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Das Geschlecht als das Opium des Volkes - die interaktive Konstruktion von Geschlecht

Title: Das Geschlecht als das Opium des Volkes - die interaktive Konstruktion von Geschlecht

Term Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Karoline Lazaj (Author)

Sociology - Relationships and Family
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In fast allen Gesellschaften wird die Menschheit in zwei Arten bzw. Sorten getrennt. Frau und Mann werden rigoros auseinandergehalten und der Unterschied der beiden Geschlechter ist in unser kulturelles Bewusstsein eingeprägt. In unserer westlichen Gesellschaft herrscht die Annahme vor, dass Geschlecht von Natur aus gegeben ist. Niemand kann über seine „Mitgliedschaft“ im jeweiligen Geschlecht bestimmen. Es gibt drei Basisannahmen, die als allgemeingültig gelten:

1. Konstanzannahme (das Geschlecht ist konstant und unverlierbar, d.h. ist das Geschlecht erst einmal gegeben, so kann man es nicht wechseln)
2. Naturhaftigkeit (das Geschlecht ist von der Natur mitgegeben; die Menschheit kann dieses „Naturphänomen“ nicht beeinflussen; biologische Fakten sind Beweis dafür, da man die Geschlechtszugehörigkeit eindeutig am Körper- genauer: den Genitalien ablesen kann)
3. Dichotomizität ( es gibt nur zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich; gehört man nicht dem einen an, so ist man Mitglied des anderen)
Das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit liegt darauf, die Prozesse der sozialen Konstruktion von Geschlecht zu untersuchen und herauszuarbeiten wie diese institutionell gestützt werden. Vor allem wird deutlich zu machen versucht, dass Geschlecht als eine „routinierte, methodische und immer wieder aufkommende soziale Hervorbringung“ („gender as a routine, methodical and recurring accomplishment) anzusehen ist. Geschlecht spielt in jede soziale Situation mit ein und ist immer- wenn auch nur unterschwellig- relevant.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die soziale Konstruktion von Geschlecht

2.1 Zweigeschlechtlichkeit als Wissenssystem

2.2. Interaktive Praxis der Darstellung und Attribution

2.3. institutionelle Reflexivität

3. Schluss

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den soziologischen Prozess der sozialen Konstruktion von Geschlecht und arbeitet heraus, wie dieses System institutionell gestützt und im täglichen Miteinander routiniert reproduziert wird. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Geschlecht als soziale Hervorbringung („Doing Gender“) in sozialen Situationen ständig neu hergestellt wird.

  • Die soziologische Perspektive auf Zweigeschlechtlichkeit als soziales Konstrukt.
  • Die Rolle der Sprache bei der Stabilisierung geschlechtsspezifischer Wissenssysteme.
  • Prozesse der interaktiven Darstellung durch den Akteur und die Attribution durch den Betrachter.
  • Die Funktion von physischen Räumen und Institutionen (wie der Ehe) bei der Aufrechterhaltung der Geschlechterordnung.
  • Das Wechselverhältnis zwischen Mikro-Interaktionen und der makrosoziologischen Sozialstruktur.

Auszug aus dem Buch

2.2. Interaktive Praxis der Darstellung und Attribution

Hier ist nun als zentrale Frage anzunehmen, wie Geschlecht in Interaktionen visualisiert wird, welche Verhaltensweisen und Merkmale als geschlechtsbedeutend empfunden werden und wie dieser Prozess von Darsteller und Betrachter vollzogen wird.

Goffmann ist es, der Geschlecht als ständige „Zurschaustellung“ („gender display“) beobachtet. Er vergleicht die Darstellung von ,gender’ mit der Aufführung in einem Theater: „Gender as a socially scripted dramatization of the culture`s idealization of feminine and masculine natures, played for an audience that is well schooled in the presentational idiom“.

Indem er die Darstellung von ,gender’ als Dramatisierung bezeichnet, wird deutlich, dass der Akteur seine Handlungen so wählt, dass sein Verhalten als seinem Geschlecht angemessen erscheint vor den Augen des Betrachters. Als ,Vorlage’ (hier „Skript“), aus der man entnehmen kann, wie man sich zu verhalten hat, fungieren hier die moralischen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen, die das Ideal der männlichen und weiblichen Natur an sich propagieren. Dieses Ideal gilt es zu erreichen (zumindest sich diesem anzunähern), denn die Betrachter haben dieses Ideal ständig im Hinterkopf und messen die ihnen gebotene Darstellung an dem selbigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die drei Basisannahmen der Zweigeschlechtlichkeit (Konstanz, Naturhaftigkeit, Dichotomizität) ein und definiert die soziologische Perspektive, wonach Geschlecht ein von der Gesellschaft konstruiertes Phänomen ist.

2. Die soziale Konstruktion von Geschlecht: Dieser Hauptteil analysiert, wie Zweigeschlechtlichkeit als Wissenssystem durch wissenschaftliche Legitimation, sprachliche Fixierung und die "Dramatisierung" im sozialen Alltag stetig reproduziert wird.

3. Schluss: Das Fazit stellt fest, dass die Geschlechterkonstruktion kulturell variiert, und diskutiert kritisch das Wechselverhältnis zwischen Mikro- und Makroebene sowie die Grenzen der objektiven soziologischen Analyse.

4. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten soziologischen Fachliteratur, insbesondere von Autoren wie Hirschauer, Goffman und West/Zimmerman.

Schlüsselwörter

Soziale Konstruktion, Zweigeschlechtlichkeit, Doing Gender, Geschlechtsidentität, Wissenssystem, Interaktionsanalyse, Attribution, Geschlechtsdarstellung, Institutionelle Reflexivität, Geschlechterklassifikation, Naturalisierung, Sozialisation, Performativität, Geschlechterdifferenzierung, Alltagswissen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse, dass Geschlecht keine biologische Gegebenheit ist, sondern ein permanent hergestelltes soziales Konstrukt, das in Interaktionen ständig reproduziert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Stabilisierung des Wissenssystems "Zweigeschlechtlichkeit", die Bedeutung der Sprache als Reproduktionsmittel und die Praxis der interaktiven Darstellung von Geschlecht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Prozess der sozialen Konstruktion von Geschlecht zu untersuchen und zu verdeutlichen, dass Geschlecht eine "routinierte, methodische und immer wieder aufkommende soziale Hervorbringung" ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische soziologische Analyse, basierend auf Ansätzen wie dem "Doing Gender" (nach West/Zimmerman) und den strukturtheoretischen Überlegungen von Erving Goffman und Stefan Hirschauer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zweigeschlechtlichkeit als Wissenssystem, die interaktive Praxis der Darstellung und Attribution sowie die institutionelle Reflexivität, die soziale Strukturen absichert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Wesentliche Begriffe sind "Doing Gender", soziale Konstruktion, Attribution, Geschlechtsidentität und die institutionelle Stützung durch gesellschaftliche Normen.

Warum wird das Beispiel der Toilettentrennung angeführt?

Die Autorin nutzt die Separierung von Toiletten als klassisches Beispiel, um zu verdeutlichen, dass die soziale Konstruktion die Trennung erst erschafft und nicht etwa biologische Notwendigkeiten die Ursache für die räumliche Trennung sind.

Welche Rolle spielt die Sprache im Konstruktionsprozess?

Sprache wird als das "Reproduktionsmittel Nr. 1" identifiziert, da sie das Denken strukturiert, die Kategorisierung von Menschen ermöglicht und ein geschlechtsneutrales Handeln oder Denken faktisch unmöglich macht.

Was versteht die Autorin unter "kunstvoller Natürlichkeit"?

Dieser Begriff beschreibt die Tatsache, dass Menschen ihr Geschlecht so routiniert und dramaturgisch darstellen, dass die künstliche, soziale Konstruktion von den Beteiligten als völlig natürlich und gottgegeben wahrgenommen wird.

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Details

Title
Das Geschlecht als das Opium des Volkes - die interaktive Konstruktion von Geschlecht
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Geschlecht und Ethnie
Grade
2,0
Author
Karoline Lazaj (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V59827
ISBN (eBook)
9783638536608
ISBN (Book)
9783638765022
Language
German
Tags
Geschlecht Opium Volkes Konstruktion Geschlecht Ethnie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Lazaj (Author), 2003, Das Geschlecht als das Opium des Volkes - die interaktive Konstruktion von Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59827
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