Mafia und Rosenkreuzer. Geheimgesellschaften: Geschichte und gesellschaftliche Wirkung


Diplomarbeit, 2002
95 Seiten, Note: 3,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Mafia
2.1 Mafia – eine etymologische Bestimmung
2.2 Mafia – eine historische Genese
2.3 Mafia als manifeste Erscheinung
Struktur / Organisation / Verhaltensweisen
Mafia und Gewalt
Mafia und Macht
2.4 Mafia als amerikanische Abwandlung

3. Die Rosenkreuzer
3.1 Rosenkreuzer – eine etymologische Bestimmung
3.2 Rosenkreuzer – eine historische Genese
3.3 Rosenkreuzer – Struktur / Lehren / Einflüsse

4. Geheimgesellschaften
4.1 Das Geheimnis
4.2 Der Gehorsam
4.3 Die Hierarchie
4.4 Die Integration

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mafia und Rosenkreuzer, zwei Phänomene die auf den ersten Blick wenige beziehungsweise keine Ähnlichkeiten aufweisen. Trotzdem wird des öfteren ein Kriterium genannt, das ihnen zugeordnet wird. Sie seien beide als Geheimgesellschaften zu verorten. Dieser These gilt es daher in dieser Arbeit einer Überprüfung zu unterziehen und anhand einer Analyse aufzuarbeiten.

Geheimgesellschaften stellen eine Erscheinung dar, die von der Gesellschaft wenig Beachtung findet. Dies wird natürlich gefördert durch das geheime Wirken, da man hier nicht gerade um Öffentlichkeit und Publicity bemüht ist. Wenn man sich aber mit dem Verlauf der Geschichte beschäftigt und diese Thematik dazu berücksichtigt, läßt sich erkennen, daß Geheimgesellschaften in jeder Phase der Historie präsent waren und daß sie unterschiedlichste gesellschaftliche Wirkungen hervorriefen. Insbesondere in Zeiten religiöser, politischer und sozialer Umbrüche konnte man erhöhte Aktivitäten dieser Form von Zusammenschlüssen ausmachen, die dann als eine Anlaufstelle für verschiedenste Ziele und Personen fungierte.

Die Hauptaufgabe dieser Arbeit besteht darin, die Mafia und die Rosenkreuzer etymologisch, historisch und ihrer gesellschaftlichen Wirkung nach darzustellen, dies wird in jeweils eigenständigen Punkten erfolgen. Das Ziel ist es einen allgemeinen Überblick zu geben und mit den Erscheinungen vertraut zu werden.

Anschließend erfolgt eine generelle Auseinandersetzung mit dem Thema Geheimgesellschaften. In dieser sollen charakteristische Merkmale von Geheimgesellschaften ermittelt werden, die diesen Gruppen immanent sind. Mit diesen Merkmalen läßt sich dann auch überprüfen, ob es sich bei der Mafia und den Rosenkreuzern um geheimgesellschaftliche Organisationen handelt.

Wenn beide Geheimgesellschaften darstellen, müßte sich ihrer Funktions- und Strukturweise nach um ähnliche Gebilde handeln. Dies gilt es nachzuweisen.

2. Die Mafia

2.1 Mafia – eine etymologische Bestimmung

Die Mafia ist ein schweigsamer Schützenverein,

der in der Freizeit Strohmänner bastelt, Geld wäscht

und nach dem Spruch handelt: Laß das Morden.

Erhard Horst Bellermann (*1937), dt. Bauingenieur, Dichter

und Aphoristiker, in >Veilchen, so weit das Auge reicht<,

Verlag Frieling & Partner GmbH, Berlin

Eine eindeutige etymologische Herleitung des Begriffes Mafia ist nach heutigem Erkenntnisstand nicht auszumachen. Es gibt aber mehrere Begriffstheorien, die in der Historiographie und der Literatur Anwendung finden.

In zeitgemäßen Lexika wird das Wort Mafia aus dem italienischen mit „Anmaßung“ oder „Überheblichkeit“ übersetzt.[1] Im speziellen sizilianischen Dialekt steht der Begriff Mafia oder auch Maffia für „Prahlerei“, wobei Annan und das dtv-Lexikon diesen aus dem arabischen Sprachgebrauch ableiten bzw. generieren.[2] Jene Ableitungen sind aber in beiden Quellen unterschiedlicher Natur. Annan sieht im gleichlautenden arabischen Wort, was soviel wie „Zufluchtsort“ bedeutet, den Ursprung der Begrifflichkeit.[3] Dagegen stellt das dtv-Lexikon dem Begriff Mafia oder auch Maffia das arabische Wort „mahjas“ gegenüber, was übersetzt „Ruhmredigkeit“ lautet.[4] Es ist also keine einheitliche Verortung der Begrifflichkeiten zu erkennen, was aber immer eine Hauptproblematik von Definitionsversuchen darstellt.

Eine aus meiner Sicht aber empfehlenswerte Auseinandersetzung zum Begriff Mafia weist die Herleitung von Hess auf.[5] Nach ihm sei das Wort Mafia zum ersten Mal in einem Dokument des Jahres 1658 zu finden. In diesem Dokument wird die Versöhnung von ehemaligen Ketzern zelebriert, wobei das Wort „Maffia“ als Spitzname einer Hexe niedergeschrieben steht. Der hier verwendete Spitzname wurde im Sinne von Kühnheit, Herrschsucht und Anmaßung verstanden.

Auch bei Hess wird eine arabische Herleitung des Begriffes ersichtlich, wobei er aber drei Theorieansätze vorlegt. Im ersten wird Mafia vom arabischen „mahias“ abgeleitet, was übersetzt „Prahlhans“ oder „dreister Kerl“ bedeutet. Die zweite Theorie sieht im Begriff Mafia eher das arabische „Ma afir“, welches den Namen eines sarazenischen Stammes widerspiegelt, der damals Palermo beherrschte. Das arabische Wort „maha“ stellt die dritte Variante der Herleitung dar. Es bedeutet übersetzt Steinbruch oder Steinhöhle und ist in dem Zusammenhang zu sehen, daß die Sarazenen in den Tuffsteinhöhlen (mafie) ihre Fluchtorte suchten, die später auch von anderen Verfolgten als Versteck genutzt wurden und als letzte Rettung galten.

Folgend hatte man das Wort Mafia auch als Adjektiv gebraucht, welches in der Bedeutung von „herausragend, männlich und schön“ zu verstehen ist. Die erste Verwendung des Begriffes in der offiziellen Amtssprache und damit Anerkennung des Wortes fand im Jahre 1865 statt. In einem Brief vom 10. August 1865 wurde eine Verhaftung mit der Anklage begründet, „...daß der Arrestierte sich des „delitto di mafia“ schuldig gemacht habe“.[6] Etwa im Jahre 1875 wurde der Begriff Mafia dann auch im deutschen, englischen und französischen Sprachgebrauch populär. Diese Popularität resultierte daraus, daß die Öffentlichkeit mit Interesse die Parlamentsdebatten zur Sicherheit Siziliens verfolgte.

2.2 Mafia – eine historische Genese

„Die Mafia ist wie ein Schmarotzer, der sich in jede Faser einnistet.

Du kannst dich anstrengen, arbeiten und leben, wo und wie du willst –

sie herrscht stets über dich. Du hast es noch nicht einmal bemerkt,

da hat sie sich schon in deinem Körper eingegraben und lebt von dir.

Sie saugt dein Blut aus, deinen Willen zur Arbeit, zum Planen.

Sie nimmt dir deine Zukunft.“[7]

Generell wird davon ausgegangen, daß sich die Mafia, die von manchen auch wegen ihrer gefährlichen, allumfassenden und verschlingenden Art als „Krake“ bezeichnet wird, im 19. Jahrhundert auf Sizilien herausgebildet hat. Es gibt aber auch Autoren, die den Ursprung der Entstehung und deren maßgeblichen Voraussetzungen vor über tausend Jahren vorverlegen. Dies würde auch eine arabische Herleitung des Wortes Mafia legitimieren, da etwa im 9. Jahrhundert Sizilien in arabische Kleinbesitztümer aufgesplittert war. Nach Uesseler hatte die Eroberung der Insel durch die Araber, welche ab dem Jahre 827 fünfzig Jahre bestand hatte, Siziliens wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung zur Folge.[8] Palermo erlangte durch die Schönheit seiner Bauwerke weltweite Bekanntheit. Der Hafen wurde zum Zentrum des Mittelmeerhandels. Es wurden neue Agrartechniken und Pflanzen eingeführt. Dieser positive arabische Einfluß ist bis heute noch in Sizilien auszumachen.

Im Jahre 1061 unterwarfen die Normannen Sizilien. Dabei verschmolz sich die normannische Kultur mit der arabischen, der Aufschwung wurde fortgeführt und mit neuen Impulsen angereichert. Eine ökonomische Durchstrukturierung des Landes fand unter Roger dem II. statt. Man bildete Latifundien (feudo), die vom König an Baronen (baroni) zur Verwaltung und Bearbeitung übergeben wurden.

Unter den deutschen Hohenstaufen vervollständigte sich 1194 die Entwicklung durch Stärkung und Erweiterung der politischen Strukturen. Unter ihrer politischen Federführung wurde Sizilien zum „...ersten modernen, straff zentralisierten, finanzkräftigen Verwaltungsstaat der westlichen Welt...“[9]. Dieser Zeitraum stellte auch die Blütezeit Siziliens als Verbindungsstelle des künstlerischen, kulturellen, wissenschaftlichen Handels und Austausches zwischen Orient und Okzident dar, lange bevor Venedig und Florenz diesen Status erworben.

Der Niedergang Siziliens wurde im Jahre 1268 durch die Staufische Herrschaft der Franzosen und des Papstes eingeleitet. Aber ein blutiger Aufstand der Bevölkerung (Sizilianische Vesper) beendete 1282 die Mißwirtschaft. Nach Antonino Calderone[10], einem der bekanntesten und inhaltlich am ergiebigsten Kronzeugen gegen die Mafia, da selber Mafiosi der höchsten Hierarchieebene, sei der Ursprung der Mafia im 13. Jahrhundert während des Aufstandes gegen die Franzosen festzulegen. Dies wurde ihm jedenfalls bei seiner Initiation in die Mafia vermittelt und diente wohl zur Identitätsbildung und Integration innerhalb der „ehrenwerten Gesellschaft“. Die Mafia war stets bemüht, sich der Gesellschaft positiv darzustellen und anhand der patriotischen Befreiungsbestrebungen der Bevölkerung gegenüber den jeweiligen Besatzern als treibende Kraft zu manifestieren.

Die errungene Freiheit währte nicht lange. Schon Anfang des 15. Jahrhunderts, endgültig 1412, geriet Sizilien unter spanischer Herrschaft des Hauses Aragon und wurde wieder eine Kolonie. Nach Annan nahm in dieser Zeit die spanische Krone Ketzerverhöre zum Vorwand, um arm und reich zu foltern.[11] Den Widerstand gegen die despotische Herrschaft bildeten Banden von Geächteten, die sich in den Bergen versteckten und zu den Kämpfern der Armen und Unterdrückten emporstiegen. In diesen Banden der Befreiungskämpfer sieht die Mafia ihren Ursprung und versucht diese Identität der Bevölkerung zu vermitteln. Unter der spanischen Herrschaft wandelte sich das von Normannen und Staufern entwickelte Feudalsystem zum verhängnisvollen Übel. Da das spanische Herrschaftshaus weit entfernt lag und sich deshalb eine kontrollierte und gesteuerte Politik Siziliens als schwierig erwies, gewannen die regionalen Barone immer mehr an Macht und Einfluß. Diese meist in Willkür ausartende Schröpfung der ländlichen Bevölkerung und das Aussterben der ehemals so blühenden Städte sorgten für den raschen Verfall der Insel.

Ein weiterer Grund für den Niedergang Siziliens stellte der Kirchenstaat dar. Wechselnde Allianzen durch die Päpste und die damit verbundene Politik isolierten Sizilien vom übrigen Italien und Europa. Anfänglich von Spanien noch seiner Schönheit und natürlicher Ressourcen wegen begehrtes Gebiet, führte die Entdeckung Amerikas und der damit verbundenen Neuorientierung der Mittelmeerinteressen auf die andere Seite des Atlantiks zu Verfall und Armut. Angesichts dieser Voraussetzungen und gefördert durch das Fehlen einer zentralen Ordnungsmacht zersplitterte Sizilien in regelrechte Miniaturstaaten. In diesen bestimmten die jeweiligen Barone über Leben und Tod der Landbevölkerung. Die immer stärker werdende Auspressung der Bauern und die ökonomisch ineffektive Dekadenz des Feudalsystems führte letztendlich zu Nahrungsmittelmangel und Hungersnöten. Die daraus resultierenden Aufstände im 16. Jahrhundert zwangen die Adligen zu einer Umorientierung ihrer Produktions- und Verkaufspraktiken. Die Barone vergaben Ländereien zur Pacht an sogenannte „massaro“ (Halbpächter), die mit Naturalien, später auch mit Geld, beglichen wurden. Die Halbpächter wiederum heuerten Tagelöhner an, die für die Bearbeitung der Felder zuständig waren. Je größer sich der erwirtschaftete Gewinn darstellte, den er aus den Feldern und Landarbeitern herauspreßte, desto größer war der Anteil, den der Halbpächter „unter der Hand“ für sich einstecken konnte. Er stieg damit zum Großpächter auf, der Ländereien an den Bauern weiterverpachtete. Dieses System war in Sizilien bis Mitte des 20. Jahrhundert hinaus existent, und führte zur Geburt der Gruppe, die später als Mafia bekannt wurde.

Der von der Forschung verortete Entstehungszeitraum der Mafia wird mit dem 19. Jahrhundert datiert. Als in Sizilien im Jahre 1812 ein Gesetz zur Abschaffung des Feudalismus, welches schrittweise 1816-18, 1825, 1838 und 1841 umgesetzt wurde, in Kraft trat, erhielten die Lehen den Status des Privatvermögens. Für die Bauern änderte diese Reform aber nichts an ihrer eigentlichen Situation. Ihnen war es egal, ob sich die Herrschenden Lehnsherr oder Großgrundbesitzer nannten.[12] Die ehemaligen Barone, die sich jetzt auch als Großgrundbesitzer bezeichneten und sich weiterhin großer Autonomie in ihrem Handeln erfreuen durften, kontrollierten ihren Besitztum und das Personal mit eiserner Hand. Mit Hilfe von kleinen Privatarmeen, die sogenannten „Tapferen“ (bravi), gelang es ihnen sich gegenüber Banditen, Privatfehden und untergebenen Bauernvolk zu behaupten. Des weiteren waren nur sie im Besitz von Boden und Arbeitsgerät, so daß die jetzt formal unabhängigen Landarbeiter weiterhin von ihren ehemaligen Lehnsherren botmäßig blieben.[13]

Ein Wandel erfolgte erst mit der Bourbonenherrschaft nach 1816. Man versuchte die Macht der lokalen Herren zu beschneiden, indem man das Entstehen einer Klasse von Kleinpächtern förderte. Dies sollte zu einer stabileren sozialen Basis führen, die entgegen den wirtschaftlich ineffektiv-orientierten Landbesitzern und deren Tagelöhnern auch zu einer verbesserten Nutzung der Felder und zu mehr Erträgen führen sollte. Letztendlich bestand der Versuch der Bourbonenregierung in der Umverteilung des Landbesitzes von oben nach unten. Durch den Versuch der Zerschlagung großer Besitztümer, der Abschaffung von Pacht- und Erbrecht und weiteren radikalen Reformversuchen, sollten diesen Bemühungen rigoros Rechnung getragen werden.[14]

Aufgrund dieser Voraussetzungen und dem Desinteresse an landwirtschaftlicher Produktion zog sich der Landadel in die Großstädte wie Palermo und Paris zurück, um dort ihren gesellschaftlichen Ausschweifungen frönen zu können. Die Kontrolle der Ländereien überließen sie dabei vollständig ihren Halbpächtern. Diese nutzten ihre lokale Macht, um sich von ihren fernen, ehemaligen Herren lösen zu können und dabei deren Position in Besitz zu nehmen. Sie wurden dementsprechend zu Großpächtern (gabellotti) und zu den wahren neuen Machthabern auf Sizilien. „Aufgrund ihrer >>Durchsetzungskraft<< - zumeist mit Hilfe schlagkräftiger Burschen - genossen die >>gabellotti<< auch in den Dörfern ein beträchtliches >>Ansehen<< und wurden auch mitunter als Vermittler bei Streitigkeiten oder als Helfer bei besonderen Anliegen angerufen.“[15] Die Methoden der Gabellotti gelangte dann auch in die Städte, die von ihren Söhnen und Enkeln dort verbreitet wurden. „Zuerst wurden die Obst- und Gemüsemärkte, dann die Geschäfte für fingierte Leistungen oder angebliche Vermittlertätigkeiten ausgenommen und erpreßt.“[16]

1860 landet Garibaldi mit seinen Rothemden auf Sizilien. Dieser wurde von der sizilianischen Bevölkerung als Befreier von Bourbonen- und Feudalherrschaft freudig begrüßt. Die Sizilianer schlossen sich sogleich mit Sicheln und Hacken bewaffnet der Revolutionsbewegung an und verhalfen damit zur Ausrufung des italienischen Nationalstaates am 17.03.1861. Unter den Aufständischen befanden sich auch Männer mit schwarzen Umhängen und Augenklappen, bewaffnet mit einer abgesägten doppelläufigen Schrotflinte (lupara). „Auch sie schworen dem neuen Staat treue. Doch wie die Bauern Land, so verlangten sie als Gegenleistung, daß die „Revolution“ ihr Eigentum, ihre Gehöfte und ihre „feudi“, die sie den Baronen mit List und Skrupellosigkeit aus den Händen gewunden hatten, schützte.“[17] Trotz endgültiger Abschaffung der Feudalherrschaft, Enteignung der kirchlichen Ländereien und neuer politischer Rechte (Wahlrecht – aber nur für Besitzende und Intellektuelle) verstärkte sich die Macht und Kontrolle der Gabellotti. Ihre Herrschaft war genauso erdrückend, ungerecht und gewalttätig wie die der früheren Besetzer. „Ihre Rache aber war schrecklicher und treffsicherer, weil sie selbst Sizilianer waren.“[18]

Ab etwa dem Jahre 1922 hatte es die Mafia in Sizilien mit einem neuen, sehr mächtigen Gegner zu tun. Dieser Gegner bestand aus der politischen Ideologie des Faschismus Mussolinis. 1926 erreichte die Auseinandersetzung zwischen Mafia und Staat ihren Höhepunkt und im Jahre 1929 wurde der Sieg und die Zerschlagung der Mafia verkündet. Die faschistische Herrschaft Italiens stellte damit die schwierigste Epoche der Mafia dar. Trotzdem gelang es ihr auch diese schwere Phase zu überstehen. Der Grund lag darin, daß sich für die Landbevölkerung die strukturelle Situation nicht änderte. Ganz im Gegenteil, der Faschismus verhinderte mit seiner eingeschränkten Politik notwendige Reformen in Sizilien. Außerdem wurde das Wahlrecht 1925 wieder abgeschafft und das Vorhandensein eines allumfassenden Parteiensystems beschnitten. Andererseits tolerierte ein neuer „starker“ Staat keine Privatpolizei und Armeen, so daß die Mafiosi-Gefolgsleute isoliert und ihrer Legitimation beraubt als gewöhnliche Kriminelle ausgehoben werden konnten.[19]

Cesare Mori, Präfekt von Palermo und Mussolinis bester Vollstrecker gegen die Mafia, wurde ein neues polizeiliches Instrumentarium in die Hand gelegt, dem sogenannten Tatbestand der Vereinigung zu kriminellen Zwecken, das erstmalig ermöglichte, staatlich effektiv, das Mafia-Geschehen zu unterbinden. Dabei konnte Mori unabhängig von lokalen Behörden und mit einer streng untergeben provinzübergreifenden Polizeitruppe umfangreiche Festnahmen und Erfolge verzeichnen. Dieses mobile und autonome polizeiliche Gebilde machte bei ihren Untersuchungen vor Gewalteinsatz nicht halt. Verdächtige wurden beim Verhör verprügelt, verstümmelt, geschunden und kastriert, einige in die Verbannung geschickt.[20] Nach zwei Jahren, 1928, verkündete Mori die Ausrottung der Mafia. Seine starke Motivation und Energie zur Bewältigung der ihm übertragenen Aufgabe von Mussolini konnte man dabei schon seiner Antrittsrede als Präfekt von Palermo entnehmen:

„Io mi chiamo Mori e farò ! La delinquenza deve scomparire come scomparisce questa polvere che porta via il vento. (Mein Name ist Mori, und ich lasse die Leute sterben. Das Verbrechen muß verschwinden, wie dieser Staub verschwindet, den der Wind davonträgt.)“[21] Letztendlich muß man festhalten, daß die Zeit des Faschismus in Sizilien ein schwerer Schlag gegen die Mafia darstellte. Da der Staat die Gewalt für sich monopolisierte, wurde der Mafia ihr wichtigstes Machtinstrumentarium beraubt. Trotzdem erzeugte der Staat keine Veränderungen an dem sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Umfeld, so daß die Urzelle mafiosen Treibens nicht ausgerottet wurde. Sie wartete nur auf den richtigen Zeitpunkt, um sich wieder ausbreiten und entwickeln zu können.

Dieser Zeitpunkt ergab sich 1943. Am 10. Juli des Jahres startete die Invasion der amerikanischen Alliierten bei Gela an der Südküste Siziliens. Innerhalb weniger Wochen brachten die Amerikaner die Insel in ihren Besitz, 15 Tage später wurde Mussolini gestürzt. Die Verwaltung Siziliens übernahm die Militärregierung AMGOT, die 1944 ihre Herrschaftsgewalt der neuen provisorischen italienischen Regierung übergab.[22]

Wie war es den amerikanischen Streitkräften möglich gewesen, so schnell und gegen nur geringem Widerstand durch die faschistischen Truppen, die sizilianischen Gebiete zu erobern? Diese Frage wurde 1954 bei einem Untersuchungsausschuß des Staates New York aufgeklärt. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten die Verstrickungen der sizilianischen Mafia mit den amerikanischen Geheimdiensten auf. Die Geheimdienste setzten sich 1943 mit Lucky Luciano in Verbindung, einem in Amerika festgenommenen Mafiaboß mit hervorragenden Verbindungen nach Sizilien. Sie boten ihm die Freilassung aus dem Gefängnis an, wo er schon zehn von fünfzig Jahren seiner Haft verbüßt hatte. Außerdem ermöglichte man ihm die sofortige „Abschiebung“ in seine Heimat Sizilien, wenn er im Gegenzug dafür sorgte, daß die amerikanischen Streitkräfte Unterstützung bei ihrer Landung auf Sizilien erhielten. Luciano überließ den amerikanischen Behörden eine Liste mit 850 Namen, die bei einer Invasion eine unterstützende Stellung einnehmen würden. So kam der Deal zustande. Die Amerikaner eroberten mit Hilfe der sizilianischen Mafia effektiv, schnell und mit wenigen Verlusten Sizilien. Luciano wurde freigelassen und ausgewiesen. Außerdem wurde dafür gesorgt, daß lokale Mafiosi wichtige politische Positionen in Sizilien einnehmen konnten.[23] Die Tolerierung bzw. Förderung der Mafia in Sizilien durch die Amerikaner nach der Besetzung war nicht nur Geste der Belohnung, sondern auch strategisches Kalkül. Die Mafia löste zwei Probleme. Zum einen die Vernichtung der faschistischen Strukturen, zum anderen das Emporkommen kommunistischer Tendenzen. Denn eines hatte die Mafia aus der faschistischen Diktatur gelernt, daß man in dieser Form der staatlichen Verwaltung einen eigenen schweren Stand erdulden mußte.[24]

Nach dem 2. Weltkrieg lenkte bis 1947 eine antifaschistische Allianz, das sogenannte „nationale Befreiungskomitee“, die Geschicke Italiens. 1946 wurde per Volksabstimmung für eine Republik votiert. Nur die Mehrheit Süditaliens stimmte für die Staatsform der Monarchie. Letztendlich trat im Jahre 1948 eine neue republikanische Verfassung in Kraft, es wurde dadurch ein parlamentarisches Regierungssystem geschaffen.[25] Zehn Jahre nach dem Krieg kam Sizilien aber immer noch nicht zur Ruhe. Neue Kämpfe um Boden und Ländereien zwischen Gewerkschaften, Genossenschaften und Linksparteien auf der einen Seite, Kirche, Konservative und Grundbesitzer auf der anderen Seite, sorgten für Massaker und Tote. Es entstanden kurzlebige Separatismusbewegungen.[26] Um die Lage zu entschärfen, wurde in den 50er Jahren eine Bodenreform durchgeführt. 700.000 Hektar Land verteilte man an die Bauern. Außerdem emigrierten viele Süditaliener nach Norditalien, später auch nach Mitteleuropa. So wurde weiterer Druck auf das Land abgebaut.[27]

In den 60er Jahren transformierte sich die Mafia in eine sogenannte „unternehmerische Mafia“. Die Mafiafamilien etablierten sich als Bau-, Transport- und Handelsunternehmen. In dieser Eigenschaft okkupierte sie öffentliche Aufträge, um diese gewinnbringend umzusetzen oder weitervergeben zu können. Des weiteren wurde neben diesen teils legalen Mitteln der Geschäftsführung auch der illegale Handel forciert. In den 50er Jahren der Zigarettenhandel, in den 60er Jahren der Drogenhandel.[28]

Die 70er Jahre brachten den Mafiafamilien großen Reichtum durch den Drogenhandel. Nach Zerschlagung der „French Connection“ wurden etwa 30% des Heroin-Welthandels von Süditalien aus gesteuert. Hier nahm man auch mit Hilfe angeworbener Experten aus Marseille die Drogenveredelung in dafür eigens hergerichteten illegalen Laboren vor. Bis zum Beginn der 80er Jahre konnte die Mafia ungestört ihrem geschäftlichen Treiben frönen. Hess beschreibt diesen Zeitraum der Mafia folgendermaßen: „Die großen Veränderungen dieser Jahrzehnte sind offensichtlich. Der Schwerpunkt mafioser Tätigkeit hat sich in andere Wirtschaftsbereiche verlagert, der Umfang der Geschäfte hat sich vervielfacht, der ganze Typus des Mafiosi, seine soziale Welt und sein technisches Instrumentarium scheinen grundlegend gewandelt.“[29]

Die 80er Jahre stellten einen Wendepunkt der Mafia dar. Zum einen schwächten interne Konflikte die Mafia und ihre Machtposition, zum anderen sorgten großangelegte Attentate gegenüber populären Vertretern des Staates, zu Empörung und Wut des italienischen Volkes. Dieses wollte den willkürlichen und brutalen Terror nicht mehr tolerieren. Die Mafia hatte durch die Gewalt und die Gier nach Macht und Geld jeglichen Nimbus gegenüber der italienischen Bevölkerung als „ehrenwerte Gesellschaft“ verloren. Immer mehr Menschen verlangten, unterstützt auch von den Medien, ein konsequentes Eingreifen des Staates. Daraufhin wurde im Jahre 1982 Carlo Alberto Dalla Chiesa als neuer Präfekt der Provinz Palermo ernannt. Dieser hatte Popularität im Kampf gegen die Roten Brigaden bei der Bevölkerung erlangt. Er stand als Symbol für effiziente Polizeiarbeit und sollte endlich das mafiose Treiben auf Sizilien Einhalt gebieten. Als dieser aber schon nach 100 Amtstagen gemeinsam mit seiner Frau und einem Leibwächter erschossen wurde, stieg die Empörung der italienischen Bevölkerung ins Unermeßliche. Die Mafia hatte mit dieser Tat einen Fehler begangen. Mit der Hoffnung durch den Mord an Chiesa, dem Staat und den Menschen Italiens, die machtvolle und unangreifbare Stellung der Mafia aufzuzeigen zu können, erreichte man genau das Gegenteil. Der Unmut der Italiener war so groß, daß sich der Staat zum Handeln gezwungen sah. Es wurde sofort ein „Hochkommissar für die Bekämpfung des Mafia-Unwesens“ mit umfangreichen Sondervollmachten aktiviert. Einige Tage danach folgte das Antimafia-Gesetz.[30] Dieses Gesetz erleichterte die Bekämpfung gegen die Mafia und sorgte für zahlreiche Verhaftungen und Beschlagnahmung von Kapital und Besitztümern. Es entstand in Palermo ein berühmter Richterpool, der dafür sorgte, daß in den Jahren 1986/87, im sogenannten Maxi-Prozeß, Anklage gegen 175 Mafiosi erhoben wurde. Es kam dabei zu massenhaften Verurteilungen, die einige der Richter zu Volkshelden aufstiegen ließ. Die bekanntesten von ihnen sind die Richter Rocco Chinnici, Giovanni Falcone und Paolo Borsellino.[31] Die Bekämpfung mafioser Tätigkeiten wurde auch in den darauffolgenden Jahren weitergeführt, nach der Ermordung der beliebten Richter Falcone und Borsellino 1992, nochmals intensiviert. Ende 1992 und im Jahre 1993 überschlugen sich die Festnahmen. Der Grund lag in der erfolgreichen Arbeit von neugebildeten Sonderstaatsanwaltschaften in den einzelnen Provinzen und der „Direzione Nazionale Antimafia“, einer nationalen „Superstaatsanwaltschaft“. Außerdem entstand nach dem Vorbild des amerikanischen FBI, die Direzione Investigativa Antimafia (DIA), eine spezielle Polizeitruppe.[32] Die Mafia versuchte der staatlichen Intervention mit brutalster Gewalt entgegenzutreten. Hess erkennt darin aber nur die Ohnmacht in der sich die Mafia befand. „Eindeutig ist Terror ein Zeichen von Schwäche. Was man früher noch über partitio-Beziehungen manipulieren konnte, muß heute mit letztlich kontraproduktiver Gewalt versucht werden.“[33] Letztendlich diente auch die Kronzeugen-Regelung beim Kampf gegen die Mafia. Durch sie ermöglichte der italienische Staat Mafia-Aussteigern (pentiti), Schutz und Unterstützung für ein neues Leben und einer anderen Identität.

2.3 Mafia als manifeste Erscheinung

„Mafia kann man nicht definieren. Das Unheimliche daran ist, daß sie existiert – und doch nicht faßbar erscheint. Alles ist einander verwoben. Und doch erwischt man kaum einmal einen haltbaren Faden.“

Mario D’Aleo[34]

Nachdem geklärt wurde, wie sich die Mafia im Laufe der Jahrhunderte entwickeln und sich den historischen Gegebenheiten anpassen konnte, soll nun erörtert werden, was Mafia als omnipräsente italienische Erscheinung und ihrer Funktionsweise nach, zu bedeuten hat. Der Begriff Mafia wird heutzutage inflationär gegenüber jeglicher Form organisierten Verbrechens verwendet. In den Medien tauchen Berichte über Russenmafia, Atommafia, Organhandelmafia usw. auf. Diese darf man aber nicht alle in einen Topf werfen, da sie unterschiedlicher Natur und Entstehungsgeschichte sind. Zwar operieren Gangsterbanden mit ihren illegalen Methoden in dieser Zeit international miteinander, aber auch wenn reger Handel zwischen diesen Gruppen an der Tagesordnung stehen, weisen sie doch Unterscheidungen in ihrem Geschäftsgebaren hinsichtlich ihrer kulturellen Herkunft aus.

Wie schon angemerkt wurde, bezieht der Begriff Mafia seinen Ursprung aus Italien, genauer gesagt, aus Sizilien. Die sizilianische Mafia, wird daher auch als „die Mafia“ anerkannt. Mit dem damals wegweisenden Buch vom italienischen Soziologen Pino Arlacchi, der deutsche Titel des Buches lautet „Mafia von innen“, in dem erstmalig ein führender Mafiaboß Interna der Organisation preis gab, wurde ein neuer Name der sizilianischen Mafia, den schon der frühere Kronzeuge Tommaso Buscetta erwähnte, auch offiziell bekannt. Don Antonino Calderone sagt in diesem Buch aus: „Man sollte aber von vornherein klarstellen, daß es das Wort >>Mafia<< als solches gar nicht gibt, zumindest nicht unter uns. Die Mafia heißt in Wirklichkeit >>Cosa Nostra<<. Wir selbst sprechen niemals das Wort >>Mafia<< aus. Cosa Nostra ist geheim, eine Vereinigung der >>Uomini d’onore<<, der >>Männer der Ehre<<.“[35] Nach der Aussage von Calderone würde die „Cosa Nostra“ (Unsere Sache) der eigentliche Name der sizilianischen Mafia sein. Dagegen steht aber, daß ehemalige Mafiosi stolz den Namen Mafia getragen haben und diesen sogar mit auf ihren Grabsteinen verewigen ließen. Daher werde ich auch weiterhin den Namen Mafia oder sizilianische Mafia verwenden, wobei damit die Cosa Nostra als die eigentliche Organisation gemeint ist. Es gibt aber nicht nur auf Sizilien mafiose Erscheinungen, sondern ganz Süditalien hat mit solchen Problemen zu kämpfen. Diese Form des organisierten Verbrechens zeigt aber ein anderes Verhaltensmuster als das der Cosa Nostra auf und sollte daher von der eigentlichen Mafia differenziert werden. Eine kurze Darstellung der süditalienischen Verbrecherorganisationen soll dies verdeutlichen.

Die neapolitanische Camorra stellt eine bekannte Form des Verbrechens dar, die oft in einem Topf mit der sizilianischen Mafia geworfen wird. Diese Organisation operiert in Neapel und deren Umgebung. Dies wird auch in der gleichen Gewaltbereitschaft deutlich, die durchschnittlich bei etwa 300 Morden pro Jahr liegt.[36] Ein weiterer verbindender Punkt gegenüber der Cosa Nostra liegt im etwa gleichen Entstehungszeitraum, welcher in der Mitte des 19. Jahrhundert datiert wird. Außerdem seien auch gelegentliche kriminelle Aktivitäten zwischen Palermo und Neapel auszumachen. Camorra ist aber ein reines Gangstertum und das wurde von den Camorristen auch nie verheimlicht. Raith sagt dazu: „Camorristen reklamieren keine >>Verankerung in der Volkstradition<< (allenfalls ein wenig Robin-Hood-Ideologie kommt mitunter auf), suchen sich nicht hinter dem Schein der bürgerlichen und moralischen >>Ehrenhaftigkeit>>, des >>Sozialregulativs<<, der >>Schattenmacht<< zu verschanzen. Camorristen sind Gangster, benehmen sich wie solche – d.h. sie schießen sofort und verlassen sich nicht auf den Rechtsanwalt wie die Mafia-Bosse...“[37] Zu unterscheiden ist auch die generelle Unabhängigkeit der Camorra gegenüber Familienbanden. In der sizilianischen Mafia entstanden die Clans aus einem ursprünglichen Familienzusammenhang heraus. In der Camorra hingegen kann jeder Mitglied werden, wenn er nur nicht vor der Illegalität und Gewalt zurückschreckt.

Die Camorra wurde bis Anfang des 20. Jahrhundert durch großangelegte Verfolgungswellen bekämpft, man war der Meinung, daß man diesem Stadtgangstertum nur mit Hinrichtungen Herr werden könnte.[38] Diese wiesen in den darauffolgenden Jahrzehnten ihren Erfolg auf. Es wurde kaum noch camorristisches Treiben notiert, so daß die Neapolitaner sich daran gewöhnten, alles was sich in der Unterwelt abspielte, als Camorra zu bezeichnen.[39] In den 70er Jahren reaktivierte sich die Camorra unter Leitung von Rafaelle Cutolo, der seine Herrschaft über die Camorristen aus dem Gefängnis aus steuern konnte.[40] Er stand dabei als Boss der sogenannten Nuova Camorra Organizzata (NCO) vor, der größten und einflußreichsten camorristischen Organisation. Die Mitgliederzahl betrug zeitweise über 7000 und alle Bereiche, wo man Geld verdienen konnte, wurden bedient. Glückspiele in Spielhöllen, illegales Lotto, Zuhälterei, Drogenhandel, Erpressung, Absahnen von öffentlichen Geldern und illegales Anzapfen von EG-Kassen waren das Metier, wo sich der Camorrist betätigte. Dabei gingen sie flexibeler auf neue Märkte zu, als ihr Pendant die Cosa Nostra. Obwohl Cutolo mit Hilfe seiner NCO den Versuch unternahm, eine einheitliche Organisation aufzubauen und eine feste hierarchische Struktur zu implementieren, endete dieser Versuch in einem Blutbad. Die Camorra, schon immer bekannt wegen ihrer eher horizontalen Organisationslogik, entwand sich schon seit Entstehungsbeginn jeglicher zentral-organisierten Beschaffenheiten, welche die Cosa Nostra auszeichnen.[41] Die ineffektive Strukturform, interne Reibereien und Unkontrollierbarkeit sorgten dafür, daß die Camorra nie die Stärke und Geschäftigkeit erreichen konnte, welche der Cosa Nostra anheim getragen wird. Das macht sie aber nicht weniger gefährlich und gewalttätig, wie man den jährlichen Verbrechenszahlen entnehmen kann. Ihr Hauptziel, welches sie mit Argusaugen verfolgt, besteht in der Kontrolle aller illegalen Machenschaften und Transaktionen, die auf dem Boden Kampaniens ausgeführt und durchgeführt werden.[42]

Eine weitere, der sizilianischen Mafia ähnliche Organisation, besteht in der sogenannten `Ndrangheta. Sie wird auch vermehrt als „mafia calabrese“ tituliert, wobei diese Bezeichnung ,wie Raith meint, eher in die Irre führt, als zur Erklärung des Phänomens sachdienlich ist. Für ihn liegt das Hauptproblem vor allem darin, „...daß sich von Sizilien her mafiose Strukturen über eine in Kalabrien ursprünglich vorherrschende, spezielle Kriminalität legen, die vordem nur sehr partielle Ähnlichkeit mit mafiosen Organisationen aufwies. Eine Mutation, die man nur dann einigermaßen in Griff bekommt, wenn man den Zustand der >>`Ndrangheta<< von vor noch wenigen Jahren bedenkt.“[43] Der Begriff `Ndrangheta kommt vom griechischen Wort „Andros“, welches Mann bedeutet.[44] Nach Calderone kennzeichne dabei eine tiefe Abneigung die Beziehung zwischen Cosa Nostra und `Ndrangheta.[45] Die Akteure dieser Organisation sind als „`ndranghetisti“ oder „`ndrini“ bekannt.[46] Ursprünglich waren diese im Ambiente von Desperados, Outlaws und Briganten zu suchen, die als Widersacher der unterdrückenden Obrigkeit sich der Unterstützung der heimischen Bevölkerung gewiß sein konnten. Eine starke Tradition von Widerständlern ist in Kalabrien genauso bezeichnend, wie in Sizilien. Der Kampf gegen die wechselnden Besatzer ist also auch in der Geschichte dieses italienischen Gebietes vorhanden. Das Hauptoperationsgebiet der `Ndrangheta liegt in der Gegend, die als Kalabrien bekannt ist und sich in der südlichsten Region Italiens (Stiefelspitze) befindet. Sie gehört zu den ärmsten Gebieten des Landes mit überwiegend ländlichen Strukturen, wobei mehr als die Hälfte der einst viereinhalb Millionen Einwohner, durch Abwanderung in den industrialisierten Norden Italiens, verloren gingen. Der Rest der Bevölkerung prägt ein Bild von Überalterung und Massenarbeitslosigkeit. Diese liegt in manchen Gemeinden bei bis zu 60 %. Reichtum wird daher meist nur durch Illegalität erreichbar.[47] Auch die `Ndrangheta zeichnet, genau wie die Camorra, eine horizontale Organisationsstruktur aus, bestehend aus vornehmlich familiären Verbindungen. Diese führen und führten zu Clanauseinandersetzungen, wobei der Haß von Generation zu Generation weitergetragen wird. Die Spezialisierung dieser verbrecherischen Erscheinung besteht in der Entführung von finanziell potenten Persönlichkeiten, die außerhalb Kalabriens entführt und in den heimischen unüberschaubaren Bergregionen versteckt werden. Weitere Aktionsschwerpunkte bestehen in der Kontrolle über die Auftragsvergabe bzw. Weitergabe, der Schutzgelderhebung und des Rauschgifthandels.[48] Die Geschäfte werden dabei mit einer Brutalität verfolgt, die der Cosa Nostra und der Camorra um nichts nachsteht. Einige halten die organisierte Kriminalität Kalabriens für noch erbarmungsloser, als die der beiden anderen. Als Beispiel dient die kalabresische Provinz Reggio, wo derzeit pro Jahr ein Mord auf 4000 Einwohner ausgeübt wird. Ein Großteil dieser Gewalttaten spiegelt sich in den Mustern der sogenannten Blutrache wider, eine Erscheinung, die aufgrund der engen und intensiven familiären Bindungen innerhalb der `Ndrangheta vielleicht die bedeutendste Rolle spielen. In der Banalität der Handlungsmuster der `Ndrangheta, welche durch den Konkurrenzgedanken der einzelnen Clans um Gebiete und Geschäftsbereiche ausgetragen werden, liegt vielleicht auch die größte Möglichkeit der staatlichen Bekämpfung. Raith bemerkt treffend dazu: „Die Kalabresen brauchen noch eine archaische Ideologie zur Rechtfertigung ihrer Taten.“[49]

Struktur / Organisation / Verhaltensweisen

„Kommandieren ist dreimal so schön wie vögeln“[50]

Ursprünglich generierte sich die innere Stärke der Mafia durch den Familiensinn der Sizilianer.[51] „In erbittertem Haß gegen die offiziellen Regierungen hat Siziliens Bevölkerung sich Jahrhunderte lang an die Einheit der Familie oder des Stammes geklammert, da dies die einzigen Stellen waren, die ihr Schutz und moralische Hilfe boten. Die Disziplin der Mafia entstand, weil das Mitglied einer Familie, dem Unrecht getan worden war, nur außerhalb des öffentlichen Rechtes Gerechtigkeit finden konnte. Wo niemand dem Gesetz der fremden Eindringlinge traut, tritt das Gesetz der Familie in Kraft.“[52] Die daraus resultierende Familiendisziplin bezeichnet man auch mit dem Begriff „Omertà“, was übersetzt „Mannhaftigkeit“ bedeutet. Dazu gehört die unabdingbare Verpflichtung der Nichteinschaltung von staatlichen Behörden, wenn eine Gewalttat der Familie anheim fiel. Eine Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen war generell strengstens untersagt und verachtet. Die diesbezüglichen Rachebestrebungen sind elementare Pflichten der betroffenen Familie, die nach dem Prinzip: „Aug um Aug und Zahn um Zahn in einem Streit zwischen Familien, bis alle männlichen Familienmitglieder tot waren; die stoische und ergebene Hinnahme des Unrechtes und der Beschimpfungen durch den Feind oder Unterdrücker, bis der Augenblick zur Rache gekommen war; die lebenslange Weigerung, einmal erlittenes Unrecht zu vergeben oder zu vergessen; die völlige Hingabe an das Wohl der Familie, weil das Wohlergehen des einzelnen von dem Wohlergehen aller ihrer Mitglieder abhängig war und eine wohlhabende Familie die Angriffe eines Feindes besser durchstehen konnte als eine arme; blinder Gehorsam dem Familienoberhaupt gegenüber, dessen Wille zum Gesetz wurde ; und eine Vorliebe für Geheimhaltung, da das staatliche Gesetz grundsätzlich jeder Gesellschaft in der Gesellschaft feindlich gegenübersteht. Ein solcher Ehrenkodex entwickelte in den Familien der Mafia eine hohe Selbstachtung und einen ausgeprägten Sinn für Ehre und Pflicht. Er führte aber auch zu Mordtaten von einer Barbarei und Gemeinheit, wie sie in moderner Zeit nur selten ihres gleichen gefunden haben.“[53] Omertà wird von den Sizilianern auch als ein Konzept von Ehre betrachtet und gelebt.[54] Danach würden sie nie Informationen an Behörden preisgeben, einfach aus der Überzeugung heraus, daß ein ehrenvoller Mann alleine oder höchstens mit Freunden bzw. Verwanden Probleme selbständig lösen können muß.[55] Teresa Cordopatri dei Capece beschreibt Omertà für ihre Gegend folgendermaßen: „Tod, Angst, Schweigen. Omertà: jenes unheilvolle, bös-magische Wort, das aus den Kalabresen, vor allen aus denen im äußersten Süden, schweigsame, traurige, überaus verschlossene Menschen gemacht hat.“[56]

Eine weitere, besondere Gegebenheit ist in süditalienischen Familien wiederzufinden und auch charakterisierend. Die Erscheinung der sogenannten Blutrache, im Sprachgebrauch Vendetta genannt. Dabei stellt man sich eine in schwarzen Schleiern verhüllte Frau vor, die wie ein Racheengel, schreiend nach Vergeltung, über das Opfer kniet. Lewis beschreibt das Ritual folgendermaßen: „Das Küssen, ja das Aussaugen der Wunden des Opfers durch die Mutter, die Gattin oder der Bruder, und die darauf folgende Formel: >So will ich das Blut des Mannes trinken, der dich getötet hat.<“[57] Bis 1975 war das Recht der Blutrache sogar im italienischen Gesetz verankert bzw. toleriert: „Ein Mann, der seine Frau, Schwester oder Tochter tötete, weil er herausgefunden hat, daß sie illegitime sexuelle Kontakte pflegte, erhielt eine Freiheitsstrafe von lediglich drei bis sieben Jahren. Der Mord war gerechtfertigt, wenn seine Ehre auf dem Spiel stand.“[58] Dieses System war in der Bevölkerung anerkannt, da es für sie die einzige Form der Rechtsprechung beinhaltete, die nicht der Willkür ihrer Besatzer unterlag. Diese Form der traditionellen Gerechtigkeitsausübung gilt daher als verzeihliche Tat und nicht nur das, wem Unrecht wiederfahren ist, war sogar verpflichtet Rache zu nehmen, wenn er und seine Familie nicht an Respekt und Ehre in der Gemeinschaft verlieren wollten. Die Frauen hatten dabei die Aufgabe, die Flamme der Rache am Leben zu erhalten und den nachfolgenden Generationen zu übermitteln. Blut spielt in diesem Zeremoniell eine zentrale Rolle, daher auch der Begriff Blutrache. Wenn das Opfer blutüberströmt am Boden liegt, so sagt es zumindest die Folklore, fängt das Opferblut zu schreien an und hört erst dann damit wieder auf, wenn das Blut des Täters ebenfalls vergossen wird.[59] Eine Möglichkeit die Blutfehde zwischen zwei verfeindete Familien zu beenden besteht darin, eine Heirat zwischen einem Mädchen und einem Jungen der kriegsführenden Parteien zu organisieren. Hierbei wird das Blut des Opfers mit dem Blut der jungfräulichen Braut bezahlt. Daher stellen jungfräuliche weibliche Familienmitglieder ein gutes Tauschgut dar, das bei einer Verheiratung, zum Ende der Fehde führen kann. Dieses Ritual der Vendetta dient natürlich als symbolischer Rückgriff. Oftmals hat die Blutrache aber einen ganz pragmatischen Grund und dient in Wahrheit einem strategischem Krieg um Macht und Besitztum.[60]

Generell darf man die eben dargestellten Aussagen und Merkmale süditalienischer Familientraditionen nicht mehr verallgemeinern. In den letzten Jahrzehnten wurde auch der Familiensinn der Sizilianer mit Modernisierungs- und Individualisierungsprozesse konfrontiert, so daß er sich zum Teil konträr entwickelt hat. Wenn heute bezüglich mafioser Erscheinungen über die Familie, den Clan oder die Cosca gesprochen wird, erklärt man eine Gemeinschaft die nichts mit der eigentlichen, archaischen Familie zu tun hat. Trotzdem haben auch in diesen Gruppen Erkennungsmerkmale Bedeutung, die in sizilianischen bzw. italienischen Familien immanent sind.

Der Begriff „Clan“ ist für Raith dabei die ursprüngliche Bezeichnung für einen Familienverbund. Angewendet auf die Mafia, stellt er nur ganz allgemeine mafiose Gruppen dar, wobei dieser Begriff im Mafia-Jargon selbst nicht verwendet wird.[61] Arlacchi dagegen vertritt die Meinung, daß das Wort „Clan“ eher ein häufig verwendetes Medienwort darstellt, was oberflächlich mafiose Gruppen ausdrückt. Nach seiner Ansicht wird der Begriff „Clan“ im mafiosen Umfeld eher als Abwertung verwendet und impliziert Seilschaften innerhalb der Mafia.[62]

Die Bezeichnung „Cosca“, so wie Müller sie definiert, steht für die Mafia-Familie bzw. –Gruppe, deren Gefolgschaft einem Mafioso untersteht. Hergeleitet wird der Begriff, etymologisch wie auch sinnbildlich, von der Artischocke.[63] Für Stölting stellte die „Cosca“ jene Gruppe dar, die dem „Gabellotto“ bei der Durchführung seiner Interessen behilflich war und seine Position stärkten. „Die Führung eines solchen kleinen Imperiums setzte allerdings Vertraute voraus, mit denen man sich beraten kann, die Augen und Ohren offen halten, die wirkliche Freunde sind, auf die man sich verlassen kann. Diese Freunde bildeten die „cosca“. Sie bestand aus Verwandten, Brüdern, Vettern usw. und aus sehr engen Freunden, die nach Möglichkeit durch Heirat oder Partnerschaften der Familie verbunden wurden.“[64]

Die Familie (Famiglia) wird heutzutage als die eigentliche Keimzelle mafioser Sozialisation und als unterste Hierarchieebene einer Mafiaorganisation anerkannt. Der hier verwendete Begriff müßte aber in Anführungszeichen geschrieben stehen, da er mit dem Verständnis von Familie im eigentlichen Sinne nur noch wenig zu tun hat. Eine Mafia-Familie existiert also nicht nur aus dem engsten Familienkreis, sondern auch aus Personen der Verwandtschaft, Bekanntschaft und sogar Fremde werden und wurden in die Gruppe integriert. Zwar ist man bemüht, nur eng vertraute Personen in die Geschicke der Familie zu involvieren, andererseits bedeutet eine große Anzahl von Mitgliedern auch eine gewisse Macht, die der Konkurrenz als Abschreckung dienen soll. Hierbei nutzt man die Heirat oft als das Mittel, um den Zusammenhalt der Gruppe zu fördern und zu stärken. Die Kinder der Mafiosi werden schon frühzeitig einander zugesprochen und verkuppelt. Die Mafia-Ehe kann man deshalb auch als ein Handel verstehen. Die Frau profitiert vom Status und Respekt, der ihrem Mann entgegengebracht wird. Außerdem kann sie ein Leben in Reichtum führen und sich im Glanze ihres Ehemannes sonnen. Als Gegenleistung muß sie es tolerieren, daß Waffen, Drogen und sogar andere Mafiosi zeitweise in der Wohnung versteckt werden und sie diesbezüglich auch keine Fragen zu stellen hat. Weiterhin ist ihr Leben auf das Heim und die Familienangehörigen beschränkt und ihr Mann ist oft lange außer Haus.[65]

Ein weiteres integrierendes Moment stellt die strenge Hierarchie innerhalb der Mafia dar. Schon die Familie, die als unterste Ebene des Mafia-Aufbaues gilt, ist nach einzelnen Funktionen differenziert und hierarchisch aufgegliedert (vergleiche hierzu auch den Anhang der Arbeit). „Auf der niedrigsten Stufe der Cosa Nostra steht der einfache U omo d’onore, der sogenannte Soldato. Er wird in eine >>Familie<< aufgenommen und hat sich streng an deren hierarchische Regeln zu halten. Als direkter Vorgesetzter steht über ihm der Capodecina, der eine Gruppe von mehreren, bis zu drei Dutzend U omini d’onore derselben >>Familie<< befehligt. Das Oberhaupt der >>Familie<< ist der Repräsentant, auch Capofamiglia genannt. Er vertritt die Gruppe nach außen und ernennt (für den Fall seiner Inhaftierung oder sonstigen Verhinderungen) einen Stellvertreter, den Vizerepräsentanten.“[66] Außerdem gibt es noch sogenannte >>consiglieri<< (Berater), die dem Repräsentanten bzw. dem Vizerepräsentanten (vice capo) beratend zur Seite stehen. Die Familien werden hinsichtlich einer geographischen (territorialer) Basis strukturiert. Dabei kontrolliert jede Familie eine bestimmte Zone der Stadt oder einen ganzen Ort. Der Name des kontrollierten Gebietes wird dabei als Anhängsel der Familie verwendet (z.B. >>Familie von Villabate<<).[67]

[...]


[1] Siehe Der Brockhaus, Mannheim; Leipzig 1993, S. 453.

[2] Siehe Annan, David, Die Mafia, in : Norman MacKenzie (Hrsg.) : Geheimgesellschaften, Genf 1969, S. 242 ; dtv-Lexikon Mannheim 1995, S. 186.

[3] Annan 1969, S. 242.

[4] dtv-Lexikon 1995, S. 186.

[5] Siehe Hess, Henner, Mafia – Ursprung, Macht und Mythos, Freiburg im Breisgau 1993, S. 1ff.

[6] Hess 1993, S. 3.

[7] Teresa Cordopatri dei Capece/Angelica Rago Galizzi, Schwarzes Schweigen – Eine Frau kämpft gegen die Mafia, München 1998, S. 118.

[8] Siehe Uesseler, Rolf, Mafia – Mythos, Macht, Moral, Berlin ; Bonn 1987, S. 82.

[9] Uesseler 1987, S. 83.

[10] Siehe Arlacchi, Pino, Mafia von innen – Das Leben des Don Antonino Calderone, Frankfurt am Main 1993, S. 69 bzw. 327.

[11] Annan 1969, S. 242.

[12] Siehe Müller, Peter, Die Mafia in der Politik, München 1990, S. 36.

[13] Müller 1990, S. 35.

[14] Siehe Blok, Anton, Die Mafia in einem sizilianischen Dorf 1860-1960, Frankfurt am Main 1981, S. 120f.

[15] Raith, Werner, Parasiten und Patrone – Siziliens Mafia greift nach der Macht, Frankfurt am Main 1992, S. 28.

[16] Arlacchi 1993, S. 327.

[17] Uesseler 1987, S. 86.

[18] Annan 1969, S. 245.

[19] Blok 1981, S. 179.

[20] Annan 1969, S. 254.

[21] Blok 1981, S. 229.

[22] Müller 1990, S. 62.

[23] Siehe Raith, Werner, Siziliens Mafia und ihre Transformation, in : Helene Harth/Titus Heydenreich (Hrsg.), Sizilien – Geschichte, Kultur, Aktualität, Tübingen 1987, S. 6.

[24] Siehe Igel, Regine, Andreotti – Politik zwischen Geheimdienst und Mafia, München 1997, S. 267f.

[25] Müller 1990, S. 64.

[26] Ebenda, S. 65.

[27] Hess 1993, S. 189f.

[28] Ebenda, S. 190f.

[29] Hess 1993, S. 19.

[30] Ebenda, S. 209f.

[31] Ebenda, S. 210.

[32] Ebenda, S. 219.

[33] Ebenda, S. 211.

[34] Raith 1987, S. 1f.

[35] Arlacchi 1993, S. 15f.

[36] Raith 1992, S. 65.

[37] Ebenda, S. 71.

[38] Raith 1987, S. 5.

[39] Raith 1992, S. 66.

[40] Vgl. auch Longrigg, Clare, Patinnen – Die Frauen der Mafia, München 1998.

[41] Siehe Falcone, Giovanni/Marcelle Padovani, Inside Mafia, München 1992, S. 103.

[42] Ebenda, S. 103.

[43] Raith 1992, S. 79.

[44] Arlacchi 1993, S. 328.

[45] Ebenda, S. 328.

[46] Müller 1990, S. 136.

[47] Teresa Cordopatri dei Capece/Angelica Rago Gallizzi 1998, S. 10.

[48] Falcone 1992, S. 102f.

[49] Raith 1992, S. 84.

[50] Der Spiegel vom 09.07.2001, S. 131.

[51] Vgl. auch Hess 1993, S. 38f.

[52] Annan 1969, S. 244.

[53] Ebenda, S. 244f.

[54] Zur Def. von Ehre siehe Salzwedel, Hartmut, Soziale Regeln: Die Ehre, Berlin 1996.

[55] Müller 1990, S. 44.

[56] Teresa Cordopatri dei Capece/Angelica Rago Gallizzi 1998, S. 16.

[57] Zit. n. Longrigg 1998, S. 109.

[58] Longrigg 1998, S. 111.

[59] Ebenda, S. 116f.

[60] Ebenda, S. 117.

[61] Raith 1992, S. 22.

[62] Arlacchi 1993, S. 325.

[63] Müller 1990, S. 136.

[64] Stölting, Erhard, Mafia als Methode, Erlangen 1983, S. 9.

[65] Longrigg 1998, S. 250.

[66] Arlacchi 1993, S. 327.

[67] Raith 1992, S. 92.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten

Details

Titel
Mafia und Rosenkreuzer. Geheimgesellschaften: Geschichte und gesellschaftliche Wirkung
Hochschule
Universität Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Note
3,2
Autor
Jahr
2002
Seiten
95
Katalognummer
V6010
ISBN (eBook)
9783638137096
ISBN (Buch)
9783638696951
Dateigröße
756 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mafia; Rosenkreuzer; Geheimgesellschaft
Arbeit zitieren
Dipl.-Soziologe Mark Ruth (Autor), 2002, Mafia und Rosenkreuzer. Geheimgesellschaften: Geschichte und gesellschaftliche Wirkung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6010

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