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Institutioneller Wandel von Familie und Ehe in Deutschland - Bedeutungswandel oder Bedeutungsverlust?

Title: Institutioneller Wandel von Familie und Ehe in Deutschland - Bedeutungswandel oder Bedeutungsverlust?

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Melanie Schönberg (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Befasst man sich heute genauer mit dem Begriff der Familie, so fällt schnell auf, dass diese seit Beginn des 20. Jahrhunderts und insbesondere in den letzten drei Jahrzehnten einem stetigen strukturellen Wandel unterliegt. Anders als beispielsweise noch vor vierzig Jahren besteht eine Familie in Deutschland heute nicht mehr zwangsläufig aus einem verheirateten Paar mit Kindern. Vielmehr ist zu beobachten, dass mittlerweile eine Vielzahl neuer familialer Lebensformen (z.B.: Ein-Eltern-Familien, Patchworkfamilien, Nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern etc.) zur Normalität geworden ist. Diese Tatsache wird in der Familiensoziologie oft als so genannte Pluralisierung familialer Lebensformen bezeichnet. Man könnte also davon ausgehen, dass Familie und Ehe damit heute nicht mehr untrennbar miteinander verbunden sind.
Welche Bedeutung hat dieser Wandel aber für die soziale Institution der Familie und besonders auch für die der Ehe? Und kann angesichts dieses Wandels sogar von einem Bedeutungsverlust gesprochen werden?
Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, sollen in der vorliegenden Arbeit zunächst die Begriffe „Familie“ und „Ehe“ geklärt werden, wobei besonders auf die heutigen Merkmale und Funktionen beider sozialer Institutionen eingegangen wird.
Im Anschluss daran sollen, um einen theoretischen Rahmen zu bilden, verschiedene sozialwissenschaftliche Positionen zum institutionellen Wandel von Familie und Ehe erläutert werden (Bedeutungsverlust versus Bedeutungswandel).
Abschließend soll hier noch auf den Phasenablaufprozess von der Partnerfindung bis zur Eheschließung im zeitgeschichtlichen Wandel eingegangen werden, da sich dieser als geeigneter Indikator für den institutionellen Wandel heranziehen lässt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Bedeutungswandel oder Bedeutungsverlust?

2. Familie und Ehe

2.1. Familie

2.2. Ehe

2.3. Familie und Ehe als soziale Institutionen

3. Drei Sichtweisen zum institutionellen Wandel von Familie und Ehe

3.1. umfassende Deinstitutionalisierung

3.2. begrenzte Deinstitutionalisierung

3.3. institutionelle Anpassung

4. Phasenablaufprozesse von der Partnerfindung bis zur Eheschließung

4.1. historischer Rückblick

4.2. der Phasenablaufprozess heute

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den institutionellen Wandel von Familie und Ehe in Deutschland. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die beobachteten demographischen Veränderungen und die Pluralisierung familialer Lebensformen als Anzeichen für einen generellen Bedeutungsverlust dieser sozialen Institutionen zu werten sind oder ob sie lediglich einen Bedeutungswandel widerspiegeln.

  • Grundlegende Begriffsbestimmung von Familie und Ehe.
  • Analyse von Familie und Ehe als soziale Institutionen.
  • Vergleichende Darstellung theoretischer Perspektiven zum institutionellen Wandel.
  • Untersuchung des Phasenablaufprozesses von der Partnerfindung bis zur Eheschließung.
  • Beurteilung der Thesen zum Deinstitutionalisierungsprozess.

Auszug aus dem Buch

4.2. Der Phasenablaufprozess heute

Im heutigen Ablaufprozess gibt es ebenfalls verschiedene Phasen zwischen der Partnerfindung und der Eheschließung. Kennzeichnend für diesen Prozess ist jedoch, dass die einzelnen Phasen unabhängig voneinander geworden sind. Das heißt, es gibt weder eine festgelegte Reihenfolge, noch müssen alle im Folgenden genannten Phasen zwingend durchlaufen werden. Heutzutage sind vier dieser Phasen zu unterscheiden: die Partnerfindung, die Nichteheliche Lebensgemeinschaft, die Verlobung und die Eheschließung. Die Nichteheliche Lebensgemeinschaft ist an sich keine neue Lebensform, da es sie schon relativ lange gibt (z.B. das Eingehen von Beziehungen nach Verwitwung im Zweiten Weltkrieg o. ä.), aber zum Massenphänomen unter jüngeren Personen und damit zur potentiellen Phase im Ablaufprozess bis zur Ehe ist sie erst seit den 1970er Jahren geworden.

Die Möglichkeit der freien Partnerwahl ist bis heute in jede Gesellschaftsschicht vorgedrungen. Die Partnerfindung obliegt nunmehr jeder Person selbst. Die Entwicklung einer partnerschaftlichen Beziehung verläuft meist vom „Kennenlernen“, über Verabredungen und gemeinsame Aktivitäten bis hin zum Aufbau einer sexuellen Beziehung. In der Regel leben die Partner am Beginn einer solchen Beziehung noch getrennt.

Im Laufe der Zeit stellt sich dann heraus, je nachdem wie zufrieden die Partner mit der Partnerschaft sind, ob die Beziehung beendet oder fortgeführt werden soll. Ist eine Partnerschaft befriedigend für beide Partner stellt sich unter Umständen die Frage, ob ein gemeinsames Leben im gleichen Haushalt – also in einer Nichtehelichen Lebensgemeinschaft – möglich ist. Meistens erfolgt das Zusammenziehen der Partner schrittweise, das heißt, dass sich die Partner entweder vorzugsweise in der Wohnung des Einen aufhalten oder, dass Einer seine persönlichen Gegenstände nach und nach in die Wohnung des Anderen mitnimmt. Selten aber wird die Entscheidung zusammenzuziehen rational getroffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Bedeutungswandel oder Bedeutungsverlust?: Die Einleitung führt in die Problematik der Pluralisierung familialer Lebensformen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Bedeutungsverlust oder -wandel der Institutionen Familie und Ehe.

2. Familie und Ehe: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen, Merkmale und Funktionen von Familie und Ehe erarbeitet und die Bedeutung beider Begriffe als soziale Institutionen erläutert.

3. Drei Sichtweisen zum institutionellen Wandel von Familie und Ehe: Hier werden drei soziologische Thesen vorgestellt, die den Wandel von Familie und Ehe als Deinstitutionalisierung oder institutionelle Anpassung interpretieren.

4. Phasenablaufprozesse von der Partnerfindung bis zur Eheschließung: Das Kapitel vergleicht den historisch festen Phasenablauf mit dem heutigen, durch Privatisierung und Flexibilisierung gekennzeichneten Prozess bis zur Eheschließung.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit führt die vorangegangenen Argumentationsstränge zusammen und kommt zu dem Schluss, dass eher ein Bedeutungswandel als ein Bedeutungsverlust der Institutionen vorliegt.

Schlüsselwörter

Familie, Ehe, sozialer Wandel, soziale Institutionen, Deinstitutionalisierung, Pluralisierung, Lebensformen, Partnerfindung, Eheschließung, Individualisierung, Bedeutungswandel, Familiensoziologie, Phasenablaufprozess, Sozialisationsfunktion, Reproduktionsfunktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem institutionellen Wandel von Familie und Ehe in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Familie und Ehe, die Analyse als soziale Institutionen, verschiedene soziologische Thesen zum Wandel sowie der Wandel des Phasenablaufprozesses von der Partnerfindung zur Hochzeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob der beobachtete Wandel in der Gesellschaft als Bedeutungsverlust von Ehe und Familie oder als deren Bedeutungswandel zu interpretieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf familiensoziologischen Ansätzen, der Auswertung demographischer Trendverläufe und dem Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Positionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begriffe und Institutionen, die Vorstellung von drei zentralen Thesen zum Wandel (umfassende/begrenzte Deinstitutionalisierung und institutionelle Anpassung) sowie die empirisch orientierte Betrachtung des Phasenablaufprozesses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Familie, Ehe, Deinstitutionalisierung, Pluralisierung, Bedeutungswandel und Sozialisation charakterisiert.

Warum wird die „Nichteheliche Lebensgemeinschaft“ als Teil des Prozesses hervorgehoben?

Sie wird als eine heute dominante, aber informelle Phase zwischen Partnerfindung und Ehe betrachtet, die den Wandel des institutionellen Charakters verdeutlicht, da sie sich als "Massenphänomen" etabliert hat.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des Bedeutungswandels?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die These vom Bedeutungswandel der Realität eher entspricht als die These vom Bedeutungsverlust, da Ehe und Familie weiterhin wichtige soziale Funktionen erfüllen.

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Details

Title
Institutioneller Wandel von Familie und Ehe in Deutschland - Bedeutungswandel oder Bedeutungsverlust?
College
University of Potsdam  (WiSoFakultät)
Course
Familienforschung - theoretische Ansätze, Methoden und Ergebnisse
Grade
1,3
Author
Melanie Schönberg (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V60026
ISBN (eBook)
9783638537957
ISBN (Book)
9783638818094
Language
German
Tags
Institutioneller Wandel Familie Deutschland Bedeutungswandel Bedeutungsverlust Familienforschung Ansätze Methoden Ergebnisse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Schönberg (Author), 2006, Institutioneller Wandel von Familie und Ehe in Deutschland - Bedeutungswandel oder Bedeutungsverlust?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60026
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