Die folgende Arbeit wird sich hauptsächlich mit der Stellung der Frau in England im ausgehenden 14. Jahrhundert beschäftigen. Diese Zeit des Spätmittelalters war geprägt durch das Wachsen und Ausdehnen von Städten. Außerdem sorgten Pestepidemien seit 1348 für eine Reduzierung der Bevölkerung, sodass jede Arbeitskraft benötigt wurde. Betrachtet man das Leben der Frau, ist es jedoch schwierig, genaue zeitliche Abgrenzungen zu finden, da Entwicklungen meist nicht abrupt, sondern kontinuierlich verliefen. Daher wird diese Arbeit einen allgemeinen Überblick über bestimmte Aspekte der Frau im Mittelalter geben und dabei immer wieder auf die Situation im 14. Jahrhundert verweisen. In einem ersten Teil dieser Arbeit wird das mittelalterliche Frauenbild vorgestellt, das größtenteils durch die Ideen der Kirche geprägt war. Danach wird die rechtliche Stellung der Frau erläutert. In einem dritten Teil wird auf die Stellung der Frauen in der Ehe eingegangen, wobei dabei vier Aspekte hervorgehoben werden: das Arrangieren der Ehe, die mittelalterliche Hochzeit, Eheleben und Scheidung und das Leben als Witwe. Der folgende Teil beschäftigt sich dann mit Frauen in der Kirche und insbesondere im Kloster. Der Eintritt ins Kloster wird dabei ebenso behandelt wie das klösterliche Leben, der Einfluss von Äbtissinnen und Priorinnen sowie die Bedeutung des Klosters als Bildungsstätte. Der letzte Teil dieser Arbeit erörtert schließlich die Stellung der Frau in den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Dabei werden zuerst sowohl die Bedeutung der Lady für die mittelalterliche Feudalgesellschaft erläutert als auch ihre Bildungsmöglichkeiten aufgezeigt. Auf die Beschreibung des Lebens der Bauersfrauen folgt die Stellung der Städterin. Die Ehe in der Stadt wird ebenso beschrieben wie das Leben der arbeitenden Frauen. In einem letzten Punkt wird dann auf die im Spätmittelalter immer weiter anwachsende Prostitution hingewiesen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das mittelalterliche Frauenbild
3. Die rechtliche Stellung der Frau
4. Hochzeit und Ehe der Frau im Mittelalter
4.1 Das Arrangieren der Ehe
4.2 Die mittelalterliche Hochzeit
4.3 Eheleben und Scheidung
4.4 Die Witwe
5. Die Frau in der Kirche
5.1 Der Eintritt ins Kloster
5.2 Das klösterliche Leben
5.3 Äbtissinnen und Priorinnen
5.4 Die klösterliche Bildung und Disziplin
6. Die Frau in den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten
6.1 Die Lady
6.1.1 Die Bedeutung der Lady
6.1.2 Die Bildung der Lady
6.2 Die Bäuerin
6.3 Die Städterin
6.3.1 Die Ehe in der Stadt
6.3.2 Arbeitende Frauen in der Stadt
6.3.3 Prostitution
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Lebensbedingungen und die gesellschaftliche Stellung der Frau in England im ausgehenden 14. Jahrhundert, wobei insbesondere der Einfluss von Kirche, Ehekonzepten und sozialen Schichten analysiert wird.
- Einfluss des mittelalterlichen Frauenbildes auf die Lebensrealität
- Rechtliche Abhängigkeit und Ehestrukturen
- Rolle der Frau in der Kirche und im klösterlichen Leben
- Differenzierte Analyse nach sozialen Schichten (Lady, Bäuerin, Städterin)
- Wirtschaftliche Bedeutung und Erwerbsmöglichkeiten von Frauen
Auszug aus dem Buch
4.2 Die mittelalterliche Hochzeit
Ursprünglich war die Ehe eine rein weltliche Angelegenheit ohne Mitwirkung der Kirche, denn von der Kirche wurde die Ehe als minderwertig angesehen. Dies wurde mit dem Scheitern der Paradiesehe gerechtfertigt. Im Hochmittelalter wurden dann bestimmte Heiratsregeln durch die Kirche festgelegt. Die Ehe wurde zum Sakrament. Außerdem wurde die Konsensehe als ideale Form der Ehe, in der beide Partner ihr Einverständnis geben sollten, eingeführt. Diese setzte sich allerdings nur sehr langsam durch.
Im Folgenden sollen einige Ausschnitte aus „Der König der Purpurnen Stadt“ die wichtigsten Abläufe und Besonderheiten einer mittelalterlichen Hochzeit dokumentieren. Die Trauung des Brautpaares fand vor der Kirche an der Kirchentür statt.
Als das schlichte Westportal der großen Kirche von All Hallows sich quietschend öffnete und Vater Rufus heraustrat, nahm Jonas seine Braut bei der Hand und führte sie zur Kirchentür. Vor dem Priester blieben sie stehen.
Während der Zeremonie fragte der Priester die Anwesenden nach Gründen, die die Eheschließung verhindern könnten.
Sollte einem von euch ein Hindernis bekannt sein, das diesen Bund verbietet, wie etwa ein früheres Verlöbnis, eine Eheschließung oder die Exkommunizierung der Braut oder des Bräutigams, dann möge er jetzt sprechen oder für immer schweigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problematik bei der Quellenlage über Frauen im Spätmittelalter und Skizzierung des Untersuchungsrahmens für England im 14. Jahrhundert.
2. Das mittelalterliche Frauenbild: Untersuchung der kirchlich geprägten, zwiespältigen Sicht auf die Frau zwischen der Sündhaftigkeit Evas und der Verehrung Marias.
3. Die rechtliche Stellung der Frau: Erläuterung der finanziellen und juristischen Unterordnung unter den Ehemann sowie der Einschränkungen vor Gericht.
4. Hochzeit und Ehe der Frau im Mittelalter: Analyse der Ehe als machtpolitische Funktionsgemeinschaft, inklusive der Riten der Heirat und der Rolle der Witwe.
5. Die Frau in der Kirche: Beschreibung des Klosterlebens, der Machtstrukturen sowie der Bildungsfunktion von Nonnenklöstern.
6. Die Frau in den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten: Detaillierte Betrachtung der Lebenswirklichkeit von adligen Ladys, Bauersfrauen und Städterinnen sowie deren wirtschaftlicher Rolle.
7. Schluss: Zusammenfassende Einschätzung der begrenzten Möglichkeiten von Frauen innerhalb der spätmittelalterlichen Männerwelt.
Schlüsselwörter
Frauenbild, Mittelalter, England, Ehe, Kirche, Kloster, Lady, Bäuerin, Städterin, Rechtsstatus, Bildung, Arbeitswelt, Prostitution, Spätmittelalter, Unterordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Lebensbedingungen, die rechtliche Situation und die gesellschaftlichen Rollen von Frauen im England des 14. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind das kirchliche Frauenbild, die rechtliche Abhängigkeit, die Institution der Ehe, das Leben im Kloster sowie die unterschiedlichen Lebenswelten in verschiedenen sozialen Schichten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über die Stellung der Frau in einer patriarchal geprägten Gesellschaft des Spätmittelalters zu geben und aufzuzeigen, wie Frauen innerhalb dieser Einschränkungen agierten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die historische Sachliteratur mit literarischen Beispielen verbindet.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des mittelalterlichen Frauenbildes, die rechtliche Situation, Ehe- und Heiratsstrukturen, das Klosterleben sowie eine Schichtenanalyse vom Adel bis zum städtischen Handwerk.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Frauenbild, gesellschaftliche Schichten, rechtliche Stellung, Ehe, Kloster und wirtschaftliche Eigenständigkeit definiert.
Warum war der soziale Status der Witwe im Mittelalter besonders?
Im Gegensatz zur verheirateten Frau genoss die Witwe eine höhere rechtliche und finanzielle Unabhängigkeit, da sie oft das Familienoberhaupt war und über Besitztümer verfügen konnte.
Wie unterschied sich die Situation der Frau in der Stadt von der auf dem Land?
In der Stadt genossen Frauen durch das Stadtrecht mehr Freiheiten, konnten eigene Berufe im Handwerk ausüben und waren bei der Partnerwahl oft weniger stark an feudale Regeln gebunden als auf dem Land.
- Quote paper
- MA Simone Petry (Author), 2005, Zur Stellung der Frau in England im ausgehenden 14. Jahrhundert , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60003