Grundlagen des Vertragsrechts und Vertragsverhandlungen - Zahlungsverkehr - Begleichung von Zahlungsverpflichtungen


Unterrichtsentwurf, 2005

8 Seiten


Leseprobe

1. Lehr- und Lernbedingungen

Die geplante Unterrichtsstunde findet am 13.07.2005 von 10.15 – 11.00 Uhr in einer Berufsschulklasse von Groß- und Außenhandelskaufleuten, der Klasse 10 GR a, statt, in der ich seit dem zweiten Schulhalbjahr 2004/2005 bedarfsdeckend berufsbezogen im Lernfeld 2 unterrichte. Bereits im ersten Halbjahr des Schuljahres 2004/2005 wurden die Schüler[1] wöchentlich zwei Stunden von ihrem Klassenlehrer Herr Zwenger in diesem Lernfeld unterrichtet. Die drei Unterrichtswochenstunden seit dem zweiten Schulhalbjahr im Lernfeld 2 „Grundlagen des Vertragsrechts und Vertragsverhandlungen“ teilen sich Herr Zwenger (eine Wochenstunde) und ich (zwei Wochenstunden).

Die Schüler der Klasse 10 GR a machen eine 3-jährige Ausbildung. In der Klasse sind 10 Mädchen und 11 Jungen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren. Alle haben mindestens einen mittleren Abschluss, ein Schüler hat Abitur und anschließend 2 Semester lang Betriebswirtschaftslehre studiert. Die meisten von ihnen haben schon diverse andere Ausbildungsberufe angefangen und wieder abgebrochen oder schon mehrere Jahrespraktika hinter sich, weil sie keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten. Ein Schüler wird die Klasse gegen Ende des Schuljahres verlassen und einen Hilfsjob annehmen, da sein Praktikantenvertrag nicht, wie von Seiten des Betriebs anfangs in Aussicht gestellt, in einen Ausbildungsvertrag überführt wird.

Der Unterricht in der Klasse 10 GR a steht schon aufgrund des Lehrer-„Teams“ unter denkbar schlechten Voraussetzungen. Der berufsbezogene Unterricht wird, mich eingeschlossen, von insgesamt vier Lehrern erteilt. Eine Bezeichnung als Lehrerteam wäre völlig falsch, da nur zu Schuljahresbeginn die nötigsten Absprachen getroffen wurden, ansonsten kein Austausch stattfindet und daher auch nicht an einem Strang gezogen wird. Zudem hat mir bereits jeder dieser Lehrer seine Abneigung gegenüber den anderen Lehrern in dieser Klasse kundgetan, aber auch die Situation des uneinheitlichen Vorgehens beklagt. Der Klassenlehrer hat mir offen zugestanden, dass er aufgrund der Rahmenbedingungen des Lehrerberufs und anderer in der Schule vorgefallener Ereignisse absolut unmotiviert ist und in seinen letzten Jahren daher nichts Großartiges mehr mit Schülern „reißen“ wird. Er fiebert sogar jeden Samstag der Auslosung der Lottozahlen entgegen und behauptet, dass er bei einem höheren Gewinn sofort kündigen und gewissen Personen in der Schule „taktische Zeichen“ zeigen würde.

Lernfeldorientierung ist bei diesen Lehrern ein Fremdwort, es findet nur laut Stundenplan statt. Zu Beginn des Schulhalbjahres wurde mir Lernfeld 3 zugeteilt, doch da es der Lehrer, der im ersten Halbjahr mit Lernfeld 3 betraut war, als Zumutung empfand, dass er in einem anderen Lernfeld unterrichten sollte, bekam er nach einer Woche „sein“ Lernfeld zurück, und ich wurde in das Lernfeld 2 versetzt. Innerhalb dieses Lernfelds wurde mir ein spezielles Thema zugewiesen. Erst als dieses beendet hatte, wurde mir das nächste Thema zugeteilt usw.

Zudem erschwerte mir ein weiterer Vorfall den Start in dieser Klasse. Bevor ich in der Klasse ab Februar unterrichtete, hospitierte ich eine Unterrichtsstunde in der Klasse, um mir ein Bild von ihr zu machen. Innerhalb dieser Stunde nahm mich der unterrichtende Lehrer drei Male immer in dem Augenblick dran, als ich gerade (offensichtlich) in meinen Unterlagen wühlte und nicht dem Unterrichtsgeschehen lauschte. Nach dem dritten Mal war ich mir sicher, dass der Lehrer mich wohl absichtlich vor der Klasse bloßstellen wollte.

Trotz dieser widrigen Bedingungen habe ich im Februar optimistisch meinen Unterricht in dieser Klasse begonnen. In meiner ersten Stunde führte ich ein ausführliches Gespräch mit den Schülern über deren Einstellungen und Wünsche, wobei sie mir mitteilten, dass sie in der Berufsschule noch nie etwas gelernt hätten. Ich versprach, dass sie bei mir die Möglichkeit dazu bekämen, die sie nutzen könnten. Nach einigen Stunden stellte ich fest, dass die Schüler Aufgaben in Einzelarbeit oder auch Arbeitsaufträge in Gruppenarbeit nur äußerst grob bzw. sehr unvollständig lösten. Als ich die Schüler zur Rede stellte, sagten sie, dass die Aufgaben viel zu leicht seien, obwohl sie immer wieder ganz ausführliche und konkrete Lösungswege von mir verlangten und sich nur im von mir gelenkten Gespräch mehr Mühe bei der Bearbeitung von Aufgaben gaben. Da allerdings bestenfalls zwei oder drei Schüler vollständige Lösungen bzw. ausreichend begründete Lösungswege für die Aufgaben hatten, wurde mir bewusst, dass die Aufgaben nicht zu leicht waren. Ganz im Gegenteil, die Aufgaben waren viel zu schwer für die Schüler, sodass diese gar nicht die Komplexität der Aufgaben erfassen konnten und die Aufgaben zu leicht fanden. Gespräche mit Kollegen rundeten mein Bild ab, dass die Klasse insgesamt relativ schwach ist. Auch der ehemalige BWL-Student konnte nicht die Leistungen bringen, die man von ihm als Abiturient erwarten könnte.

Des Weiteren ließ das Verhalten der Schüler während des Unterrichts zu Wünschen übrig. Zwar gibt es in der Klasse vom Lehrerpult aus gesehen links und rechts sehr ruhige Schüler, die in keinerlei Weise stören, andere Schüler, gerade die an den hinteren Ecken, musste ich aber immer wieder vehement um Ruhe bitten. Zudem musste ich z. B. häufig mehrere Schüler ermahnen, die Bildzeitung oder ihr Handy wegzustecken.

[...]


[1] Um den Lesefluss nicht zu stören, verzichte ich im Folgenden auf eine Differenzierung zwischen Schülerinnen und Schülern.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Grundlagen des Vertragsrechts und Vertragsverhandlungen - Zahlungsverkehr - Begleichung von Zahlungsverpflichtungen
Veranstaltung
Unterrichtsbesuch im Rahmen des Studienreferendariats
Autor
Jahr
2005
Seiten
8
Katalognummer
V59956
ISBN (eBook)
9783638537483
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Unterrichtsskizze zum Unterricht in einer 10. Klasse von Großhandelskaufleuten im Lernfeld 2 "Grundlagen des Vetragsrecht und Vertragsverhandlungen" mitsamt Arbeitsblatt.
Schlagworte
Grundlagen, Vertragsrechts, Vertragsverhandlungen, Zahlungsverkehr, Begleichung, Zahlungsverpflichtungen, Unterrichtsbesuch, Rahmen, Studienreferendariats
Arbeit zitieren
Andreas Wolf (Autor), 2005, Grundlagen des Vertragsrechts und Vertragsverhandlungen - Zahlungsverkehr - Begleichung von Zahlungsverpflichtungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59956

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