In der heutigen Situation müssen sich die Händler als auch die Hersteller mit neuen Gegebenheiten auseinandersetzen. Denn in den westlichen Industrienationen findet man auch auf Grund der rückläufiger Kaufkraft und den komplexen sozialen Problemen keine positiven Zukunftsaussichten vor. Vor allem der klassische Einzelhandel ist von diesen Problemen betroffen. Er wird mit neuen Angebotsformen, neuen Vertriebskanälen und neuen Medien konfrontiert. Dadurch werden besonders diesem Sektor Marktanteile abgenommen. Vor allem die jüngere Bevölkerung stellt für den Einzelhandel ein Problem dar, denn diese sind sehr zugänglich für neue Verkaufswege (wie zum Beispiel Home Shopping und Delivery, Electronic Commerce). Die Verkaufswege der Zukunft?!
Daher sollten sowohl Hersteller als auch Händler sich auf kooperative Strategien einlassen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Somit scheint kooperative Wertschöpfung der einzige Ausweg zu sein.
Alte Verhaltensweisen müssen überwunden werden. Meist findet ein Machtkampf zwischen Hersteller und Händler statt. Der Verkäufer versucht einen möglichst hohen Preis zu erzielen und der Einkäufer versucht den Preis natürlich zu drücken. Wo bleibt der Kunde bei diesem „Spiel“? Dieser wird zunächst vernachlässigt. Doch Wachstum ist nur dann möglich, wenn die Treue und das Vertrauen des Kunden gewonnen wird. Daher müssen die Produkte und alles damit im Zusammenhang stehende auf den Kunden ausgerichtet werden.
Es sollten Strategien gewählt werden, die das Wachstum, Potentialerschließung sowie kooperative Vermarktung als Ziel verfolgen. Dadurch werden innovative Händler-Hersteller Verbindung eine größere Erfolgschance haben als Einzelkämpfer, die auf kurzfristige Kostensenkungsmaßnahmen aus sind.
Inhaltsverzeichnis
1.) Ausgangssituation
2.) Historie und heutige Bedeutung des ERC
3.) Das Konzept
3.1) Voraussetzungen
3.2) Ziele und Aufgaben
3.3) Instrumente
3.4) Prozesse
3.4.1) Von Push zu Pull
3.4.2) Neunstufiger CM- Planungsprozess
3.4.3) Prozessgestaltung mit Hilfe von Electronic Data Interchange
3.4.4) Weitere Prozesse und heutiges ECR-Verständnis
4.) Customer Relationship Management (CRM) als Baustein zur Erweiterung des ECR-Konzeptes
4.1) CRM-Grundlagen
4.2) CRM-Aufgaben
4.3) CRM als Optimierung bestehender ECR-Maßnahmen
5.) Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht das Konzept des "Efficient Consumer Response" (ECR) als strategische Antwort des Einzelhandels und der Hersteller auf veränderte Marktbedingungen, mit dem Ziel, durch kooperative Wertschöpfung und effiziente Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Kundenbedürfnisse optimal zu befriedigen.
- Grundlagen und historische Entwicklung von ECR
- Logistische Optimierung der Wertschöpfungskette (SCM)
- Category Management als Marketingansatz
- Die Rolle von Electronic Data Interchange (EDI) in der Prozessgestaltung
- Integration von Customer Relationship Management (CRM) in ECR-Strategien
Auszug aus dem Buch
3.4.1) Von Push zu Pull
Das Push – Prinzip ist der uns allen bekannte und „alt bewerte“ Prozess. Die Lieferkette verläuft hierbei von der Industrie zum Handel hin. Dadurch werden Produkte geliefert ohne die Berücksichtigung der tatsächlichen Abverkäufe. Dadurch entstehen hohe Transportkosten, Überlastung der Kapazitäten, Abverkaufsdruck, sinkende Preise und dadurch bedingter Margenverfall.
Das ECR dreht dies nun um. Es wird das Pull – Prinzip innerhalb der Lieferkette gelebt. Die Warenflüsse basieren auf Daten der Marktforschung wodurch das Produktangebot auf den Verbraucher zugeschnitten ist. Die Produktion und Distribution arbeiten Nachfragesynchron. Wobei die Distribution das Bindeglied zwischen Handel und Produktion darstellt. Es erfolgt in allen Bereichen der Wertschöpfungskette ein Austausch von Informationen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Ausgangssituation: Beschreibt die Herausforderungen des Einzelhandels durch veränderte Konsumentengewohnheiten und die Notwendigkeit kooperativer Strategien.
2.) Historie und heutige Bedeutung des ERC: Erläutert die Entstehung von ECR aus der Supply-Chain-Optimierung und die daraus resultierenden mikroökonomischen Vorteile.
3.) Das Konzept: Definiert ECR als logistische Zusammenarbeit zur Bestandsreduzierung und Prozessoptimierung zwischen Hersteller und Handel.
3.1) Voraussetzungen: Betont Vertrauen, Datenweitergabe und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit als Basis für den Erfolg.
3.2) Ziele und Aufgaben: Fokussiert auf die Optimierung des Distributionskanals und die effiziente Befriedigung der Kundennachfrage.
3.3) Instrumente: Unterteilt ECR in die Bereiche Supply Chain Management und Category Management mit jeweils drei spezifischen Instrumenten.
3.4) Prozesse: Analysiert den Wandel vom Push- zum Pull-Prinzip, den CM-Planungsprozess sowie den Einsatz von EDI zur Prozesssteuerung.
4.) Customer Relationship Management (CRM) als Baustein zur Erweiterung des ECR-Konzeptes: Erörtert die Integration von CRM zur ganzheitlichen Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse.
4.1) CRM-Grundlagen: Beschreibt CRM als Zusammenspiel aus Technologie und kundenorientierter Unternehmensstrategie.
4.2) CRM-Aufgaben: Behandelt die Schaffung einheitlicher Kundendatenbanken und den Einsatz von Data Warehouse Systemen.
4.3) CRM als Optimierung bestehender ECR-Maßnahmen: Zeigt auf, wie CRM durch Datenaustausch den Wertschöpfungsprozess weiter verbessern kann.
5.) Fazit: Bewertet ECR als profitables Konzept, das jedoch eine kontinuierliche Begleitung durch das Management und eine konsequente Kundenorientierung erfordert.
Schlüsselwörter
Efficient Consumer Response, ECR, Logistik, Supply Chain Management, SCM, Category Management, CM, Kundenorientierung, Wertschöpfungskette, EDI, Elektronischer Datenaustausch, CRM, Kundenbeziehungsmanagement, Pull-Prinzip, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das strategische Konzept "Efficient Consumer Response" (ECR), das darauf abzielt, die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und dem Handel in der Konsumgüterbranche durch kooperative Prozesse zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die logistische Optimierung der Warenflüsse, das Category Management zur Verbesserung des Marketingmix sowie die Einbindung von CRM zur stärkeren Kundenfokussierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie ECR-Projekte durch die Reduktion von Systemkosten und die synchrone Ausrichtung an der tatsächlichen Kundennachfrage die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen steigern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur, die betriebswirtschaftliche Konzepte wie SCM, CM und CRM verknüpft, um ihre Anwendung im ECR-Kontext zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des ECR, die konkreten Instrumente und Prozesse (wie Push- vs. Pull-Prinzip und EDI) sowie die Erweiterung des Konzepts durch CRM-Methodiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie ECR, Logistik, Wertschöpfungskette, Pull-Prinzip, Category Management und Kundenbeziehungsmanagement (CRM) geprägt.
Welche Rolle spielt EDI für das ECR-Konzept?
EDI dient als technischer Enabler, um Geschäftsprozesse durch den automatisierten, papierlosen Austausch von Informationen zwischen Handel und Herstellern zu beschleunigen und fehlerfreier zu gestalten.
Wie unterscheidet sich das Push- vom Pull-Prinzip?
Beim Push-Prinzip erfolgt die Warenlieferung ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Abverkäufe, während das Pull-Prinzip Warenflüsse auf Basis aktueller Marktforschungsdaten nachfragesynchron steuert.
Warum ist CRM eine wichtige Erweiterung für ECR?
CRM ermöglicht eine ganzheitliche Analyse des Kundenverhaltens, wodurch die Maßnahmen des Category Managements präziser an den Bedürfnissen der Zielgruppen ausgerichtet werden können.
Was sind die größten Hürden bei der Einführung von ECR?
Die größten Herausforderungen liegen in der notwendigen Bereitschaft zur kulturellen Veränderung innerhalb der Unternehmen, der Integration neuer Technologien und der Notwendigkeit einer dauerhaften Begleitung durch das Management.
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- Diplom-Betriebswirtin (FH) Claudia Körber (Author), 2005, Efficient Consumer Response, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60347