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Erfassbarkeit und Vergleichbarkeit von Makro-Einheiten - Probleme quantitativer und qualitativer Methoden

Title: Erfassbarkeit und Vergleichbarkeit von Makro-Einheiten - Probleme quantitativer und qualitativer Methoden

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Neitzsch (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Als Makro-Einheiten bezeichnet man große, komplexe auf der Makro-Ebene angesiedelte Struktureinheiten, die untereinander eindeutig abgegrenzt werden können. Dies sind meist Länder (Nationalstaaten) können aber auch supra-nationale Gebilde wie EU oder NATO, Regionen oder Kontinente sein. Mit makrokomparativer Forschung meint man den Vergleich von Makro-Einheiten. Zwei Ansätze dominieren die Diskussion in der makrokomparativen Forschung seit den 1970er Jahren: Klassische makro-quantitative Vergleiche einerseits und makro-qualitative Vergleichsformen andererseits. Diese Diskussion ist nicht zu verwechseln mit der Debatte um quantitative und qualitative Sozialforschung im Bereich der Datenerhebung auf der Mikro-Ebene. Bei makro-quantitativer Forschung will man in der Regel bestehende Hypothesen am Datenmaterial testen. Bei makro-qualitativer Forschung werden die Kategorien dagegen häufig erst aus den Daten entwickelt (induktive Vorgehensweise). Betrachtet der quantitative Vergleich viele Fälle mit statistischen Methoden, so werden in der qualitativen Forschung weniger sorgfältig ausgesuchte Fälle analysiert. In der folgenden Arbeit sollen die beiden Schulen der ‚qualitativen’ und der ‚quantitativen’ makro-soziologischen Forschung mit ihren zentralen Argumenten vorgestellt werden, wobei das quantitative Verfahren ausführlicher besprochen wird. So wird zuerst in die makro-quantitative Vergleichsmethode eingeführt, der zweite Abschnitt beschäftigt sich dann kritisch mit den Schwierigkeiten dieses Ansatzes und in einem dritten Abschnitt werden schließlich qualitative Verfahren als mögliche Alternative vorgestellt. Schließlich sollen zum Ende der Arbeit beide Ansätze anhand eines empirischen Beispiels, nämlich der Wohlfahrtsstaat-Studie von Albers aus dem Jahr 1987, verglichen werden. Dazu wird Jens Albers quantitative Studie einer makro-qualitativen Untersuchung des Datenmaterials durch Berg-Schlosser und Quenter gegenübergestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1 Ländervergleich mittels der ‚makro-quantitativen’ Methode

1.1 Was sind ‚quantitative’ Methoden im Ländervergleich?

1.2 Vorteile quantitativer Analyseverfahren

2 Schwierigkeiten quantitativer Analyseverfahren und Lösungsvorschläge

2.1 Probleme der Datenerhebung

2.2 Probleme der Stichprobenziehung und -zusammensetzung

2.3 Probleme der Datenauswertung und Analyse

2.4 Fundamentalkritik an der Vergleichbarkeit von Makro-Einheiten

3 Ländervergleich mittels der ‚makro-qualitativen’ Methode

3.1 Was sind ‚qualitative’ Methoden im Ländervergleich?

3.2 Der Ragin-Ansatz

3.3 Möglichkeiten und Grenzen qualitativer Analyseverfahren

4 Beide Methoden im Vergleich an einem konkreten Beispiel

4.1 Albers vergleichende Studie über den Wohlfahrtsstaat

4.2 Eine qualitative Re-Analyse der Studie durch Berg-Schlosser/Quenter

Zielsetzung & Themen

Das Referat untersucht die methodischen Herausforderungen und Potenziale beim Vergleich komplexer Makroeinheiten wie Nationalstaaten. Es wird analysiert, wie sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze zur Erkenntnisgewinnung beitragen und welche spezifischen Probleme bei der Datenerhebung, Fallauswahl und Analyse auftreten.

  • Vergleich zwischen makro-quantitativen und makro-qualitativen Forschungsmethoden
  • Problematiken der Datenvalidität und Stichprobenziehung in der Makro-Komparatistik
  • Die Logik der qualitativen Analyse und der Ragin-Ansatz (QCA)
  • Methoden-Triangulation am Beispiel der Wohlfahrtsstaatsforschung

Auszug aus dem Buch

3.1 Was sind ‚qualitative’ Methoden im Ländervergleich?

Wenn in der Makro-Komparatistik von ‚qualitativen Methoden’ die Rede ist, so handelt es sich dabei durchaus um mathematische Analyseverfahren und nicht einfach um eine ‚weiche’ Interpretation der vorliegenden Fälle. „‘Macro-qualitative’ is used here to describe the analysis of the presence or not of characteristics specific to the examined cases at the ‘macro’ level of political systems. This term should not be confused with qualitative methods at the micro-level (such as participant observation in ethnology) or with qualitative interpretative methods (for example in hermeneutics).” (Berg-Schlosser/Quenter, 1995, S. 8) Andere Forscher wie Ragin bevorzugen die Bezeichnung ‚variable-oriented approach’ für statistisch quantitative Verfahren und ‚case oriented approach’ für den qualitativen Ansatz. (Ragin, 1987, S. 53) Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Tatsache, dass in qualitativen Studien eine gründliche Analyse einiger weniger Fälle vorgenommen wird, während in quantitativen Studien das Hauptaugenmerk darauf liegt, wie sich die interessierenden Variablen über alle Fälle verteilen.

Die qualitativen Methoden beruhen im Grunde auf der von John Stuart Mill entwickelten Logik des Vergleichens. Mill unterscheidet unter anderem die Methode der Übereinstimmung („method of agreement“), bei welcher ein gemeinsamer erklärender Faktor bei Fällen mit identischer abhängiger Variable (gleichem Resultat) aufgespürt werden soll. Die zweite Methode ist die der Unterscheidung („method of difference“) – beim Fehlen eines Faktors, tritt ein anderes Resultat zu Tage. Verbessern kann man diese Methode durch die Einführung eines zusätzlichen Faktors und einem Vergleich des Falles vor und nach der Einführung (‚indirekte Unterscheidung’ oder ‚Quasi-Experiment’). Die ‚Methode der Residuen’ besteht in der wiederholten Anwendung der Differenzmethode. Als „method of concomitant variation“ bezeichnete Mill, wenn ein gemeinsamer externer Faktor (Stimulus) in verschiedenen Fällen zu Veränderungen führt. (Ragin, 1987, S. 36 ff)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ländervergleich mittels der ‚makro-quantitativen’ Methode: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der quantitativen Vergleichsanalyse (CNA), ihre Anwendungsgebiete bei Wirtschafts- und Sozialindikatoren sowie die Vorteile der Arbeit mit aggregierten Daten.

2 Schwierigkeiten quantitativer Analyseverfahren und Lösungsvorschläge: Hier werden die methodischen Fallstricke wie Datenverfügbarkeit, Repräsentativität, das Problem des ökologischen Fehlschlusses und die fundamentale Kritik am Staatenvergleich kritisch beleuchtet.

3 Ländervergleich mittels der ‚makro-qualitativen’ Methode: Dieser Abschnitt stellt qualitative Vergleichsmethoden als mathematisch fundierte Analyseform vor, die auf John Stuart Mills Logik basiert und den Ragin-Ansatz (QCA) zur Theoriebildung nutzt.

4 Beide Methoden im Vergleich an einem konkreten Beispiel: Anhand der Wohlfahrtsstaats-Studie von Jens Alber und deren Re-Analyse durch Berg-Schlosser/Quenter wird die praktische Anwendung beider Ansätze gegenübergestellt und ihre Ergänzungswürdigkeit diskutiert.

Schlüsselwörter

Makro-Komparatistik, Ländervergleich, quantitative Forschung, qualitative Forschung, Aggregatdaten, Fallauswahl, Wohlfahrtsstaatsforschung, Ragin-Ansatz, QCA, ökologischer Fehlschluss, Validität, Reliabilität, methodische Herausforderungen, Sozialindikatoren, komparative Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die methodischen Grundlagen und Probleme beim Vergleich von Makroeinheiten wie Nationalstaaten, wobei ein Fokus auf der Unterscheidung zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsansätzen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Vor- und Nachteile von Aggregatdatenanalysen, die Schwierigkeiten bei der Stichprobenziehung, die methodische Logik des qualitativen Vergleichs und die Anwendung dieser Verfahren in der empirischen Politik- und Sozialforschung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte zwischen makro-quantitativen und makro-qualitativen Verfahren darzustellen und aufzuzeigen, wie beide Ansätze zur Analyse komplexer sozialer Phänomene beitragen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit vergleicht primär die quantitative Cross-National-Analysis (CNA) mit dem qualitativen, fallorientierten Ansatz, insbesondere der Qualitative Comparative Analysis (QCA) nach Ragin.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert erst die quantitative Methode inklusive ihrer Probleme (Datenerhebung, Stichprobenbias, ökologischer Fehlschluss), stellt dann den qualitativen Ansatz (Mills Logik, Ragin-Ansatz) vor und evaluiert beide an einem Wohlfahrtsstaats-Beispiel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Makro-Komparatistik, Ländervergleich, Aggregatdaten, QCA, Ragin-Ansatz, Methodenkritik und Wohlfahrtsstaatsforschung.

Warum ist das "Galton-Problem" für den Ländervergleich relevant?

Das Galton-Problem weist darauf hin, dass Staaten selten unabhängige Einheiten sind, da kulturelle und wirtschaftliche Verflechtungen (z.B. durch Globalisierung) statistische Annahmen über Unabhängigkeit verzerren können.

Welchen Mehrwert bietet die QCA gegenüber quantitativen Verfahren laut der Arbeit?

Die QCA bietet eine heuristisch ordnende Methode, die bei kleineren Fallzahlen besser funktioniert, weniger Datenanforderungen stellt und nicht dazu neigt, spezifische Besonderheiten der Fälle durch statistische Mittelwerte zu nivellieren.

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Details

Title
Erfassbarkeit und Vergleichbarkeit von Makro-Einheiten - Probleme quantitativer und qualitativer Methoden
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Makrosoziologische Modellierung
Grade
1,0
Author
Peter Neitzsch (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V59913
ISBN (eBook)
9783638537179
ISBN (Book)
9783638752732
Language
German
Tags
Erfassbarkeit Vergleichbarkeit Makro-Einheiten Probleme Methoden Makrosoziologische Modellierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Neitzsch (Author), 2005, Erfassbarkeit und Vergleichbarkeit von Makro-Einheiten - Probleme quantitativer und qualitativer Methoden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59913
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