Ferdinand Raimund: Der Mythos in seinen Bühnenwerken


Studienarbeit, 2001

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
- Erklärung der Arbeitsschritte
- Kurze Wiedergabe der Werke im Kontext mit „Mythos“
- Begriffserklärung „Mythos“
- Begründung für die Wahl dieser beiden Werke

2.Hauptteil
Die mythischen Figuren in menschenähnlicher Gestalt: Ihre Gemeinsamkeiten, Unterschiede und ihre Entwicklungen.
- Der Alpenkönig
- Cheristane
- Der Bettler

3. Schluss

Zusammenfassung der Ergebnisse und Begründungen

Literatur:

Frank Schaumann, Gestalt und Funktion des Mythos in Ferdinand Raimunds Bühnenwerken, Bergland Verlag Wien, 1970

Seiten: 7 bis 14, 65 bis 93

Historisches Wörterbuch der Philosophie, Joachim Ritter & Karlfried Gründer, Schwabe & Co AG, Verlag Basel/Stuttgart, 1984, Band 6: Mo – O

Gottfried Riedl, Bilder aus einem Theaterleben, Sonderzahl Verlagsgesellschaft, 1990

Seiten: 122 bis 127, 173 bis 186

1. Einleitung

1.1. Erklärung der Arbeitsschritte

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Mythos in Ferdinand Raimunds Bühnenwerken. Die Rolle der mythischen Figuren in menschenähnlicher Gestalt wird anhand seines romantisch-komischen Original-Zauberspiel „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ und seinem Original- Zaubermärchen „Der Verschwender“ behandelt.

Zunächst folgt eine kurze Wiedergabe beider Werke in Bezug mit „Mythos“. Im Anschluss daran werde ich den Begriff „Mythos“ näher definieren und diesen in Verbindung zu seinen zwei Werken setzen. Im Anschluss folgt eine Begründung für die Wahl dieser Stücke.

Im Hauptteil der Arbeit geht es konkret um die mythischen Figuren in menschenähnlicher Gestalt; um ihre Gemeinsamkeiten, Unterschiede und ihre Entwicklungen. Im „Alpenkönig und der Menschenfeind“ handelt es sich um den Alpenkönig selbst. Aus dem „Verschwender“ werden die Figur Cheristanes und die des Bettlers untersucht.

Am Schluss folgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse mit den jeweiligen Begründungen.

1.2. Kurze Wiedergabe der Werke im Kontext mit „Mythos“

1.2.1. Der Alpenkönig und der Menschenfeind

Herr von Rappelkopf hat resigniert seine Geschäfte aufgegeben und lebt nun in einer entfernten Gebirgsgegend. Betrug und üble Begegnungen haben ihn zum Menschenfeind werden lassen. Misstrauen und Hass erfüllen seine Seele in solchem Maß, dass er seine Frau und Tochter Malchen sowie seine Dienerschaft durch raues und abstoßendes Benehmen misshandelt. Auch den Geliebten seiner Tochter, August Dorn, trifft sein Menschenhass. Malchen und August beklagen ihr Leid im Gebirgstal, als Astragalus, der Beherrscher der Gebirge, ihnen erscheint und von ihrer Liebe gerührt ist. Er sagt ihnen seinen Beistand zu. Inzwischen hat Rappelkopfs Menschenhass den höchsten Grad erreicht und er stürzt aus dem Haus. Im Wald wandelt er sich zum Kohlenbrenner und stößt vor einer Hütte grässliche Verwünschungen gegen das Menschengeschlecht aus. In diesem Augenblick erscheint ihm Astragalus in Gestalt eines Jägers. Dieser zwingt Rappelkopf durch die Kraft seines Gewehres, die Gründe seines Hasses zu erläutern. Der Zorn des Alpenkönigs erwacht über den boshaften Starrsinn des Menschenquälers, und seinen Geistern gebietend, bricht das nahe Gewitter furchtbar los. Rappelkopf will unter das Dach der Hütte flüchten, aber ihm tritt die Schreckensgestalt seiner verstorbenen ersten Frau entgegen. Er versucht durch das Fenster ins Innere der Hütte zu gelangen und als ihn hier der Geist seiner zweiten Frau begegnet, versucht er durch den Rauchfang in die Hütte zu kommen. Auch dies gelingt ihm nicht, da ihm seine dritte verstorbene Frau entgegen tritt. Verzweifelt springt er vom Dach und da schon ganze Fluten die Erde überschwemmen, flüchtet er sich auf einen Baum. Doch auch hier ist er vor der Flut nicht sicher. In den Lüften auf einem Wolkenwagen erscheint Astragalus und bietet ihm Rettung an. Jedoch nur unter der Voraussetzung, dass er sich bessert, wenn Astragalus ihn überzeugen kann, dass sein eigenes Betragen die Quelle seines Unglücks sei. Rappelkopf stimmt zu.

Der zweite Akt zeigt den Menschenhasser im Zauberschloss des Alpenkönigs. Durch die Gewalt des Alpenkönigs ist er in die Gestalt seines Schwagers verwandelt worden, welcher aus Venedig kommend, durch die Berggeister in den Gebirgen zurückgehalten wird. Rappelkopf soll in der Gestalt des Schwagers in sein Haus zurückkehren und dort Zeuge seines eigenen Treibens sein, indem der Alpenkönig sich selbst die Gestalt des Rappelkopfs gibt und dessen Rolle übernimmt. Dies bedeutet, dass mit dem Leben des Einen auch das Leben des Anderen gefährdet sein werde.

Im Hause Rappelkopfs herrscht große Bestürzung über seine Abwesenheit. Der Spiegel des Zimmers verwandelt sich auf einmal in eine perspektivische Gebirgsgegend, in der der Alpenkönig erscheint, der baldigen Trost und Rettung verspricht. Kurz darauf gelangt durch die Fügung des Gebirgskönigs Rappelkopf in Gestalt des Schwagers in sein Haus und wird Zeuge der Anhänglichkeit seiner Frau und Tochter. Selbst der Geliebte seiner Tochter und die Dienerschaft erscheinen Rappelkopf in seiner anderen Gestalt und er beginnt die Irrtümer zu erkennen. Astragalus tritt in der Gestalt Rappelkopfs auf und dem Menschenfeind wird sein Betragen eindrucksvoll veranschaulicht.

Der Schauplatz verwandelt sich in den Tempel der Erkenntnis; Astragalus tritt dem Bekehrten mit dem wahren Schwager entgegen und erklärt Rappelkopf für geheilt.

1.2.2. Der Verschwender

Die Fee Cheristane wurde von der Feenkönigin zu einer Erdenwanderung bestimmt, um nach eigenem Ermessen Gutes zu üben und bei ihrer Rückkehr in das Feenreich Lohn oder Strafe dafür zu empfangen. Sie war mit einer Perlenkrone ausgerüstet, woran jede Perle einen Geist umschließt, der dienstbar ihrem Willen, sich verkörpert und ihre Befehle vollstreckt. Nach langer Zeit traf sie den jungen Flottwell, dem sie bald ihre volle Zuneigung schenkte und ihm viele Perlen zum Glücke und Gedeihen seines Hauses opferte. So fiel ihm ein unermesslicher Reichtum zu, der aber den jungen Mann nach dem Tode seines Vaters mit einem Hang zur Verschwendung erfüllte, welcher einen bösen Ausgang befürchten lässt. In der Gestalt eines Bauernmädchens hat sich die schützende Fee ihm drei Jahre hindurch gewidmet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ferdinand Raimund: Der Mythos in seinen Bühnenwerken
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Philosophischen Fakultät)
Veranstaltung
Examensklausur
Note
2,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V5985
ISBN (eBook)
9783638136860
ISBN (Buch)
9783638639156
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ferdinand, Raimund, Mythos, Bühnenwerken, Examensklausur
Arbeit zitieren
Stephanie Ebert (Autor), 2001, Ferdinand Raimund: Der Mythos in seinen Bühnenwerken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5985

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