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"The Wonderfull Discovery of Witches" - Merkmale und Ursprünge der Hexenverfolgungen im England der Frühen Neuzeit

Title: "The Wonderfull Discovery of Witches" - Merkmale und Ursprünge der Hexenverfolgungen im England der Frühen Neuzeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Isabel Blumenroth (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das ausgehende Mittelalter und die Frühe Neuzeit bildeten den zeitlichen Rahmen für eines der faszinierendsten und auch kontroversesten Phänomene der europäischen Geschichte: die Hexenverfolgungen. Obgleich England aufgrund seines Inselcharakters in vielen Aspekten seiner Geschichte von jener der Kontinentalmächte abweicht, machte die Welle der sogenannten „Witchcrazes“ nicht vor dem Ärmelkanal halt. Dennoch lautet der Konsens der modernen Forschung, dass es sich auf der britischen Insel um eine Art gemäßigtem Sonderfall handelt, da mehrere Grundzüge der kontinentalen Verfolgungen hier nicht griffen, während andere wiederum - wenn auch oft mit geringer zeitlicher Verzögerungwiederzufinden sind. In der neueren Forschung wurde diese zunächst sehr strenge Sicht Englands als ein absolut verfolgungsarmer Ausnahmefall immer weiter relativiert, so dass zu fragen bleibt, wie sich das Verfolgungs-Szenario der britischen Insel tatsächlich ausnahm. Allein die temporären Verfolgungswellen treffen nicht direkt mit den stärksten kontinentalen Höhepunkten der Verfolgungen zusammen, sondern scheinen eher wie ein Echo dieser. England erlebte die Blüte der Verfolgungen in den 1640er bis 1690er Jahren, während der Regierung Elizabeths, und sah ihren ersten Rückgang bereits wenig später, mit einem anzusetzenden Endpunkt zur Zeit der letzten Hinrichtung im Jahre 1684 und dem letzten Hexereiprozess anno 1717. Insgesamt gehen wissenschaftliche Schätzungen der Todesopfer zwischen 1542 und 1736 (dem Jahr der Außerkraftsetzung der Hexerei-Statute James I.) von weniger als 1000 ausgeführten Todesurteilen aus. Diese Jahre sollen auch den Zeitrahmen für meine Ausführungen bieten. Mehrere Rahmenbedingungen trugen zum außergewöhnlichen Status Englands innerhalb der Geschichte der Hexenverfolgungen bei. In dieser Arbeit wird es mein Ziel sein, diese darzustellen und einige der grundlegenden Erklärungsmodelle zu erläutern, die helfen sollen, das Phänomen der Hexenverfolgungen zu beleuchten. Eine der bedauerlicherweise spärlich gesäten schriftlichen Quellen der englischen Hexenverfolgungen ist die Druckschrift des Gerichtsbeamten Thomas Potts, der im Jahre 1612 einen der spektakulärsten Prozesse der englischen Verfolgungsgeschichte, nämlich den Massenprozess der Pendle Forest Hexen, aus erster Hand aufzeichnete. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

TEIL 1: MERKMALE ENGLISCHER HEXENVERFOLGUNGEN

1) Die Unterschiede des englischen zum kontinentalen Verfolgungsszenarios

1.1) Das Hexereikonzept und seine Rezeption

1.2) Das Reglement des Foltergebrauchs und das englische Rechtssystem als hemmende Faktoren

TEIL 2: GRUNDLAGEN DER ENGLISCHEN HEXENVERFOLGUNGEN

2. Die auslösenden Faktoren der Verfolgungen: Wissenschaftliche Erklärungsmodelle

2.1) Die politische Erklärungstheorie

2.2) Die religiöse Erklärungstheorie

2.3) Die sozial-anthropologische Erklärungstheorie

Schlusswort

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die spezifischen Merkmale und Ursprünge der Hexenverfolgungen im England der Frühen Neuzeit. Ziel ist es, den Status Englands als scheinbarer Sonderfall im europäischen Kontext zu beleuchten, indem die Unterschiede in Rechtsauffassung, Hexenbild und Verfolgungspraxis gegenüber den kontinentalen Zentren analysiert und durch diverse wissenschaftliche Erklärungsmodelle theoretisch fundiert werden.

  • Vergleichende Analyse der englischen und kontinentalen Hexenverfolgungsszenarien
  • Untersuchung des englischen Rechts- und Foltersystems als hemmende Faktoren für Massenprozesse
  • Analyse des spezifisch englischen Hexereikonzepts (Fokus auf Vertraute und Maleficium)
  • Darstellung politischer, religiöser und sozial-anthropologischer Erklärungsmodelle
  • Primärquellenanalyse anhand des Pendle-Prozesses und der Schrift "The Wonderfull Discovery of Witches"

Auszug aus dem Buch

Die Unterschiede des englischen zum kontinentalen Verfolgungsszenarios

Für eine detaillierte Betrachtung der englischen Hexereiprozesse wie des Prozesses der Pendle Witches von Lancashire ist es unerlässlich, sich die Haupteigenarten und Rahmenbedingungen des englischen Verfolgungsszenarios vor Augen zu führen, da dieses zu einem großen Teil vom zeitgenössischen Hexereikonzept – ob theologisch oder sozial geprägt - abhängt. Schließlich bildet dieses Konzept die Grundlage für die Definition und das Vorgehen zur Auffindung vermeintlicher „Hexen“. Doch auch die juristische und rechtliche Seite der Geschehnisse darf nicht außer Acht gelassen werden. Aus diesem Grund wird im Folgenden nicht nur auf das auf der britischen Insel verbreitete Bild der Hexe und ihrer Machenschaften, sondern auch auf die dort gebräuchliche Verwendung der Folter sowie das englische Rechtssystem als hemmenden Faktor der Hexenverfolgungen eingegangen werden müssen.

Als Definition des Tatbestandes der Hexerei spielt das Hexereikonzept und Hexenbild eines Volkes eine essentielle Rolle in dessen Umgang mit der Thematik. Auch wenn dem modernen Menschen der Gedanke an mit übernatürlichen Kräften begabte Wesen als absurd vorkommt, so muss dennoch an dieser Stelle klar darauf aufmerksam gemacht werden, dass diese Vorstellung fest in der Welt der Frühen Neuzeit verankert war. Im Weltbild des 16. und 17. Jahrhunderts befanden sich sowohl Gott als auch die Menschen in ständiger Auseinandersetzung mit den Mächten des Bösen, personifiziert durch das Konzept des Teufels. Die Hexe oder der Hexer fügte sich als fünfte Säule Satans, als Agent und Medium des Bösen, nahtlos in das Puzzle dieser spirituellen Schlacht um das Universum ein.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung setzt den zeitlichen Rahmen der Hexenverfolgungen und stellt die These auf, dass England trotz seiner Sonderrolle als gemäßigter Fall kein absolutes Ausnahmephänomen war, wobei der Pendle-Prozess als zentrale Primärquelle dient.

TEIL 1: MERKMALE ENGLISCHER HEXENVERFOLGUNGEN: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Merkmale des englischen Hexenbildes, insbesondere den Fokus auf Schadenszauber (Maleficium) statt Teufelspakt, und bewertet die hemmende Funktion des englischen Rechtssystems und der eingeschränkten Folteranwendung.

TEIL 2: GRUNDLAGEN DER ENGLISCHEN HEXENVERFOLGUNGEN: Hier werden drei wissenschaftliche Erklärungsmodelle – das politische, religiöse und sozial-anthropologische – zur Analyse der Hintergründe von Hexenverfolgungen herangezogen, wobei insbesondere die sozio-ökonomische Perspektive nach Macfarlane hervorgehoben wird.

Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass die englischen Verfolgungen durch ein Zusammenspiel aus spezifischen Rechtsnormen, einem Fokus auf den Schadenszauber und das Fehlen inquisitorischer Massenverfolgungsmechanismen geprägt waren.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Frühe Neuzeit, England, Pendle Forest Hexen, Thomas Potts, Maleficium, Hexenprozesse, Rechtssystem, Folterverbot, Privy Council, politische Erklärungstheorie, religiöse Erklärungstheorie, sozial-anthropologische Erklärungstheorie, Charity Refused Modell, Vertraute

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Spezifika der Hexenverfolgungen im England der Frühen Neuzeit und untersucht, warum sich die englischen Verfolgungsszenarien von denen des europäischen Kontinents unterschieden haben.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die englische Rechtsgeschichte, die Rolle von Hexenglauben und Hexereikonzepten sowie die Erläuterung durch verschiedene historisch-wissenschaftliche Erklärungsmodelle.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich das Verfolgungsszenario auf der britischen Insel von dem der Kontinentalmächte unterschied und welche Rahmenbedingungen, insbesondere rechtlicher Natur, als hemmende Faktoren für Massenprozesse fungierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse historischer Dokumente, insbesondere der Druckschrift von Thomas Potts zum Pendle-Prozess, sowie auf eine komparative Untersuchung etablierter historischer Erklärungsmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Merkmale der englischen Hexenverfolgung (Rechtssystem, Hexenbild) und die Analyse der auslösenden Faktoren anhand von politischen, religiösen und sozial-anthropologischen Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Hexenverfolgung, England, Rechtsgeschichte, Maleficium, sozio-ökonomische Spannungen und wissenschaftliche Erklärungsmodelle charakterisieren.

Warum spielt der Prozess der "Pendle Forest Hexen" eine so zentrale Rolle?

Der Pendle-Prozess von 1612 dient als detailliertes Fallbeispiel und Vergleichsquelle, um die Dynamiken englischer Hexenprozesse und die Arbeit der damaligen Justiz praxisnah aufzuzeigen.

Inwiefern beeinflusste das englische Rechtssystem die Verfolgungsintensität?

Durch die Nicht-Existenz des römischen Rechts und die restriktive Handhabung der Folter konnte die englische Justiz die Entstehung von Massenprozessen, die oft auf erzwungenen Denunziationen basieren, weitgehend unterbinden.

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Details

Title
"The Wonderfull Discovery of Witches" - Merkmale und Ursprünge der Hexenverfolgungen im England der Frühen Neuzeit
College
RWTH Aachen University  (Historisches Institut - Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit)
Course
Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa
Grade
1,0
Author
M.A. Isabel Blumenroth (Author)
Publication Year
2004
Pages
36
Catalog Number
V60197
ISBN (eBook)
9783638539364
ISBN (Book)
9783656448440
Language
German
Tags
Wonderfull Discovery Witches Merkmale Ursprünge Hexenverfolgungen England Frühen Neuzeit Geschichte Hexenverfolgungen Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Isabel Blumenroth (Author), 2004, "The Wonderfull Discovery of Witches" - Merkmale und Ursprünge der Hexenverfolgungen im England der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60197
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