Wertorientierung ist in den letzten Jahren eine zunehmend wichtigere Zielsetzung der Unternehmen geworden. Viele Unternehmen in der Praxis geben dies öffentlich als Leitlinie ihres Konzerns aus wie z.B. die Puma AG in ihrem Geschäftsbericht 2004. Eine effiziente Allokation der zu investierenden Mittel gilt dabei als Maxime der Unternehmensführung. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst cashflow-orientierte Performancekennzahlen untersucht. Zuerst soll der Cash Flow Return on Investment(CFROI) betrachtet werden. Dieses rentabilitätsanalytische Kontrollinstrument soll in seiner Ursprungsversion sowie in seiner 1998 modifizierten Version dargestellt werden. Darauf aufbauend wird der Cash Value Added(CVA) entwickelt, der sein Fundament in den beiden Versionen des CFROI findet. Abschließend wird der Earned Economic Income(EEI) dargestellt. Der EEI ist eine cashflow-orientierte Kennzahl, die einen direkten Bezug zum eingesetzten Kapital aufweist und die Möglichkeit einer unternehmenswertorientierten Performance-Periodisierung bietet. Abschließend soll eine Betrachtung der Risikoseite erfolgen. Risikopolitik und Risikomanagement gewinnen auch zunehmend an Bedeutung für die Unternehmen. Im Folgenden werden zwei Risikomessemethoden erläutert. Zum einen der hauptsächlich im Bankenbereich angewendete Value at Risk (VaR) und der darauf aufbauende zahlungsstrombezogene Cash Flow at Risk (CFaR). Der CFaR ist dabei eine Übertragung auf Industrieunternehmen und soll zur Risikomessung und -steuerung dienen.
Inhaltsverzeichnis
0.Einleitung
1.Cash-Flow-orientierte Wertbeitragskennzahlen
1.1. Cash Flow Return on Investment (CFROI)
1.2. Cash Value Added (CVA)
1.3. Earned Economic Income (EEI)
2.Risikoanalyse
2.1. Monte Carlo Risikosimulation
2.2. Value at Risk (VaR)
2.3. Cash-Flow-at-Risk (CfaR)
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht cashflow-orientierte Performancekennzahlen sowie Methoden der Risikoanalyse, um eine effiziente Allokation von Mitteln und eine unternehmenswertorientierte Steuerung zu ermöglichen. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Würdigung bestehender Ansätze und deren Eignung für Industrieunternehmen.
- Analyse wertorientierter Performancekennzahlen (CFROI, CVA, EEI)
- Untersuchung von Risikoanalyse-Methoden (VaR, CfaR, Monte-Carlo-Simulation)
- Kritische Reflexion der Übertragbarkeit finanzwirtschaftlicher Methoden auf Industrieunternehmen
- Optimierung der Unternehmenssteuerung durch Performance-Periodisierung
Auszug aus dem Buch
1.1. Cash Flow Return on Investment ( CFROI )
Der CFROI, der im Bereich der wertorientierten Performancekennzahlen anzusiedeln ist, wird in der Praxis bei verschiedenen Konzernen eingesetzt. Es besteht mittlerweile die Auffassung, dass nur eine retrospektive Anwendung dieses Performancemaßes Bestand hat. In einer Betrachtung der Historie wurde der CFROI ursprünglich von der Unternehmensberatung HOLT entwickelt, die Anfang der neunziger Jahre durch die Boston Consulting Group(BCG) akquiriert wurde, mit dem Ziel den CFROI international nutzen zu können. Im Kontext der Aktionärsorientierung entwickelte sich der CFROI zu einer Steuerungsgröße, die auf eine Maximierung der Kapitalrentabilität abzielendes Management dient.
Dieser im Allgemeinen als Ursprungsversion des CFROI bezeichnetes Wertkonzept wurde 1998 von der BCG durch ein modifiziertes CFROI-Kriterium substituiert. Die Entwicklung des CFROI wurde motiviert durch Kritik am traditionellen Return on Investment (ROI). Diese Kennzahl ist mit buchhalterischen Verzerrungen verbunden, da sie bei ihrer Berechnung stets die aktuellen Restbuchwerte der abschreibungspflichtigen Vermögensgegenstände nutzt. Somit ist die Altersstruktur abhängig von den diesen Vermögensgegenständen. Dies führt dazu, dass Unternehmen mit älteren Potenzialen gegenüber Unternehmen mit modernem Anlagenpark bevorteilt sind. Desweiteren besitzt der ROI einen statischen Charakter hinsichtlich des Bezugs der Erfolgsgröße und der Kapitalbasis auf nur eine Periode. Fehlbeurteilungen des Managements und in der Folge Kapitalfehlleitungen können katastrophale Auswirkungen auf die Existenz des Unternehmens haben.
Der CFROI ist eine rentabilitätsanalytische Kontrollrechnung mit dem Ziel, die Performance des periodenbezogen ermittelten Cash Flow einer Unternehmung oder Segment retrospektiv nachzukalkulieren und eine Abbildung der „unternehmens- bzw. geschäftsfeldtypischen Gesamtkapitalrendite“ zu erreichen. In einer einfachen Definition ist der CFROI der Brutto-Cash-Flow, den eine Unternehmung in Relation zum investierten Kapital innerhalb einer Periode generiert.
Zusammenfassung der Kapitel
0.Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Wertorientierung für die Unternehmensführung dar und führt in die behandelten Themenfelder Performancekennzahlen und Risikomessmethoden ein.
1.Cash-Flow-orientierte Wertbeitragskennzahlen: Hier werden die Kennzahlen CFROI, CVA und EEI hinsichtlich ihrer Berechnungsmethodik, theoretischen Fundierung und Eignung zur Performancemessung detailliert analysiert.
2.Risikoanalyse: In diesem Kapitel erfolgt die Erläuterung der Monte-Carlo-Risikosimulation sowie der Risikomessverfahren Value at Risk (VaR) und Cash-Flow-at-Risk (CfaR).
3. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der untersuchten Kennzahlen und Methoden für das Controlling und Risikomanagement in Industrieunternehmen.
Schlüsselwörter
Wertorientierung, Controlling, Performancekennzahlen, CFROI, Cash Value Added, Earned Economic Income, Risikoanalyse, Monte-Carlo-Simulation, Value at Risk, Cash-Flow-at-Risk, Unternehmensführung, Investitionsrechnung, Kapitalrentabilität, Industrieunternehmen, Residualgewinn.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der unternehmenswertorientierten Steuerung und Risikoanalyse von Unternehmen, wobei der Fokus auf cashflow-orientierten Kennzahlen und Methoden zur Risikoquantifizierung liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die wertorientierte Performancemessung mittels Kennzahlen wie CFROI, CVA und EEI sowie die Risikomessung durch VaR und CfaR-Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die genannten Performancekennzahlen und Risikomethoden auf ihre Eignung und theoretische Fundierung hin zu prüfen, um sie für das Controlling und die Risikomanagement-Praxis in Industrieunternehmen nutzbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie auf mathematischen Berechnungsmodellen und Simulationstechniken basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung und kritische Analyse cashflow-orientierter Wertbeitragskennzahlen sowie die Erläuterung moderner Verfahren der Risikoanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselwörter sind Wertorientierung, CFROI, Cash Value Added, Earned Economic Income, Risikoanalyse, Monte-Carlo-Simulation, VaR und CfaR.
Warum wird der CVA als Residualgewinn bezeichnet?
Der CVA wird als Residualgewinn strukturiert, da er den Wertbeitrag abbildet, der nach Abzug des Kapitalkostendienstes (Zins und Tilgung) vom operativen Cashflow verbleibt.
Was unterscheidet den CFaR vom klassischen VaR?
Während der VaR primär auf Finanzmarktpreisänderungen und kurzfristige Zeiträume ausgelegt ist, zielt der CFaR auf die spezifischen Bedürfnisse von Industrieunternehmen ab, indem er periodenbezogene Erfolgsgrößen und mittelfristige Zeithorizonte berücksichtigt.
Welche Rolle spielt die Monte-Carlo-Simulation?
Die Monte-Carlo-Simulation dient als experimentelle Methode zur Ermittlung von Wahrscheinlichkeitsverteilungen für nicht genau bekannte Zufallsgrößen, um Risiko-Szenarien für die Unternehmensplanung besser quantifizieren zu können.
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- Gordon Emmerich (Author), 2006, Cashflow-orientierte Konzepte im Controlling für die Performancemessung und Risikoanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60246