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Autorität und Familie in Friedrich Schillers 'Kabale und Liebe'

Title: Autorität und Familie in Friedrich Schillers 'Kabale und Liebe'

Seminar Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stefanie Schinzel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Schillers bürgerliches Trauerspiel „Kabale und Liebe“ aus dem Jahr 17 hat auch heute nicht an seiner Aktualität verloren. Es eignet sich besonders für die Betrachtung der Beziehungen zwischen Vater und Tochter, Vater und Sohn sowie zwischen Mann und Frau allgemein. Im Mittelpunkt meiner Betrachtungen sollen genau diese Beziehungsgeflechte stehen, die dem Mann in vielen Fällen mehr Autorität zusprechen als der Frau. Ich werde mich damit auseinander setzen, warum sich die Väter im 18. Jahrhundert zwischen Herrschaft und Zärtlichkeit gegenüber den anderen Familienmitgliedern befanden, und wie sie sich in ihre neue Rolle einzufügen versuchten. Da es sich in „Kabale und Liebe“ nicht nur um die bürgerliche Familie Miller handelt, werde ich auch die Vater-Sohn Beziehung in der adligen Familie von Walter näher durchleuchten. Um einen Hintergrund und eine Basis für die genaue Untersuchung am Werk selbst zu geben, werde ich zuerst allgemein auf die Familie im 18. und 19. Jahrhundert eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familie im 18. und 19. Jahrhundert

3. Autorität in der bürgerlichen und in der adligen Familie

3.1 Die bürgerliche Familie Miller

3.2 Die adlige Familie von Walter

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Autoritätsstrukturen und Beziehungsgeflechte innerhalb der Familien Miller und von Walter in Friedrich Schillers bürgerlichem Trauerspiel „Kabale und Liebe“. Ziel ist es, die unterschiedlichen Rollenbilder von Vätern und Kindern sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Konventionen auf diese familiären Bindungen zu beleuchten.

  • Autoritätsprobleme im 18. und 19. Jahrhundert
  • Bürgerliche vs. adlige Familienstrukturen
  • Das Spannungsfeld zwischen Herrschaft und Zärtlichkeit
  • Die Vater-Tochter-Beziehung bei Miller
  • Die Vater-Sohn-Beziehung bei von Walter
  • Einfluss von Standesdenken und gesellschaftlichen Normen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die bürgerliche Familie Miller

Das bürgerliche Trauerspiel „Kabale und Liebe“ beginnt im Hause des Stadtmusikanten Miller. Schon zu Beginn wird deutlich, dass Miller ein anständiger Bürger ist, der durch das Verhältnis seiner Tochter Luise mit dem adligen Sohn des Präsidenten nicht in Verruf geraten will. Er sagt zu seiner Frau, die im gesamten Drama immer nur als ‚Frau’ bezeichnet wird und keinen eigenen Namen bekommen hat, „Meine Tochter kommt mit dem Baron ins Geschrei. Mein Haus wird verrufen.“24 Miller möchte keinesfalls gegen die ständischen Regeln verstoßen, und deshalb eine Verbindung zwischen Luise und dem adligen Sohn des Präsidenten von Walter, Ferdinand, verhindern. Er ist noch im altständischen Denken verwurzelt, denn er bezeichnet sich als „Herr im Haus“ und spricht von seinem „Haus“ im Sinne einer Zweckgemeinschaft. (I/1, S. 5) Das bedeutet in diesem Zusammenhang aber nicht nur, dass er derjenige ist, dem die anderen Familienmitglieder Gehorsam zu leisten haben, sondern, dass Miller als „Herr im Haus“ auch die Aufgabe hat, die Vaterrolle auszuüben, und dies bei Luise anscheinend vernachlässigte. Andernfalls wäre sie wohl kaum eine Verbindung mit dem Major von Walter eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das bürgerliche Trauerspiel als zeitloses Werk vor und umreißt die Untersuchung der Vater-Kind-Beziehungen in den Familien Miller und von Walter.

2. Familie im 18. und 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel der Familie von der ökonomischen Zweck- hin zur emotionalen Gefühlsgemeinschaft unter dem Einfluss aufkommender bürgerlicher Werte.

3. Autorität in der bürgerlichen und in der adligen Familie: Hier wird der theoretische Rahmen anhand der beiden Familienclans analysiert, wobei Miller als Prototyp des bürgerlichen Hausvaters und der Präsident als autoritäres adliges Familienoberhaupt gegenübergestellt werden.

3.1 Die bürgerliche Familie Miller: Fokus liegt auf der Vater-Tochter-Beziehung, der ökonomischen Sprache Millers und der Zerrissenheit Luises zwischen Liebe und väterlicher Pflicht.

3.2 Die adlige Familie von Walter: Analyse der distanzierten Vater-Sohn-Beziehung, in der Ferdinand als Mittel zum Zweck für die Machtinteressen des Präsidenten dient.

4. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass in beiden Familien trotz unterschiedlicher Hintergründe der Vater als beherrschende Figur agiert.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untersuchung.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Kabale und Liebe, bürgerliches Trauerspiel, Familie, Autorität, Vaterrolle, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Patriarchalismus, Generationenkonflikt, Standesdenken, Liebesheirat, bürgerliches Selbstbewusstsein, Machtstrukturen, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Ausprägungen von Autorität in den Familien Miller (bürgerlich) und von Walter (adlig) in Schillers Drama „Kabale und Liebe“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Machtstrukturen innerhalb der Familie, das Verhältnis zwischen Vätern und Kindern sowie die Bedeutung von ständischen Konventionen und ökonomischem Denken für das familiäre Zusammenleben.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, wie sich väterliche Autorität in den verschiedenen sozialen Schichten manifestiert und welche Auswirkungen dies auf die individuelle Selbstverwirklichung der Kinder hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Fachliteratur zur Familiengeschichte und zur Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine historische Kontextualisierung der Familie und eine detaillierte textimmanente Untersuchung der Familien Miller und von Walter.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Die zentralen Konzepte sind Autorität, patriarchale Strukturen, ökonomisches Denken, Standesgrenzen und die Transformation von Liebe zu einem Machtverhältnis.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Vaters bei Miller von der beim Präsidenten?

Während Miller seine Tochter als „Hab und Gut“ ökonomisch betrachtet, aber dennoch eine affektive Bindung zeigt, instrumentalisiert der Präsident seinen Sohn Ferdinand rein für seine politischen Machtziele.

Welche Rolle spielt die „Ökonomie“ in der Sprache von Miller?

Miller verwendet ökonomische Metaphern, um seine Beziehung zu seiner Tochter zu beschreiben, was seine Verwurzelung in der bürgerlichen Erwerbssphäre verdeutlicht.

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Details

Title
Autorität und Familie in Friedrich Schillers 'Kabale und Liebe'
College
University of Kassel
Course
Das bürgerliche Trauerspiel
Grade
2
Author
Stefanie Schinzel (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V60322
ISBN (eBook)
9783638540278
ISBN (Book)
9783656785064
Language
German
Tags
Autorität Familie Friedrich Schillers Kabale Liebe Trauerspiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Schinzel (Author), 2004, Autorität und Familie in Friedrich Schillers 'Kabale und Liebe', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60322
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