Praktikumsbericht: Fachdidaktisches Thema 'Songs in the English Language Classroom'


Praktikumsbericht / -arbeit, 2005
16 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fachdidaktisches Thema „Songs in the English Language Classroom“

3. Unterrichtseinheit zum Thema „food“
3.1. Einleitung zur Unterrichtseinheit
3.2. Lehrplananalyse
3.3. Sachanalyse
3.4. Schulisches Umfeld
3.5. Methodische Überlegungen

4. Kurzeinschätzung des Praktikums

5. Literatur

1. Einleitung:

Als ich über ein Zitat nachdachte, welches diese Arbeit beschreibt ist mir sofort „Gehe langsam durch das Haus, sei freundlich zu ihm und stell dich ihm vor, damit es sich dir auch vorstellen kann“ aus dem Film „Ein Haus in der Toskana“ eingefallen. Eigenartig war nur, dass für manche offenbar eine Schwierigkeit besteht die Verbindung zu sehen, die ich darin sehe. Für mich beschreibt dieses Zitat die Art und Weise, wie man eine neue Sprache lernen sollte: langsam, mit einem freundlichen Herzen und unvoreingenommen. Denn eine neue Sprache und damit auch die Kultur der in diesem Fall englischsprachigen Menschen ist erst einmal etwas sehr anderes dem man sich wie einem Unbekannten annähert. Und da fällt mir noch ein weiteres Zitat ein, welches den Bogen zu dem Thema „Songs“ schlägt. Entnommen ist es dem Film Dirty Dancing 2 „I speak English and you speak Spanish and music is the only thing that we’ll be understanding in“. Musik vereint Menschen und ist deshalb eine sehr schöne und fröhliche Art sich einer neuen Sprache und einer neuen Kultur anzunähern.

Der Frühenglischunterricht ist für viele noch ein Mysterium. Wie kann denn mit Hilfe von Spielchen und Liedern effektiv Englisch gelernt werden? Und wenn der Englischunterricht nicht effektiv ist, warum unterrichten wir Englisch dann schon so früh? Effektivität ist das wirklich was in den ersten Lernjahren das ausschlaggebende Element sein sollte? Es ist doch wohl eher die Freude an der Sprache, die in den ersten Jahre angelegt werden sollte. Und eben dies geschieht durch ein langsames Annähern an die Sprache, durch ein spielerisches Entdecken ebendieser. Die Kinder sollen eher nebenbei lernen.

2. Fachdidaktisches Thema „Songs in the English Language Classroom“:

Lord Yehudi Meduhin sagte einmal: “Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen“[1]. Daraus ergibt sich für mich, dass durch das Zurückgreifen auf das Singen den Kindern die Angst vor der Fremdsprache genommen wird. Singen ist etwas Vertrautes, eine Muttersprache, auf der sie die neue Sprache aufbauen können.

Das Singen wurzelt, wie das Sprechen auch, in der Natur des Menschen, sagt Adamek, es hat Basisfunktionen für die gesunde psychische und physische Entwicklung des Menschen zu erfüllen. Es trägt auch zu der sprachliche, kognitiven, koordinativen und emotionalen Entfaltung bei.

Alan Maley schreibt in dem Vorwort zu Tim Murphey’s Buch: „There is no human society without its poetry. There is no human society without its music. When put together, they constitute a powerful force for both cultural cohesion and identity and for individual fulfilment.”[2] Musik ist etwas, dass uns tagtäglich auf die eine oder andere Weise begleitet. Für die meisten Schüler ist es die Freizeitaktivität Nummer 1. Gerade deshalb darf Musik aus dem Fremdsprachenunterricht nicht ausgeklammert werden. Vor allem können so auch Interessen und Begabungen wahrgenommen und eventuell gefördert werden. In der Oberstufe sollten Pop-songs thematisiert werden, da sie meist die Lebenswelt der Schüler ansprechen. Lieder sind ein hochmotivierendes Moment, mit dem man Schüler zu sprachlichen Äußerungen bewegen kann. Außerdem lassen sich Lieder leicht merken. Dafür gibt es verschiedene Begründungen. Zum einen könnten einen Lieder in eine Art entspannte Rezeptivität versetzten, die Rhythmen des Liedes könnten in irgendeiner Weise mit dem Köpereigenen Rhythmen korrespondieren, die Botschaft könnte unsere tiefer liegenden emotionalen und ästhetischen Seiten berühren oder aber die wiederholbaren Muster könnten einen Lernen ohne Vergessen bewirken.[3]

Was auch immer die Begründung ist, und die ist wahrscheinlich für jeden Schüler eine andere oder oft ein Zusammenspiel aus allen, ist, dass Lieder sich in den Köpfen der Schüler festsetzen und das ist eine gute Vorraussetzung für Lernen.

Lieder sind also motivierend und gut zu merken, wahrscheinlich fällt während Hospitationen im Englischunterricht der Klassen 1 bis 4 deshalb die häufige Anwendung von Liedern so sehr auf. Es gibt wahrscheinlich kaum eine Lehrkraft, die „im Englischunterricht der Grundschule noch niemals mit einem Action song oder Chant gearbeitet hat. Von Head and Shoulders bis zu Teddy Bear, teddy bear, turn around sind Action songs sowohl bei uns Lehrkräften als natürlich auch besonders bei den Kindern überaus beliebt.“[4] Die Abgrenzung der einzelnen Liedertypen scheint in der Literatur noch nicht einheitlich zu sein. Ich verstehe Action songs, als Lieder, bei denen die Schüler mit Mimik und Gestik arbeiten, ihren Körper zur Darstellung des Liedinhalts verwenden.

Action songs orientieren sich an der Freude der Kinder sich zu bewegen. Im natürlichen Umfeld lernen die Kinder ausschließlich durch Bewegung. Sie entdecken die Welt in dem sie Dinge anfassen, fallen lassen oder ähnliches, aber nicht indem sie sich von ihren Eltern erzählen lassen, was passieren wird. Man kann einem Kind z.B. viele Male erzählen, dass die Herdplatte heiß ist, lernen das dies wirklich so ist wird das Kind allerdings erst, wenn es die Herdplatte einmal angefasst hat und es gespürt hat. Mit einem seiner Sinne erfahren hat das dies wirklich so ist.

Lieder scheinen eine besondere Stellung bei Kindern zu haben, da sie den kindlichen Bewegungen einen Rhythmus geben. Auch wiederholen Schüler die Lieder, die sie bereits kennen und es scheint ihnen nicht langweilig zu werden. Sie scheinen stolz auf das zu sein was sie können und möchten es so oft wie möglich präsentieren. In meiner Praktikumsschule kann es einem sogar passieren, das man etwas in Englisch erzählt und bei irgendeinem Wort fängt auf einmal die ganze Klasse an zu singen. Als ich einmal sagte, dass mein Lieblingsobst Äpfel sind, begann die Klasse “I like to eat apples and bananas” zu singen. „I like to eat apples and bananas“ ist ein Lied, das so ähnlich funktioniert, wie „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“. Die Kinder können also hier mir den Vokalen spielen. An diesem Beispiel kann man erkennen, dass viele Schüler einfach Spaß an Liedern haben, doch das reicht als Begründung für eine didaktische Methode nicht aus. Vor allem nicht für eine Methode, die sich im Englischunterricht, vor allem im Frühenglischunterricht, so etabliert hat.

„Music and rhythm are an essential part of language learning for young learners. Children really enjoy learning and singing songs, … .Music and rhythm make it much easier to imitate and remember language than words which are ‘just spoken’- if you teach children a song, it somehow ‘sticks’.”[5] Nicht umsonst spielen Lieder bereits in der Muttersprache meist eine große Rolle. Kinder lieben Musik, diese Erkenntnis sollte auch im Englischunterricht aufgegriffen werden. „You can use songs or chants to teach children the sounds and rhythm of English, to reinforce structures and vocabulary, or as Total Physical Response activities- but above all to have fun.”[6]

Diese Zitate aus dem Buch “Young Learners” fassen die essentiellen Aspekte des Lernens mit Liedern gut zusammen. „But above all to have fun“[7] ist meiner Meinung nach wirklich der bedeutendste Faktor, da die Motivation der Schüler erheblich gefördert wird und damit das Lernen an sich. „[M]otivation is a key part of effective teaching.“[8] Vor allem aber wirken sich positive Emotionen, wie Lust, Motivation und Freude positiv auf den Lernprozess aus, während sich negative Emotionen, wie Druck, Angst und Unlust diesen stören.[9] Dies ist eine dem Menschen nicht unbekannte These. Wie oft ertappt man sich dabei, wie man unliebsame Arbeiten immer vor sich herschiebt und wenn man sie dann doch bewältigt sind sie meist eher mittelmäßig. Arbeiten, die man mit Freude erledigt, sind meist sehr schnell fertig und man kann ihnen ansehen, dass sie mit Liebe verrichtet worden sind. Kahlil Gibran sagte einmal, die Kinder sollen also Empathie für die Sprache Englisch entwickeln und dies kann nur geschehen, wenn die Lehrkraft ihren Unterricht an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Gerade in den ersten Klassen ist Bewegung und Musik, im Grunde genommen alles nicht starre, ein solches Bedürfnis.

Bei den Liedern im Englischunterricht handelt es sich aber meist um didaktisch aufbereitete Songs. Der didaktische Song ist angelehnt an traditionals oder pop songs, vermieden werden aber „den Lernprozess störende und unvorhersehbare Faktoren (z.B. schlechte Textverständlichkeit) und [er] bietet durch seine thematische Bezogenheit und seinen Bausteincharakter eine attraktive Alternative zu „trockenen“ Lehrbuchsequenzen.“[10] Es gibt bestimmte Kriterien, die bei der Auswahl eines geeigneten Songs helfen z.B. akustisch gut verständlich sind, sich Wörter und Strukturen im Text wiederholen oder das Arrangement Aufforderungscharakter zum Mitmachen (Mitsingen, Mitklatschen, Neudichten) besitzt.[11]

Lieder können in jeder Unterrichtsphase zum Einsatz kommen „for example, at the beginning to mark the change from the previous subject to English; in the middle of a lesson as a break from another, more concentrated activity; or at the end, to round a lesson off.”[12] Je nachdem, welche Intention die Lehrkraft verfolgt muss aus den vielen verschiedenen songs gewählt werden. Die Verlage haben in den letzten Jahren unzählige Werke zu Liedern im Englischunterricht herausgegeben. Geeignet sind meiner Meinung nach thematische Lieder zum Einstieg in neue Unterrichtseinheiten, zum Beispiel „I like to eat apples and bananas“ bei der Themeneinheit food oder aber „Wibble Wobble“ zum Einstieg in die Themeneinheit body parts. Lieder bei denen viele Bewegungen erfolgen sollen, sind besonders geeignet, wnn man Unruhe in der Klasse bemerkt. Hier ist der „Hockey Pockey“, ein bei den Kindern sehr beliebter song. Ich persönlich kannte ihn aus meiner Zeit in Amerika als Partyspiel. Am Ende einer Unterrichtsstunde geht es darum die Unterrichtsstunde abzurunden, hier eignen sich entweder auch thematische songs. Hier sollten den Kindern bekannte Lieder ausgewählt werden, da es meiner Meinung nach für die Schüler nicht besonders motivierend ist, das Lied nicht wirklich erarbeitet zu haben. Außerdem sollten Lieder die Stunde eher abrunden und nicht neue Themen anreißen. Beliebt sind auch musikalische Begrüßungs- bzw. Verabschiedungsrituale wie zum Beispiel „Hi…hello“ oder „Good morning everybody“.

Es gibt Lieder, die besonders für die Ausspracheschulung geeignet sind, andere wiederum eignen sich vor allem zur Wortschatzarbeit oder aber zum Abbau von Bewegungsstau[13] und wieder andere verbinden mehrere Elemente. Oder um das ein wenig einfacher zu formulieren „Some songs are good for singing, others for doing actions to the music, and the best ones are good for both!“[14] Betrachtet man zum Beispiel das Lied “I like to eat apples and bananas” so spicht dieses Lied vor allem die Ausspracheschulung an. Die Schüler werden dazu animiert mit der Sprache Englisch zu spielen und zwar mit Hilfe von Nonsense-Wörtern. Lieder wie „If you’re happy and you know it“ zielen eher auf den Abbau von Bewegungsstau. Da die Kinder das Lied durch klatschen, schreien und Fuß aufstampfen verdeutlichen. Mit Hilfe des „Hockey Pockey“ kann Wortschatzarbeit geleistet werden. Mit Hilfe des Liedes können die einzelnen Körperteile gesammelt und benannt werden.

Eine sehr häufig im Frühenglischunterricht verwendete Form des Liedes ist der Action song. Wie bereits erwähnt zeichnet er sich durch die unterstützenden Bewegungen aus. Durch die Aktionen, die zu dem Text ausgeführt werden. Er orientiert sich an dem Bewegungsdrang junger Schüler und geht kreativ darauf ein, so dass die Kinder sozusagen ‚nebenbei’ lernen. Es fällt den Schülern oft schwer „die ganze Stunde lang ruhig auf ihren Plätzen zu sitzen und dem Unterrichtsgeschehen zu folgen.“[15] In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass „[Lernen Bewegung braucht], denn Lernen ist Regsamkeit, ist Aktivität. Lernen ist Bewegung im Kopf.“[16] Es ist auch wichtig sich darüber im Klaren zu sein, dass eben nicht nur der Kopf in die Schule kommt, sondern das ganze Kind.[17] Das erfordert auch ein ganzheitliches Lernen.

[...]


[1] Adamek, Karl: Initiative Singen in Kindergärten und Grundschulen. Münster. 2006.

[2] Murphey, Tim: Music and Song. Resource book for teachers. Oxford. 1992.

[3] Vgl. Murphey, Tim: Music and Songs: Resource Book for Teachers. Oxford. 1992. S.3

[4] Kreis, R.: Action songs-Children’s songs that call for movement. S.34.

[5] Phillips, S.: Young Learners. S.100.

[6] Phillips, S.: Young Learners. S.100.

[7] Kreis, R.: Action songs-Children’s songs that call for movement. S.34.

[8] Kreis, R.: Action songs-Children’s songs that call for movement. S.34.

[9] Vgl. Kreis, R.: Action songs-Children’s songs that call for movement. S.34.

[10] Böttcher, K.-H.: Hits for the Kids. Der didaktische Song. S. 176.

[11] Vgl. Böttcher, K.-H.: Hits for the Kids. Der didaktische Song. S. 176.

[12] Phillips, S.: Young Learners. S.100.

[13] Vgl. Böttcher, K.-H.: Hits for the Kids. Der didaktische Song. S. 177.

[14] Phillips, S.: Young Learners. S.100.

[15] Vgl. Böttcher, K.-H.: Hits for the Kids. Der didaktische Song. S. 177.

[16] Rampillon,U./ Reisener, H.: Lernen, Sprache und Bewegung. S. 2.

[17] Vgl. Rampillon,U./ Reisener, H.: Lernen, Sprache und Bewegung. S. 2.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht: Fachdidaktisches Thema 'Songs in the English Language Classroom'
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V60235
ISBN (eBook)
9783638539616
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikumsbericht, Fachdidaktisches, Thema, Songs, English, Language, Classroom
Arbeit zitieren
Nora Emanuelle Boehmer (Autor), 2005, Praktikumsbericht: Fachdidaktisches Thema 'Songs in the English Language Classroom', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60235

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