Die Geschichte der Presse in Deutschland: Von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts


Seminararbeit, 2006
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ersten Druckwerke

3. Die Zeitung
3.1 Der Begriff „Zeitung“
3.2 Vorrausetzung für die Revolution der Zeitung
3.3 Meßrelationen und Fuggerzeitungen
3.4 Periodische Zeitungen

4. Die Zeitschrift

5. Die Redakteure und die Herausgeber

6. Die Reaktionen, die Rezipienten und die Inhalte

7. Zensur und Pressefreiheit

8.Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Geschichte der Presse und des Journalismus kann eigentlich nicht mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern beginnen. Menschen waren immer schon neugierig und wollten Neues und Kurioses erfahren. So kann man die Spielleute und Troubadoure des Mittelalters ebenfalls als Journalisten bezeichnen, da sie in ihren Minnegesängen genau so Nachrichten verbreiteten wie es der handschriftliche Privatbrief schon lange davor getan hat. Auch wenn die vier Hauptmerkmale der heutigen Zeitung (Aktualität, Periodizität, Universalität, Publizität) bei diesen Medien meist nicht gegeben waren. Natürlich gab es Bücher auch schon lange vor Gutenberg. Vor Erfindung des Buchdrucks wurden sie im europäischen Raum durch Aufmalen mit Pinseln und mehrmaliges Abschreiben mit Federkielen durch Mönche in Klöstern vervielfältigt.[1] Kurz vor 1450 waren schon Einblattdrucke, so genannte Inkunabeln, bekannt. Sie wurden mit Hilfe von Druckstöcken, die Holzschnitte einer ganzen Seite darstellten, angefertigt.[2] Papier kam Ende des 14. Jahrhunderts durch die Araber über China in den europäischen Raum. Es löste das Pergament ab, das bis dahin der meist benutzte Bedruckstoff war. Um 1440 soll es schon zehn Papiermühlen in Deutschland gegeben haben. Das Papier war in der Herstellung billiger als Pergament und wurde erst aus Hanf, Flachs und Lumpenschiefer, später aus Holz, hergestellt.[3]

Diese Seminararbeit beschäftigt sich aber in erster Linie mit der Geschichte der Presse. Aus diesem Grund beginnt sie mit der Drucktechnik nach Johannes von Gutenberg und den ersten Druckerzeugnissen. Die Seminararbeit fährt fort mit dem Begriff „Zeitung“ und wie sich das Medium über drei Jahrhunderte entwickelt hat. Auf dieses Kapitel folgt die Geschichte der Zeitschriften. Im Anschluss darauf wird die Entwicklung der ersten Redakteure sowie der Herausgeber beleuchtet. Die letzten beiden Kapitel handeln von den damaligen Reaktionen auf die verschiedenen Druckwerke, von den Rezipienten der damaligen Medien, sowie von Presserecht, Zensur und Pressefreiheit der damaligen Zeit.

Die Seminararbeit orientiert sich zum größten Teil an folgender Literatur: Heinz Pürer und Johannes Raabe: „Medien in Deutschland“, Rudolf Stöber: „Deutsche Pressegeschichte“, Ernst Bollinger: „Pressegeschichte I“ und dem Fischer Lexikon für Publizistik und Massenkommunikation. Bewusst weggelassen wurde das Buch „Geschichte der deutschen Presse“ von Günter Bialowons, da sich die Schrift zu sehr an den sozialistischen und marxistischen Lehren orientiert. Ebenfalls vermieden wurde das Buch „Deutsche Presse“ von Hans A. Münster, da im Vorwort das nationalsozialistische dritte Reich glorifiziert und gegen die jüdische Bevölkerung gehetzt wird.

2. Die ersten Druckwerke

Johann oder Johannes von (oder auch: Gensfleisch zum) Gutenberg lebte von circa 1400 bis 2. März 1468. Er erfand nicht den eigentlichen Druck, denn schon in Babylon, bei den Römern und in Fernost gab es bestimmte Drucktechniken[4]. Das Revolutionäre an Gutenbergs Erfindung 1445, waren die beweglichen Buchstaben, mit denen der Druckstock zusammengesetzt war. Die beweglichen Lettern waren aus einer Legierung aus Blei, Zinn, Wismut und Antimon[5] spiegelverkehrt gegossen.[6] Anschließend wurde der gesamte Druckstock mit Farbe bestrichen und auf das Papier gepresst.[7] Die meist benutzte Druckschrift dabei und später allgemein in Deutschland war „Fraktur“[8]. Das erste Druckwerk Gutenbergs war die „Pelpliner Bibel“[9] oder allgemein auch Gutenberg-Bibel genannt. Sie hatte 42 Zeilen pro Seite und insgesamt 290 verschiedene Lettervariationen.[10] Für das Projekt benötigte er rund zwei Jahre[11], und anschließend - 1450 - erschienen von ihm ebenfalls die ersten gedruckten Kalenderblätter mit astronomischen Hinweisen.[12] Die erste kommerzielle Verwendung des Drucks war im selben Jahr, die Vervielfältigung der Ablassbriefe, mit der sich die Menschen von ihren Sünden freikaufen konnten.[13]

Wenig später, um das Jahr 1480, eroberten Flugblätter, auch neue Zeitungen genannt, die Gunst der Leser. Bei ihnen handelte es sich um Einblattdrucke im Format Folio (etwa DIN A 4) oder Großfolio (etwa DIN A 5).[14] Sie wurden auf Märkte verkauft und waren oft mit Blickfängen aus Holz- oder Kupferstichen, meist anspruchslos, bebildert.[15] Ihr Inhalt war auf sensationeller Basis ausgelegt und zum Kauf reizten Titel wie: „Erschröckliche newe Zeitung“ oder „unerhört wunderbare Zeitung“. Um dabei noch Glaubwürdigkeit zu erzeugen, hatten sie noch Zusatzwörter wie „warhafftig“ oder „gewiß“.[16] Der kuriose Inhalt und die reißerische Aufmachung dienten einem ökonomischen Zweck, denn die Flugblätter sollten gekauft werden.[17] Das älteste bekannte Flugblatt ist von einem gewissen Sebastian Brants mit dem Namen „Donnerstein von Enishein“ 1492 verfasst worden und handelt von einem Meteoriteneinschlag.[18]

Das Gegenstück zu den Flugblättern waren die Flugschriften. Sie unterschieden sich durch ihre Länge - Flugschriften wurden in einer Art Heftform gebunden[19] - und ihre Ausführlichkeit, denn Flugschriften wurden meist, wie Luthers Flugschriften, zur Propaganda und Meinungsbildung eingesetzt.[20] Sie erschienen, genau wie die Flugblätter, nicht periodisch, und wurden im Einzelverkauf von fliegenden Händlern vertrieben.

3. Die Zeitung

3.1 Der Begriff „Zeitung“

Der Begriff „Zeitung“ leitet sich von den Worten „zidinge“, „zidunge“ oder „tidinge“ ab. Sie stammen vom mittelniederdeutschen beziehungsweise mittelniederländischen und bedeuten so viel wie Nachricht oder Botschaft.[21]

Heute unterscheidet man Zeitung unter anderem im Hinblick auf ihre Erscheinungshäufigkeit – eine Tageszeitung erscheint sechsmal die Woche, eine Wochenzeitung zu der auch die Sonntagszeitung gehört, nur einmal pro Woche – ihrem Verbreitungsgebiet, und ihrer politischen Richtung. Tageszeitung wird als „eine Druckschrift, die aktuelles Geschehen in kurzer regelmäßiger Folge an eine breite Öffentlichkeit vermittelt“[22] definiert. Eine weitere Definition gilt nach Emil Dovifat: „Die Zeitung vermittelt jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breiten Öffentlichkeit“.[23]

Der Leser erkennt eine Zeitung auch, wenn sie die vier Merkmale nach Otto Groth aufweisen kann: Aktualität, Periodizität, Universalität und Publizität.[24] Diese Indizien sind bei Zeitungen im 17. und 18. Jahrhundert meist nicht gegeben.

[...]


[1] Vgl. Pürer,Heinz/Raabe Johannes: Medien in Deutschland. Band 1. Presse. Konstanz 1996, S. 13.

[2] Vgl. ebd., S. 13.

[3] Vgl. ebd., S. 14.

[4] Vgl. Wilke, Jürgen: Pressegeschichte. In: Noelle-Neumann, Elisabeth/Schulz, Winfried/Wilke, Jürgen: Fischer Lexikon: Publizistik und Massenkommunikation. Frankfurt am Main 2004, S.462.

[5] Vgl. Stöber, Rudolf: Deutsche Pressegeschichte. Konstanz 2005, S.22.

[6] Vgl. Wilke 2004, a.a.O., S. 462.

[7] Vgl. Pürer/Raabe 1996, S. 14.

[8] Vgl. ebd., S. 15.

[9] Vgl. ebd., S. 14.

[10] Vgl. Stöber 2005, a.a.O., S. 24.

[11] Vgl. ebd., S. 25.

[12] Vgl. Bollinger, Ernst: Pressegeschichte I. Freiburg/Schweiz 1995, S. 2.

[13] Vgl. ebd., S. 1.

[14] Vgl. Stöber 2005, a.a.O., S. 35.

[15] Vgl. ebd., S. 40.

[16] Vgl. ebd., S. 44.

[17] Vgl. ebd., S. 39.

[18] Vgl. ebd., S. 39.

[19] Vgl. Pürer/Raabe 1996, a.a.O., S. 16.

[20] Vgl. Stöber 2005, a.a.O., S. 36.

[21] Vgl. Wilke 2004, a.a.O., S. 461.

[22] Pürer/Raabe 1996, a.a.O., S. 24.

[23] Dovifat, Emil: Zeitungslehre. Berlin/Leipzig 1937. Zitiert nach: Bollinger 1995, a.a.O., S. 6.

[24] Vgl. Pürer/Raabe 1996, a.a.O., S. 24.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der Presse in Deutschland: Von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt  (Journalistik)
Veranstaltung
Proseminar Medienlehre Presse
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V60087
ISBN (eBook)
9783638538466
ISBN (Buch)
9783640731428
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Presse, Deutschland, Anfängen, Ende, Jahrhunderts, Proseminar, Medienlehre
Arbeit zitieren
Christine Engel (geb. Zech) (Autor), 2006, Die Geschichte der Presse in Deutschland: Von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60087

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