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Hilfeplan / Hilfeplanung

Title: Hilfeplan / Hilfeplanung

Term Paper , 2004 , 31 Pages , Grade: 2,9

Autor:in: Stefanie Witt (Author)

Social Work
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Der rechtliche Anspruch der Kinder und Jugendlichen reicht bis weit in das 19. Jahrhundert zurück. Die wichtigsten und bahnbrechendsten Entscheidungen kamen jedoch erst zum Anfang des 20. Jahrhunderts, was im Vergleich zu anderen Gesetzen eher als sehr spät anzusehen ist. Doch ist es ein großer Schritt gewesen, den der Staat am 9. Juli 1922 mit dem Erlass des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes (RJWG) ging. Hier schuf er die Grundlage für die heutige Jugendhilfe, indem er einen rechtlichen Anspruch auf behördliche Maßnahmen zur Förderung der Jugendwohlfahrt in diesem Gesetz verankerte. Nun hatten Kinder und Jugendliche ein Recht auf Erziehung zur leiblichen, seelischen und gesellschaftlichen Tüchtigkeit. Des weiteren wurde in dem Gesetz das Verhältnis von Erziehungsrecht und Erziehungspflicht der Eltern, privater Jugendhilfe und dem Eingreifen der öffentlichen Hand festgelegt. Der Grundsatz der Subsidiarität1 war geschaffen. Das RJWG regelte auch den Aufbau und die Zuständigkeit der Jugendwohlfahrtsbehörden, wo geschrieben ist, dass in allen Stadt- und Landkreisen Jugendämter zu errichten sind, die u.a. für die öffentliche Jugendhilfe zuständig waren. Am 11. August 1961 wurde eine Neufassung des RJWG veröffentlicht, weil sich viele gesellschaftliche Veränderungen ergeben haben und in den Jahren der praktischen Arbeit erwies es sich als sehr lückenhaft. Dieses neue Gesetz hieß nun Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG), zu dem es einige Neufassungen im Laufe der Jahre gab. Am 26. Juni 1990 kam es jedoch zum grundlegenden Wandel, als das SGB VIII – auch KJHG genannt – eingeführt wurde. Auch hierzu gibt es schon einige Neufassungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Recht auf Erziehung

3. Der Hilfeplan

3.1 Rechtliche Grundlage

3.2 Der Zusammenhang von § 27 und § 36 KJHG

3.3 Bedeutung

3.4 Charakter der Hilfeplanung

3.4.1 Hilfeplanung im Spannungsfeld zwischen Aushandlung und Diagnose

3.5 Aufgaben

3.6 Aufbau / Verfahrenselemente

3.6.1 Mitwirkung nach § 36 KJHG

3.6.2 Wunsch- und Wahlrecht

3.6.3 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

3.6.4 Zusammenwirkung mehrerer Fachkräfte

3.6.5 Zusammenfassung: Hilfeplanung als Herausforderung an Fachlichkeit und Organisationsgestaltung

3.7 Hilfeplanprozess

3.8 Struktur

4. Aktuelle Diskussionen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Hilfeplan als zentrales Instrument des Jugendamtes zur Steuerung und Umsetzung von Hilfen zur Erziehung gemäß dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG/SGB VIII). Ziel ist es, die rechtlichen Grundlagen, den methodischen Prozess der Hilfeplanung sowie die Bedeutung der Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Eltern darzustellen und kritisch zu reflektieren.

  • Rechtliche Einordnung der Hilfen zur Erziehung und des Hilfeplans
  • Differenzierung zwischen Hilfeplanung als Aushandlungsprozess und diagnostischem Instrument
  • Verfahrenselemente wie Mitwirkung, Wunsch- und Wahlrecht sowie fachliche Zusammenarbeit
  • Strukturierte Darstellung des Hilfeplanprozesses
  • Aktuelle Trends und Diskussionen in der Hilfeplanung

Auszug aus dem Buch

3.4. Charakter

Wenn man den Hilfeplan genau betrachtet stellt sich die Frage, was er eigentlich ist bzw. ihn ausmacht. Hierzu gibt es jedoch verschiedene Ansichten und Ausführungen. Hans Hillmeier vom Bayrischen Landesjugendamt hat dazu folgende Meinung: „Der Hilfeplan ist von seinem Charakter her vielgestaltig. Er ist Grundlage für die Ausgestaltung der Hilfe, Entscheidungshilfe im Einzelfall, Instrument fachlicher Selbstkontrolle, Beleg für die Beteiligung der Betroffenen, Fahrplan für die Zusammenarbeit der Fachkräfte, zeit und zielgerichtetes Planungsinstrument, Koordinierungsinstrument zwischen Jugendamt und Maßnahmeträger, Entscheidungsgrundlage für Kostenträger, Nachweis fachlicher Planungskompetenz, Bemühen um die richtigen Hilfen, Vertrag zwischen allen Beteiligten und Arbeitshilfe für die Durchführung und Prüfung der Hilfe.“

Um es kurz auszudrücken: oft wird der Hilfeplan nur als ein Formular angesehen, doch er ist mehr als das. Er ist ein Instrument behördlichen Handelns des Jugendamtes nach sozialpädagogischen Grundsätzen. Somit werden dem Hilfeplan zwei Komponenten zugeschrieben: Zum einen ein korrektes Verwaltungshandeln und zum anderen die sozialpädagogische Fachlichkeit, die im § 72 KJHG festgeschrieben ist.

Eine weitere Meinung stellt die Frage, mit welchen Begriff, Diagnose oder Aushandlung, sich der Charakter des Hilfeplans angemessen kennzeichnen lässt. Damit setzt man sich mit dem Hauptproblem auseinander, nämlich der Frage, mit welchem Verständnis man sich der Hilfeplanung nähern soll. Wichtig an dieser Stelle ist der Zusatz, dass diese Frage mit der fachlichen Haltung der beteiligten Personen verbunden ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Jugendhilfe vom RJWG bis zum SGB VIII (KJHG) ein und erläutert den Aufbau der Hausarbeit.

2. Recht auf Erziehung: Das Kapitel erläutert den Rechtsanspruch auf Hilfen zur Erziehung gemäß SGB VIII und definiert den Hilfeplan als zentrales Steuerungselement.

3. Der Hilfeplan: Hier werden die rechtlichen Grundlagen (§ 36 KJHG), die Bedeutung sowie die verschiedenen Charaktere der Hilfeplanung (Aushandlung vs. Diagnose) detailliert beleuchtet und der strukturierte Prozess dargelegt.

4. Aktuelle Diskussionen: Dieser Abschnitt wertet Forschungsdaten zu Trends in der Hilfeplanung aus, insbesondere hinsichtlich Familienkonstellationen und Verfahrensabläufen in den 90er Jahren.

5. Fazit: Das Fazit unterstreicht die Unentbehrlichkeit des Hilfeplans als Instrument der Qualitätssicherung und Strukturierung in der praktischen sozialpädagogischen Arbeit.

Schlüsselwörter

Hilfeplan, Hilfeplanung, KJHG, SGB VIII, Hilfen zur Erziehung, Jugendhilfe, Kindeswohl, Mitwirkung, Wunsch- und Wahlrecht, Erziehungskonferenz, Sozialpädagogik, Fallverstehen, Diagnostik, Aushandlungsprozess, Jugendamt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert den Hilfeplan nach § 36 KJHG als unverzichtbares Steuerungsinstrument innerhalb der Hilfen zur Erziehung im Rahmen der öffentlichen Jugendhilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die rechtliche Fundierung, die methodische Ausgestaltung des Hilfeplanprozesses sowie die Bedeutung der Partizipation und Kooperation zwischen Jugendamt, Eltern sowie Kindern und Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die strukturierte Darstellung und fachliche Einordnung der Hilfeplanung, um deren Notwendigkeit und Wirkungsweise in der sozialpädagogischen Praxis zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den Stand der Diskussion zur Hilfeplanung aufzuarbeiten, und stützt sich zudem auf empirische Daten zu Trends in der Jugendhilfeplanung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen, Aufgaben, Verfahrenselemente (z. B. Mitwirkung), der konkrete Prozessablauf sowie die unterschiedlichen theoretischen Perspektiven auf die Hilfeplanung (Diagnose vs. Aushandlung) analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Hilfeplanung, SGB VIII, Mitwirkung, Fallverstehen, Diagnostik und Aushandlungsprozess geprägt.

Wie unterscheidet sich Hilfeplanung als „Diagnose“ von der „Aushandlung“?

Die Diagnose-Perspektive fokussiert auf eine expertenbestimmte fachliche Analyse und Fallentscheidung, während die Aushandlungs-Perspektive die partizipative Konstruktion von Hilfe durch den Dialog zwischen Fachkräften und Betroffenen betont.

Welche Rolle spielt die „Erziehungskonferenz“ im Hilfeplanprozess?

Sie fungiert als zentraler Ort des Zusammenwirkens, an dem gemeinsam mit den Betroffenen und Fachkräften verbindliche Entscheidungen über die Art und Ausgestaltung der Hilfe getroffen werden.

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Details

Title
Hilfeplan / Hilfeplanung
College
University of Lüneburg
Course
Kindeswohl in der Jugendhilfe
Grade
2,9
Author
Stefanie Witt (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V60013
ISBN (eBook)
9783638537834
ISBN (Book)
9783656770916
Language
German
Tags
Hilfeplan Hilfeplanung Kindeswohl Jugendhilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Witt (Author), 2004, Hilfeplan / Hilfeplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60013
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