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Das Problem der Messung und Bewertung von Lernleistungen im Unterricht - Grundzüge der pädagogisch-psychologischen Diagnostik

Title: Das Problem der Messung und Bewertung von Lernleistungen im Unterricht - Grundzüge der pädagogisch-psychologischen Diagnostik

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom-Handelslehrer Dominik Gaudszun (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Durch die Beurteilung von Personen messen wir in grober Form den Ausprägungsgrad bestimmter Eigenschaften wie bspw. Faulheit, Fleiß, Angst und Mut. Messungen sind Phänomene, die jeder Mensch fast jeden Tag vornimmt. Schon vor und kurz nach der Geburt werden Menschen gemessen und danach beurteilt, indem der Gesundheitsgrad des Säuglings anhand einer 10 Punkte-Skala bewertet wird. Und genauso zieht sich dieser Messvorgang durch das gesamte Leben. In der Schule werden spätestens am Ende der Grundschule durch den Lehrer Berechtigungen verteilt, die über den weiteren Schulwerdegang und später über Karrierechancen des Kindes entscheiden. Doch leider finden Messungen nicht immer objektiv statt, genügen also nicht den so genannten Gütekriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität. Diese sollen nach einer kurzen Begriffsdefinition und einer Erläuterung der Entwicklung Pädagogischer Diagnostik in Kapitel 2 ausführlich dargestellt werden.
Lehrerinnen und Lehrer haben vielfältige Möglichkeiten, die Leistungen ihrer Schüler zu messen und später zu beurteilen (Klassenarbeiten, Kurztests, Referate, Projekte etc.). Sie sind dazu aufgefordert, nach einer Leistungsmessung zu einem Urteil in Form einer Note oder eines verbalen Berichts zu gelangen. Um zu einem Urteil zu gelangen, müssen die gemessenen Werte der Schüler mit Maßstäben verglichen werden. Diese werden als Bezugsnormen bezeichnet und in der vorliegenden Arbeit in Kapitel 3 erläutert und analysiert. Mit der Vergabe von Noten entscheiden Lehrende über Karriere- und gesellschaftliche Chancen.
Im 4. Kapitel geht es dann darum, empirische Untersuchungen am Beispiel der schriftlichen und mündlichen Prüfungen herauszustellen und Kritik an derartigen Formen der Leistungsmessung- und Beurteilung zu äußern.
Einige Untersuchungen haben nachgewiesen, dass Schulnoten im Allgemeinen und hier speziell mündliche Prüfungen, auf die im Laufe dieser Arbeit eingegangen wird, nicht objektiv sind. Die grundlegende Schwäche der Notengebung sei die mangelnde Vergleichbarkeit über verschiedene Schulklassen hinweg.
Wie kann man bestimmte Verhaltensweisen von Schülern und deren Leistungsfähigkeit erklären? An welchen Gütemaßstäben orientieren sich Prüfungen? Dies sind Fragen, die in den Aufgabenbereich der Pädagogischen Diagnostik fallen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Fragestellung

II Definitionen, Methoden, Bezugsnormen und Probleme

1 Gegenstand und Entwicklung Pädagogischer Diagnostik

1.1 Definition und Abgrenzung der Pädagogischen Diagnostik

1.2 Historische Entwicklung und Aufgaben Pädagogischer Diagnostik

1.2.1 Diagnostik zur Verbesserung des Lernens

1.2.2 Diagnostik zur Erteilung von Qualifikationen

1.3 Pädagogische Funktion von Leistungsbewertung am Beispiel der Zensuren

2 Methodenfragen Pädagogischer Diagnostik

2.1 Instrumente diagnostischen Handelns

2.1.1 Der Vergleich

2.1.2 Die Analyse

2.1.3 Die Prognose

2.1.4 Die Interpretation

2.1.5 Die Mitteilung und Wirkungskontrolle

2.2 Gütekriterien sozialwissenschaftlicher Messungen

2.2.1 Objektivität

2.2.2 Reliabilität

2.2.3 Validität

3 Prozess der Urteilsfindung

3.1 Soziale Bezugsnorm

3.2 Individuelle Bezugsnorm

3.3 Sachliche Bezugsnorm

3.4 Herausstellung der Besonderheiten einzelner Bezugsnormen

3.5 Bewertung bei neuen Unterrichtsformen

4 Möglichkeiten des Messen und Bewertens schulischer Leistungen und ihre Problematik

4.1 Subjektive Verfahren der Leistungsmessung

4.1.1 Mündliche Prüfungen

4.1.2 Schriftliche Prüfungen

4.2 Objektive Verfahren der Leistungsmessung

4.2.1 Standardisierte Tests

4.2.2 Informelle Tests

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Messung und Bewertung von Lernleistungen im schulischen Kontext unter Berücksichtigung pädagogisch-psychologischer Diagnostik. Ziel ist es, die Herausforderungen der Leistungsbeurteilung, die Relevanz wissenschaftlicher Gütekriterien sowie die Anwendung verschiedener Bezugsnormen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen der Pädagogischen Diagnostik und deren geschichtliche Entwicklung
  • Die drei klassischen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)
  • Analyse und Vergleich der sozialen, individuellen und sachlichen Bezugsnorm
  • Kritische Reflexion mündlicher und schriftlicher Prüfungsverfahren
  • Einsatzmöglichkeiten standardisierter und informeller Tests im Unterricht

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der Vergleich

Der Vergleich stellt einen essenziellen Bestandteil des Diagnostizierens dar. In unserem Alltag vergleichen wir ständig oft unbewusst. Um eine Beobachtung gedanklich zu verarbeiten, in unsere Erfahrung einzuordnen und zu beurteilen greifen wir oft auf frühere Beobachtungen des ähnlichen oder gleichen Geschehens zurück. Tritt eine völlig neue Beobachtung ein, so müssten wir die Wahrnehmung zunächst in Kategorien einordnen, die einer bereits erfahrenen Wahrnehmung am ähnlichsten ist. Bei der Beobachtung des Verhaltens von Menschen ziehen wir oft ein vergangenes Verhalten des gleichen Individuums oder das Verhalten eines anderen Individuums zum gleichen oder früheren Zeitpunkt als Vergleichsbasis heran. Im Kern sind das die Vergleichsaspekte, die in der Pädagogischen Diagnostik als individuelle, soziale und sachliche Bezugsnorm bezeichnet werden (Bezugsnormen vgl. Kapitel 4). Gibt es keine existierenden, eigenen früheren Beobachtungen, so fällt es uns außerordentlich schwer, den Ausprägungsgrad eines Verhaltens zu beurteilen. Ein junger Lehrer ohne Praxiserfahrung wird bei der Beurteilung des Lernerfolgs seiner Schüler auf genau solche Schwierigkeiten stoßen (ebenda, 2005, S. 40).

Zusammenfassung der Kapitel

Gegenstand und Entwicklung Pädagogischer Diagnostik: Dieses Kapitel definiert den Begriff der pädagogischen Diagnostik, grenzt ihn ab und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die zentralen Aufgabenbereiche.

Methodenfragen Pädagogischer Diagnostik: Hier werden zentrale diagnostische Instrumente erläutert und die grundlegenden wissenschaftlichen Gütekriterien vorgestellt, die eine objektive Messung ermöglichen sollen.

Prozess der Urteilsfindung: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Bezugsnormen – soziale, individuelle und sachliche – und deren Bedeutung für die Leistungsbewertung sowie die Herausforderungen bei neuen Unterrichtsformen.

Möglichkeiten des Messen und Bewertens schulischer Leistungen und ihre Problematik: Die verschiedenen Verfahren der Leistungsmessung, unterteilt in subjektive und objektive Methoden, werden auf ihre praktische Anwendung und ihre methodischen Schwächen hin untersucht.

Schlüsselwörter

Pädagogische Diagnostik, Leistungsmessung, Schulnoten, Gütekriterien, Objektivität, Reliabilität, Validität, Soziale Bezugsnorm, Individuelle Bezugsnorm, Sachliche Bezugsnorm, Mündliche Prüfungen, Schriftliche Prüfungen, Schulleistungstests, Lernzuwachs, Beurteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Problem der Messung und Bewertung von Schülerleistungen im Unterricht aus der Perspektive der pädagogisch-psychologischen Diagnostik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und den Aufgaben der Diagnostik, den wissenschaftlichen Gütekriterien, den verschiedenen Bezugsnormen für Bewertungen sowie der Kritik an gängigen Prüfungsformaten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die methodischen Probleme und Herausforderungen bei der objektiven Leistungsbeurteilung in der Schule aufzuzeigen und die Notwendigkeit sowie Grenzen wissenschaftlich fundierter Diagnostik zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung einschlägiger wissenschaftlicher Studien zur Pädagogischen Diagnostik basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen, die Erörterung des Prozesses der Urteilsfindung durch Bezugsnormen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit mündlichen und schriftlichen Prüfungsverfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Pädagogische Diagnostik, Leistungsbewertung, Gütekriterien, Bezugsnormen sowie Prüfungsformate bestimmt.

Warum sind Schulnoten nach Ansicht des Autors problematisch?

Schulnoten vermitteln zwar ein grobes Bild des Leistungsstandes, gewähren jedoch keinen Einblick in die konkreten Fähigkeiten des Schülers und eignen sich daher nur eingeschränkt als Grundlage für eine gezielte individuelle Förderung.

Welche Rolle spielen Bezugsnormen bei der Urteilsfindung?

Bezugsnormen (sozial, individuell, sachlich) dienen als Vergleichsmaßstäbe für Leistungsdaten; je nachdem, welche Norm ein Lehrer wählt, kann das gleiche Ergebnis zu sehr unterschiedlichen Bewertungen führen.

Wie könnten mündliche Prüfungen verbessert werden?

Der Autor schlägt vor, mündliche Prüfungen durch Lernzieldefinitionen zu strukturieren, mehrere Prüfer einzusetzen und eine angenehme Prüfungssituation zu schaffen, um Prüfungsangst und subjektive Verzerrungseffekte zu minimieren.

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Details

Title
Das Problem der Messung und Bewertung von Lernleistungen im Unterricht - Grundzüge der pädagogisch-psychologischen Diagnostik
College
University of Constance  (Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik)
Course
Grundbegriffe und Konstrukte der Lern- und Entwicklungstheorie und ihre pädagogische Relevanz
Grade
1,7
Author
Diplom-Handelslehrer Dominik Gaudszun (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V59971
ISBN (eBook)
9783638537551
ISBN (Book)
9783638709484
Language
German
Tags
Problem Messung Bewertung Lernleistungen Unterricht Grundzüge Diagnostik Grundbegriffe Konstrukte Lern- Entwicklungstheorie Relevanz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Handelslehrer Dominik Gaudszun (Author), 2006, Das Problem der Messung und Bewertung von Lernleistungen im Unterricht - Grundzüge der pädagogisch-psychologischen Diagnostik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59971
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