Ältere Menschen im Straßenverkehr


Hausarbeit, 2004
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ältere Menschen im Straßenverkehr
2.1 Ältere Menschen zu Fuß im Straßenverkehr
2.2 Ältere Menschen mit dem Fahrrad im Straßenverkehr

3 Autofahren im Alter
3.1 Demographischer Wandel im Straßenverkehr
3.2 Daten zu Unfällen älterer Autofahrer
3.3 Der Alterungsprozess und seine Auswirkungen auf das Autofahren
3.3.1 Erkrankungen der Sinnesorgane
3.3.2 Bewegungseinschränkungen
3.3.3 Kognitive Fähigkeiten

4 Kompensationsmöglichkeiten
4.1 Fahrtenmanagement
4.2 Verkehrssicherheitsprogramme

5 Zukunftsausblick

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Senioren sind auf der Straße weiterhin stark gefährdet“ – so titelt die Oldenburgische Volkszeitung am 31.03.2004; die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes ist überschrieben mit „Straßenverkehrsunfallbilanz 2003: 7% mehr getötete Senioren“.[1]

Was aber steckt hinter diesen Schlagzeilen? Welchen Risiken sind Senioren im Straßenverkehr ausgesetzt? Welchen Gefahren sind ältere Menschen ausgesetzt, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto auf den Straßen unterwegs sind und welches Risiko geht von den Senioren[2] aus? Wie wirken sich welche gesundheitlichen Veränderungen auf die Teilnahme am Straßenverkehr aus? Diesen Fragen soll in der Arbeit nachgegangen werden. Ein Hauptaugenmerk in der zum Thema vorhandenen Literatur liegt auf dem Gebiet Autofahren im Alter, da gerade hier die Entwicklungen aufgrund demographischer Veränderungen zur Zeit und in näherer Zukunft sehr spannend sind. Der Bereich des öffentlichen Nahverkehrs wird bewusst ausgeblendet, da hier statistisch gesehen relativ wenig Unfälle geschehen. Interessant ist dieses Thema wenn man auf die Möglichkeiten der Mobilität eingeht.

Abschließend soll noch auf Chancen des Verkehrssicherheitstrainings und technische Möglichkeiten in Kraftfahrzeugen zur potentiellen Verbesserung der Unfallstatistiken hingewiesen werden.

Aus gerontologischer Sicht ist dieser Unterpunkt des großen Themengebietes Mobilität nicht nur wichtig um die Zahlen der verletzten und getöteten Senioren im Straßenverkehr möglichst zu minimieren, sondern auch um die subjektive Zufriedenheit der älteren Menschen, die sich durch „das Mobil sein“ ergibt, so lange es geht aufrecht zu erhalten oder sogar zu erhöhen. Was wiederum nicht nur für die Zielgruppe der Senioren gut ist, sondern auch ein Interesse der Gesellschaft sein sollte.

2 Ältere Menschen im Straßenverkehr

2.1 Ältere Menschen zu Fuß im Straßenverkehr

In die amtlichen Statistiken gehen alle Unfälle im Straßenverkehr ein, die von der Polizei aufgenommen wurden. „Verunglückte“ sind Personen, die bei einem Unfall verletzt oder getötet wurden; „Getötete“ sind Personen, die innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall an den Unfallfolgen sterben; „Schwerverletzte“ sind Personen, die unmittelbar (für mind. 24 Stunden) nach dem Unfall zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus mussten. Alle übrigen zählen als „Leichtverletzte“.[3]

Für alle Bereiche des Straßenverkehrs gilt, dass bei derselben Gewalteinwirkung die Wahrscheinlichkeit zu sterben für einen 75jährigen dreimal so groß ist wie für einen 18jährigen.[4]

Nach den neusten Unfallstatistiken sind im Jahr 2003 391 Personen über 65 Jahre als Fußgänger ums Leben gekommen.[5]

Erst im Alter von über 75 Jahren steigt das Risiko älterer Fußgänger deutlich an, verbunden mit der erhöhten Vulnerabilität des Alters. Hauptverursacher der Fußgängerunfälle waren (1999) nur in 22% der Unfälle die älteren Verkehrsteilnehmer selbst, 78% der Unfälle wurden von den beteiligten Kraftfahrern verursacht (der Durchschnittsfußgänger in Deutschland ist zu 36% Hauptverursacher der Fußgängerunfälle).[6]

Als häufigstes Fehlverhalten bei den älteren Fußgängern wurde das „Überschreiten der Fahrbahn, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten“ festgestellt (58%). Weiter folgen auf der Liste mit 11% das falsche Verhalten an Überwegen, 8% traten plötzlich hinter Sichthindernissen hervor, 7% machten Fehler an ampelgeregelten Überwegen, 5% standen unter Alkoholeinfluss, 2% benutzten nicht den Gehweg und in 1% der Fälle wurde das Fehlverhalten mit „geistigen Mängeln“ erklärt.[7]

Viele Probleme der älteren Fußgänger ergeben sich durch die bauliche und betriebliche Verkehrsumwelt, die in erster Linie auf den Kfz- Verkehr ausgerichtet ist. U.a. sind dies große Umwege durch ein geringes Angebot sicherer Querungsmöglichkeiten über Straßen, unkomfortable Unter- und Überführungen, lange Wartezeiten und vor allem zu kurze Räumzeiten an Lichtsignalanlagen, baulich zu schmale Gehwege, mangelhaft abgesenkte Borde an Querungsstellen und grobe oder unebene Gehwegbeläge.[8]

2.2 Ältere Menschen mit dem Fahrrad im Straßenverkehr

Im Jahr 2003 wurden 275 Personen, die über 65 Jahre alt sind bei Fahrradunfällen getötet.[9] Auch hier steigt das Risiko wie „beim zu Fuß gehen“ ab dem 75. Lebensjahr deutlich an.

Radfahrer der Alterskategorie 65 bis 75 Jahre wurden bei Fahrradunfällen zu 37% als Hauptverursacher eingestuft (der Durchschnittsradfahrer zu 43%), bei den über 75jährigen liegt die Verursacherzahl bei 47% (also über dem Durchschnitt).[10]

Die häufigsten Unfallursachen der Fahrradunfälle im Alter waren zur Zeit der Datenerhebung zu 14% „Vorfahrtsfehler“, zu 13% „falsche Straßenbenutzung“ und zu 10% „Fehler beim Abbiegen, Wenden, etc.“.[11]

Die Probleme die Senioren mit dem Radfahren haben, wurden anhand von Befragungen und Beobachtungen im Herbst 2000 in Bonn, Köln und Brühl herausgestellt. Über 75% der Befragten nutzen demnach täglich das Rad, vor allem mit dem Zweck einzukaufen und zur Freizeitgestaltung. Die meisten Probleme beim Radfahren treten in der Dämmerung/ im Dunkeln auf, weswegen ca. ein Drittel der Probanden bei Dunkelheit nicht fährt. Leider differenzieren Draeger/ Klöckner nicht näher, welche Gründe die Senioren für dieses Vermeidungsverhalten angeben, ob sie eher auf Schwierigkeiten beim Sehen hinweisen (das Thema Dämmerungssehen ist vor allem für die Autofahrer von Bedeutung und wird später noch genauer aufgegriffen) oder aus Angst vor Kriminalität die Straße gemieden wird. Die Beobachtungen der Radfahrer zeigen, dass sich Ältere beim Radfahren relativ wenig in verschiedene Richtungen orientieren, obwohl nur wenige der Befragten zugaben, beim Umdrehen während der Fahrt Probleme zu haben. Die folgenden Feststellungen durch die Beobachtungen werden nur selten durch die Befragungen „gestützt“; dies könnte zum einen daran liegen, dass die Befragten Einschränkungen nicht nennen mochten oder zum anderen daran, dass sie wirklich keine objektiven Probleme hatten, sondern einzelne Bewegungen der Einfachheit „unterlassen“ haben. So waren bei ca. 15% der radfahrenden Senioren Probleme beim Anhalten/ Absteigen und bei ca. 25% beim Aufsteigen/ Abfahren zu beobachten. Handzeichen beim Abbiegen gaben nur ca. die Hälfte der älteren beobachteten Fahrradfahrer. Ebenfalls fast die Hälfte der Probanden wich bereits vor der Querung einer lichtsignal-geregelten Kreuzung auf den Gehweg aus oder stellte sich bei roter Ampel mit den Fußgängern auf. Oftmals fuhren sie danach auf dem Gehweg weiter. Linksabbiegen an größeren Kreuzungen wird oftmals indirekt durchgeführt, indem die Fußgängerüberwege genutzt werden, vor allem wenn man sich direkt neben den Autos unwohl fühlt.[12]

[...]


[1] Oldenburgische Volkszeitung vom 31.03.2004 und Statistisches Bundesamt (2004) Pressemitteilung vom 30.03.2004

[2] im folgenden sind mit Senioren immer auch Seniorinnen mit gemeint, es sei denn es wird spezifisch auf geschlechtliche Unterschiede hingewiesen

[3] Limbourg/ Reiter (2001), S. 212

[4] Brouwer (2000), S. 50

[5] Statistisches Bundesamt (2004), Pressemitteilung

[6] Limbourg/ Reiter (2001), S. 216

[7] ebd., S. 216f.

[8] Draeger/ Klöckner (2001), S. 45

[9] Statistisches Bundesamt (2004), Pressemitteilung

[10] Limbourg/ Reiter (2001), S. 217

[11] ebd., S. 218

[12] Draeger/ Klöckner (2001), S. 47f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ältere Menschen im Straßenverkehr
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V59873
ISBN (eBook)
9783638536912
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menschen, Straßenverkehr
Arbeit zitieren
Astrid Vorhoff (Autor), 2004, Ältere Menschen im Straßenverkehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59873

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