Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - Asia

Der Yom-Kippur-Krieg: Wende im Nahen Osten?

Title: Der Yom-Kippur-Krieg: Wende im Nahen Osten?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ella Plett (Author)

History - Asia
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Nach Ansicht einiger Historiker, unter ihnen der israelische Militärhistoriker Jehuda Wallach, darf der Nahostkonflikt nicht als eine Aneinanderreihung mehrerer unterschiedlicher Kriege angesehen werden, sondern muss als ein einzelner Krieg gelten, der sich über mehrere Jahre hinzieht und sich aus verschiedenen ständig wiederkehrenden Kampfhandlungen um den selben fortdauernden Streitfall zusammensetzt, ähnlich wie das beim Hundertjährigen Krieg im Spätmittelalter zwischen Frankreich und England beurteilt wird.
Trotzdem ist es in der Forschung allgemein üblich, im Nahostkonflikt von mehreren einzelnen Kriegen zu sprechen, da jedem eine an sich grundlegende Bedeutung zugeschrieben wird. So stellte der Yom-Kippur-Krieg 1973, der vierte arabisch-israelische Krieg nach dem Unabhängigkeitskrieg 1947-1949, dem Sinaifeldzug 1954 und dem Sechstagekrieg 1967, darüber besteht in der Forschung weitgehende Übereinstimmung, einen bedeutsamen Wendepunkt dar, der sowohl in regionaler als auch in globaler Hinsicht Auswirkungen verschiedener Art nach sich zog. Chaim Herzog stellt beispielsweise folgende These auf: „The October 1973 Arab-Israeli War (…) was a breaking point and watershed in the history of the Arab-Israeli conflict.” Der Krieg gewinnt, so Herzog an anderer Stelle, “unter historischer Perspek-tive an Bedeutung, je mehr er Geschichte wird. Er markiert den Beginn eines neuen Zeitalters militärischer Auseinandersetzungen.“ Elmar Krautkrämer wählt in seinem Buch „Krieg ohne Ende. Israel und die Palästinenser“ für das Kapitel über den Yom-Kippur-Krieg die Überschrift „Der Yom-Kippur-Krieg als Wende“.
In der vorliegenden Ausarbeitung gilt es herauszuarbeiten, welche Veränderungen durch den Krieg eingetreten sind und inwiefern diese die Einschätzung als Wende im Nahostkonflikt bestätigen können. Ausgehend von den Zielen, die der ägyptische Präsident Anwar El-Sadat mit der Initiierung des Krieges verfolgte, werden aus militärischer und politischer bzw. psychologischer Sicht direkte Ergebnisse und Folgen benannt. Weiterhin wird untersucht, inwiefern das Weltgeschehen etwa durch den Einsatz der Ölwaffe zum Anlass des Krieges oder im Hinblick auf die Rolle der Supermächte von den Ereignissen im Nahen Osten betroffen wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ziele

3. Ergebnisse und Folgen des Yom-Kippur-Krieges

3.1 Militärisch

3.2 Politisch und psychologisch

3.2.1 Auswirkungen auf die Wahrnehmung in der Weltöffentlichkeit

3.2.2 Auswirkungen auf die nationale Moral

3.2.3 Der Weg zum Frieden

4. Einsatz der Ölwaffe durch die OAPEC-Staaten

5. Die Rolle der Supermächte

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Yom-Kippur-Krieg von 1973 als entscheidender Wendepunkt im Nahostkonflikt betrachtet werden kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die militärischen, politischen und psychologischen Veränderungen, die aus diesem Konflikt hervorgingen und den Weg für spätere diplomatische Prozesse ebneten.

  • Analyse der ägyptischen Kriegsziele unter Anwar El-Sadat.
  • Untersuchung der militärischen Ergebnisse und der Wahrnehmung der israelischen Verwundbarkeit.
  • Bewertung der Auswirkungen des Krieges auf die nationale Moral der beteiligten Staaten.
  • Darstellung des Einsatzes der Ölwaffe als geopolitisches Druckmittel der OAPEC-Staaten.
  • Einfluss und Rolle der Supermächte USA und Sowjetunion im Entspannungsprozess.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Auswirkungen auf die Wahrnehmung in der Weltöffentlichkeit

Die Öffentlichkeit richtete ihre Aufmerksamkeit auf den Nahen Osten und war nun verstärkt dazu bereit, den Interessen der arabischen Seite Gehör zu schenken. Man hatte sehr genau wahrgenommen, dass die israelischen Truppen in der Anfangsphase des Krieges erhebliche Rückschläge hatten hinnehmen müssen. Das war vor allem im Bereich der Luftwaffe auffällig, die im Sechstagekrieg so überaus erfolgreich gewesen war. „Die Welt war verwirrt“, wie Sadat in seiner Autobiographie treffend beschreibt. Zu überzeugt war man von Israels Überlegenheit gewesen, zu fest war der Mythos der Unbesiegbarkeit im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Ganz offensichtlich kämpften die Ägypter in diesem Krieg qualitativ auf einem weit höheren Niveau als noch 1967. Der erfolgreiche arabische Angriff legte offen, dass Israel verwundbar war und dass die ägyptischen Truppen sich auf taktischem und strategischem Gebiet gegenüber vorangegangen Kämpfen um Längen verbessert hatten.

Dies wurde von der Weltöffentlichkeit durchaus auch so erkannt. So berichtete etwa Sonderkorrespondent Eric Marsden in der Times vom 09.10.1973: “Behind the undoubted confidence here that Israel will win a decisive victory within a few days, there is a sense of surprise at the strength of the initial Arab attack on both fronts.” In der New York Times war am 10.10.1973 zu lesen: “The Israelis, perhaps overconfident on the basis of their 1967 experience, attacked with insufficient forces and air preparation against troops much improved in moral and training from those of six years ago.” Der Spiegel titelte am 15.10.1973: „Israels Mythos ist schwer erschüttert.“

Von dieser Überraschung angesichts der Schwäche Israels waren selbst die Amerikaner offensichtlich nicht ausgenommen. Eine Luftbrücke, um die hohen Verluste auszugleichen und die Waffenversorgung zu gewährleisten, wurde erst eingerichtet, als deutlich wurde, dass Israel erhebliche, schwer auszugleichende personelle wie materielle Verluste zu verbuchen hatte. Man war zu selbstverständlich davon ausgegangen, dass Israel schnell wieder die Initiative ergreifen und den Krieg ähnlich erfolgreich beenden würde, wie es schon 1956 und 1967 der Fall gewesen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet den Yom-Kippur-Krieg in den Kontext des langjährigen Nahostkonflikts ein und stellt die forschungsleitende Frage nach dessen Rolle als historischer Wendepunkt.

2. Ziele: Dieses Kapitel erläutert die strategischen Absichten des ägyptischen Präsidenten Anwar El-Sadat, insbesondere die Überwindung der politischen Pattsituation und die Wiederherstellung nationalen Selbstvertrauens.

3. Ergebnisse und Folgen des Yom-Kippur-Krieges: Hier werden die militärischen Verläufe sowie die politisch-psychologischen Auswirkungen analysiert, wobei ein besonderer Fokus auf dem Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung Israels liegt.

4. Einsatz der Ölwaffe durch die OAPEC-Staaten: Das Kapitel befasst sich mit der Nutzung des Ölembargos durch die OAPEC als ökonomisches und politisches Instrument, das die internationale Abhängigkeit der Industriestaaten offenlegte.

5. Die Rolle der Supermächte: Hier wird das Eingreifen der USA und der Sowjetunion untersucht, wobei die USA ihre Schlüsselposition in der diplomatischen Vermittlung zwischen den Kriegsparteien festigen konnten.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die These, dass der Krieg als signifikanter „Breaking Point“ sowohl in regionalen als auch in internationalen Beziehungen fungierte.

Schlüsselwörter

Yom-Kippur-Krieg, Nahostkonflikt, Anwar El-Sadat, Naher Osten, Ölwaffe, OAPEC, Supermächte, Israel, Ägypten, Friedensprozess, Geopolitik, Kalter Krieg, Sechstagekrieg, Diplomatie, Internationale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Yom-Kippur-Krieg von 1973 und analysiert, warum dieser als entscheidender Wendepunkt für den weiteren Verlauf des Nahostkonflikts angesehen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die ägyptische Kriegführung, die Auswirkungen des Krieges auf die nationale Moral und die internationale Wahrnehmung, den Einsatz des Ölembargos sowie die Rolle der USA und der Sowjetunion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Veränderungen durch den Krieg eingetreten sind und ob die Einschätzung des Krieges als „Breaking Point“ in der historischen Forschung gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung zeitgenössischer Quellen und Dokumente, um die Ereignisse historisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der ägyptischen Ziele, die militärischen und psychologischen Folgen des Krieges, den Einfluss des Ölembargos sowie die politische Dynamik zwischen den beteiligten Supermächten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Yom-Kippur-Krieg, Nahostkonflikt, Ölwaffe, Diplomatie und geopolitischer Wendepunkt charakterisiert.

Wie wirkte sich der Krieg auf die Wahrnehmung des „Mythos der Unbesiegbarkeit“ Israels aus?

Der Krieg zerstörte diesen Mythos nachhaltig, da die israelischen Truppen bereits in der Anfangsphase erhebliche Rückschläge hinnehmen mussten, was ihre militärische Verletzlichkeit vor der Weltöffentlichkeit offenbarte.

Welchen Einfluss hatte der ägyptische Präsident Sadat auf den diplomatischen Prozess?

Sadat erkannte früh, dass der Schlüssel zu einer Vereinbarung mit Israel in den USA lag; seine Kriegführung zielte darauf ab, eine Verhandlungslage zu schaffen, die schließlich zum Friedensvertrag von 1979 führte.

Warum war das Ölembargo von 1973 für die westliche Welt von so großer Bedeutung?

Das Embargo führte den westlichen Industrienationen ihre starke Abhängigkeit von arabischen Energiequellen drastisch vor Augen und markierte den Übergang von einer bloßen „Ölkrise“ zu einer langfristigen „Ölpreiskrise“.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Der Yom-Kippur-Krieg: Wende im Nahen Osten?
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Das rote Jahrzehnt? – Weltgeschichte der 1970er Jahre
Grade
1,3
Author
Ella Plett (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V60062
ISBN (eBook)
9783638538251
ISBN (Book)
9783656814207
Language
German
Tags
Yom-Kippur-Krieg Wende Nahen Osten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ella Plett (Author), 2006, Der Yom-Kippur-Krieg: Wende im Nahen Osten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60062
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint