Bilanzielle Effekte von Asset Backed Securities


Seminararbeit, 2006

27 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Problemstellung der Asset Backed Securities

2 Allgemeine Aspekte der Asset Backed Securities Transaktionen
2.1 Grundstruktur und Parteien der Asset Backed Securities
2.2 Entwicklung und Markt für Asset Backed Securities
2.3 Anforderungen an ABS – Transaktionen
2.4 Chancen und Risiken von ABS

3 Asset Backed Securities innerhalb der Bankbilanz
3.1 Darstellung einer „True - Sale“ – Verbriefung nach IFRS
3.2 Die synthetische Verbriefung als spezielle Form der ABS
3.3 Effekte der Vermögens -, Ertrags - und Liquiditätslage in der Bilanz

4 Beispieltransaktionen deutscher Kreditinstitute
4.1 True – Sale Verbriefung der Hypo- Vereinsbank
4.2 Verbriefung der deutschen Bank als teilfinanzierte, synthetische Struktur
4.3 Wirkungen der ausgewählten Verbriefungen auf die Eigenkapitalentlastung

5 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundstruktur einer Asset Securitisation

Abbildung 2: Grundstruktur einer vollfinanzierten, synthetischen Verbriefung mit Verwendung eines SPVs

1 Problemstellung der Asset Backed Securities

Ein innovatives Finanzierungsinstrument für Unternehmen stellen die Asset Backed Securities dar. Asset Backed Security (ABS) bezeichnet eine Anleihe, die „durch einen Pool definierter Aktiva“1 gesichert ist. Durch die Asset Backed Securities erhalten Banken die Möglichkeit Forderungen aus ausgegebenen Krediten zu ver-briefen, damit eine Bilanzentlastung und Eigenkapitalenlastung eintritt.2 Kredit-instituten bieten sich somit innerhalb des Kreditrisikomanagements und des Bilanz-strukturmanagements neue Perspektiven.3 Bilanzielle Effekte innerhalb der Ver-mögens -, Ertrags - und der Liquiditätslage können herbeigeführt werden, die in den folgenden Ausführungen dargestellt werden.

Zunächst geht es im zweiten Kapitel um die allgemeinen Aspekte, wie die aus-führliche Definition, die Entwicklung und der Markt, die Anforderungen und die möglichen Vor – und Nachteile der ABS. Im Hauptteil, dem dritten Kapitel, werden die beiden Formen des „True – Sale“ und der synthetischen Verbriefung unter-schieden und es werden die Auswirkungen auf die Vermögens -, Ertrags – und Liqui-ditätslage und auf Bilanzkennziffern dargestellt. Im vierten Kapitel werden eine True – Sale und eine synthetische Verbriefung beispielhaft anhand zweier durchgeführter Transaktionen und der resultierende Effekt der Eigenkapitalentlastung gezeigt. Im fünften Kapitel folgt eine Zusammenfassung und ein Ausblick. Die bilanzielle Be-handlung der True – Sale Verbriefung wird nur nach den IFRS erläutert.

2 Allgemeine Aspekte der Asset Backed Securities Tranaktionen

2.1 Grundstruktur und Parteien der Asset Backed Securities

Durch Asset Backed Securities (ABS) werden bestimmte Aktiva als handelbare Wertpapiere verbrieft.4 Diese Aktiva sind vor allem ausgegebene Automobilkredite, Hypothekarkredite und Forderungen aus Warenlieferungen.5 Es kommen generell alle Aktiva in Frage, die Zahlungsströme generieren. Ein Kreditinstitut kann wie jedes andere Unternehmen bestimmte Forderungen verbriefen. Somit ist die Bank der sogenannte „Originator“ , der seine Forderungen abtritt. Damit sich die Bank durch Asset Backed Securities finanzieren kann, muss zunächst eine Einzweckgesellschaft

2 das „Special Purpose Vehicle“ (SPV) gegründet werden.6 Dieses SPV liegt häufig in einem Land mit sehr niedrigen Mindestkapitalanforderungen und niedrigen Steuer-sätzen7 (zum Beispiel Irland, Jersey, Cayman Islands8 ).

Die Grundstruktur einer Asset Securitisation wird in Abbildung 1 dargestellt. Zunächst muss es einen Forderungsschuldner geben, der als Schuldner gegenüber der Bank auftritt. Die Bank als Originator verkauft bestimmte Forderungen an die Ein-zweckgesellschaft. Mit dem Erwerb der Forderungen gehen alle Rechte, Pflichten und Risiken auf die Einzweckgesellschaft über und das SPV ist der rechtliche und wirtschaftliche Eigentümer. Allerdings verbleibt bei der Bank meist noch das Servicing der Forderungen, sie kümmert sich noch um die Kreditüberwachung, den Einzug der Zahlungen und Zinsen und das Mahnwesen. Das SPV zahlt an die Bank einen Kaufpreis und refinanziert sich durch die Ausgabe von ABS – Wertpapieren am Kapitalmarkt. Die Investoren haben Anspruch auf die Zins – und Tilgungs-zahlungen. Das SPV leitet die Zahlungsströme der beglichenen Forderungen an die Investoren weiter. Die Einzweckgesellschaft hat nur den Zweck Forderungen zu kaufen und sich durch die Begebung von ABS – Anleihen zu refinanzieren. Da nur diese Geschäftstätigkeit in einem Vertrag festgehalten wird, ist das SPV keinen anderen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Neben dem Schuldner, dem Originator, dem SPV und den Investoren sind noch andere Parteien an der ABS – Transaktion be-teiligt. Ein Datentreuhänder verwaltet die persönlichen Daten des Forderungs-schuldners und schützt sie vor Dritten, ein Sicherheitentreuhänder kontrolliert die Sicherheiten und die ordnungsgemäße Abwicklung der Zahlungsströme, eine Invest-mentbank (Arranger, Plazeurs) plant, organisiert und strukturiert zusammen mit dem Originator die gesamte ABS – Transaktion und Ratingagenturen bewerten die ABS – Wertpapiere, indem die Qualität der Forderungen und die Transaktionsstruktur analysiert werden. Bei der Verbriefung können die ausgegebenen Tranchen in Erst – und Nachrang - Strukturen bzw. Senior - und Junior – Tranchen aufgeteilt werden. Die Junior Tranchen werden erst nach der erstrangigen Seniortranche mit Zins - und Tilgung bedient,9 wodurch eine Risikokomponente in die Transaktion eingebaut werden kann.

Abbildung 1: Grundstruktur einer Asset Securitisation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.True-Sale-International.de, eigenes Layout.

2.2 Entwicklung und der Markt für Asset Backed Securities

Die Entwicklung von Asset Backed Securities begann in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zunächst in den USA.10 Die Government National Mortage Association, eine staatliche Einrichtung, begann 1970 mit der Verbriefung von Hypothekenkrediten (Mortages) auf dem Sekundärmarkt.11 Später wurden andere Vermögenswerte (Non - Mortage – Assets ) verbrieft und private Unternehmen mit einem hohem Forderungsbestand durften die Möglichkeiten der ABS nutzen. Somit wurde die eigentliche Grundstruktur der ABS entwickelt.12

In Europa wurden Verbriefungen der Kreditinstitute dadurch gefördert, indem der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht 1988 den Banken einen höhere Eigenkapital-anteil empfahl.13 In Großbritannien breiteten sich ABS zunächst aus.14 In Deutsch-land schritt die Entwicklung bei Banken 1995 voran, als eine Hypothekenbank Darlehensforderungen auf eine ausländische Zweckgesellschaft übertrug, die Schuld-

verschreibungen emittierte. Daher und wegen den positiven Erfahrungen aus dem Ausland wurde 1997 vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) ein Grundsatzkatalog an Erfordernissen aufgestellt, die für die Verbriefung von eigenen Forderungen erfüllt sein müssen.15 2003 wurde zur Förderung des Verbriefungs-marktes eine „ True - Sale Initiative “ von 12 deutschen Kreditinstituten gegründet.1 6 Die Entwicklung der Verbriefung in Europa von 1997 - 2005 zeigt Abbildung A-1 im Anhang. Im Jahr 2005 ist der europäische Verbriefungsmarkt im Vergleich zu 2004 um 27 % auf 370 Mrd. Euro gewachsen.17 Von 1997 bis 2005 stieg das Ver-briefungsvolumen um durchschnittlich rund 35,37 % pro Jahr, mehr als ursprünglich an Wachstum prognostiziert wurde (25 % pro Jahr).18 Deutschland hat mit nur 9% einen kleinen Anteil am europäischen ABS –Markt , obwohl Deutschland der größte Kreditmarkt Europas ist.19 Der Mittelstand in Deutschland nutzt zunehmend die Möglichkeiten der Verbriefung20, um mehr Investitionen tätigen zu können. Schließlich zeigt ein Gutachten aus dem Jahr 2005 von Prof. Hommel von der European Business School, dass der Verbriefungsmarkt positive Effekte auf die Investitionen, Steuereinnahmen und das Wirtschaftswachstum hat.21

2.3 Anforderungen an ABS – Transaktionen

Bei der Verbriefung von Forderungen sind Grenzen gesetzt, es gilt nicht die Aus-sage: „ If it flows, securitize it! “22. Daher werden die Wichtigsten notwendigen und begünstigenden Bedingungen vorgestellt.

1. Es müssen Zeitreihen über Zahlungsausfälle, Zahlungsverzögerungen und vor-zeitigen Tilgungen der Forderungen beim Originator zur Verfügung stehen23, damit die Cash Flows prognostiziert werden können (notwendig).
2. Die verkauften Forderungen können stets identifiziert werden, da im Unternehmen die verkauften von den nicht verkauften getrennt werden müssen (notwendig).24
3. Die Forderungen sind rechtswirksam übertragen worden (notwendig).25
4. Es erfolgt keine Verbriefung von Forderungen, die problematisch sind. Sie „dürfen weder ausfallen, noch im Verzug oder angefochten sein“26 (notwendig).
5. Das Verbriefungsvolumen sollte möglichst groß sein, da die ABS - Transaktion höhere Fixkosten verursacht als andere Finanzierungsarten27 (begünstigend).
6. „Die Forderungen sollten homogen sein“28 (begünstigend).
7. Die Mindestlaufzeit der Forderungen ist eindeutig bestimmbar29 (begünstigend).
8. Gegen den Originator können keine Regressansprüche gestellt werden.30 Die In-vestoren können nur gegen das SPV Ansprüche geltend machen (notwendig).
9. Die Schuldner der Forderungen sollten nach geographischen, demographischen und bonitätsmäßigen Aspekten weit gestreut sein, so dass die Investoren keine nach der Portfolio – Theorie von Harry M. Markowitz möglicherweise auftretenden un-systematischen Risiken tragen müssen31 (begünstigend).
10. Die Differenz (Excess Spread) zwischen den periodischen Einzahlungen aus den Forderungen und den auf diesen Einzahlungen beruhenden Auszahlungen an die ABS-Investoren, sollte ausreichend sein32 (begünstigend).

[...]


1 Vgl. Bestmann (2000), S. 68.

2 Vgl. Sauerland (2003), S. 20.

3 Vgl. Schöning (2003), S. 667.

4 Vgl. Hartmann - Wendels (1998), S. 287.

5 Vgl. Bestmann (2000), S. 68.

6 Vgl. Bertl ( 2004), S. 5.

7 Vgl. Hüfner (1997), S. 434.

8 Vgl. Sauerland (2003), S. 20, in den Ländern gab es bislang den Vorteil einer niedrigen Gewerbesteuer.

9 Die Erklärung der einfachen Grundstruktur wurde von www.True-Sale-International.de übernommen

10 Vgl. Bertl (2004), S. 11.

11 Vgl. Bertl (2004), S. 21, es entstanden „Mortage Backed Securities „ (MBS), indem Hypothekendarlehensforderungen von staatlicher Seite aufgekauft wurden, Wertpapiere wurden zur Refinanzierung herausgegeben.

12 Vgl. Bertl (2004), S. 48 f.

13 Vgl. Deutsche Bundesbank (1997): Monatsbericht Juli 1997, S. 59.

14 Vgl. Bertl (2004), S. 59, augrund des ähnlichen Rechtssystems und der gemeinsamen Sprache.

15 Vgl. Deutsche Bundesbank (1997): Monatsbericht Juli 1997, S. 60 f.

16 Vgl. Emse (2005), S. 25.

17 Vgl. True-Sale-International.de (2006).

18 Vgl. Dresdner Bank Luxembourg (2000).

19 Vgl. True-Sale-International.de (2006).

20 Vgl. Bankmagazin (2005).

21 Vgl. True-Sale-International.de (2006), durch die Gewerbesteuererleichterung der Einzweckgesellschaften werden die Verbriefungstransaktionen erleichtert.

22 Vgl. Bertl (2004), S. 119.

23 Vgl. Wolf (2003), S. 168.

24 Vgl. Wolf (2003), S. 168.

25 Vgl. Wolf (2003), S. 168.

26 Vgl. Wolf (2003), S. 168.

27 Vgl. Bertl (2004), S. 124.

28 Vgl. Wolf (2003), S. 168.

29 Vgl. Wolf (2003), S. 168.

30 Vgl. Hüfner (1997), S. 435.

31 Vgl. Bertl (2004), S. 126.

32 Vgl. Bertl (2004), S. 127.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Bilanzielle Effekte von Asset Backed Securities
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Lehrstuhl für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre)
Veranstaltung
Seminar : Bankgeschäftspolitik und Bankbilanzierung
Note
1,6
Autor
Jahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V60318
ISBN (eBook)
9783638540254
ISBN (Buch)
9783638667319
Dateigröße
2040 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Forderungsverbriefung ist für deutsche Banken ein wichtiges Instrument um positive Effekte auf die Vermögens,- Finanz - und Ertragslage herbeizuführen. Außerdem werden Asset Backed Securities nach den IFRS erläutert und es werden beispielhaft durchgeführte Transaktionen deutscher Banken veranschaulicht.
Schlagworte
Bilanzielle, Effekte, Asset, Backed, Securities, Seminar, Bankgeschäftspolitik, Bankbilanzierung, Halle - Wittenberg, Martin - Luther Universität, MLU, Halle
Arbeit zitieren
Harm Linnecke (Autor), 2006, Bilanzielle Effekte von Asset Backed Securities, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60318

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