Entwicklung einer Wortartenübung auf der Basis des Kartenspiels UNO


Seminararbeit, 2005

19 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorüberlegungen zum Wortartenzirkel

2. Legitimation von Stationenarbeit und Spielen im Unterricht
2.1 Legitimation von Stationenarbeit
2.2 Legitimation von Spielen im Unterricht

3. Das Kartenspiel „UNO“ als Basis für eine Wortartenübung
3.1 Warum „UNO“?
3.2 Welche Absichten und Ziele wurden mit der Entwicklung dieses Spiels verbunden?
3.3 Wie wurde das Spiel entwickelt?
3.4 Welche Wörter wurden verwendet?

4. Reflexion des Spiels

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis
4.1 Primärliteratur
4.2 Sekundärliteratur

7. Anlagen

1. Vorüberlegungen zum Wortartenlernzirkel

Lernzirkel sind eine Form des offenen Unterrichts, die den Schülern viele eigene Entfaltungsmöglichkeiten lässt und die Jugendlichen zu selbstständigem Arbeiten und Lernen bewegen will. Doch verlangt die Erstellung und Durchführung derartiger Stationenarbeit genaue Prüfung des Lernstandes der jeweiligen Klasse und damit einhergehend eine präzise Anpassung der jeweiligen Stationen an den Kenntnisstand der Schüler. Die Station, die in dieser Arbeit erläutert werden soll, wurde in einen Wortartenlernzirkel eingebaut, der für die 5. Klasse einer Realschule innerhalb eines Proseminars bei Frau Dr. Margit Riedel von Studenten konzipiert wurde.

Hierzu informierten sich die Studenten in den Vorbereitungsstunden zu dieser Stationenarbeit über den Kenntnisstand der Klasse, über das soziale Umfeld der Schüler und über deren Leistungen im Deutschunterricht. Man stellte fest, dass die Klasse sehr heterogen zusammengesetzt war. Es gab viele Jugendliche, die durchaus ansprechende Leistungen im Fach Deutsch vorweisen konnten. Der größte Teil der Klasse bestand aus eher zurückhaltenderen Schülern, deren Ergebnisse als befriedigend bezeichnet werden konnten. Unter den Schülern war jedoch auch eine kleine Gruppe, die große Probleme im Fach Deutsch hatte, sei es in ihren schriftlichen Leistungen oder im Lesen, wobei auch mehrere ausländische Kinder darunter waren. Die Vorbereiter des Wortartenlernzirkels mussten also auf diese Klassenzusammensetzung Rücksicht nehmen und darauf achten, dass die Stationen einerseits für die besseren Schüler ansprechend waren, andererseits die schlechteren Schüler nicht überforderten.

Der Inhalt dieser Arbeit umfasst eine Station dieses Lernzirkels, bei der die Schüler in einem Spiel ihr Wortartenwissen testen, verbessern und verfestigen konnten. Zunächst soll aber auf die allgemeine Legitimation dieser Konzeption für die 5. Jahrgangsstufe eingegangen werden und der Sinn des Einsatzes von Stationen und Spielen im Unterricht näher beleuchtet werden.

2. Legitimation von Stationenarbeit und Spielen im Unterricht

2.1 Legitimation von Stationenarbeit

Der typische Lehrervortrag, auch Frontalunterricht genannt, kann den modernen Bedürfnissen des Unterrichts nicht mehr alleine gerecht werden. Durch die veränderte Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen sind diese so vielen Eindrücken und Sinneswahrnehmungen ausgesetzt, dass sie im reinen Frontalunterricht nicht die ausreichende Konzentration und Lernbereitschaft finden können, die zur Übermittlung und Einprägung von Wissen notwendig sind.[1] Warum kann nun das Konzept „Lernzirkel“ im Schüler mehr Interesse am Lernen wecken?

Verschiedene Punkte können hierauf Antwort geben. Erstens wird die Eigenständigkeit des Schülers gestärkt, indem er innerhalb der einzelnen Stationen für sich selbst Verantwortung im Lernen übernehmen kann und soll. Der Jugendliche kann aber auch in eine Kleingruppe eingebettet sein, mit der er sich arrangieren muss, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Dies führt zu einer engeren sozialen Bindung der Schüler untereinander. Das abwechslungsreiche Material an den verschiedenen Stationen weckt im Schüler Neugier und Entdeckungslust und vermeidet so das entstehen von Langeweile.[2]

Durch diese Form des Unterrichts kann die eigene Flexibilität und Kreativität des einzelnen Schülers erheblich besser herausgearbeitet und geschult werden, als in der traditionelleren Form. Das Kind wird an die selbstständige Mitgestaltung herangeführt und es darf selbst Verantwortung übernehmen. Durch die Aufsicht des Lehrers können jedoch trotzdem Schwierigkeiten innerhalb der Stationen überwunden werden, aber auch die Schüler zu den gewünschten Ergebnissen geleitet werden. In den Stationen können ganz deutlich die vom Lehrplan vorgegebenen Lerninhalte umgesetzt und kontrolliert werden, was bei Freiarbeit nicht in dem Maße möglich ist.[3] Durch die Zahl der Stationen können viele Lerninhalte intensiviert und wiederholt werden, die in vorhergehenden Stunden in der Klasse erarbeitet wurden. Allgemein ist zu sagen, dass durch die vielschichtigen Möglichkeiten die sich in einem Lernzirkel eröffnen, den Schülern größtmögliche Freiheiten gelassen und doch bestmögliche Lernerfolge erzielt werden können.[4]

2.2 Legitimation von Spielen im Unterricht

Schüler sind mit Spielen aus allen ihren Lebensbereichen von Kleinkindtagen her vertraut. Der Wunsch nach abwechslungsreichen Spielen begleitet sie bis ins Erwachsenenalter. Jedoch wurde dieses Begehren der Kinder in traditionellen Lehrformen weitestgehend nicht beachtet und aus dem Schulalltag ausgeklammert. Mittlerweile wurde erkannt, dass „Lernen gerade dann effektiv [ist], wenn man nicht daran denkt, daß etwas gelernt werden soll.“[5] Wie ist also dieses „verdeckte Lernen“ leichter realisierbar, als durch das überaus vertraute Medium des Spielens?

„Mit anderen kooperieren, gemeinsam den Lernstoff ‚gewinnen’, Neuem als einer lustvollen Herausforderung begegnen und Lernen als ein erfreuliches Ereignis erleben sind Ziele und geistige Grundhaltungen beim Einsatz dieser Lernspiele. So können selbst Lerner, denen die Inhalte zunächst langweilig erscheinen, durch Form und Art der Übung einen neuen Zugang zum Stoff finden und diesen als interessant erleben.“[6]

Spielen erscheint also als eines der geeignetsten Mittel zu sein, um dem Schüler gewünschte Lerninhalte näher bringen zu können. Aus diesem Grund wurde auch in der Entwicklung der im folgenden Kapitel beschriebenen Lernzirkelstation darauf geachtet, dass die Kinder spielerisch zum gewünschten Lernerfolg kommen können.

3. Das Kartenspiel „UNO“ als Basis für eine Wortartenübung

Da in den intensiven Vorbesprechungen zum Wortartenlernzirkel klar wurde, dass man den Schülern der 5. Klasse ein möglichst breites Spektrum an Lernmöglichkeiten bieten wollte, übernahm jeder Student aus der Vorbereitungsgruppe die Organisation einer eigenen Station mit spezifischer Thematik. Ich erklärte mich bereit, eine Spielstation zu entwerfen. Genaue Gestaltung und Zielrichtung dieser Station blieben freigestellt. Nach der Einarbeitung in diesen Bereich entschied ich mich, auf der Grundlage des Kartenspiels „UNO“ ein für die 5. Klasse geeignetes Wortartenspiel zu entwerfen.

3.1 Warum „UNO“?

Die Idee, ein bekanntes Kartenspiel zu verwenden und in eine Wortartenübung umzuwandeln stand ziemlich früh fest. Jedoch war es eine schwere Entscheidung, welches beliebte Kartenspiel herangezogen werden sollte. Schließlich schien „UNO“ das geeignetste zu sein.

„UNO“ ist eines der beliebtesten Kartenspiele weltweit, vor allem in Familienrunden erfreut es sich äußerster Beliebtheit. Deshalb war davon auszugehen, dass der Großteil der Kinder das Spiel kennen würde. Davon unabhängig besitzt „UNO“ sehr leichte Spielregeln, wodurch es auch für Schüler, die noch nie etwas von diesem Spiel gehört hatten, in kurzer Zeit möglich sein sollte, mitwirken zu können. Auch ist es bei diesem Kartenspiel möglich, beliebig vielen Jugendlichen die Möglichkeit des Mitspielens zu geben, ohne dass sich an der Spielsituation Änderungen ergeben. Das gemeinsame Spielen der Schüler miteinander sollte im Mittelpunkt dieser Station stehen.

[...]


[1] Vgl. Heinz Klippert, Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen, S. 16.

[2] Vgl. Bruno Stieren, Offener Unterricht, S. 10 ff.

[3] Vgl. Irmintraut Hegele, Lernziel: Stationenarbeit, S. 8 f.

[4] Vgl. Irmintraut Hegele, Stationenarbeit, S. 58 ff.

[5] Friede Gebhard, Übung und Spaß, S. 61.

[6] Ebd., S. 62.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Entwicklung einer Wortartenübung auf der Basis des Kartenspiels UNO
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V60052
ISBN (eBook)
9783638538169
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Auf der Basis des allseits bekannten Spiels UNO wurde ein Wortartenspiel entwickelt, bei dem die verschieden Farben des Originalspiels durch die vier Wortarten Nomen, Adjektiv, Verb und Präpositionen ersetzt wurden. Bei verschiedenen Versuchen in 5. Klassen gab es von Seiten der Schüler und Lehrer durchweg positive Resonanz für dieses abwechslungsreiche und lustige Spielidee.
Schlagworte
Entwicklung, Wortartenübung, Basis, Kartenspiels
Arbeit zitieren
Hans-Peter Schneider (Autor:in), 2005, Entwicklung einer Wortartenübung auf der Basis des Kartenspiels UNO, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60052

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