonopolisierung
  • Kritische Reflexion der Methode und Anwendung auf moderne Phänomene

Auszug aus dem Buch

Definition

„Solche Strukturformen, die interdependente Menschen als Individuen oder als Gruppen miteinander bilden, bezeichnet Elias als... Figurationen. Mit diesem Begriff möchte Elias... die Dichotomisierung von Individuum und Gesellschaft überwinden...“ 34 Elias meint zusammenfassend: >Immer mehr Gruppen, und mit ihnen immer mehr Individuen, unterliegen der Tendenz, um ihrer Sicherheit und Bedürfnisbefriedigung willen, auf eine Art und Weise abhängig voneinander zu werden, die größtenteils das Erfassungsvermögen der darin Verstrickten übersteigt... Einige wollen diesen, die anderen jenen Weg gehen. Sie... bleiben, ob sie gewinnen oder verlieren, doch aneinandergefesselt... Und sie sind nicht in der Lage, sich als Teil dieser größeren Muster zu sehen, weil sie, eingeschlossen und auf eine Weise hin- und hergeschoben, die keiner von ihnen wollte, nicht umhin können, von den dringlichen, beschränkten und kleinlichen Problemen, denen allen sie sich zu stellen haben, in Beschlag genommen zu werden... So wirkt auf jeden von ihnen ein, was nur von Menschen gebildet wird, und doch von vielen als fremde, externe Kraft, die den Naturkräften nicht unähnlich ist, erfahren wird< 35

Wird die Figuration der Menschen mit ihrer Umwelt zunehmend durch Rationalisierung von Bewußtsein und Verhalten kontrolliert (z.B. durch den Doppelbinder aus Distanziertheit und rationalen Handeln), dann entstehen trotz steigender Handlungsoptionen zunehmende Abhängigkeiten der Menschen untereinander. Bereits Simmel hat dieses Dilemma der Modernisierung und Individualisierung benannt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zivilisationstheorie von Norbert Elias ein und legt das Ziel der Arbeit fest, die Prozeß- und Figurationstheorie im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung zu analysieren.

I. Theoriemethodischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die anthropologischen Prämissen des Menschenbildes bei Elias und beschreibt die forschungsmethodische Herangehensweise zur Untersuchung gesellschaftlicher Prozesse.

II. Die Prozeß- und Figurationstheorie: Hier werden die Kernkonzepte der Figuration, Machtbalancen und des sozialen Wandels sowie die historischen Mechanismen der Staatsbildung detailliert untersucht.

III. Resumee: Das abschließende Kapitel enthält persönliche Reflexionen zur Arbeitsteilung und Moderne sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der methodischen und inhaltlichen Stimmigkeit von Elias’ Theorien.

Schlüsselwörter

Norbert Elias, Figuration, Prozeßtheorie, Soziogenese, Psychogenese, Interdependenz, Machtbalancen, Staatsbildung, Gewaltmonopol, Zivilisation, Sozialisation, Strukturfunktionalismus, Moderne, Verflechtung, Gesellschaftsanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Prozeß- und Figurationstheorie von Norbert Elias und deren Relevanz für das Verständnis komplexer gesellschaftlicher Interdependenzgeflechte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Figurationen, die Entstehung von Machtbalancen sowie historische Mechanismen, die zu Staatsbildungsprozessen führen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung, wie Elias die Schlüsselthesen zur Analyse von Gesellschaft und deren dynamischer Entwicklung anwendet, insbesondere in Bezug auf Machtdifferenzen und Staatsbildung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer prozesssoziologischen Herangehensweise, die historische Daten analysiert, um Gesetzmäßigkeiten in den Figurationen menschlicher Interdependenz aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Definition von Figurationen, deren historische Dynamik, das Konzept der labilen Machtbalancen sowie die Entstehung moderner Staaten durch Zentralisierung und Monopolbildung erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Figuration, Soziogenese, Machtbalance und Zivilisationsprozess definieren.

Wie erklärt Elias das Phänomen der Macht innerhalb einer Figuration?

Macht ist bei Elias keine feste Eigenschaft, sondern eine Struktureigentümlichkeit jeder Interdependenzform, die das Handeln von Individuen innerhalb eines sozialen Geflechtes beeinflusst.

Welche Kritik übt der Autor an der Methode von Norbert Elias?

Der Autor hinterfragt die methodische Stimmigkeit von Elias, insbesondere den vermeintlich empirisch-induktiven Ansatz, der laut Autor in der Praxis oft deduktiv und zirkulär agiert.

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Details

Title
Norbert Elias' Zivilisationstheorie: Die Prozeß- und Figurationsthese
College
Bielefeld University  (Fakultät für Soziologie)
Grade
2,0
Author
Adrian Arnold (Author)
Publication Year
2001
Pages
25
Catalog Number
V59803
ISBN (eBook)
9783638536400
ISBN (Book)
9783640861989
Language
German
Tags
Elias Zivilisationstheorie Figurationsthese soziogenese Psychogenese Kultursoziologie Developmentalism Europa Historische Soziologie Prozeß der Zivilisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adrian Arnold (Author), 2001, Norbert Elias' Zivilisationstheorie: Die Prozeß- und Figurationsthese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59803
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