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Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet: Nutzung und Verdrängung durch die Eisenbahn 1780-1880

Title: Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet: Nutzung und Verdrängung durch die Eisenbahn 1780-1880

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: M. A. Simon Reimann (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit quantitativer Ausprägung, Aufblühen und Niedergang der Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet, vordergründig auf der Ruhr, aber auch auf Emscher und Lippe während des 19. Jahrhunderts. Weiterhin betrachtet werden Projekte zur Infrastrukturentwicklung wie der Dortmund- Ems Kanal, Rhein- Herne Kanal und der Mittellandkanal sowie verkehrstrukturelle und politische Gründe für die teilweise Verdrängung der Binnenschifffahrt durch die Eisenbahn. Die hierfür erforderlichen Quellen und Literatur sind nicht so unproblematisch in Beschaffung und Kritik wie z.B. Quellen und Literatur zum Thema Eisenbahn. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe. Erstens findet das Thema Binnenschifffahrt erheblich weniger Beachtung als die Eisenbahn, dies gilt sowohl für zeitgenössische als auch neuere Arbeiten. Grund hierfür wird überwiegend die bis weit in unsere Zeit reichende Technikbegeisterung sein, die sowohl den Enthusiasmus der Laien als auch die forschungsleitenden Fragestellungen der Historiker mehr auf neue und revolutionäre Entwicklungen wie die Eisenbahn als auf technologisch und verkehrstrukturell eher langsamwüchsige Bereiche wie die Binnenschifffahrt konzentrierte1. Zweitens sind viele der vorhandenen Arbeiten um die Jahrhundertwende entstanden oder beziehen sich auf diese Arbeiten, wobei das größte Problem hier darin liegt, das Statistiken und Zahlen nur in Ausnahmefällen im Archiv überprüft wurden. Als Hauptproblem bei der Beschäftigung mit dem Thema Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet lässt sich also festhalten, dass aufgrund geringer Technisierung und wenig spektakulärem Verlauf die Binnenschifffahrt sowohl von zeitgenössischer Politik und Forschung als auch von der modernen Forschung eher stiefmütterlich behandelt wurde.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.2. Literatur und Forschungsstand

2. Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet

2.1 Schiffe und Transportmethoden

2.2 Umfang und Volumen der Ruhrschifffahrt 1780- 1860

2.3 Umfang und Volumen der Schifffahrt auf der Lippe

2.4 Projekte zur Infrastrukturverbesserung:

Kanalbau im Gebiet der Emscher

2.5 Probleme und Hindernisse der Binnenschifffahrt

3. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung, das Aufblühen und den anschließenden Niedergang der Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet während des 19. Jahrhunderts, wobei insbesondere die verkehrspolitischen und infrastrukturellen Wechselwirkungen mit dem Ausbau der Eisenbahn analysiert werden.

  • Quantitative Analyse der Schifffahrt auf Ruhr, Emscher und Lippe.
  • Untersuchung der Konkurrenzverhältnisse zwischen Wasserwegen und Schiene.
  • Analyse der staatlichen preußischen Tarif- und Infrastrukturpolitik.
  • Bewertung infrastruktureller Großprojekte wie Kanalbaupläne im Emschergebiet.
  • Erörterung technischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen des Gütertransports.

Auszug aus dem Buch

2.1 Schiffe und Transportmethoden

Zur Betrachtung der Schifffahrt im Ruhrgebiet erscheint eine knappe, überblicksartige Darstellung der Schiffe und der verwandten Transportmethode sinnvoll. Die auf der Ruhr verwandten Schiffe waren sogenannte Ruhraaken, Frachtschiffe unter selten einem, meist zwei Segeln von ca. 35 m Länge, 5 m Breite und mit 1. m Tiefgang. Das Vorsegel war Sloop getakelt, Fock und Besan waren gaffelgetakelt. Gegen 1857, der Blütezeit der Ruhrschifffahrt, war ein solches Schiff in der Lage etwa 175 t zu transportieren. Die maximale Länge und Breite der Schiffe wurden von der kürzesten und der schmalsten Schleuse auf der Ruhr bestimmt. Passend hierzu wurden die Aaken mit den Verbesserungen und Ausbauten der Schleusen in den Jahren 1837- 1842 geringfügig größer.

Die Transportmethode auf der Ruhr blieb lange so, wie sie schon im Mittelalter war: flussaufwärts wurde getreidelt, wenn es sich anbot mit Windunterstützung. Da der Treidelpfad gelegentlich die Flussseite wechselte, mussten Pferde und Knechte an Bord genommen und an die andere Seite übergesetzt zu werden. Dieses Manöver unter Segel oder mit Stangen zum staken nannte man „Überschlag“. Ein ähnliches Manöver wurde bei der Begegnung eines bergauf treidelnden und eines bergab fahrenden Schiffes nötig: Da das bergab fahrende Schiff Vorfahrt hatte, musste das treidelnde Schiff im richtigen Moment die Pferde anhalten, und mit der Restfahrt noch etwas gegen den Strom fahren, damit die 403 Meter lange Treidelleine absinkt, bis das entgegenkommende Schiff darüber fahren kann, und danach wieder Fahrt aufnehmen. Flussabwärts und unter voller Ladung ließ man sich treiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den zeitlichen Rahmen der Untersuchung im 19. Jahrhundert und legt den Fokus auf die Vernachlässigung der Binnenschifffahrt in der Forschung gegenüber der Eisenbahn.

1.2. Literatur und Forschungsstand: Dieser Abschnitt bewertet kritisch die verfügbaren Quellen und die vorhandene Fachliteratur zur Schifffahrtsgeschichte des Ruhrgebiets.

2. Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet: Das Kapitel kategorisiert die Schifffahrt in die Transportwege auf den Flüssen und die spezifische Bedeutung der Rheinschifffahrt.

2.1 Schiffe und Transportmethoden: Hier werden die technischen Eigenschaften der Ruhraaken und die manuellen bzw. tierischen Zugmethoden wie das Treideln beschrieben.

2.2 Umfang und Volumen der Ruhrschifffahrt 1780- 1860: Der Text analysiert das Wachstum der transportierten Kohlenmengen und die Auswirkungen preußischer Gebührenstaffelungen.

2.3 Umfang und Volumen der Schifffahrt auf der Lippe: Dieses Kapitel behandelt die vergebliche Förderung der Lippeschifffahrt durch staatliche Investitionen und die konkurrierende Rolle der Köln-Mindener Eisenbahn.

2.4 Projekte zur Infrastrukturverbesserung: Hier werden die erfolglosen Bemühungen um den Bau eines Emscherkanals als Antwort auf die Standortnachteile der Dortmunder Industrie dargestellt.

2.5 Probleme und Hindernisse der Binnenschifffahrt: Dieser Abschnitt beleuchtet das negative Image des Wasserwegs und die Zuverlässigkeitsprobleme bei schwankenden Wasserständen.

3. Schluss: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit über das Zusammenwirken von staatlicher Politik, industrieller Verlagerung und Eisenbahnkonkurrenz als Ursache für den Niedergang der Binnenschifffahrt.

Schlüsselwörter

Binnenschifffahrt, Ruhrgebiet, Eisenbahn, Kohletransport, Ruhr, Emscher, Lippe, Infrastrukturpolitik, Kanalbau, Industrialisierung, Preußen, Transportlogistik, Dampfschlepper, Montanindustrie, Warenverkehr.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Geschichte der Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet im 19. Jahrhundert, mit einem besonderen Augenmerk auf die Ruhr, Lippe und Emscher sowie deren Verdrängung durch die aufkommende Eisenbahn.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die quantitative Entwicklung der Transportmengen, die Rolle der preußischen Verkehrspolitik, die Konkurrenz zur Eisenbahn und die technischen sowie infrastrukturellen Bedingungen des Wassertransports.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, den Aufstieg und Niedergang der Binnenschifffahrt auf den kleineren Nebenflüssen des Rheins zu untersuchen und zu klären, welche Faktoren (politik-, wirtschafts- und technikgeschichtlich) diesen Prozess steuerten.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung historischer Quellen, Statistiken und zeitgenössischer Denkschriften, um die verkehrspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von technischen Aspekten der Schifffahrt über die Analyse der verschiedenen Flussläufe bis hin zu Infrastrukturprojekten wie dem geplanten Emscherkanal und den Problemen der Imagebildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Neben dem Kernbegriff der Binnenschifffahrt sind die Begriffe Industrialisierung, Eisenbahnkonkurrenz, Ruhrgebiet und preußische Infrastrukturpolitik entscheidend.

Warum war der Bau eines Emscherkanals im 19. Jahrhundert nicht erfolgreich?

Das Projekt scheiterte vor allem an ungünstigen politischen Rahmenbedingungen, der Gründerkrise und der Tatsache, dass die preußische Regierung ihre Prioritäten zugunsten anderer Großprojekte wie des Dortmund-Ems-Kanals verschob.

Welche Rolle spielte die preußische Steuerpolitik?

Die preußische Politik nutzte Zölle und Gebühren gezielt, um die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Zechen zu steuern, was den Wassertransport teurer und weniger attraktiv machte als den Schienenverkehr.

Inwiefern hat die Eisenbahn die Schifffahrt tatsächlich verdrängt?

Die Verdrängung war kein reiner Prozess der technologischen Überlegenheit der Eisenbahn, sondern eine Kombination aus Eisenbahnkonkurrenz, bewusster staatlicher Steuerpolitik und der Verlagerung der Kohleabbaugebiete weg von den schiffbaren Wasserwegen.

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Details

Title
Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet: Nutzung und Verdrängung durch die Eisenbahn 1780-1880
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
2,3
Author
M. A. Simon Reimann (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V60101
ISBN (eBook)
9783638538596
ISBN (Book)
9783638667050
Language
German
Tags
Binnenschifffahrt Ruhrgebiet Nutzung Verdrängung Eisenbahn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Simon Reimann (Author), 2003, Binnenschifffahrt im Ruhrgebiet: Nutzung und Verdrängung durch die Eisenbahn 1780-1880, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60101
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