Praktikumsbericht Lehramt an Grund- und Hauptschulen


Praktikumsbericht / -arbeit, 2006
66 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1 Vorwort

2 Vor der Schule
2.1 Persönliche Ausgangsbedingungen
2.2 Reflexion zur Vorbereitungszeit
2.3 Aufbau des Praktikumsberichts

3 Beschreibung der Schule
3.1 Die Schulformen
3.1.1 Die Förderstufe der MPS „Oberes Perftal“
3.2 Das Schulprogramm
3.3 Zusammensetzung der Lehrerschaft und der Schülerschaft
3.4 Schulgebäude und Ausstattung
3.5 Mein Stundenplan an der MPS „Oberes Perftal“

4 Hospitationsprotokolle & Reflexion
4.1 Ein Schulalltag mit der Klasse R7a
4.1.1 Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse
4.2 Eine Unterrichtsstunde unter besonderer Berücksichtigung der Phasen, Sozialformen und der eingesetzten Methoden
4.3 Eine Unterrichtsstunde unter besonderer Berücksichtigung der Lehrer-Schüler Interaktion
4.4 Eine Schulstunde unter besonderer Berücksichtigung der „Zehn Merkmale guten Unterrichts“

5 Ausführlicher Unterrichtsentwurf
5.1 Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes
5.1.1 Einordnung der Stunde in den curricularen Zusammenhang
5.1.2 Handlungsspielräume des Lehrenden
5.1.3 Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse
5.2 Fachwissenschaftliche Analyse
5.3 Fachdidaktische Analyse
5.4 Methodische Überlegungen
5.5 Verlaufsplanung & Lernziele
5.6 Reflexion

6 Weitere Unterrichtsversuche
6.1 Dokumentation der Unterrichtseinheit „Betriebspraktikum“ in einer 9. Realschulklasse
6.1.1 Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: „Meine Erwartungen an das Betriebspraktikum“
6.1.2 Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: „Erkundungsbogen“
6.1.3 Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: „Arbeitsplatzbeschreibung I“
6.1.4 Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: „Arbeitsplatzbeschreibung II“
6.1.5 Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: „Vorgangsbeschreibung I“
6.1.6 Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: „Vorgangsbeschreibung II“
6.1.7 Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: „Berichten“
6.2 Dokumentation der Unterrichtseinheit zur Lektüre „Hau ab, du Flasche!“ in einer 8. Hauptschulklasse
6.2.1 Verlaufsplanung der ersten Unterrichtsstunde zur Ganzheitsschrift: „Hau ab, du Flasche !“
6.2.2 Verlaufsplanung der zweiten Unterrichtsstunde zur Ganzheitsschrift „Hau ab, du Flasche !“
6.2.3 Verlaufsplanung der dritten Unterrichtsstunde zur Ganzheitsschrift „Hau ab, du Flasche!“
6.3 Dokumentation zur Kurzeinheit „Erörtern, Diskutieren und Formulieren“ in der 10. Klasse
6.3.1 Verlaufsplanung: Erörterung
6.3.2 Verlaufsplanung: Erörterung

7 Mirkostudie Unterrichtseinstiege
7.1 Hinführung
7.2 Funktionen von Unterrichtseinstiegen
7.3 Didaktische Kriterien für Unterrichtseinstiege
7.4 Vorstellung einiger Einstiegsformen
7.4.1 Informierender Unterrichtseinstieg
7.4.2 Blitzlicht
7.4.3 Bluffen
7.4.4 Standbild
7.4.5 Kopfsalat
7.4.6 Expertenbefragung
7.5 Fazit

8 Gesamteindruck des Praktikums
8.1 Erfahrungen während des Praktikums
8.2 Folgerungen für das weitere Studium
8.3 Eine kleine Anekdote zum Abschluss

9 Literaturverzeichnis

10 Abbildungsverzeichnis

11 Tabellenverzeichnis

12 Anhang
12.1 Material zur Unterrichtsstunde mit dem Thema „Freundschaft“
12.2 Material zur Unterrichtseinheit „Betriebspraktikum“
12.3 Material zur Ganzheitsschrift „Hau ab, du Flasche!“
12.3.1 Stichpunktartige Zusammenfassungen der ersten 40 Seiten der Ganzheitsschrift „Hau ab, du Flasche!“
12.4 Material zu den Unterrichtstunden „Erörterung“ der 10.Klasse

1.. Vorwort

„Das Leben der Kinder ist eng verflochten mit dem der Erwachsenen. Es ist kein idyllisches Paradies. Kinder bleiben von den großen Klassenkonflikten nicht unberührt. Sie müssen die tragischen Fehler der Erwachsenen büßen...“[1]

Das Eingangszitat von Wedding mag vielleicht im ersten Moment nicht an den Anfang eines Praktikumsberichtes passen, jedoch denke ich das dieses Zitat nicht nur auf unser Gesellschaftsbild im Allgemeinen bezogen werden kann, sondern auch auf das Lern- und Lehrverhalten der Schüler[2] und Lehrer übertragbar ist. Gerade Lehrer haben Schülern gegenüber eine große Verantwortung zu tragen. Sie haben eine Vorbildfunktion, sie sollen Schüler auf die Gesellschaft vorbereiten, einen ansprechenden und leistungsorientierten Unterricht bieten und dabei sollen so wenige Fehler wie möglich auftreten. Schüler sind offen, lenkbar und auch im fortgeschrittenen Alter noch zu begeistern. Sie sind auch in gewisser Hinsicht auf ihre Lehrkörper angewiesen, genauso wie der Lehrer auf seine Schüler. Diese wechselseitige Beziehung erfordert ein gewisses Maß an Empathie und Respekt dem Anderen gegenüber. Zum einen verleiht es dem Schulleben ein gewisses Bewusstsein und zum anderen schafft es eine gesunde Lernbereitschaft. Die Einsicht der Kinder von früher kann somit den Kinder von heute eine große Stütze im Leben sein. Fehler[3] werden nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Zukunft gemacht !

Während meines Praktikums an der MPS „Oberes Perftal“[4] durfte ich eine gute Beziehung zwischen Schülern und Lehrern erleben. Das Verhältnis zwischen Nähe und Distanz war sehr ausgeglichen. Eine nahe oder enge Beziehung beherrschte überwiegend den Schulalltag. Besonders die Nähe sowohl in den Klassenverbänden als auch unter den Lehrern sowie zwischen Schülern und Lehrern war bemerkenswert. Demzufolge wurde auch aufrichtig und ehrlich mit den Fehlern des anderen umgegangen. Gerade diese Art und Weise des „aufeinander zu Gehens“ erleichterte mir enorm den Einstieg in den Schulalltag und bereitete mir große Freude im Umgang mit den Schülern und Kollegen.

2.. Vor der Schule

2.1 Persönliche Ausgangsbedingungen

Während meines Studiums „Lehramt an Grund- & Hauptschulen“, mit den Fächern Sport, Mathematik, Deutsch und ev. Theologie, wuchs in mir zunehmend das Interesse auch „ältere Schüler“ unterrichten zu können. Demzufolge entschied ich mich, das Nebenfach Deutsch zu einem weiteren Hauptfach hinzu zunehmen. Generell wählte ich die Ausbildung zur Lehrerin, weil ich zum einen diesen Beruf von Grunde auf schon immer ausführen wollte und zum anderen es mir große Freude bereitet Menschen etwas auf ihren Lebensweg mitgeben zu können. Bisherige Unterrichtserfahrungen sammelte ich in drei unterschiedlichen Praktika an Grundschulen und sammle sie noch. Meine ersten Erfahrungen machte ich vor meinen Studium, indem ich für einige Zeit freiwillig an einer Grundschule im Schulalltag teilnahm und mitwirken durfte. Weitere Praktika gewährten mir den Einblick in das Lehrerdaseins und in den Alltag des Unterrichtens sowie des Vorbereitens des Unterrichts.

Mit „Lernen“ verbinde ich „Aha-Erlebnisse“, über komplizierte Gedankenvorgänge nachdenken zu müssen, mit Konflikten, Kritik und vielseitigen Charakteren von Menschen umgehen zu können. Meine Erwartung an die vorbereitende Praktikumsveranstaltung ist die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen. Zum Praktikumsende möchte ich Klarheit über meinen weiteren Schritt, auch als „Haupt- und Realschullehrerin“ tätig sein zu können, geschaffen haben. Sozusagen einen erweiterten Ausblick in das spätere Berufbild zu erlangen und mehr Freude am Unterrichtsfach Deutsch zu entwickeln.

2.2 Reflexion zur Vorbereitungszeit

Die Vorbereitungszeit hat mir persönlich sehr gut gefallen, sie war strukturiert, humor- und anspruchsvoll, methodisch wie auch inhaltlich gut vorbereitet. Die Veranstaltung hat mich angesteckt, sich mit dem Thema Unterricht[5] intensiver zu befassen und auseinanderzusetzen. Auch wurde meine Freude an dem Fach Deutsch geweckt. Die Zeit der Vorbereitung hat mir die Unlust genommen, Deutsch nur als „Lese- und Schreibförderungsmaßnahme“ zu sehen. In diesem Sinne bin ich sehr dankbar für diese Veranstaltung, zumal ich in der Vergangenheit während meines ersten Praktikums nicht so intensive Unterstützung erfahren habe.

Demzufolge blicke ich auf eine gute Zeit zurück und auf eine gespannte Praktikumszeit voraus.

2.3 Aufbau des Praktikumsberichts

Der vorliegende Bericht gliedert sich in vier wesentliche Teilbereiche auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im ersten Teil erhält der Leser grundsätzliche Informationen über die Schule. Einen Einblick in den Schulalltag und in die Unterrichtsvor- und -nachbereitung werden im Hauptteil ab Kapitel 4, 5 und 6 gewährt. Daran schließt sich eine Mikrostudie zum Thema „Unterrichtseinstiege“ an und der Bericht endet im Anschluss mit einem Resümee über die gesamte Praktikumszeit.

3. Beschreibung der Schule

Die Mittelpunktschule[6] „Oberes Perftal“ in Steffenberg wird von ca. 580 Schülern aus den umliegenden Ortschaften der Gemeinden Steffenberg und Angelburg, des Landkreises Marburg-Biedenkopf, besucht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Einzugsgebiet der MPS „Oberes Perftal“

Die GHR-Schule[7] enthält wie o. g. zusätzlichen einen Förderstufenzweig und bietet zudem ein Betreuungsangebot an der Grundschule an. Es findet ein gemeinsamer Unterricht statt und es wird auf einen herkunftssprachlichen Unterricht geachtet. Auch gibt es eine Sprachheilklasse an der Schule. Einen weiteren Schwerpunkt legt die Schule auf das Unterrichtsfach Musik. Besonders zu erwähnen sind aus diesem Bereich die Bläserklassen, die von der fünften bis in die zehnte Jahrgangstufe reichen. Schulträger und zuständiges Schulamt ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf.

3.1 Die Schulformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Schulformen der MPS „Oberes Perftal“

Die vorangestellte Abbildung soll das Konstrukt der MPS verdeutlichen. Wie oben bereits erwähnt zählt die Schulform zu den Mittelpunktschulen. Sie schließt eine betreute Grundschule, eine Förderstufe und eine Haupt- und Realschule mit ein. Nach dem durchlaufen der Förderstufe können die Schüler nach der sechsten Klasse auch den gymnasialen Weg an einer weiterführenden Schule im Raum Dillenburg, Biedenkopf oder Bad Laasphe einschlagen. Demzufolge spielt die Förderstufe für die MPS „Oberes Perftal“ eine bedeutsam Rolle. Aus diesem Grund möchte ich im folgenden Abschnitt die Aufgaben und Zielen der Förderstufe näher erläutern.

3.1.1 Die Förderstufe der MPS „Oberes Perftal“

Die Förderstufe gibt es seit 1979, d.h. sie ist eine der ältesten in Hessen und besitzt dementsprechend einen großen Erfahrungsschatz. Sie ist nicht nur ein Bindeglied zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen, sondern sie bietet den Schüler während dieser Zeit differenzierte Fördermaßnahmen und eine Orientierungshilfe im Hinblick auf die weitere Schullaufbahn. In der Förderstufe wird zwischen Kern- und Kursunterricht unterschieden.

Die meisten Fächer werden im Klassenverband unterrichtet, im s. g. Kernunterricht. Das betrifft die Fächer Religion, Deutsch, Erdkunde, Geschichte, Biologie, Sport, Musik und Kunsterziehung. Durch das Prinzip der inneren Differenzierung im Unterricht wird versucht den unterschiedlichen Lernmöglichkeiten der Kinder gerecht zu werden, wie z. B. das regelmäßige Arbeiten nach Wochenplänen. Des Weiteren legt die Förderstufe großen Wert auf den Erwerb der Sozialkompetenz. Darunter ist zu verstehen: Leistungen der Anderen anzuerkennen, Andersartigkeit zu akzeptieren, von- und miteinander zu lernen, Rücksichtnahme, Schwächeren zu helfen und sich helfen zu lassen. Jeder Klassenlehrer unterrichtet mindestens die Fächer Deutsch, Geschichte und Erdkunde, hinzukommen je nach Ausbildung und Neigung weitere Fächer aus dem Bereich des Kernunterrichts. Durch diesen hohen Stundenanteil des Klassenlehrers haben die Kinder eine Bezugsperson. Dies erleichtert einerseits den Übergang in die Förderstufe, anderseits lernen sie auch das Fachlehrersystem der weiterführenden Schulen kennen.

Der Kursunterricht beginnt nach dem zweiten Halbjahr der fünften Klasse und betrifft die Fächer Englisch und Mathematik. Nach eine halbjährigen Beobachtungszeit werden die Kinder nach ihrer individuellen Leistungsfähigkeit in Leistungskurse eingestuft, welche unterschiedliche Anforderung an den Schüler stellen. Im C-Kurs werden die Schüler unterrichtet, die noch längere Übungszeit und stärkere Lernhilfe benötigen. Die Zugehörigkeit zum B-Kurs setzt voraus, dass die Anforderungen des Lernstoffes in schnellerem Lerntempo als im C-Kurs ohne Schwierigkeiten bewältigt werden. Im A-Kurs sollen die Schüler in der Lage sein, über das Basiswissen hinausgehende zusätzliche anspruchsvollere Aufgaben selbständig zu bewältigen. Auf dem ersten Blick könnten man meinen, dass der C-Kurs dem Hauptschulniveau entspreche, der B-Kurs dem der Realschule und der A-Kurs den Anforderungen des Gymnasiums. Jedoch müssen diese Relationen differenzierter gesehen werden, da die Leistungen in den anderen Fächern berücksichtigt werden wollen und der Schüler zumeist auch unterschiedliche Leistungskurse besuchen kann. In den B- und C-Kursen unterrichten in der Regel Lehrkräfte der MPS „Oberes Perftal“, in den A-Kursen Lehrkräfte der Lahntalschule Biedenkopf. Durch diese Maßnahme wird ein reibungsloser Übergang in die Klassen sieben des Gymnasiums, der Realschule und der Hauptschule vorbereitet.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit einen Förderkurs[8] zu besuchen. Er hat die Aufgabe die Schüler auf den Wechseln in einen höheren Kurs vorzubereiten bzw. den Wechseln in einen niedrigeren Kurs zu verhindern.

Neben der Vermittlung von Wissen, dem Erarbeiten und Üben von Lerninhalten legt die Arbeit in der Fördestufe besondere Schwerpunkte in den Bereichen „Lernen ohne Angst“, „Individuelle Förderung“, „Lernmotivation“, „Musische Bildung und Sozialkompetenz“.

Diese Intentionen zeigen sich im alltäglichen Schulbild der Förderstufenarbeit. Hier ist der „Offene Anfang“ sowie die „Offene Pause“ zu nennen, in der die Schüler verschiedenen Aktivitäten nachgehen können, z.B. Hausaufgaben erledigen, Üben, Karteikartenarbeit, Lesen, Spielen und miteinander reden.

Des Weiteren legt die Schule einen besonderen Wert auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. In Form eines Methodentrainings[9] lernen die Schüler „das Lernen lernen“, „Miteinander zu Kommunizieren“, „Texte zu erschließen“. Alle drei Schwerpunkte des Methodentrainings beinhalten immer das Arbeiten im Team, also das Erlernen von Teamfähigkeit.

Auch kommen die musikalischen, künstlerischen, handwerklichen und sportlichen Aktivitäten nicht zu kurz. Im „Musischen Block“ werden Kurse wie z.B.: Tanz, Theater, Akrobatik, Instrumental-AG, Kochen, Werken und die Bläserklasse[10] angeboten. Diese Kursen finden vierzehntägig an einem Nachmittag der Woche statt. Die Teilnahme an einem Kurs ist freiwillig, jedoch verpflichtet die Anmeldung an einen Kurs zu einer einjährigen Teilnahme. Am Ende eines Schuljahres wird in Form eines „Musischen Abends“ ein Einblick in die Arbeit der Kurse gewährt.

Durch das Mentorensystem wird das freundliche und aggressionsfreie Zusammenlebens an der Schule gefördert. Schüler der neunten Realschulklasse betreuen Schüler au den fünften Klassen z.B. bei Schulrallyes, in den Pausen, am und im Bus. Sie organisieren Feste und Spiele und lernen somit Verantwortung zu übernehmen. Hierbei werden sie von Lehrkräften in einer freiwilligen AG unterstützt.

3.2 Das Schulprogramm

Das Programm der Schule teilt sich auf die Bereiche „Grundzüge des pädagogischen Arbeitens“, „Unterricht“, „besondere Angebote“, „das Schulleben und seine Kultur“, sowie „Öffnung von Schule“ auf. Im Einzelnen zählen zu den „Grundzügen des pädagogischen Arbeitens“ Leitsätze, Erwartungen, Konfliktlösungen, Funktionalität des Klassenlehrers und Fort- und Weiterbildung. Der Lehrplanbezug, Unterrichtsformen, Leistungsbewertung, Hausaufgaben und Vertretungsunterricht fällt unter dem Punkt „Unterricht“. Unter „besonderen Angeboten“ werden die Übergänge und Zusammenarbeit zwischen den Schulformen[11], Sonderpädagogische Fördermaßnahmen und die Betreute Grundschule verstanden. Klassenraumgestaltung, Pausengestaltung, besondere Aktivitäten und Umwelterziehung zählen zu dem Punkt „Schulleben und –kultur“. Der letzte Punkt „Öffnung von Schule“ ermöglicht Schülern und Lehrern außerschulische Lernorte zu besuchen, versucht die Öffentlichkeit mit einzubeziehen, Eltern am Schullalltag teilhaben zu lassen und Schulabgängern bei der Beruffindung zu unterstützen.

3.3 Zusammensetzung der Lehrerschaft und der Schülerschaft

An der MPS „Oberes Perftal“ sind sowohl Grundschullehrer, Haupt- und Realschullehrer, Sonderschullehrer, sowie abgeordnete Lehrkräfte aus dem Gymnasialbereich der Lahntalschule Biedenkopf und Pfarrer der umliegenden Gemeinden tätig. Unter gegebenen räumlichen und personellen Voraussetzungen gibt es an der MPS die Möglichkeit von Integrationsmaßnahmen. Zur Zeit wird diese Möglichkeit in der Grundschule und der Förderstufe genutzt. Die Lehrerschaft setzt sich zusammen aus dem Rektor, einem Konrektor, sowie einer zweiten Konrektorin und einer Förderstufenleiterin. Insgesamt unterrichten ca. 40-50 Lehrer an der Schule. Einmal in der Woche hält der Schulpsychologe seine Sprechstunde ab und pflegt somit den ständigen Kontakt mit den Schülern, Lehrern und Eltern. Kreisangestellte sind die beiden Sekretärinnen, der Hausmeister und einer Erzieherin der betreuten Grundschule. Wie bereits erwähnt besuchen ca. 580 Schüler die MPS Steffenberg. Die Klasse sind Durchschnitt zwischen 15-28 Schülern besetzt, wobei 28 Schüler im Haupt- und Realschulzweig eher eine Seltenheit sind.

3.4 Schulgebäude und Ausstattung

Die Schule verfügt über eine Turnhalle, einem Sportgelände, einer Grundschule, einen Verwaltungstrakt und einen Zentralbau, wo die Klassen 7-10 untergebracht sind, sowie als Lehr- und Lernmittelräume genutzt werden. Des Weiteren ermöglicht ein zzt. Anbau mehr Raum für ein Fotolabor, Hauswirtschafts- und Handarbeitslehre, Biologie-, Musik-, Kunst- und dem Werkstattunterricht. Auch das ehemalige Schulleiterwohnhaus findet als Arztzimmer, Sprachheil-, Schreibmaschinen-, EDV-Raum und Werkstattlager Verwendung. Speziell für das Unterrichtsfach Deutsch gibt es ein Materialregal mit zahlreichen Lehrmitteln für die unterschiedlichen Jahrgangsstufen. Hierzu zählen Literaturkarteien, Übungs- und Arbeitsblätter zu verschiedenen Themen, Lektüren, etc. Auch weitere Materialien, wie z. B. „Methoden für den Unterricht“ können genutzt werden. Ebenfalls stehen allen Lehrkräften Plakate, Papier, Stifte und weitere Utensilien die sie für den Unterricht benötigen in einem separaten Material- und Kopierraum zur Verfügung.

3.5 Mein Stundenplan an der MPS „Oberes Perftal“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Stundenplan der R7a am Freitag

Der Stundenplan für diesen Tag wurde etwas abgeändert, da für vier Stunden ein Schwerpunkttag zum Thema „Teamkompetenz“ angesetzt wurde. Die ersten beiden Stunden verliefen nach dem allgemeinen Stundenplan. Die erste Stunde fand im Klassenraum der R7a statt. Die Schüler wurden von der Englischlehrerin in der jeweiligen Fremdsprache begrüßt. Sie erinnerte die Schüler freundlich an die letzte Stunde und fragte englische Vokabeln ab. Anschließend wurde ein Hörtext auf einer MC abgespielt, welcher zum mit lesen und anschließend laut Vorlesens im Englischbuch stand. Währenddessen wurden inhaltliche Unklarheiten geklärt und Begriffe näher erläutert. Zum Stundenende hin wurden die schriftlichen Hausaufgaben kontrolliert und weitere für die nächste Stunde aufgegeben. Der Stundengong läutete das Ende der Stunde ein und alle Schüler verließen den Klassenraum. Die nächste Stunde fand im Physikraum in einem anderen Gebäude statt. Wir warteten gemeinsam vor verschlossenen Türen des Physikraums. Der Fachlehrer begrüßte die Schüler und forderte sie auf leise zu sein. In der Stunde wurde experimentiert. Die Schüler sollten feststellen, welches Gas sich wie entzünden lässt. Zur Vertiefung diente die Hausaufgabe, welche die Schüler bis zur nächsten Stunde erledigen sollten. Die folgenden vier Stunden wurden die Schüler der Klasse R7a von ihrer Klassenlehrerin durch den Schwerpunkttag begleitet und betreut. Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, stehen an diesem Schwerpunkttag zum Thema „Teamkompetenz“ im Fordergrund. Zu Beginn der Stunde wurden die Schüler in gleichgroße Gruppe eingeteilt. Dies erfolgt durch beschriftete kleine Zettel, die sie aus einer Box nacheinander zogen. Die Gruppen sollten sich nun herausfinden zu welcher Gruppe sie gehören. Namen wie z.B. von Großstädten, Bundesländern, etc. die auf den zu ziehenden Zettel standen, waren Oberbegriffe zu denen sich die Schüler in die jeweiligen Gruppen zuordnen sollten. Nachdem die Gruppen sich gefunden hatten, bekamen sie die Aufgabe unter gleichen Voraussetzungen einen Turm zu bauen. Materialien, wie Klebstift, Tesa, Schere und Papier stand den jeweiligen Gruppen hierbei zur Verfügung. Die Aufgabe lief unter Zeitdruck ab. Zum Ende wurden die Ergebnisse präsentiert und von den Schüler selbst bewertet. Danach teilte die Lehrerin an alle einen Feedbackbogen aus, welcher ausgefüllt werden sollte. Im Anschluss daran wurde dieser gemeinsam besprochen. Fragen wie:

- Warum es bei anderen Gruppen schlechter oder besser lief ?
- Wie sollte zukünftig innerhalb einer Gruppenarbeit sinnvoll gearbeitet werden ?

... wurde auf den Zahn gefühlt und Verbesserungsvorschläge für eine bessere Arbeitsatmosphäre während einer Gruppenarbeit diskutiert. Die Vorschläge wurden auf einem Plakat zum Thema „Teamarbeit“ festgehalten. Daraufhin gab es eine kurze Verschnaufpause und die Schüler wurden erneut in gleichgroße Gruppen eingeteilt. Diesmal mussten sie herausfinden, dass sie unterschiedlichen Körperteilen angehörten. Die Lehrerin teilte Arbeitsblätter aus. Darauf war eine Konversation innerhalb einer Gruppe abgedruckt, die nicht sehr positiv für alle Gruppenmitglieder ablief. Die Schüler sollten eine neue Konversation in Form eines Rollenspiels erstellen und später aufführen, indem sie das Wissen bzw. die Ergebnisse aus der vorherigen Gruppenarbeit und ihre gemachten Verbesserungsvorschläge dazu einsetzten. Anschließend wurde die neu verfasste Konversation von den Gruppen vorgespielt und wesentliche Merkmale für eine gelungene Gruppenarbeit auf dem o. g. Plakat „Teamarbeit“ festgehalten. Zum Abschluss des Schwerpunkttages wurde ein Bewegungsspiel gespielt und die Schüler ins Wochenende verabschiedet. Folgender Unterpunkt soll noch mal einen Einblick in die Klasse ermöglichen und zeigen mit welcher Gruppe ich einen ganzen Tag verbringen durfte.

4.1.1 Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse

Die Klasse setzt sich aus 26 Kindern, 12 Jungen und 14 Mädchen, zusammen. Das Sozialverhalten der Schüler und deren Lern- und Arbeitsbereitschaft sind überwiegend positiv zu bewerten. Die meisten beteiligen sich am Unterricht, sind zu motivieren und lösen schwierige Aufgaben konzentriert. Sie nehmen Rücksicht aufeinander und helfen sich gegenseitig. Dennoch fällt einigen die Zeiteinteilung in freien Arbeitsphasen etwas schwer. Corinna hat Schwierigkeiten dem Unterrichtsverlauf mit Interesse zu folgen. Sie erscheint sehr lustlos und ist oft abgelenkt. Jan-David verhält sich sehr ähnlich. Hinzu kommt, dass er zudem sehr faul und träge ist. Diese beiden Schüler brachten sich in die Arbeit innerhalb der Gruppe so gut wie nicht ein und behinderten somit eine gute Zusammenarbeit.

4.2 Eine Unterrichtsstunde unter besonderer Berücksichtigung der Phasen, Sozialformen und der eingesetzten Methoden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Phasen, Methoden und Sozialformen

[...]


[1] Wedding, A. (1967), S.6

[2] Die leidige Gretchenfrage, in welcher geschlechtlichen Form geschriebene Werke verfasst werden sollen, werde ich in meinem Bericht so handhaben, dass die maskuline Bezeichnung sowohl für die Schüler als auch für die Schülerinnen gilt. Jedes Mal „Schülerinnen und Schüler“ zu schreiben, ist mir zu aufwändig, „SchülerInnen“ zu ideologisch und künstlich; neutral wäre das „Schülerlein“, aber das erinnert mich zu stark an das „Urmel“ und trifft nicht den ernsten Sachverhalt. Für die Kolleginnen und Kollegen, Lehrerinnen und Lehrer etc. trifft meine nachlässige Bequemlichkeit auch zu.

[3] Der Fehler, ist überwiegend negativ in unserer Gesellschaft besetzt. Im Schulalltag sollte mit dem Fehler sowohl von Seiten der Schüler wie auch von Seiten der Lehrer aus konstruktiv umgegangen werden.

[4] siehe Kapitel 1

[5] Mit dem Thema „Unterricht“ meine ich: anregende Einstiegsformen, methodische Aufarbeitung des jeweiligen Themas und Zielformulierung, um einige nenne zu wollen.

[6] Mittelpunktschule = MPS

[7] GHR-Schule steht für Grund-, Haupt- und Realschule

[8] Die Kurse werden einstündig an drei Tagen in der Woche jeweils in der ersten Stunde für die Fächer Englisch, Mathematik und Deutsch angeboten.

[9] vgl. Förderung von Lernkompetenz und Schlüsselqualifikationen, CD-Rom

[10] Bläserklassen sind Schüler einer Jahrgangsstufe die bereits ein Blasinstrument spielen können oder neu erlernen wollen. Der Unterricht ist kostenpflichtig, wird von ausgebildeten Musiklehrern erteilt und findet als regulärer Musikunterricht im Rahmen des Musischen Blocks statt.

[11] siehe Abbildung 1

[12] SPT= Schwerpunkttag

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht Lehramt an Grund- und Hauptschulen
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
66
Katalognummer
V60180
ISBN (eBook)
9783638539227
Dateigröße
2136 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikumsbericht, Lehramt, Grund-, Hauptschulen
Arbeit zitieren
Stephanie Müller (Autor), 2006, Praktikumsbericht Lehramt an Grund- und Hauptschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60180

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