„Die Kontrolle der Gesellschaft über die Individuen vollzieht sich nicht nur über
das Bewusstsein oder die Ideologie, sondern auch im Körper und mit dem Körper.
Für die kapitalistische Gesellschaft ist es die Biopolitik, die vor allem zählt, das Bio-
logische, Somatische, Körperliche.“
Michel Foucault
[...] Schwerpunktmäßig ist es jedoch das Ziel herauszuarbeiten, wie sich die Biomacht etablieren konnte und welche Machtstrukturen und –mittel sie mitbrachte um dies zu gewährleisten.
[...] das Modell der Souveränität und Macht sowie deren Wandel, schwerpunktmäßig an Hand der Werke Michel Foucaults zu analysieren. Die Definition des Lebens welches von der Macht okkupiert wird, wird unter zu Hilfenahme eines anderen wichtigen Theoretikers und Philosophen (Giorgio Agamben) bewältigt werden.
Inhalt
1. Einleitung
2. Souveränität und Bio-Macht
2.1. Souveränität in der klassischen Theorie
2.2. Macht und deren Wandel
2.2.1 Disziplinarmacht
2.2.2. Disziplinartechnik
2.2.3. Disziplinartechnologie
2.3. Bio-Macht
2.3.1. Machttechniken, -technologien
2.3.2. Zoé und Bíos nach Giorgio Agamben
2.3.3. (Bio-) Politiken
2.3.4. Rassismus
2.3.4.1. die zwei Funktionen des Rassismus
3. Schluss/Fazit
4. Literatur-/Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Wandel der Machtausübung vom souveränen Prinzip der klassischen Theorie hin zur modernen Bio-Macht und Biopolitik im Sinne Michel Foucaults. Das zentrale Ziel ist es, die polymorphe Struktur der Macht sowie ihre Mechanismen und Technologien zu analysieren, mit denen der menschliche Körper in das gesellschaftliche Räderwerk integriert wird.
- Wandel von Disziplinarmacht zu Bio-Macht
- Die Rolle der Biopolitik bei der Bevölkerungskontrolle
- Unterscheidung von Zoé und Bíos (nach Agamben)
- Funktionen des Rassismus in der modernen Normalisierungsgesellschaft
- Zusammenhang von Macht, Wissen und Subjektkonstitution
Auszug aus dem Buch
2.3.4.1. die zwei Funktionen des Rassismus
Welche Rolle spielt der Rassismus innerhalb der Bio-Macht? Ist er bloßes Element und/oder Ergebnis oder stellt er eine der tragenden Säulen eben dieser dar? Welche Frage bisher ebenfalls noch nicht eindeutig geklärt wurde ist, wie sich der Rassismus nach Foucault ausprägt? Nach den Ausführungen Foucaults vom März 1976 schreibt er dem Rassismus zwei grundlegende Funktionen zu, die im Folgenden näher erläutert werden sollen. Zum einem ist es seine Aufgabe eine „Zäsur zwischen dem was leben und dem was sterben muss“ zu etablieren. Dem Leser zeigt Foucault hier, dass die erste Aufgabe eine Trennung biologischen Typs ist, die besagt: Trenne dich von dem was andersartig ist und selektiere nach bestimmten Eigenarten wie krank, fremd, unrein, rassisch anders, etc. Dies führt wiederum unweigerlich zu einer Fragmentierung der Gesamtbevölkerung. Foucault bezeichnet das als eine „Zäsur innerhalb des biologischen Kontinuums, an das sich die Bio-Macht wendet“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Begriffe Bio-Macht und Biopolitik und Darlegung der Forschungsfrage zur Entstehung der modernen Machtstrukturen.
2. Souveränität und Bio-Macht: Analyse der Transformation von der klassischen Souveränität hin zur modernen Disziplinarmacht und Bio-Macht.
2.1. Souveränität in der klassischen Theorie: Erläuterung des Prinzips „sterben zu machen und leben zu lassen“ als klassische Machtform des Souveräns.
2.2. Macht und deren Wandel: Untersuchung der historischen Verschiebung der Machtgrundlagen im Kontext der Industrialisierung.
2.2.1. Disziplinarmacht: Beschreibung der Disziplinarmacht als neue Technik zur Nutzung des menschlichen Körpers als Produktionsfaktor.
2.2.2. Disziplinartechnik: Analyse der Techniken, die den Körper des Individuums disziplinieren und nutzbar machen.
2.2.3. Disziplinartechnologie: Erörterung des Übergangs von der Disziplinierung des Individuums hin zur Kontrolle der Bevölkerung.
2.3. Bio-Macht: Darstellung der allumfassenden Machtform, die sich auf den Menschen als Gattungswesen und Bevölkerung bezieht.
2.3.1. Machttechniken, -technologien: Untersuchung der wirtschaftlichen Prosperität und der damit verbundenen neuen Machtmechanismen.
2.3.2. Zoé und Bíos nach Giorgio Agamben: Differenzierung zwischen bloßem Leben und qualifiziertem Leben zur Verdeutlichung politischer Interventionen.
2.3.3. (Bio-) Politiken: Analyse der Anatomie-Politik und des Gattungsmenschen als Objekte staatlicher Kontrolle.
2.3.4. Rassismus: Untersuchung des Rassismus als grundlegenden Mechanismus der Bio-Macht zur Fragmentierung der Gesellschaft.
2.3.4.1. die zwei Funktionen des Rassismus: Erläuterung der Selektionsfunktion und der Rechtfertigung des Tötens durch rassistische Zäsuren.
3. Schluss/Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung der Bio-Macht und ihrer ständigen Interaktion mit biopolitischen Verfahren.
4. Literatur-/Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Schlüsselwörter
Michel Foucault, Bio-Macht, Biopolitik, Disziplinarmacht, Souveränität, Giorgio Agamben, Zoé, Bíos, Rassismus, Normalisierungsgesellschaft, Bevölkerung, Anatomie-Politik, Gattungsmensch, Kontrollgesellschaft, Machttechnologien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Machttheorien von Michel Foucault, insbesondere die Konzepte von Bio-Macht und Biopolitik und deren Rolle in der modernen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wandel von der klassischen Souveränität zur modernen Macht, die Disziplinierung des Körpers, die Kontrolle der Bevölkerung und die Funktion des Rassismus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Entstehung der modernen Machtstrukturen und der damit verbundenen Technologien zu analysieren, um zu verstehen, wie der Mensch zunehmend in ein biopolitisches Kontrollsystem integriert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine diskursanalytische Betrachtung der Werke Foucaults, ergänzt durch philosophische Konzepte von Denkern wie Giorgio Agamben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Wandel des Souveränitätsbegriffs, die Disziplinartechniken, die Etablierung der Bio-Macht und die zwei Funktionen des Rassismus detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Bio-Macht, Biopolitik, Disziplinarmacht, Souveränität, Zoé, Bíos und Rassismus sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung von Zoé und Bíos für den Autor?
Sie dient dazu, die Politisierung des nackten Lebens (Zoé) zu erklären und zu verdeutlichen, wie die Biopolitik in das "qualifizierte Leben" (Bíos) interveniert.
Warum betrachtet der Autor den Rassismus als "tragende Säule" der Bio-Macht?
Weil der Rassismus die notwendige biologische Zäsur innerhalb der Bevölkerung schafft, die es erlaubt, zwischen lebenswertem und unwertem Leben zu unterscheiden und damit das "Sterbenlassen" ökonomisch zu rechtfertigen.
- Quote paper
- Daniel Rottgardt (Author), 2005, Bio-Macht und Biopolitik - Michel Foucaults Analysen zur polymorphen Struktur der modernen Macht in der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60189