Konsequenzen der Suburbanisierung für innerstädtische Quartiere in Deutschland


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

28 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Suburbanisierung
2.1 Wohnsuburbanisierung
2.2 Suburbanisierung im Einzelhandel und im Gewerbe

3. Konsequenzen für die innerstädtische Quartiere
3.1 Auswirkungen auf den Funktionsbereich Wohnen
3.2 Auswirkungen auf Handel und Gewerbe

4. Leipzig
4.1 Wohnsuburbanisierung
4.2 Einzelhandelssuburbanisierung

5. München
5.1 Industrie- und Gewerbesuburbanisierung
5.2 Wohnsuburbanisierung

6. Fazit

7. Literaturliste

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1990 – 1998 nach Gemeinden

Abbildung 2 Bodenpreisgebirge verschiedener Großstadtregionen 1994

Abbildung 3

Abbildung 4 Stadtplan Leipzig

Abbildung 5 Kundeneinzugsbereich ausgewählter Einkaufszentren (Kundenbefragung 1993)

Abbildung 6

Tabelle 1 Bevölkerungsentwicklung in den Großstädten der Bundesrepublik (1950 – 1987)

Tabelle 2

Tabelle 3 Wanderungssalden der Stadt Leipzig mit den umliegenden Kreisen 1992 - 1997

Tabelle 4 Alter der antwortenden Personen, in % der Befragten (links)

Tabelle 5 Haushaltsnettoeinkommen(1),

Tabelle 6 Anzahl der im Haushalt lebende Kinder in % der Haushalte (links)

Tabelle 7

Tabelle 8 Kundenbewertung der Kaufstandorte Saalepark, Sachsenpark und Innenstadt Leipzig (1993; Mittelwert)

Tabelle 9

1. Einleitung

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts, in der Wiederaufbauphase nach dem zweiten Weltkrieg, registrierten die Großstädte einen rapiden Anstieg der Bevölkerung. Es zeichnete sich ein fast doppelt so hohes Bevölkerungswachstum aus wie in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt. In den 60er und 70er Jahren wendete sich das Blatt und es fand ein sich für die Großstädte negativer auswirkender Prozess statt. Sie erlitten einen erheblichen Rückgang an Einwohnern. Der Schwerpunkt der Bevölkerung und der Arbeitsplätze verlagerte sich durch das demographische und wirtschaftliche Wachstum der Großstädte in Richtung Umland und veranlasste eine Stadterweiterung. Es entwickelte sich ein Trend zum Wohnen in der Randzone und im Umland der Großstädte, es entstanden großflächige Verdichtungsräume. Der Handel sowie die Industrie sahen ihre Chancen für die Zukunft auf der „Grünen Wiese“, die sich ebenfalls im Umland befand.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Konsequenzen der Suburbanisierung für innerstädtische Quartiere in Deutschland. Die Ergebnisse dieser Arbeit beruhen auf Informationen, die per Literaturrecherche aus Monographien, Sammelwerken, Internet und Fachzeitschriften gewonnen werden konnten. Im weiteren Verlauf der Arbeit soll es zunächst um die begriffliche Abgrenzung des Wortes „Suburbanisierung“ und den verschiedenen Varianten sowie die daraus folgenden Prozesse gehen. Die Begriffe werden dabei definiert. Des Weiteren werden dann die Auswirkungen der Suburbanisierung für die Bevölkerung, für den Handel und das Gewerbe näher betrachtet. Anschließend folgen zwei Fallbeispiele der Städte Leipzig und München, wobei Leipzig ein Beispiel für die ostdeutschen Städte bildet und München die westdeutschen Städte vertritt. Am Ende der Arbeit werden in einem gesonderten Kapitel noch einmal alle Ergebnisse zusammengefasst.

2. Suburbanisierung

Der Begriff Suburbanisierung bezeichnet die flächenhafte Ausdehnung städtischer Siedlungsweise bzw. Bevölkerung in das Umland einer Stadt vor allem in den Industrieländern. Damit verbunden ist ein Prozess der Dekonzentration von Bevölkerung, Arbeitsplätzen, Produktion, Verwaltung / Handel und Infrastruktureinrichtungen innerhalb metropolitaner Gebiete (vgl. BUCHER / KOCKS 1987, zitiert aus BENDER 1991, S. 27). Der Prozess führt im Bezug auf die Funktionen Wohnen und Arbeiten zu einem absoluten und relativen Bedeutungsverlust der Kernstädte. Bei der Wanderungsbewegung handelt es sich meistens um intraregionale Stadt-Rand-Wanderungen, d.h., es findet eine Umverteilung innerhalb der Region statt. Die außerhalb der Grenzen der Kernstadt liegenden Gemeinden sind funktional mit der Kernstadt verbunden. Die Wanderungsbewegungen können in Abhängigkeit von dem wirtschaftlichen Aufschwung des Raumes, die Dynamik der Suburbanisierung beschleunigen oder abschwächen (vgl. GAEBE 1988 zitiert aus BENDER 1991, S. 27). Die Abwanderung aus den Großstädten oder die Zuwanderung in die Ballungsgebiete führt zur Verstädterung ländlicher Gemeinden und zur Entstehung von Satellitenstädten oder Trabantenstädten. Der Verlust an Zentralität und Bewohnern führt in der Kernstadt häufig zum Verlust an Arbeitsplätzen, zur Veränderung der Einzelhandelsstruktur, zu Segregation marginalisierter Bevölkerungsgruppen und Segregation von bestimmten Haushaltstypen im suburbanen Raum (INTERNET 6).

Durch ein starken Siedlungs- und Flächendruck in innerstädtischen Lagen mit zumeist steigenden eigenen Flächenansprüchen und hohen Miet-/Baulandpreisen ist ein lang andauernder Entwicklungsgang der Suburbanisierung ins städtische Umland entstanden (INTERNET 6).

2.1 Wohnsuburbanisierung

Unter Wohnsuburbanisierung versteht man den „Prozess von intraregionaler Dekonzentration von Bevölkerung“ (HEINEBERG 2003, S. 312). Es beinhaltet die Abwanderung von privaten Haushalten aus den Kernstädten der Verdichtungsräume in den suburbanen Raum.

Tabelle 1 [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Bevölkerungsentwicklung in den Großstädten der Bundesrepublik (1950 – 1987)

(Quelle: Deutscher Städtetag 1972, 1989; eigene Berechnung)

In Tab.1 ist zu erkennen, dass in den Jahren 1950 bis 1961 die Großstädte insgesamt eine jährliche Wachstumsrate von 1,73 % erreichten, wobei in der gesamten Bundesrepublik nur eine Rate von 0,92 % zu verzeichnen war. Die Großstädte registrierten einen doppelt so hohen Gewinn an Einwohnern wie ganz Deutschland. Grund war dafür die Wiederaufbauphase nach dem zweiten Weltkrieg, als die Menschen aus den zerbombten Dörfern flohen und ihre Zukunft in den Großstädten sahen. Der Wunsch nach einem besseren Wohnverhältnis, nach Arbeit und einem besseren Lohnwert lockte die Bevölkerung in die Städte. Ab 1961 erlebten die Kernstädte einen erheblichen Bevölkerungsrückgang, der bis heute noch anhält. 1970 notierten z.B. die Großstädte > 1.000.000 eine negative Wachstumsraten von - 0,49 (vgl. Tab. 1).

Abbildung 1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1990 – 1998 nach Gemeinden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Herfert 2001b, geändert und ergänzt)

In Abb. 1 wird deutlich dargestellt, dass in den 90er Jahren die Gemeinden aus den neuen Bundesländern eine negative Bevölkerungsentwicklung von -10 % und mehr verzeichneten. Die Großstädte München, Stuttgart oder auch Berlin wiesen einen Rückgang der Bevölkerung von einem Index von 5 in der Kernstadt auf. Die suburbanen Räume um Berlin, Stuttgart und München hingegen verbuchten dabei eine positive Veränderung. In Berlin notierte das Umland eine Bevölkerungsent- wicklung von mehr als 50 %. In den anderen Städten stieg die Bevölkerung um 10 – 20 %. Der Prozess der Suburbanisierung beschleunigte sich beträchtlich. In der Expansionsphase beurteilten viele Menschen die Innenstadt in der Großstadt als negativ. Dabei spielen die Push-Faktoren in den Großstädten eine wichtige Rolle. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte, der verschlechterten Wohnbedingungen, der hohen Mietpreise, der hohen Umweltbelastung und dem Verfall der Häuser in den Innenstädten führte es meistens dazu , dass Familien mit Kindern aus der Mittelschicht mit einem höheren Einkommen ihre Wohnung oder ihr Haus in der Innenstadt aufgaben und ins Umland abwanderten. Der Wunsch nach einer größeren Wohnung oder einem Eigenheim im Grünen wurde erfüllt.

Zu den Pull-Faktoren zählen heutzutage die Vorstellungen über einen attraktiven Arbeitsplatz und einer schönen Wohnung in guter Wohnlage. Die Ansprüche zielen nicht nur auf gute und schnell erreichbare Aus- und Fortbildungsstätten und auf kulturelle Angebote, sondern schließen auch das Klima und die Naherholungsmöglichkeiten mit ein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Konsequenzen der Suburbanisierung für innerstädtische Quartiere in Deutschland
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut der RWTH Aachen)
Veranstaltung
Kulturgeographie
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
28
Katalognummer
V59979
ISBN (eBook)
9783638537605
Dateigröße
1880 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konsequenzen, Suburbanisierung, Quartiere, Deutschland, Kulturgeographie
Arbeit zitieren
Nicole Lamour (Autor), 2005, Konsequenzen der Suburbanisierung für innerstädtische Quartiere in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59979

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