Laut Hausmann ist ein Wörterbuch eine Art Sammlung von lexikalischen Einheiten, die durch ein bestimmtes Medium repräsentiert wird. Zu diesen lexikalischen Einheiten werden für einen bestimmten Nutzer bestimmte Informationen gegeben, die so geordnet sein müssen, dass ein rascher Zugang zur Einzelinformation möglich ist. Ein Wörterbuch ist meist alphabetisch geordnet. Es stellt somit eine Art Verzeichnis aller Lexeme und freier Morpheme, sowie der zur Wortbildung zugehörigen gebundenen Morpheme einer gegebenen Sprache dar. (Azevedo do Campo, 1998, S.103) Ein besonderes Kennzeichen von Definitionswörterbüchern ist der Aufbau der Mikro- (Angaben, die jedes Lemma begleiten) und Makrostruktur (Auswahl der eingetragenen Lemmata). Diese kann in verschiedenen Wörterbüchern sehr verschieden aussehen. Makro- und Mikrostrukturen variieren ja nach Wörterbuch stark. Die einsprachigen Definitionswörterbücher stellen den Wortschatz einer Sprache dar und erklären ihn mit derselben Sprache. (Azevedo do Campo, 1998, S.104) In der folgenden Arbeit soll an Hand verschiedener französischer Definitionswörterbücher untersucht werden, was es für Definitionstypen gibt und wie sich diese unterscheiden. Weiterhin soll der im Anschluss der Frage nachgegangen werden, was eine gute Definition ausmacht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist eine Definition?
2.1 Anwendung
2.2 Weitere Problemfälle
3 Arten der Definition
3.1 Relationelle und substantielle Definition
3.2 Primäre und sekundäre Definition
3.3 Sprachliche und enzyklopädische Definition
3.4 Definition und linguistische Beschreibung
4 Die Anordnung der Definition im Wörterbuch
5 Was ist eine gute Definition?
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Definitionstypen in französischen Wörterbüchern, untersucht deren strukturelle Unterschiede und bewertet, welche Kriterien eine fachgerechte und nutzerorientierte Definition ausmachen.
- Grundlagen der Definition in der Lexikographie
- Differenzierung zwischen verschiedenen Definitionstypen
- Strukturierung und Anordnungsprinzipien in Wörterbuchartikeln
- Qualitätsmerkmale von Definitionen für Fremdsprachenlerner
- Vergleichende Analyse französischer Wörterbuchbeispiele
Auszug aus dem Buch
2 WAS IST EINE DEFINITION?
In einsprachigen Wörterbüchern findet man zu jedem Eintrag, der auch Lemma genannt wird, eine oder mehrere Definition/en in derselben Sprache, wie das Lemma selbst. Oft gibt es hierzu weitere sprachliche Informationen, wie beispielsweise die phonetische Umschrift, Angaben zur Etymologie, zum Sprachregister, zur Wortart, zum Stilregister, zu Synonymen etc. Viele Beispiele, die auch Zitate sein können, werden häufig zur Illustration der Bedeutung verwendet. (Geckeler/Dietrich, 2003, S. 131) Eine Definition erläutert die Bedeutung(en) eines Wortes, indem sie hierzu andere Wörter benutzt. Durch dieses Verfahren entstehen Gleichungen der Form:
Definiendum = Definiens
(=Zu definierendes Wort) = (= die Definition)
Wie auch in der Mathematik ist so eine Gleichung sowohl von links nach rechts, als auch von rechts nach links sinnvoll lesbar. (Hausmann, 1977, S.35)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die lexicographische Definition des Wörterbuchs als Sammlung lexikalischer Einheiten ein und benennt das Ziel der Arbeit, verschiedene Definitionstypen zu untersuchen.
2 Was ist eine Definition?: Hier wird der Aufbau von Definitionsgleichungen erläutert und die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen Definiendum und Definiens sowie die Problematik von Zirkel- und Sackgassendefinitionen hervorgehoben.
2.1 Anwendung: Dieser Abschnitt veranschaulicht anhand konkreter Lexem-Beispiele, wie unterschiedlich Begriffe in verschiedenen Wörterbüchern definiert werden.
2.2 Weitere Problemfälle: Hier wird diskutiert, warum manche Definitionen bei Stellungswechseln nicht eindeutig lesbar sind und welcher Konflikt zwischen ausführlicher Definition und dem Umfang eines Wörterbuches besteht.
3 Arten der Definition: Dieses Kapitel klassifiziert Definitionen in ihre verschiedenen Formen, wie relationelle und substantielle Typen.
3.1 Relationelle und substantielle Definition: Es wird erklärt, wie Wörter entsprechend ihrer syntaktischen Funktion im Satz durch Substantive oder Relativsätze definiert werden.
3.2 Primäre und sekundäre Definition: Dieser Abschnitt beschreibt die Nutzung von Grundwörtern gegenüber Verweisen auf andere Begriffe im Lexikon.
3.3 Sprachliche und enzyklopädische Definition: Hier wird der Kontrast zwischen sprachorientierten und enzyklopädischen, oft zu fachspezifischen Definitionen analysiert.
3.4 Definition und linguistische Beschreibung: Der Fokus liegt hier auf Morphemen und funktionalen Einheiten, die eher eine linguistische Beschreibung als eine inhaltliche Definition erfordern.
4 Die Anordnung der Definition im Wörterbuch: Das Kapitel vergleicht historische, logische, frequenzorientierte und distributionelle Prinzipien der Anordnung von Definitionen.
5 Was ist eine gute Definition?: Abschließend werden Kriterien für eine gelungene Definition erarbeitet, die Eindeutigkeit, Lesbarkeit und didaktischen Nutzen vereint.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Qualität einer Definition subjektiv bleibt, aber für Wörterbuchautoren als Leitfaden für eine nutzerfreundliche Darstellung dienen sollte.
Schlüsselwörter
Definition, Lexikologie, Lexikographie, Definiendum, Definiens, Wörterbuch, französische Sprache, Paraphrase, Wortbedeutung, Lemmata, Mikrostruktur, Makrostruktur, Fremdsprachenlernen, Anordnungsprinzip, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung von Definitionen in französischen einsprachigen Definitionswörterbüchern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Struktur von Definitionsgleichungen, die verschiedenen Typen von Definitionen (z. B. relationell vs. substantiell) sowie die Prinzipien der Anordnung innerhalb eines Wörterbuchartikels.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, anhand französischer Beispiele zu analysieren, welche Definitionstypen existieren und welche Kriterien eine gute, verständliche Definition ausmachen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine analytische Literaturrecherche und einen vergleichenden methodischen Ansatz, gestützt durch lexikographische Standardwerke, um verschiedene Definitionen desselben Begriffs gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Definitionsarten, die Analyse der Anordnungsprinzipien im Wörterbuch sowie eine Diskussion über die optimale Gestaltung von Definitionen für den Nutzer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lexikographie, Definition, Definiendum/Definiens, Wörterbuchstruktur und didaktische Aufbereitung charakterisieren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „sprachlich“ und „enzyklopädisch“ so wichtig?
Sie ist entscheidend, da enzyklopädische Definitionen oft mit Fachtermini überfrachtet sind, was den Fremdsprachenlerner in eine „Sackgasse“ führen kann, während sprachliche Definitionen auf die vorwissenschaftliche Inhaltsvorstellung des Nutzers abzielen.
Welche Rolle spielen „Zirkeldefinitionen“ in diesem Kontext?
Sie werden als Fehlerquelle identifiziert, da ein Wort hierbei durch Teile seiner selbst definiert wird, was dem Nutzer kein neues Verständnis vermittelt.
- Quote paper
- Christiane Puritz (Author), 2006, Die Definition in französischen Definitionswörterbüchern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60136