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Gewalt von Lehrern gegenüber Schülern - ein Überblick

Title: Gewalt von Lehrern gegenüber Schülern - ein Überblick

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rüdiger-Philipp Rackwitz (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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„Gewalt in der Schule“ – wer denkt da nicht an Schlagzeilen und Meldungen nach denen Schüler ihre Klassenkameraden mobben und verprügeln, auf dem Pausenhof Schutzgelder erpressen, Lehrer1 bedrohen und diese ernsthaft um ihr Leben fürchten müssen. Meißen, Erfurt, Ahrensburg2 rufen die dazugehörigen, oftmals blutrünstigen Schlagzeilen von amoklaufenden und messerstechenden Schülern in Erinnerung, die leicht den Eindruck erwecken, dass an deutschen Schulen kriegsähnliche Zustände oder bereits „amerikanische Verhältnisse“ herrschen. Auch wenn derartige, extreme Vorfälle an deutschen Schulen (noch) nicht an der Tagesordnung sind, fassen Tillmann et al. die subjektive Empfindung vieler Lehrer wie folgt zusammen: „Die Schüler, so der Tenor vieler Lehreräußerungen, seien in den letzten Jahren immer schwieriger, problematischer und z.T. eben auch zunehmend aggressiver geworden. [..] Den daraus resultierenden Belastungen im Unterricht und den steigenden Anforderungen an die Erziehungsarbeit fühlen sich viele Lehrkräfte nicht mehr gewachsen.“ (Tillmann et al. 1999, S. 14) Ob die Schüler „von heute“ tatsächlich schwieriger, problematischer und aggressiver sind, darüber wird kontrovers diskutiert (vgl. Knopf 1996, S. 6). Denn nach Fuchs z.B. ist „Gewalt von bzw. zwischen Jugendlichen und Heranwachsenden [..] ein Phänomen, das sozialhistorisch gesehen nichts Neues darstellt, in der Generationenfolge jedoch fast immer zu erheblichen Verunsicherungen geführt hat.“ (Fuchs et al. 1996, S. 2) Trotzdem ist die Thematik „Gewalt von Jugendlichen“ und „Gewalt in der Schule“ seit Anfang der 90er Jahre immer wieder durch spektakuläre und nicht nur ausländerfeindliche und rechtsextremistische Übergriffe Jugendlicher in den Medien vertreten.

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1 Der besseren und flüssigeren Lesbarkeit wegen wird im Folgenden von Schülern und Lehrern etc. gesprochen. Die weibliche Form ist dabei aber immer mitgedacht und mitgemeint.

2 Am 9.11.1999 ersticht ein 15-jähriger Gymnasiast seine Lehrerin im Klassenzimmer. Am 26.04.2002 erschießt der 19-jährige Robert S. im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, einen Polizisten und anschließend sich selbst. Laut Anklage sollen die 18 und 21 Jahre alten Brüder Alex und Vitali O. am 16.01.2005 in Ahrensburg eine 55-jährige Lehrerin erstochen haben. (taz Nord Nr. 7719 vom 19.7.2005, Seite 23)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gewalt in der Schule – eine Einleitung

1.1. Der Begriff „Gewalt“

1.1.1. Die enge Definition – körperliche Gewalt und körperliche Schädigung

1.1.2. Die weite Definition – psychische Gewalt und psychische Schädigung

1.1.3. Mobbing – eine besondere Form von physischer und psychischer Gewalt

1.1.4. Strukturelle Gewalt

1.1.4.1. Strukturelle Gewalt in der Schule

1.2. Definition des Begriffs „Gewalt“

2. Gewalt in der Schule – von Lehrern gegenüber Schülern

2.1. Forschungsstand – ein Überblick

2.1.1. Gewalt von Lehrern – qualitative Daten

2.1.2. Gewalt von Lehrern – quantitative Daten

2.2. Forschungsstand – Zusammenfassung

2.3. Ursachen und Gründe für Lehrergewalt

3. Schluss und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem oft tabuisierten Phänomen der Gewalt von Lehrern gegenüber Schülern auseinander. Ziel ist es, den Forschungsstand zu diesem Thema aufzuarbeiten, Definitionsansätze von Gewalt zu diskutieren und empirische Erkenntnisse zur Häufigkeit sowie den Erscheinungsformen von Lehrergewalt zusammenfassend darzustellen.

  • Grundlagen der Gewaltdefinition (physisch, psychisch, strukturell)
  • Strukturelle Gewalt im institutionellen Kontext Schule
  • Qualitative und quantitative Forschungsergebnisse zu Lehreraggressionen
  • Ursachenforschung für gewaltvolles Lehrerverhalten
  • Reflexion über die Rolle der Lehrkraft und pädagogische Verantwortung

Auszug aus dem Buch

1.1.4. Strukturelle Gewalt

Nach Galtung (1975, S. 9) liegt Gewalt dann vor,

„wenn Menschen so beeinflußt werden, daß ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung.“

[..] “[Sie ist] die Ursache für den Unterschied zwischen dem Potentiellen und dem Aktuellen, zwischen dem, was hätte sein können, und dem, was ist.“

[..] “Wenn das Potentielle größer ist als das Aktuelle und das Aktuelle vermeidbar, dann liegt Gewalt vor.“

Dabei unterscheidet Galtung zwischen direkter, von Personen ausgeübter Gewalt (personelle oder direkte Gewalt) und struktureller bzw. indirekter Gewalt, für die es keinen direkten (personellen) Verursacher gibt (vgl. ebd. 1975, S. 12). Strukturelle Gewalt wird nach ihm viel mehr von einem gesellschaftlichen System bzw. der diesem innewohnenden Struktur ausgeübt und verhindert die Entfaltung der individuellen Möglichkeiten einer Person.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gewalt in der Schule – eine Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und verdeutlicht, dass die öffentliche Debatte über Gewalt an Schulen einseitig auf Schüler als Gewalttäter fokussiert, während Lehrergewalt weitgehend ausgeblendet wird.

1.1. Der Begriff „Gewalt“: Hier werden unterschiedliche wissenschaftliche Definitionsansätze für Gewalt beleuchtet, wobei zwischen enger, weiter und struktureller Gewalt unterschieden wird.

1.1.4. Strukturelle Gewalt: Dieses Unterkapitel analysiert das Konzept der strukturellen Gewalt und überträgt es spezifisch auf die institutionellen Zwänge des Schulsystems.

1.2. Definition des Begriffs „Gewalt“: Zusammenfassung der verschiedenen Auffassungen in einer Matrix, um die Ausprägungen physischer, psychischer und struktureller Gewalt systematisch einzuordnen.

2. Gewalt in der Schule – von Lehrern gegenüber Schülern: Der Hauptteil der Arbeit, der den spärlichen Forschungsstand kritisch reflektiert und Schilderungen von Lehrergewalt in den Schulalltag einordnet.

2.1. Forschungsstand – ein Überblick: Zusammenstellung relevanter quantitativer und qualitativer Studien, die belegen, dass Gewalt durch Lehrkräfte ein signifikantes Problem darstellt.

2.2. Forschungsstand – Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die unterstreicht, dass psychische Gewalt in Form von verbalen Attacken und Machtmissbrauch überwiegt.

2.3. Ursachen und Gründe für Lehrergewalt: Erläuterung potenzieller Gründe für aggressives Lehrerverhalten, wie Überforderung, Hilflosigkeit und systemische Frustration.

3. Schluss und Ausblick: Fazit über die Notwendigkeit, das Tabuthema Lehrergewalt offen zu diskutieren und in die Lehrerbildung zu integrieren, inklusive eines Plädoyers für einen respektvollen Umgang mit Schülern.

Schlüsselwörter

Lehrergewalt, Schüler, psychische Gewalt, körperliche Gewalt, strukturelle Gewalt, Machtmissbrauch, Mobbing, Schulerfahrung, pädagogische Verantwortung, Lehrkraft, Disziplinierung, Schulalltag, Kränkung, Aggression, Bildungsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Gewalt, die von Lehrern gegenüber Schülern ausgeübt wird – ein Thema, das in der erziehungswissenschaftlichen Debatte häufig vernachlässigt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Definition von Gewaltformen, die institutionellen Bedingungen struktureller Gewalt sowie die empirische Aufarbeitung von Lehreraggressionen ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Bewusstsein für das Tabuthema Lehrergewalt zu schärfen und durch die Zusammenfassung empirischer Daten zu belegen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der kritischen Zusammenfassung bereits vorhandener qualitativer und quantitativer Studien zu diesem Forschungsbereich.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene empirische Untersuchungen (u.a. von Krumm, Schubarth, Staudt) analysiert, die Formen wie verbale Demütigungen und körperliche Übergriffe durch Lehrkräfte dokumentieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Lehrergewalt, psychische und physische Gewalt, Machtmissbrauch, strukturelle Gewalt und pädagogische Verantwortung.

Warum wird strukturelle Gewalt in der Schule thematisiert?

Weil das System Schule durch Notendruck, Lehrpläne und Pflichten Strukturen schafft, die sowohl Schüler als auch Lehrer in ihrer Entfaltung einschränken und Frustration sowie Aggression begünstigen können.

Welche Rolle spielt der „sokratische Eid“ von Hartmut von Hentig?

Das Zitat dient als Abschluss und moralischer Appell, der den Lehrer dazu verpflichtet, Schülern mit Respekt, Achtung und Wahrhaftigkeit zu begegnen, statt Machtmissbrauch zu betreiben.

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Details

Title
Gewalt von Lehrern gegenüber Schülern - ein Überblick
College
University of Education in Schwäbisch Gmünd  (Institut der Erziehungswissenschaft)
Course
Gewalt in der Schule
Grade
1,0
Author
Rüdiger-Philipp Rackwitz (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V60025
ISBN (eBook)
9783638537940
ISBN (Book)
9783656797395
Language
German
Tags
Gewalt Lehrern Schülern Gewalt Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rüdiger-Philipp Rackwitz (Author), 2005, Gewalt von Lehrern gegenüber Schülern - ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60025
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