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Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Beispiel der Roten Kapelle

Welche Motivation und soziale Herkunft hatten die Frauen?

Title: Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Beispiel der Roten Kapelle

Term Paper , 2006 , 29 Pages , Grade: 2

Autor:in: Ursula Landtwing (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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„Am Ende des Hofes stand ein kleines Backsteingebäude, in dem an einer schweren Eisentrosse unter der Decke fünf schwarze Fleischerhaken befestigt waren, die massiver aussahen als die blanken Haken, an denen in Schlachthäusern Rinder aufgehängt werden.“ Das Bild mit den fünf Fleischerhaken ist uns allen bekannt. Diese Haken wurden 15. Dezember 1942 auf Befehl der Führung der Nationalsozialisten montiert, um an einer Widerstandsgruppe ein Exempel zu statuieren. Am 22. Dezember 1942 starben hier die Schlüsselfiguren der Harnack/Schulze-Boysen Organisation - in der Folge Rote Kapelle genannt - Arvid Harnack, Harro Schulze-Boysen, John Graudenz, Kurt Schumacher und Rudolf von Scheliha durch Erhängen. Am gleichen Tag starben durch das Fallbeil Libertas Schulze-Boysen, Elisabeth Schumacher, Ilse Stöbe, Hans Coppi, Kurt Schulze und Horst Heilmann. Alle wurden am 19. Dezember 1942 durch den Chefankläger des Reichsgerichtshofs Manfred Roeder wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Diese Arbeit untersucht am Beispiel der Roten Kapelle den Widerstand von Frauen im Dritten Reich. Sie geht der Frage nach der sozialen Herkunft und der Motivation der Widerstandskämpferinnen nach. Neben diesen beiden zentralen Fragen geht sie noch der Frage nach, in wie weit die Rote Kapelle mit dem sowjetischen Nachrichtendienst verbunden war. Im ersten Teil der Arbeit geht es um die Frauen und ihre Arbeitssituation gegen Ende der Weimarer Republik, die NS-Ideologie im Bezug auf die weibliche Bevölkerung Deutschlands und den Frauenwiderstand. Dann folgt ein Abschnitt über den Arbeiterwiderstand. Hier stehen der kommunistische Widerstand und die Rote Kapelle im Vordergrund. In diesem grossen Bereich des Widerstandes kann in dieser Hausarbeit nur der Bereich untersucht werden, der im Zusammenhang mit der Roten Kapelle stehen. Der Hauptteil der Arbeit erforscht die Frauen der Roten Kapelle. Neben der sozialen Herkunft und Motivation gehe ich auf die Arbeit der Frauen innerhalb der Gruppe ein und darauf, in wie weit sie sich mit dem kommunistischen Widerstand decken. Im zweitletzten Kapitel betrachte ich dann die Rote Kapelle nach 1945, auch hier mit dem Blick auf die Frauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 Quellen und verwendete Literatur

1.2. Frauen im Nationalsozialismus und im Widerstand

2. ARBEITERWIDERSTAND UND DIE ROTE KAPELLE

2.1 Kommunistischer Widerstand

2.2 Rote Kapelle

3. DIE FRAUEN DER ROTEN KAPELLE

3.1 Die soziale Herkunft

3.2 Motivation zum Widerstand

4. DIE ROTE KAPELLE NACH 1945

5. SCHLUSS

6. LITERATURLISTE

6.1 Bücher

6.2 Zeitschrift:

6.3 Internet:

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Beispiel der „Roten Kapelle“. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Analyse der sozialen Herkunft und den individuellen Motiven dieser Frauen sowie der Frage nach einer tatsächlichen Verbindung der Gruppe zum sowjetischen Nachrichtendienst.

  • Historische Einordnung des Frauenwiderstands im Dritten Reich.
  • Strukturelle Analyse der Gruppe „Rote Kapelle“ und ihrer Entstehung.
  • Biographische Untersuchung der beteiligten Frauen hinsichtlich Bildung und Herkunft.
  • Hinterfragung der ideologischen Prägung und Motivation zum Widerstand.
  • Kritische Aufarbeitung der Rezeption der Gruppe nach 1945.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die soziale Herkunft

Die soziale Herkunft der Frauen war relativ breit. Von der einfachen Herkunft aus dem Proletariat bis zum grossbürgerlichen Haus war alles vorhanden. Die meisten kamen aus wissenschaftlichen, technischen oder künstlerischen Elternhäusern, der kleinere Teil stammte aus Handwerker- oder Beamtenfamilien, und nur jede Siebente kam aus einer Arbeiterfamilie. 15 von ihnen waren schon vor 1933 politisch engagiert. Einige kamen mit der Polizei in Kontakt, weil sie an sozialistischen Demonstrationen teilnahmen. Viele der jüngeren Frauen waren vor der Machtergreifung Mitglied der Kommunistischen Partei oder des KJVD und wurden wegen ihres politischen Engagements verhaftet. Ilse Schaeffer zum Beispiel wurde am 21. Oktober 1936 vom Kammergericht Berlin zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil sie politische Literatur ausgetauscht hatte. Nach zehn Monaten wurde sie vorzeitig entlassen. Davor versuchte die Gestapo jedoch, sie für Spitzeldienste anzuwerben, was sie aber ablehnte.30.

So unterschiedlich die Herkunft der Frauen auch war, in der Bildung und Berufstätigkeit gab es große Gemeinsamkeiten. Von 36 Frauen kann man anhand des Gestapo-Albums31 ihren schulischen und beruflichen Werdegang näher betrachten. Bei drei Frauen fehlen diese Angaben. Zehn der Frauen schlossen ihre Schulzeit mit der Volksschule ab. Der weitaus grösste Teil der anderen Frauen besuchte weiterführende Schulen und schloss mit der mittleren Reife ab. Zwölf hatten Abitur und einen Hochschulabschluss. Sechs besuchten eine Handelsschule. Fünf waren Lehrerinnen. Vier absolvierten eine künstlerische Ausbildung und sieben studierten an einer Universität in Berlin. Viele der jüngeren Frauen mussten früh das Gymnasium aus finanziellen Gründen verlassen. so zum Beispiel Ursula Goetze. Nachdem sie das Gymnasium verlassen hatte, besuchte sie die Städtische Höhere Handelsschule in Berlin-Neukölln und liess sich danach als Stenotypistin ausbilden. Nach der Ausbildung legte sie an der Abendschule das Abitur ab und begann 1940 mit einem Studium der Philologie an der Berliner Universität32.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage, der Forschungsfragen zur sozialen Herkunft und Motivation der Frauen sowie der verwendeten Quellengrundlage.

2. ARBEITERWIDERSTAND UND DIE ROTE KAPELLE: Überblick über den kommunistischen Widerstand und die organisatorische Struktur der als „Rote Kapelle“ bezeichneten Gruppen.

3. DIE FRAUEN DER ROTEN KAPELLE: Tiefgehende Analyse der sozialen Herkunft, des Bildungsniveaus und der individuellen Beweggründe der weiblichen Mitglieder.

4. DIE ROTE KAPELLE NACH 1945: Untersuchung der Nachkriegsrezeption der Widerstandsgruppe in Ost- und Westdeutschland unter dem Einfluss des Kalten Krieges.

5. SCHLUSS: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung der Frauen innerhalb der Widerstandsorganisation.

6. LITERATURLISTE: Verzeichnis der für die Arbeit herangezogenen Bücher, Zeitschriften und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Rote Kapelle, Frauenwiderstand, Nationalsozialismus, Gestapo, soziale Herkunft, Motivation, Widerstandskämpferinnen, DDR, Kalter Krieg, antifaschistischer Widerstand, Arbeiterbewegung, Bildungsbürgertum, Spionage, Greta Kuckhoff, Libertas Schulze-Boysen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Frauen in der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ während des Nationalsozialismus, mit einem besonderen Fokus auf ihre Herkunft und Motivation.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der biographischen Untersuchung der Frauen werden der kommunistische Widerstand, die NS-Frauenideologie sowie die verzerrte Wahrnehmung der Gruppe in der Nachkriegszeit thematisiert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, woher die Frauen kamen, was sie zum Widerstand bewegte und inwieweit sie tatsächlich in nachrichtendienstliche Tätigkeiten involviert waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung des Gestapo-Albums zur Roten Kapelle, auf biographische Berichte der Überlebenden sowie auf bestehende zeitgeschichtliche Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung der weiblichen Mitglieder, ihrer sozialen Schichtung, ihrer Bildung sowie ihrer spezifischen Tätigkeiten im Widerstand.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rote Kapelle, Frauenwiderstand, Antifaschismus, Gestapo-Album und die politische Instrumentalisierung der Gruppe nach 1945.

Welche Rolle spielten die Frauen tatsächlich innerhalb der Gruppe?

Sie waren in vielfältiger Weise aktiv, etwa durch das Verteilen von Flugblättern, die Hilfe für Verfolgte oder die Archivierung von Informationen, auch wenn sie oft durch Männer geprägt waren.

Wie wirkte sich die Verfolgung durch die Gestapo auf die Wahrnehmung der Gruppe aus?

Die Gestapo konstruierte eine Spionageorganisation, um ein Exempel zu statuieren, was nach 1945 im Kalten Krieg zu einer verzerrten öffentlichen Wahrnehmung als „Netz der Roten Kapelle“ führte.

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Details

Title
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Beispiel der Roten Kapelle
Subtitle
Welche Motivation und soziale Herkunft hatten die Frauen?
College
University of Hagen
Grade
2
Author
Ursula Landtwing (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V60299
ISBN (eBook)
9783638540070
ISBN (Book)
9783656662747
Language
German
Tags
Frauen Widerstand Nationalsozialismus Beispiel Roten Kapelle Welche Motivation Herkunft Frauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ursula Landtwing (Author), 2006, Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Beispiel der Roten Kapelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60299
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