Das elektronische Rechts- und Geschäftsverkehr gehört zu den Schlagwörtern unserer Zeit. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien haben bereits einen festen Platz im täglichen Rechts-, Wirtschafts- und Privatleben. In nahezu allen Bereichen wird das bisher papiergebundene Schriftdokument zunehmend durch das elektronische Dokument, das schnell, einfach und preiswert über die globalen Kommunikationsnetze elektronisch übermittelt und archiviert werden kann, ersetzt. Anderseits birgt der elektronische Rechtsverkehr erhebliche Sicherheitsrisiken, da der Empfänger einer elektronischen Nachricht keine Gewissheit über den Urheber und die Echtheit des Dokuments hat. Durch die Anwendung der elektronischen Signaturverfahren soll die Integrität und die Authentizität elektronisch übermittelter Nachrichten sichergestellt werden. Sie sind die Schlüsseltechnologien1 des elektronischen Geschäftsverkehrs, die für Rechtssicherheit in modernen Kommunikationsbeziehungen sorgen sollen. Im ersten Teil der Arbeit werden die technischen Aspekte der elektronischer Signaturen erläutert. Hierbei wird neben dem Prinzip der elektronischen Signaturen auch auf die Grundlagen der Verschlüsselungsverfahren eingegangen. Das zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den gesetzlichen Regelungen elektronischer Signaturen. Dabei werden die wichtigsten Neuregelungen des Signaturgesetzes mit der zugehörigen Verordnung, sowie des Formanpassungsgesetzes beschrieben.
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1 Allenstein, P.: Signaturgesetz und Signaturverordnung, 1999, S 5.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Technische Aspekte
2.1 Kryptographie
2.1.1 Symmetrische Verschlüsselungsverfahren
2.1.2 Asymmetrische Verschlüsselungsverfahren
2.2 Das Prinzip der digitalen Signatur
2.2.1 Erzeugen und Prüfen der digitalen Signatur
2.2.2 Zertifizierung von Schlüsseln
3. Rechtliche Aspekte
3.1 Die deutsche Sicherheitsordnung
3.1.1 Begriffsbestimmung
3.1.2 Zertifizierungsdiensteanbieter
3.1.3 Haftung
3.1.4 Qualifizierte Zertifikate
3.1.5 Langfristige Prüfbarkeit und Sicherung von Signaturen
3.1.6 Regulierungsbehörde
3.1.7 Die Prüf- und Bestätigungsstellen
3.1.8 Technische Sicherheit
3.1.9 Anerkennung ausländischer Signaturen und Produkte
3.2 Das Formanpassungsgesetz
3.2.1 Elektronische Form
3.2.2 Vereinbarte Form
3.2.3 Textform
3.2.4 Beweisrechtliche Behandlung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen in Deutschland, mit dem Ziel, die Funktionalität und die rechtliche Einordnung moderner Signaturverfahren im elektronischen Geschäftsverkehr zu analysieren.
- Technische Grundlagen der Kryptographie und digitalen Signatur.
- Analyse des Signaturgesetzes (SigG) und der Signaturverordnung (SigV).
- Rechtliche Anforderungen an Zertifizierungsdiensteanbieter und qualifizierte Zertifikate.
- Die Rolle des Formanpassungsgesetzes und die Beweiskraft elektronischer Dokumente.
- Marktakzeptanz und Herausforderungen bei der Umsetzung.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Erzeugen und Prüfen der digitalen Signatur
Bei der Erzeugung einer digitalen Signatur bildet der Sender aus seinem signierendem Dokument den Hashwert ( auch Fingerabdruck genannt). Der Hashwert ist 128 oder 160 Bit, also 16 oder 20 Zeichen, lang. Das Verfahren erzeugt dabei eine absolut eindeutige Abbildung des Textes. Keine zwei Texte haben den gleichen Hashwert.
Diese Eigenschaft wird Kollisionsfreiheit genannt. Sie gewährleistet, dass die Zuordnung von Originaltext und Fingerabdruck absolut eindeutig ist. Zudem läßt sich von dem Fingerabdruck nicht mehr auf den Text schließen. Ein Erzeugen des Originaltextes aus dem Fingerabdruck ist unmöglich.12
Im zweiten Schritt wird der erzeugte Fingerabdruck verschlüsselt. Dies ist notwendig, damit das Dokument nicht verändert und anschließend mit einem neuen Fingerabdruck versehen werden kann. Die Verschlüsselung wird mit dem privaten Schlüssel des Senders vorgenommen. Die daraus gewonnene Signatur wird an das Dokument angehängt und an den Empfänger übermittelt.
Der Empfänger prüft die Echtheit der Signatur indem er die empfangene Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel dechiffriert. Daraus erhält er den ursprünglichen Hashwert des Dokuments. Gleichzeitig bildet der Empfänger aus dem Klartext erneut eine Quersumme. Gelingt die Entschlüsselung und stimmen die beiden Hashwerte überein, so ist dies der Beweis dafür, dass die Daten mit dem zum öffentlichen Schlüssel gehörenden privaten Schlüssel erzeugt wurden, und dass das Dokument nach der Signatur nicht mehr verändert wurde.13
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des elektronischen Rechts- und Geschäftsverkehrs sowie Darlegung der Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2. Technische Aspekte: Erläuterung der kryptographischen Grundlagen und des Funktionsprinzips von digitalen Signaturen sowie deren Erzeugung, Prüfung und Zertifizierung.
3. Rechtliche Aspekte: Detaillierte Analyse der deutschen Sicherheitsordnung durch das Signaturgesetz sowie der Anpassung der Formvorschriften durch das Formanpassungsgesetz im Zivilrecht.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Marktsituation und der Notwendigkeit weiterer Aufklärungsarbeit.
Schlüsselwörter
Elektronische Signatur, Kryptographie, Signaturgesetz, Zertifizierungsdiensteanbieter, Qualifizierte Zertifikate, Digitale Signatur, Rechtssicherheit, Formanpassungsgesetz, Beweiskraft, Hashwert, Sicherheitskonzept, Signaturverordnung, Signaturerstellungseinheit, Authentizität, Integrität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit behandelt das „Recht der elektronischen Signaturen“ in Deutschland und analysiert, wie diese modernen Verfahren den elektronischen Geschäftsverkehr rechtssicher gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf den technischen Grundlagen, dem regulatorischen Rahmen (Signaturgesetz), den Pflichten von Zertifizierungsanbietern und der rechtlichen Anerkennung elektronischer Dokumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Funktionalität und die rechtliche Beweiskraft von elektronischen Signaturen im Vergleich zu herkömmlichen handschriftlichen Verfahren darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer umfassenden Analyse relevanter Gesetzestexte (SigG, BGB, ZPO) und aktueller Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen (Kryptographie), das deutsche Signaturrecht (Behörden, Zertifizierungsstellen) und das Formanpassungsgesetz (Änderungen im BGB und ZPO).
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Typische Begriffe sind elektronische Form, Signaturgesetz, Beweisrecht, kryptographische Verfahren und Akkreditierung.
Was versteht das Signaturgesetz unter einem "Zertifizierungsdiensteanbieter"?
Das sind natürliche oder juristische Personen, die qualifizierte Zertifikate oder qualifizierte Zeitstempel ausstellen und damit für die Authentifizierung der Teilnehmer verantwortlich sind.
Welchen Beweiswert haben elektronische Dokumente laut der Arbeit?
Der Beweiswert gilt als gering, steigt jedoch signifikant durch eine qualifizierte elektronische Signatur, da diese den Anschein der Echtheit im Sinne des § 292a ZPO begründet.
Welche Rolle spielt das neue Formanpassungsgesetz?
Es wurde eingeführt, um die Formvorschriften im Zivilrecht an elektronische Kommunikationsformen anzupassen und die Beweisführung bei elektronisch signierten Dokumenten zu regeln.
- Quote paper
- Eugenia Kartner (Author), 2002, Recht der elektronischen Signaturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60033