„Wer günstig spricht, spricht Aldi!“, „freedom of speech“ oder „Tchibofonieren Sie auch?“ sind nur drei der zahlreichen Werbeslogans der Billigdiscountangebote der Mobilfunkanbieter.1 Jeden Tag erscheinen immer mehr Angebote der Netzbetreiber, wie Eplus, o2 oder T-Mobile, mit Discounthändlern, wie Aldi, Plus oder WalMart. Der harte Kampf der „kleinen Cents“ scheint kein Ende zu finden. Fast täglich erscheint in der Fernsehoder Radiowerbung wieder ein sagenhaft günstiges Handytarif-Angebot. Früher haben viele Kunden auf spezielle Angebote wie an Weihnachten, Ostern oder Pfingsten gewartet, ehe sie sich für einen Anbieter entschieden haben. Zahlreiche Kunden surften sehr lange und intensiv im Internet auf der Jagd nach einem für sich geeigneten Mobilfunkangebot. Da die Minutenpreise der Netzbetreiber relativ fix waren, haben zahlreiche Handyshopbetreiber ihr Angebot an Gratiszugaben als entscheidenden Faktor für den Vertragsabschluss gesehen und sehr viel an Geschenke mitgegeben. Heute ist das „Warten auf Weihnachten“ oder „das lange Surfen im Internet“ nach Handyvertragsschnäppchen eindeutig vorbei! Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Frage, was Discounttarife auf dem Mobilfunkmarkt überhaupt bedeuten. Anschließend werden die beiden Verbindungsarten PrePaid und PostPaid mit jeweils zwei Beispielen definiert. In den Kapiteln 3 und 4 wird eine detaillierte Betrachtung der Stärken und Schwächen der Billigmobilfunktarife dargestellt. Zahlreiche Beispiele sollen auch zu einem besseren Verständnis beitragen und einen möglichen Einblick in dieses Thema geben. Kapitel 5 befasst sich mit der Akzeptanz von Billigangeboten der Mobilfunkanbieter. Hierzu werden verschiedene Ergebnisse der Studien und Analysen des Statistischen Bundesamtes, des Mobilfunk-Service-Providers Talkline und des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics vorgestellt. Mit Kapitel 6 „Bewertung und Ausblick“ endet die vorliegende Arbeit und versucht dem Titel: „Chaos auf dem Mobilfunkmarkt?!“ eine passende Antwort zu geben.
==
1 Zitate aus der Fernseh- und Plakatwerbung von Aldi, Eplus und Tchibo
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was sind Discounttarife auf dem Mobilfunkmarkt?
2.1 PrePaid-Verbindungen
2.1.1 Tchibo – Tchibofonieren
2.1.2 AldiTALK
2.2 PostPaid-Verbindungen
2.2.1 Tchibo
2.2.2 e-plus – BASE
3 Stärken der Billigmobilfunktarife
4 Schwächen der Billigmobilfunktarife
5 Akzeptanz der Billigmobilfunktarife
6. Bewertung und Ausblick
7. Literaturverzeichnis und Webliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Phänomen der Discounttarife auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, analysiert deren Definition sowie die Unterschiede zwischen PrePaid- und PostPaid-Verbindungsarten und bewertet deren Marktauswirkungen sowie Akzeptanz.
- Grundlagen und Definition von Discounttarifen im Mobilfunksektor.
- Vergleichende Analyse von PrePaid- und PostPaid-Modellen anhand von Fallbeispielen.
- Identifikation der Stärken und Schwächen aktueller Billigmobilfunktarife.
- Evaluation der Akzeptanz dieser Angebote bei den Verbrauchern.
- Marktausblick und Bewertung des intensiven Wettbewerbs („Chaos“) auf dem Mobilfunkmarkt.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Tchibo – Tchibofonieren
Als Ursprung der Billigtarife der Mobilfunkanbieter ist wohl der bekannte hamburger Kaffeeröster Tchibo, zu nennen. In November des Jahres 2004 stellte Tchibo seinen ersten Mobilfunk-PrePaid-Tarif mit technischer Unterstützung des Netzanbieter o2 vor.
Mit einem Einheitspreis von 35 Ct./Min. wollte Tchibo möglichst viele Handykunden ansprechen. Mit seinem Tarif „Rund-um-die-Uhr“ lag Tchibo deutlich unter den Minutenpreisen aller anderen Netzanbieter wie e-plus, Vodafone oder T-Mobile. Dieser Tarif galt in alle deutschen Mobilfunk- und Festnetze und sprach somit den Kunden stark an, denn es war nicht mehr notwendig auf die günstige Nebenzeit, ab 18 Uhr, zu warten um günstiger telefonieren zu können. Lt., einer von Tchibo in Auftrag gegebenen Studie, führt die Unübersichtlichkeit des Tarifdschungels viele Menschen in die Verzweiflung. Mit diesem Einheitspreis sorgte Tchibo erstmals für Tariftransparenz.
Auch als erster Anbieter, offerierte Tchibo seinen Kunden das kostenlose Abhören der Mailbox, denn bis zu diesem Zeitpunkt war es unüblich, die Mailbox kostenlos von einer PrePaid-Karte abzuhören.
Seit dem ersten Verkaufstag im Winter 2004 bietet Tchibo PrePaid-Karten mit subventionierten Mobiltelefonen an. Das klassische und sehr einfach zu bedienende Kompakthandy für 39,95 € war bereits am ersten Verkaufstag in vielen Tchiboshops restlos ausverkauft. Neben dem Kompakthandy wurde ein Designer-Klapphandy für 79,95 € und ein hochwertiges Fotohandy für 129,95 € zum sofortigen Gebrauch, angeboten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des umkämpften Mobilfunkmarktes ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich mit Discounttarifen und deren Definition befasst.
2 Was sind Discounttarife auf dem Mobilfunkmarkt?: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe geklärt und die zwei wesentlichen Verbindungsarten, PrePaid und PostPaid, mit konkreten Praxisbeispielen (Tchibo, Aldi, E-Plus/BASE) erläutert.
2.1 PrePaid-Verbindungen: Dieser Abschnitt beschreibt das PrePaid-Modell als vertragsfreies Angebot ohne Grundgebühr und beleuchtet die Markteintritte und Besonderheiten von Tchibo und AldiTALK.
2.1.1 Tchibo – Tchibofonieren: Dieses Unterkapitel detailliert den Pionier-Tarif von Tchibo, der 2004 den Wettbewerb mit einem Einheitspreis und kostenloser Mailbox-Abfrage revolutionierte.
2.1.2 AldiTALK: Hier wird der Einstieg des Lebensmitteldiscounters Aldi in den Mobilfunkmarkt im Dezember 2005 und dessen enorme Resonanz bei den Kunden beschrieben.
2.2 PostPaid-Verbindungen: Dieser Teil definiert PostPaid-Verträge als Langzeitmodelle und grenzt sie von PrePaid-Lösungen ab.
2.2.1 Tchibo: Es wird dargestellt, dass Tchibo neben PrePaid- auch PostPaid-Verträge anbietet und welche Besonderheiten (z.B. Laufzeit, subventionierte Handys) hierbei bestehen.
2.2.2 e-plus – BASE: Dieses Kapitel widmet sich der Handy-Flatrate von BASE als Beispiel für einen PostPaid-Tarif, der unbegrenztes Telefonieren zu einem monatlichen Pauschalpreis ermöglicht.
3 Stärken der Billigmobilfunktarife: Hier werden die Vorteile der Discounttarife, wie Wegfall von Vertragsbindungen, günstige Minutenpreise und transparente Gebührenstrukturen, analysiert.
4 Schwächen der Billigmobilfunktarife: Dieser Abschnitt thematisiert kritische Aspekte wie mangelnde Komfortmerkmale, eingeschränkte Gültigkeitsbereiche für Tarife und hohe Kosten für Datennutzung oder Auslandsgespräche.
5 Akzeptanz der Billigmobilfunktarife: Das Kapitel untersucht die Marktakzeptanz anhand von Umfrageergebnissen und Statistiken, welche die steigende Bedeutung von Discounttarifen für die Nutzungsgewohnheiten der Konsumenten unterstreichen.
6. Bewertung und Ausblick: Diese Zusammenfassung bewertet den aktuellen Stand des Marktes und wagt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung sowie den anhaltenden Preiskampf.
7. Literaturverzeichnis und Webliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen und Online-Referenzen auf, die der Arbeit zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Mobilfunkmarkt, Discounttarife, PrePaid, PostPaid, AldiTALK, Tchibo, BASE, Tarifdschungel, Billigmobilfunktarife, Einheitenpreis, Kundenakzeptanz, Vertragsfreiheit, Mobilfunkbetreiber, Marktanalyse, Mobiltelefonie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und der Bedeutung von Discounttarifen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, die von Netzbetreibern in Kooperation mit Discountern angeboten werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Definition von PrePaid- und PostPaid-Modellen, die Identifikation von Vor- und Nachteilen für den Kunden sowie die Analyse der Marktakzeptanz und Wettbewerbssituation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das „Chaos“ auf dem Mobilfunkmarkt durch eine fundierte Betrachtung der Tarifmodelle zu strukturieren und eine Bewertung der Auswirkungen für den Endverbraucher vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Basis von Fachliteratur, Marktdaten, Studien von Marktforschungsinstituten und konkreten Beispielen (Fallstudien) die aktuelle Marktlage darstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von PrePaid- und PostPaid-Tarifen, eine detaillierte Analyse der Stärken und Schwächen dieser Modelle sowie die Auswertung von Statistiken zur Marktakzeptanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Mobilfunkmarkt, Discounttarife, PrePaid, PostPaid, Tariftransparenz, Wettbewerb, Kundenakzeptanz und Kosteneffizienz.
Welche Rolle spielt Tchibo im Kontext der Billigtarife?
Tchibo gilt laut Arbeit als Pionier, der durch seinen Einheitspreis und die Einführung der kostenlosen Mailbox-Abfrage für mehr Transparenz und Wettbewerbsdruck sorgte.
Warum ist das AldiTALK-Modell laut Arbeit besonders relevant?
AldiTALK wird als Beispiel für den massiven Einstieg des Lebensmittelhandels in den Mobilfunkmarkt genannt, der durch hohe Starterset-Verkaufszahlen den Markt nachhaltig in Bewegung brachte.
Was bemängeln Kritiker an den Discounttarifen?
Kritisiert werden unter anderem das Fehlen von Komfortmerkmalen, eine mögliche Intransparenz durch ständige Tarifänderungen sowie hohe Kosten bei Datennutzung und Auslandsgesprächen.
- Quote paper
- Pervin Turhan (Author), 2006, Chaos auf dem Mobilfunkmarkt - Discountangebote der Mobilfunkanbieter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60016