Goldene Bilanzregeln


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2006
38 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Struktur
1.2 Vorgehensweise
1.3 VW Konzern

2 Vermögensstruktur
2.1 Vermögensintensität
2.1.1 Anlagenintensität I
2.1.2 Anlagenintensität II

3 Kapitalsstruktur und Liquiditätsanalyse
3.1 Eigenkapitalquote
3.2 Deckungsgrade
3.3 Liquiditätsgrade
3.3.1 Barliquidität
3.3.2 Liquidität auf kurze Sicht
3.3.3 Liquidität auf mittlere Sicht
3.4 Cash Flow

4 Erfolgs- und Rentabilitätsanalyse
4.1 Eigenkapitalrentabilität
4.2 Gesamtkapitalrentabilität
4.3 Umsatzrentabilität
4.4 Price-Earning-Ratio

5 Fazit
5.1 Der neue Mann in Wolfsburg
5.2 Deutscher Automarkt
5.3 VW in China
5.4 Internationale Werbung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1-1: Der Volkswagen Konzern im Überblick (Quelle: Volkswagen AG, Geschäftsbericht 2004, Mobilität)

Abbildung 2-1: Analysemöglichkeit der Bilanz (Quelle: Rollwage, 1999, S. 52)

Abbildung 2-2: Gesamtvermögen des VW Konzern 2004 in Prozent (Quelle: Volkswagen AG, Geschäftsbericht 2004, Zahlen-Daten-Fakten, S. 14)

Abbildung 2-3: Gesamtvermögen des BMW Konzern 2003 in Prozent (Quelle: BMW AG, Geschäftsbericht 2003, Zahlen-und-Fakten, S. 35)

Abbildung 2-4: Gesamtvermögen DaimlerChrysler AG 2004 in Prozent (Quelle: DaimlerChrysler AG, Jahresabschluss 2004, Bilanz der DaimlerChrysler AG, S. 2)

Abbildung 2-5: Gesamtvermögen Porsche Konzern 2004 in Prozent (Quelle: Porsche Konzern, Jahresabschluss 2003/04, Bilanz des Porsche Konzern, S. 102)

Abbildung 3-1: Eigenkapitalausstattung des europäischen Mittelstandes (Quelle: Creditreform, 2004/05, S. 11)

Abbildung 3-2: Gesamtkapital des VW Konzern 2004 in Prozent (Quelle: Volkswagen AG, Geschäftsbericht 2004, Zahlen-Daten-Fakten, S. 14)

Abbildung 3-3: Gesamtkapital des BMW Konzern 2003 in Prozent (Quelle: BMW AG, Geschäftsbericht 2003, Zahlen-und-Fakten, S. 35)

Abbildung 3-4: Gesamtkapital DaimlerChrysler AG 2004 in Prozent (Quelle: DaimlerChrysler AG, Jahresabschluss 2004, Bilanz der DaimlerChrysler AG, S. 2)

Abbildung 3-5: Gesamtvermögen Porsche Konzern 2004 in Prozent (Quelle: Porsche Konzern, Jahresabschluss 2003/04, Bilanz des Porsche Konzern, S. 102)

Abbildung 3-6: Berechnung des Csah Flow (Quelle: Rollwage, 1999, S. 57)

Abbildung 3-7: Kapitalflussrechnung des Volkswagen Konzerns vom 01. Januar bis 31. Dezember 2004 (Quelle: Volkswagen AG, Geschäftsbericht 2004, Zahlen-Daten-Fakten, S. 43)

Abbildung 4-1: Alle Kennzahlen im Überblick

Abbildung 4-2: benutzte Kennzahlen zur Berechung (Quelle: Zdrowomyslaw / Kuba, 2002, S. 411 ff.) .. 22

Abbildung 5-1: Gewinn und Verlust im onzernvergleich (Quelle: Freitag, Michael: „Neuer Wilder“ in: managermagazin 7/2005, S. 38)

Abbildung 5-2: Modellpoker (Quelle: Freitag, Michael: „Neuer Wilder“ in: managermagazin 7/2005, S. 42)

Abbildung 5-3: Marktanteil in China (Quelle: Freitag, Michael: „Neuer Wilder“ in: managermagazin

7/2005, S. 38)

Abbildung 5-4: Umsatzrendite im Branchenvergleich (Quelle: Freitag, Michael: „Neuer Wilder“ in: managermagazin 7/2005, S. 38)

Abbildung 5-5: Neuzulassungen 1. Halbjahr 2005 in Deutschland (Quelle: o. V. 6: „Zarte Hoffnung“ in: FOCUS Nr. 28 2005, S. 13)

Abbildung 5-6: Marktanteile nach Karosserieform in China (Quelle: Kacher G.: „So regelt China den Verkehr“ in: Auto Bild Nr. 21 2005, S. 65)

Abbildung 5-7: Chinas Top-Seller (Quelle: Kacher G.: „So regelt China den Verkehr“ in: Auto Bild Nr. 21 2005, S. 65)

Abbildung 5-8: Marktanteile Januar bis März 2005 (Quelle: Kacher G.: „So regelt China den Verkehr“ in: Auto Bild Nr. 21 2005, S. 65)

Abbildung 5-9: Die 50 größten Werbetreibenden der Welt 2000 in Mio. US $ (Quelle: Kloss, Werbung, München, 3. Aufl., 2003, S. 371)

Abbildung 5-10: Imageunterschiede von Autos in Europa (Quelle: Kloss, Werbung, München, 3. Aufl., 2003, S. 403)

Abbildung 0-1: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des VW Konzern (Quelle: Volkswagen AG, Geschäftsbericht 2004, Zahlen-Daten-Fakten, S. 40 f.) VI

1 Einleitung

1.1 Zielsetzung und Struktur

Die finanzwirtschaftliche Analyse hat in erster Linie die Aufgabe das finanzwirtschaftliche Auftreten eines Unternehmens zu untersuchen. Der außenstehende Analytiker kann mehrere Möglichkeiten nutzen, um an Informationen über ein Unternehmen zu kommen. Das können zum Beispiel Bilanzen, Geschäftsberichte, Firmenmitteilungen und -zeitschriften, Wirt- schaftspresse und Statistiken sein. Die zentrale Bedeutung kommt bei der finanzwirtschaftli- chen Analyse den Bilanzen mit den eine Jahresabschlussbilanz ergänzenden Teilen zu. Die Ergänzung beinhaltet die Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und gegebenenfalls der Lagebericht.

Die Jahresabschlussanalyse kann auf einen Objekt- und Zeitvergleich beruhen. Beim Objektbeziehungsweise Branchenvergleich wird das untersuchte Unternehmen mit einem ähnlich strukturierten Unternehmen verglichen. Im Gegensatz dazu wird das Unternehmen beim Zeitvergleich über mehrere Perioden hinweg analysiert (vgl. Olfert, 2003, S. 341).

Jeder, der sich mit der Jahresabschlussanalyse befasst, führt die Untersuchung unter ei- nem anderen Gesichtspunkt durch. Zum Beispiel verfolgt ein Analytiker einer Bank andere Ziele als ein Unternehmer oder ein Anleger, der auf der Suche nach einem Investitionsobjekt ist. Dennoch haben alle eine Gemeinsamkeit. Sie interessieren sich für die aktuelle und zu- künftige Ertragslage, die finanzielle Stabilität und das Vorhandensein von Wachstumspoten- tial. Die Analyse verfolgt darüber hinaus noch weitere Ziele. Das sind unter anderem die Ur- teilsbildung, Entscheidungs- und Wahrheitsfindung sowie das verstärkte Sammeln von In- formationen (vgl. Benzel, S. 128).

Die Urteilsbildung bedeutet, dass der Jahresabschluss als finanzielles Ergebnis dazu dient, unternehmerische, in einer Periode getroffene Entscheidungen wertend zu beurteilen. Dabei analysiert man (1.) die Qualität der Entscheidungsträger, (2.) einzelner Entscheidungen, (3.) einzelner Entscheidungsfelder und (4.) des ganzen Unternehmens. Beispielsweise stehen im Rahmen einer Kreditwürdigkeitsprüfung die Beurteilungen finanzwirtschaftlicher und rentabilitätsbezogener Art im Vordergrund.

Erkenntnisse aus der finanzwirtschaftlichen Analyse finden Verwendung bei der Len- kung und Beeinflussung künftiger Entscheidungsprozesse. Die Entscheidungsfindung betrifft die Entscheidungsträger, den Entscheidungsprozess und die Entscheidungsfelder. Den Ent- scheidungsträgern sind die Ergebnisse aus der Analyse hinsichtlich der Alternativenbildung und -bewertung sowie bei der Entscheidungsdurchsetzung nützlich. Den Entscheidungspro- zess können diese Resultate positiv unterstützen. Aufgrund der Analyseergebnisse ist es möglich Entscheidungsfelder zu gestalten. Sie dienen zur Orientierung, wie sich die Entscheidungen auf den Jahresabschluss auswirken werden.

Ein Jahresabschluss ist richtig, wenn dieser den handels- und steuerrechtlichen Vorschrif- ten entspricht. Im Sinne der betrieblichen Wirklichkeit ist er damit aber keineswegs wahr. Durch die finanzwirtschaftliche Analyse wird versucht, realitätsbezogene Daten, um damit „die Wahrheit“ zu ermitteln beziehungsweise zu finden. Dazu zählt beispielsweise das wahre Periodenergebnis. In diesem Fall werden Scheingewinne vom ausgewiesenen Periodener- gebnis abgezogen. Zu realitätsbezogenen Daten gehören auch tatsächlich vorhandene Ver- mögenswerte, die sich aus den stillen Reserven und den ausgewiesenen Vermögenswerten zusammensetzen.

Durch die Informationsverdichtung sollen Tatsachen und Zusammenhänge, die der Jahresabschluss nicht direkt aufzeigt, kenntlich gemacht werden. Dazu dienen insbesondere die Kennzahlen (vgl. Olfert, 2003, S. 341 f.).

1.2 Vorgehensweise

Wie im Kapitel 1.1 erwähnt, stellen Kennzahlen verdichtete Informationen dar. Mit ihnen können betriebswirtschaftliche Zusammenhänge klar aufgezeigt werden. Durch die Bildung von Kennzahlen wird die Auswertung der gesammelten Informationen und der im Jahresabschluss zusammengestellten Daten erleichtert. Sie fassen somit messbare betriebliche Tatbestände zusammen. Zum Beispiel haben die Kennzahlen folgende Bedeutungen: x Erhöhung der Transparenz im Unternehmen

- Verdichtung von Sachverhalten auf eine aussagefähige Zahl
- Sichtbar machen bestimmter Sachverhalte, zum Beispiel Gesamtkapital-Rentabilität x Erleichterung der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens x Aufdeckung der Stärken und Schwächen
- Erleichterung der Interpretation von Tatbeständen
- Möglichkeit des Vergleiches mit Unternehmen der gleichen Branche

Wichtig ist vor allen Dingen die richtige Interpretation der Kennzahlen. Sie dürfen nicht isoliert betrachtet werden.

Es gibt verschiedene Arten von Kennzahlen. Dazu gehören absolute Kennzahlen, Ver- hältniszahlen und Richtzahlen. Bei absoluten Kennzahlen handelt es sich um Einzelzahlen, Summen, Differenzen oder Mittelwerte. Sie können direkt aus der Bilanz oder aus der Gewinn- und Verlustrechnung entnommen werden. Ihre Bedeutung wird erst sichtbar, wenn man sie mit anderen Zahlen vergleicht.

Setzt man die absoluten Zahlen in Beziehung zu einander, werden die Verhältniszahlen ermittelt. Wenn die Zahlen des analysierten Unternehmen zu branchenspezifischen Durch- schnittszahlen in Beziehung gesetzt werden, spricht man von Richtzahlen (vgl. Vollmuth, 2002, S. 36 ff.).

1.3 VW Konzern

Die Erfolgsgeschichte der Volkswagen AG begann 1933 mit einem Radio, dem Volksemp- fänger für 65 Reichsmark. Die Reichsregierung verfolgte das Ziel, dass sich alle Bevölke- rungsschichten ein Radio leisten und damit am Rundfunk teilnehmen konnten. Bereits weni- ge Monate später erzielten sie Rekordgewinne. Daraus zog Adolf Hitler den Schluss, dass der Bau eines billigen, aber dennoch vollwertigen Autos für das Volk die Wirtschaft ankurbeln würde. So wurde in seinem Auftrag 1935 der erste Prototyp durch den Automobilkonstruk- teur Dr. Ferdinand Porsche entwickelt. Der Porsche Typ 60 zeigte schon typische Käfer- Merkmale, wies aber noch große Mängel auf. Da der Verkaufspreis nicht 1.000 Reichsmark überschreiten durfte, um für jedermann erschwinglich zu bleiben, beschloss der Reichsver- band der Automobilindustrie, den Volkswagen im eigenen Werk in Wolfsburg herzustellen. 1937 war das erste Auto VW 303 fertiggestellt. Um Kosten zu sparen wurde zum Beispiel stabile Metallröhren durch Rahmen aus gesicktem Blech ersetzt. Es gab nur eine Autofarbe, der Wagen wurde ab Werk verkauft und die Menschen mussten ihn Jahre im Voraus abbe- zahlen (vgl. Pidoll, 2005 in: www.historische-vws.de).

Heute ist die Volkswagen AG größter Autohersteller und wird im Deutschen Aktien Index datiert. Der Konzern hat weltweit 335.000 Mitarbeiter und 40 Werkstätten. Allein in Wolfs- burg sind 50.000 Mitarbeiter tätig. Bis 2003 wurden in Mexiko jedes Jahr 33.000 Käfer pro- duziert. Zu den wichtigsten Automarken gehören Volkswagen, Bentley, Bugatti, Lamborghi- ni, Audi, Seat und Skoda, welches die Abbildung 1-1 veranschaulicht (vgl. NDR, 2005, in: www.1.ndr.de).

Verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts ist der Vorstand der Volkswagen AG. Die Erstattung des Berichts erfolgt nach den Internatio- nal Financial Reporting Standards und den Auslegungen International Financial Reporting Interpretations Committee. Der Konzernlagebericht wird nach den Vorschriften des HGB erstellt. Die Voraussetzung für eine Befreiung von der Aufstellungspflicht eines Konzernab schlusses gem. § 292 HGB sind erfüllt (vgl. Geschäftsbericht 2004, Zahlen- Daten- Fakten, S. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1-1: Der Volkswagen Konzern im Überblick (Quelle: Volkswagen AG, Geschäftsbericht 2004, Mobilität)

2 Vermögensstruktur

„Grundsätzlich sind vier Analysepunkte für die Bilanzstrukturanalyse denkbar, nämlich Vermögens- und Kapitalstruktur (vertikale Kennzahlen) sowie Anlagedeckung und Liquidität (horizontale Kennzahlen).“ (Rollwage, 1999, S. 52)

Bei der vertikalen Regel wird das Eigenkapital (EK) mit dem Fremdkapital (FK) vergli- chen. Es gibt die 1 : 1 - Regel wo sich Eigen- und Fremdkapital entsprechen und die 2 : 1 - Regel wo das Fremdkapital höchstens doppelt so hoch wie das Eigenkapital sein soll. Auf der Aktivseite kann man das Anlagevermögen (AV) mit dem Umlaufvermögen (UV) verglei- chen, jedoch lässt sich daran nur erkennen ob es sich um ein Anlageintensives beziehungs- weise Umlaufintensives Unternehmen handelt. Die Horizontale Analyse unterscheidet sich in der Strategischen Analyse und der Operativen Analyse. In der Strategischen sollte im er- weiterten Sinne das Anlagevermögen dem Eigenkapital entsprechen, im weiteren Sinne sollte das Anlagevermögen sogar das Eigenkapital und den langfristigen Fremdkapital entsprechen. In der Operativen Analyse sollte das kurzfristige Vermögen das kurzfristigen Kapital und langfristiges Vermögen mit langfristigem Kapital decken. allgemeiner ausgedrückt: Fristen- kongruenz zwischen Kapitalverwendung (Investition) und -beschaffung (Finanzierung) an- streben. Die eben genanten Analysemöglichkeiten können sie aus der Abbildung 2-1 ent- nehmen (Czenskowsky, 2005).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1: Analysemöglichkeit der Bilanz (Quelle: Rollwage, 1999, S. 52)

2.1 Vermögensintensität

Die folgenden Kennzahlen dienen als Prüfkriterium, ob sich die Zusammensetzung des Vermögens eines Unternehmens im Bereich des Branchenüblichen bewegen oder nicht.

2.1.1 Anlagenintensität I

Die Anlagenintensität I zeigt das Verhältnis von Anlagevermögen und Gesamtvermögen auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Anlagenintensität gibt Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes der An- lagegüter in einem Unternehmen. Das bedeutet, dass eine hohe Anlagenintensität I einen ho- hen Eigenkapitalanteil verlangt beziehungsweise einen hohen Anteil des langfristigen Fremdkapitals am Gesamtkapital. Also je höher die Anlagenintensität I ist, desto geringer ist die Liquidität und umso geringer ist die Bildung von „totem Kapital“ im Umlaufvermögen und desto solider ist die Finanzierung des Unternehmens. Diese Kennzahl gibt darüber Auf- schluss, wie sich das betrachtete Unternehmen an Rezession und Expansion anpasst. Es er- folgt eine bessere Beurteilung des damit verbundenen Unternehmerrisikos. Das Risiko steigt mit wachsender Anlagenintensität I und damit sinkt die Flexibilität der Unternehmung (vgl. o. V. 1, 2005, www.controllingportal.de).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Anlagevermögen setzt aus den langfristigen Vermögenswerten zusammen, also nach folgender Formel:

Immaterielle Vermögenswerte + Sachanlagen + vermietete Vermögenswerte + Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien + At Equity bewerte Anteile + Sonstige Beteiligungen + Forderungen aus Finanzdienstleistungen + Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte + Latente Ertragssteueransprüche = Anlagevermögen

Die Anlagenintensität I ist vom Vorjahr* (57,02 %) zum Berichtsjahr um 0,64 Prozentpunkt gesunken und liegt somit noch über dem Wert der goldenen Bilanzregel von 50% (vgl. Czenskowsky, 2005, Folie 2).

Die hohe Anlagenintensität ist ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen nicht flexibel genug reagiert und agiert. Eine mögliche Ursache sind die hohen Fixkosten, was wiederum auf eine schlechte Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an den Markt schließen lässt. Also je höher die Anlagenintensität I ist, desto geringer ist die Liquidität und umso geringer ist die Bildung von „totem Kapital“ im Umlaufvermögen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.2 Anlagenintensität II

Die Kennzahl der Anlagenintensität II wird auch als Umlauf- oder Arbeitsintensität bezeichnet. Sie zeigt das Verhältnis von Umlaufvermögen und Gesamtvermögen auf und damit der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Je höher die Arbeitsintensität ist, desto höher ist auch die Wirtschaftlichkeit der Unter- nehmung, denn es erfolgt eine intensive Nutzung der Kapazitäten, je kleiner der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen ist. Damit sinken die fixen Stückkosten, die Umsatz- erlöse steigen und die Ertragslage verbessert sich (vgl. o. V. 2, 2005, http://www.controllingportal.de).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Umlaufvermögen setzt sich aus den kurzfristigen Vermögenswerten zusammen, also nach folgender Formel:

Umlaufvermögen = Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + Forderungen aus Finanzdienstleistungen + Ertragssteuerforderungen + Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte + Wertpapiere + Zahlungsmittel

Es ist bei der Arbeitsintensität II ein Anstieg um 0,64 Prozentpunkt vom Vorjahr* (42,98 %) zum Berichtsjahr zu verzeichnen. Man kann darauf schließen, dass Zunahme der Arbeitsintensität II auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zurückzuführen ist, denn es erfolgte eine intensivere Nutzung der Kapazitäten.

Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen ist um 0,64 Prozentpunkte gesunken, wie in der Berechnung der Arbeitsintensität I ersichtlich ist. Dieses wirkt sich wiederum auf die fixen Stückkosten aus. Wenn man die Umsatzerlöse der Gewinn- und Verlustrechnung entnimmt, dann sieht man, dass sich diese um 4.150 Mio. € erhöht haben, wodurch sich die Ertragslage verbessert hat.

Die Abbildungen 2-2 bis 2-5 zeigen die Verteilung des Gesamtvermögens des VW Konzern, des BMW Konzern *, der DaimlerChrysler AG** und des Porsche Konzern*** . Wobei BMW ein ungewöhnlich hohe kurzfristige Vermögenswerte im Vergleich zu VW und DaimlerChrysler hat, was daran liegen könnte das noch viele Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe und/oder unfertige - und fertige Erzeugnisse auf Lager liegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-2: Gesamtvermögen des VW Konzern 2004 in Prozent (Quelle: Volkswagen AG, Geschäfts- bericht 2004, Zahlen-Daten-Fakten, S. 14)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-3: Gesamtvermögen des BMW Konzern 2003 in Prozent (Quelle: BMW AG, Geschäftsbe- richt 2003, Zahlen-und-Fakten, S. 35)

Gesam tverm ögen Daim lerChrysler 2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-4: Gesamtvermögen DaimlerChrysler AG 2004 in Prozent (Quelle: DaimlerChrysler AG, Jahresabschluss 2004, Bilanz der DaimlerChrysler AG, S. 2)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-5: Gesamtvermögen Porsche Konzern 2004 in Prozent (Quelle: Porsche Konzern, Jahresabschluss 2003/04, Bilanz des Porsche Konzern, S. 102)

3 Kapitalsstruktur und Liquiditätsanalyse

Zur Beurteilung von Finanzstabilität und -risiken gehört auch, unabhängig der Ermittlung eines bereinigten Eigenkapitals, eine Betrachtung von Kapitalstruktur und -rückflusszeiten, soweit dies aus dem Kapitalbild der bilanzierten Buchwerte abzuleiten ist (vgl. Lachnit, 2004, S. 280).

„Die Kennzahlen zur Kapitalstruktur bieten Aussagen über Rechtsnatur, Fristigkeiten und Abhängigkeiten in der Kapitalbeschaffung, über die Aufwands- und Rentabilitätswirkung der Kapitalseite sowie über die finanzielle Elastizität des Unternehmens bei erforderlichen Kapi- talanpassungen“ (ebd.). Es stellt sich die Frage nach dem optimalen Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital (ebd.).

3.1 Eigenkapitalquote

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein hoher Eigenkapitalanteil schützt vor Unternehmenszusammenbrüchen in Folge von Überschuldung, mindert das Risiko für die Gläubiger, stellt die Kreditwürdigkeit sicher und reduziert die Gefahr kurzfristiger Liquiditätsengpässe.

Nachteil der Finanzierung mit Eigenkapital ist die hohe steuerliche Belastung und die Ri- sikoprämie an die Aktionäre in Form einer Dividende. Im Vergleich dazu, bei der Fremdfi- nanzierung sind Zinszahlungen als Aufwendungen anzusehen und folglich wirken sie steu- ermindern.

Damit stellt sich die Frage nach einer angemessenen Kapitalstruktur, also nach dem günstigsten Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital. Diese Frage lässt sich nur unter spezieller Beachtung der Risiken des Unternehmens, den Gepflogenheiten der Brache und der Unternehmensstruktur beurteilen. Als Faustregel gilt, dass das Verhältnis von Fremdkapital zum Fremdkapital 2 : 1 sein sollte (vgl. Gräfer, 2005, S. 119).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


*Anlagenintensität I VW 2003 = 67.363 Mio. € / 118.146 Mio. € - 100 = 57,02 %

* Anlagenintensität II VW 2003 = 50.783 Mio. € / 118.146 Mio. € - 100 = 42,98 %

* Anlagenintensität I BMW 2003 = 20.212 Mio. € / 61.475 Mio. € - 100 = 32,8 % Anlagenintensität II BMW 2003 = 40.600 Mio. € / 61.475 Mio. € - 100 = 66,0 %

** Anlagenintensität I DaimlerChrisler 2004 = 40.255 Mio. € / 58.073 Mio. € - 100 = 69,3 % Anlagenintensität II DaimlerChrysler 2004 = 17.802 Mio. € / 58.073 Mio. € - 100 = 30,7 %

*** Anlagenintensität I Porsche Konzern 2004 = 3.063.503 T. € / 8.118.200 T. € - 100 = 37,70 % Anlagenintensität II Porsche Konzern 2004 = 5.032.765 T. € / 8.118.200 T. € - 100 = 61,20 %

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Goldene Bilanzregeln
Hochschule
Fachhochschule Stralsund
Veranstaltung
Controlling Projekt
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
38
Katalognummer
V60263
ISBN (eBook)
9783638539838
ISBN (Buch)
9783638667241
Dateigröße
706 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die finanzwirtschaftliche Analyse hat in erster Linie die Aufgabe das finanzwirtschaftliche Auftreten eines Unternehmens zu untersuchen. Der außenstehende Analytiker kann mehrere Möglichkeiten nutzen, um an Informationen über ein Unternehmen zu kommen.
Schlagworte
Goldene, Bilanzregeln, Controlling, Projekt
Arbeit zitieren
Chris Muszalik (Autor), 2006, Goldene Bilanzregeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60263

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